BASEL: Kundgebung zur Unterstützung der Liga der Armen Bauern für die Agrarrevolution

Am 25. April fand in Basel eine Kundgebung statt. Die Aktivistengruppe “Internationalistische Jugendbewegung”, von denen wir bereits ein Flugblatt zur Liga der Armen Bauern (LCP) und zum geplanten Genozid an den armen Bauern veröffentlicht haben, hat uns folgenden Bericht und folgende Fotos zugeschickt:

Am 25.4.2021 gingen wir mit einem Banner, Kampffahnen und Flugblättern auf den Platz vor der Matthäuskirche im Klybeckviertel in Basel, um auf die Situation in Rondonia in Brasilien aufmerksam zu machen. Die Hauptparole unserer Kundgebung war “Unterstützt die Liga der Armen Bauern! Es lebe die Agrarrevolution in Brasilien!”, welche bereits durch unser Flugblatt für den LCP-geführten Bauernkampf und gegen den geplanten Genozid auf eurer Website veröffentlicht wurde.

Es wurde eine Rede gehalten, in der die LCP, ihre Konfiszierungen des Landes der Grossgrundbesitzer und die Organisierung der Neuen Macht in den befreiten Landstrichen erklärt wurde. Dann wurde der Terror, den die brasilianische Reaktion an den Bauern ausübt und auszuüben plant, denunziert. Es wurde betont, dass die Reaktion dies aus purer Angst macht, weil die LCP eine Bedrohung darstellt. Am Schluss der Rede wurde dazu aufgerufen, sich für eine breite revolutionäre Bewegung hier in der Schweiz voll und ganz ins Zeug zu legen; denn der schweizerische Imperialismus, der direkt von der Ausbeutung und Unterdrückung des brasilianischen Volkes profitiert, muss zerschlagen werden, um die Perspektive auf eine neue Gesellschaft in der ganzen Welt zur Realität zu machen.
Die Rednerin trug während der ganzen Kundgebung eine Kappe der LCP.

Im Anschluss an die Rede wurden mehrere revolutionäre Parolen auf preussendeutsch angestimmt, unter anderem:
“Das Land denen die es bebauen – es lebe die Liga der Armen Bauern!”
“Hoch die Bauernrebellion – für die Agrarrevolution!”
“Das wahre Gesicht ihrer Demokratie – Massenmörder, das sind sie!”

Es wurde auch eine Parole der LCP auf portugiesisch angestimmt:
“Un dois tres, quatro cinco mill – avanca la Liga por todo Brazil!”

Während der ganzen Kundgebung wurden Kopien des oben genannten Flugblattes an herumstehende und vorbeigehende Massen verteilt.
Die Massen zeigten grosses Interesse am Flugblatt und waren schockiert über die Nachricht, dass der alte brasilianische Staat die armen Bauern terrorisiert und einen Massenmord durchführen will. Drei Massen schlossen sich spontan der Kundgebung an, schwangen mit uns rote Kampffahnen und riefen die Parolen mit uns. Weitere Massen hatten durch Hörensagen von der Kundgebung mitbekommen und wollten sich auch anschliessen, aber die Kundgebung war bei ihrer Ankunft schon zu Ende. Im Gespräch mit ihnen danach drückten sie ihre Sympathie mit der Kundgebung aus und nahmen einige Flugblätter entgegen, die sie bereit waren im Alltag weiterzuverteilen. Sie sagten auch, dass sie bei einer weiteren Kundgebung dabei sein würden und betonten die Notwendigkeit, noch mehr Leute dafür zu mobilisieren. Das gibt eine sehr gute Basis, um die Kampagne für die Agrarrevolution in Brasilien und gegen den Genozid des alten brasilianischen Staates weiterzuführen und stärker zu entfalten. Es gibt ebenfalls eine gute Basis für die weitere Vernetzung der Jugend, die Revolution will, und für die Stärkung unserer Aktivistengruppe.

Wir teilen auch die Rede, die an der Kundgebung gehalten wurde, auf baseldeutsch und preussendeutsch:

BASELDÜTSCH

Buure in halbfeudale Länder bsitze nüd, zum Teil stöhn si unter Leibeigeschaft, zum Teil sin si Pächter vo eme chliine Stück Land, wo zum Überläbe chum längt und obedruf dörfe si nid mol sälber entscheide, was mit de Ärnti bassiert. Die meiste Buure in halbfeudale Länder hän nid mol e rächt uf Bildig, geschweige denn e Krankversorgig.
Si wärde scho sit Johrhunderte ussbütet und unterdruckt.
Si führe Tag ih und Tag us, Johr für Johr und scho sit eh und jeh e läbe in ständiger Armuet, Ungwüssheit und Angscht.
«Säie mir das Korn, oder mache mer Broot. Wenn mers säie, was ässe mer denn, und wenn mer Broot mache, was säie mer denn?»
Au in Brasilie wird die armi Buureschaft scho sit Johrhunderte unterdruckt.
Aber sie wehre sich au scho sit Johrhunderte! D Unterdruckig het in de buure e revolutionäre Kampfgeist erzügt, wo nüm uffzhalte isch. Hütte wird die armi Buureschaft vo dr LCP, Liga der Armen Bauern, organisiert, so dass genau dä Kampfgeischt Frücht tragt. Vor 25 Johr z.B. het die armi Buureschaft e bsetzts Landstück gege d Ahgriff vo de staatliche Polizeikräft verteidigt. 8 Buure, unter anderem e 9-jöhrigs Kind, sin ermordet worde. Und trotzdäm het die armi Buureschaft nit uffgä: Hütte haltet d LCP dä Tag als «Schlacht vo Santa Elina» hoch, nach em Landstück benennt, wo dr Kampf passiert isch. Und letzt Johr het d LCP Santa Elina zruggeroberet. Das macht em alte Staat unglaublich Angst; jetz stoht d LCP im Visier vo ihrne Gwehr.
Immerwider sin si Opfer vo Polizeiüberfäll gsi und dr alti Staat macht jetz kei Gheimnis meh druss, dass sie e Genozid an de arme Buure und dr LCP vorhänd.

Aber was isch denn jetzt d LCP genau?
D LCP isch e grossflächig organisierti Buurebewegig in Brasilie und isch im Momänt sehr aktiv im Gebiet Rondonia im Westamazonas. Sie kämpfe für d Agrarrevolution.
Mit Agrarrevolution isch im allgemeine s Enteigne vo Ländereie vo Grossgrundbsitzer und vo Grosskapitalischte wie z.b. Nestle gmeint und s Verteile vom Land an alli arme Buure in dr Gegend. Uff däm neue Land wird e neui Macht, e neui Gsellschaft errichtet.
Während uf einige Bsetzige s Land fair verteilt wird, so das jede sis Stückli Land zuegsproche bechunnt, wird in andere Bsetzige s Land scho kollektiviert und zämme gnutzt. So wird d Agrarrevolution, die neui demokratischi Revolution, im hier und jetzt in d Realität umgsetzt.
Uf em Land wod LCP scho übernoh het wird au Wärkzüg, Vieh und alles mögliche teilt.
Es wärde sälbständig Krankeversorgige entwicklet und d Buure bringe sich anhand vo politischer Bildig s Läse und Schriibe sälber bi.
Alles unter em Motto:
«s Land dene wos bebaue!»
Aber das passt de Reaktion natürlich gar nid…
D Reaktion macht alles, um die befreite Gebiet in e Buuregrab verwandle z könne.
Es finde Diffamierige, Verfolgige, Drohige und allgemein Psychoterror uf hohem Level statt.
Über de bsetzte Gebiet kreise Militärhelikopter und schiesse mit Platzpatrone, während es heisst, dass s nöchste Mol mit scharfer Munition gschosse wird.
Sie wärfe leeri Patronekartusche abe uff s Land vo dr LCP und probieres dr LCP unter d Schue z schiebe, zum Rächtfertigung für ihres plante Bluetbad z schaffe.
De Buure wird mit Folter und de Führig mit em Tod droht.
Kurz, si versueche alles um d liga vo de Arme buure als Terrororganisation ihzstuefe um si so ändlich komplett uslösche z chönne.
Und gleakti Unterhaltige zwüsche Regierigsbeamte wo gseit wird, dass me s Massaker vo vor 25 Johr das Moll z Ändi füehre will, löhn eidütig druf schliesse, dass e Massemord an de arme Buure in Rondonia plant isch.
Und genau darum sin mir hüt do!
Mir müen dä Genozid verhindere, koschets was es will!
D Reaktion würd kei Genozid plane, wenn si nid Angst hätt.
Das alles isch einzig und ellei e Akt us Verzwiflig, es isch ihne schlichtwäg nüm möglich die armi Buureschaft in schach z bhalte.
Aber was soll me mache, wenn alli Unterdruckte sich plötzlich gege ein uflähne?
Si wüsse, die armi Buureschaft lost sich nid vernichte, das het si no nie, si erhebt sich!
Si erhebt sich wie de Phönix us de Äsche!
Hundert Tuusigi Buure erhebe sich, Millione meh wärde sich erhebe, und mir mit ihne!
Es isch unseri Pflicht dä planti Genozid mit allne Mittel z verhindere, mir bruuche e revolutionäri Bewegig nit nur in Brasilie, sondern au do im Land, mir bruuche die vereinte Kräft vo allne Ussbütete und Unterdruckte, wo de schwizerischi Imperialismus ein für alli mol zerschloht!
Ihr gsehnt, es hängt alles zämme.
Will de einzig wirklichi Internationalismus isch de ruckhaltslosi Kampf für d Revolution im eigene Land. Was nütze do unseri Wort, wenn trotzdäm die schwizerischi Louis Dreyfus Company näbe Sao Paolo riesigi Orangefälder het, wo de ussbütete Arbeiter kei einzigi Coronamassnahm gwährleistet wird? Was nütze sie, wenn Nestle witer d Privatisierig und Brandrodig vom Amazonas ka vorahtribe zum ihri Macht als Monopolkonzärn no e bitzeli länger am Läbe halte? Es brucht nit nur moralischi Unterstützig, es isch an uns, de Kampf zrugg ins Härz vo dr Bestie z bringe.
Denn alli arme Buure in Brasilie, Indie, de Türkei, Peru oder anderswo uf dere wält sin unseri Klassebrüedere! Und sie sind im Kampf nit elei!

PREUSSENDEUTSCH

Bauern in halbfeudalen Ländern besitzen nichts, zum Teil stehen sie unter Leibeigenschaft, zum Teil sind sie Pächter eines kleinen Stück Landes, das zum überleben kaum reicht; und obendrauf dürfen sie nicht mal selber entscheiden, was mit der Ernte passiert. Die meisten Bauern in halbfeudalen Ländern haben nicht mal ein Recht auf Bildung, geschweige denn eine Krankenversorgung.
Sie werden schon seit Jahrhunderten ausgebeutet und unterdrückt. Sie führen tagein tagaus, Jahr für Jahr und schon seit eh und je ein Leben in ständiger Armut, Ungewissheit und Angst.
“Säen wir ein Korn, oder machen wir Brot. Wenn wir es säen, was essen wir denn und wenn wir Brot machen, was säen wir denn?”
Auch in Brasilien wird die arme Bauernschaft schon seit Jahren unterdrückt.
Aber sie wehren sich auch schon seit Jahrhunderten! Die Unterdrückung hat in den Bauern einen revolutionären Kampfgeist erzeugt, der nicht mehr aufzuhalten ist. Heute wird die arme Bauernschaft von der LCP, Liga der Armen Bauern, organisiert, so dass genau dieser Kampfgeist Früchte trägt. Vor 25 Jahren z.B. verteidigte die arme Bauernschaft ein besetztes Landstück gegen den Angriff der staatlichen Polizeikräfte. Acht Bauern, unter anderem ein neunjähriges Kind, wurden ermordet. Und trotzdem gab die arme Bauernschaft nicht auf: Heute hält die LCP den Tag als “Schlacht von Santa Elina” hoch, nach dem Landstück benannt, wo der Kampf passierte. Und letztes Jahr hat die LCP Santa Elina zurückerobert. Das macht dem alten Staat unglaublich Angst; jetzt steht die LCP im Visier ihrer Gewehre. Immer wieder sind sie Opfer von Polizeiüberfällen gewesen und der alte Staat macht jetzt kein Geheimnis mehr daraus, dass sie einen Genozid an den armen Bauern und der LCP vorhaben.

Doch was ist denn jetzt die LCP genau?
Die LCP ist eine grossflächig organisierte Bauernbewegung in Brasilien und ist im Moment sehr aktiv im Gebiet Rondônia im Westamazonas. Sie kämpfen für die Agrarrevolution. Mit Agrarrevolution ist im Allgemeinen das Enteignen von Ländereien von Grossgrundbesitzern und Grosskapitalisten wie z.B. Nestlé gemeint und das Verteilen vom Land an alle armen Bauern in der Gegend. Auf diesem neuen Land wird eine neue Macht, eine neue Gesellschaft errichtet.
Während auf einigen Besetzungen das Land fair verteit wird, so dass jeder sein Stückchen Land zugesprochen bekommt, wird in anderen Besetzungen das Land schon kollektiviert und zusammen genutzt. So wird die Agrarrevolution, die neue demokratische Revolution, im Hier und Jetzt in die Realität umgesetzt.
Auf dem Land, das die LCP schon übernommen hat, wird auch Werkzeug, Vieh und alles mögliche geteilt.
Es werden selbständig Krankenversorgungen entwickelt und die Bauern bringen sich anhand von politischer Bildung das Lesen und Schreiben selber bei.
Alles unter dem Motto:
“Das Land denen, die es bebauen!”
Aber das passt der Reaktion natürlich gar nicht…
Die Reaktion macht alles, um die befreiten Gebiete in ein Bauerngrab verwandeln zu können.
Es finden Diffamierungen, Verfolgungen, Drohungen und im Allgemeinen Psychoterror auf hohem Level statt.
Über den besetzten Gebietn kreisen Militärhelikopter und schiessen mit Platzpatronen, während es heisst, dass das nächste Mal mit scharfer Munition geschossen wird.
Sie werfen leere Patronenkartuschen runter aufs Land von der LCP und probieren es der LCP unter die Schuhe zu schieben, um Rechtfertigung für ihr geplantes Blutbad zu schaffen.
Den Bauern wird mit Folter und der Führung mit dem Tod gedroht.
Kurz, sie versuchen alles, um die Liga der Armen Bauern als Terrororganisation einzustufen, um sie so endlich komplett auslöschen zu können.
Und geleakte Unterhaltungen zwischen Regierungsbeamten, wo gesagt wird, dass man das Massaker von vor 25 Jahren dieses Mal zu Ende führen will, lassen eindeutig darauf schliessen, dass ein Massenmord an den armen Bauern in Rondonia geplant ist.
Und genau deswegen sind wir heute da!
Wir müssen diesen Genozid verhindern, koste es was es wolle!

Die Reaktion würde keinen Genozid planen, wenn sie nicht Angst hätte.
Das alles ist einzig und alleine ein Akt aus Verzweiflung, es ist ihnen schlichtweg nicht mehr möglich, die arme Bauernschaft in Schach zu behalten.
Aber was soll man machen, wenn alle Unterdrückten sich plötzlich gegen einen auflehnen?
Sie wissen, die arme Bauernschaft lässt sich nicht vernichten, das hat sie noch nie, sie erhebt sich!
Sie erhebt sich wie ein Phönix aus der Asche!
Hunderttausend Bauern erheben sich, Millionen mehr werden sich erheben, und wir mit ihnen!
Es ist unsere Pflicht, diesen geplanten Genozid mit allen Mitteln zu verhindern, wir brauchen eine revolutionäre Bewegung, nicht nur in Brasilien, sondern auch hier im Land, wir brauchen die vereinte Kraft von allen Ausgebeuteten und Unterdrückten, die den schweizerischen Imperialismus ein für alle Mal zerschlägt!
Ihr seht, es hängt alles zusammen.
Weil der einzig wirkliche Internationalismus ist der rückhaltslose Kampf für die Revolution im eigenen Land. Was nützen hier unsere Worte, wenn trotzdem die schweizerische Louis Dreyfus Company neben São Paolo riesige Orangenfelder hat, wo den ausgebeuteten Arbeitern keine einzige Coronamassnahme gewährleistet wird? Was nützen sie, wenn Nestlé weiter die Privatisierung und Brandrodung vom Amazonas vorantreiben kann, um ihre Macht als Monopolkonzern noch ein bisschen länger am Leben zu halten? Es braucht nicht nur moralische Unterstützung, es liegt an uns, den Kampf zurück ins Herz der Bestie zu bringen.
Denn alle armen Bauern in Brasilien, Indien, der Türkei, Peru oder anderswo auf dieser Welt sind unsere Klassenbrüder! Und sie sind im Kampf nicht alleine!

Internationalistische Jugendbewegung