Hung Yü: “Die Geschichte entwickelt sich in einer Spiralbewegung”

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Es gibt ein Ziel, die Eroberung der Macht!

DIE GESCHICHTE ENTWICKELT SICH IN EINER SPIRALBEWEGUNG

Hung Yü
1974

Rote Fahne
Nr. 10, 1974
Reproduziert von
Die Rote Fahne

DIE GESCHICHTE ENTWICKELT SICH IN EINER SPIRALBEWEGUNG

Die Volksrepublik China hat siegreich einen 25-jährigen Weg des Kampfes zurückgelegt.

Angeleitet von der revolutionären Linie des Vorsitzenden Mao, hat unsere Partei im vergangenen Vierteljahrhundert die wiederholten Angriffe seitens der Klassenfeinde im In- und Ausland zurückgeschlagen und grosse Siege in der sozialistischen Revolution und beim sozialistischen Aufbau errungen, indem sie sich mit allen Nationalitäten in unserem Land vereinigte und alle Arten von Schwierigkeiten überwand. Besonders die vier grossen Kämpfe zweier Linien, in denen die parteifeindlichen Verschwörungen von Gao Gang und Jao Schu-schi, Peng Dö-huai, Liu Schao-tschi und von Lin Piao, den Anführern der opportunistischen Linien, aufgedeckt und zerschmettert wurden, sicherten den weiteren Vormarsch Chinas auf dem Weg des Sozialismus. Die Grosse Proletarische Kulturrevolution während der vergangenen acht Jahre bestätigt einmal mehr die Richtigkeit der Lehre des Vorsitzenden Mao von der Weiterführung der Revolution unter der Diktatur des Proletariats und der verschiedenen politischen Richtlinien. Sie hat unser Verständnis für die Gesetzmässigkeiten des Klassenkampfes in der Periode der sozialistischen Revolution vertieft. Die Praxis unserer sozialistischen Revolution und unseres sozialistischen Aufbaus beweist immer wieder die Wahrheit: Die Revolution geht immer einen Zickzackkurs, sie schreitet durch unaufhörliche Überwindung von Hindernissen und Obstruktionen voran. Neues löst das Alte ab und die revolutionären Kräfte siegen über die reaktionären Kräfte – dies ist eine objektive Gesetzmässigkeit, die vom Willen des Menschen unabhängig ist.

1. FORTSCHREITENDE UND GEWUNDENE ENTWICKLUNG — EINHEIT DER GEGENSÄTZE

Lenin hat eine anschauliche und wissenschaftliche Zusammenfassung der Gesetzmässigkeiten der Entwicklung der Dinge geleistet, indem er schrieb: „ … eine Entwicklung, die nicht geradlinig, sondern sozusagen in der Spirale vor sich geht …“ („Karl Marx“) In vielen wichtigen Schriften hat der Vorsitzende Mao diese brillante Auffassung von Lenin gründlich erläutert und weiter entwickelt. Er wies darauf hin: „Die Ereignisse verlaufen nicht geradlinig, wie man es sich wünschen würde, sondern im Zickzack …“ („Über den langwierigen Krieg“) In bezug auf die Gesetzmässigkeiten der Entwicklung des Klassenkampfes sagte er: „Unruhe stiften, scheitern, abermals Unruhe stiften, wieder scheitern und so weiter bis zu ihrem Untergang – das ist die Logik der Imperialisten und aller Reaktionäre in der Welt dem Anliegen des Volkes gegenüber, und sie werden niemals gegen diese Logik verstossen. Das ist ein Gesetz des Marxismus … Kämpfen, unterliegen, nochmals kämpfen, wieder unterliegen, erneut kämpfen und so weiter bis zum Sieg – das ist die Logik des Volkes, und auch das Volk wird niemals gegen diese Logik verstossen. Das ist ein anderes Gesetz des Marxismus.“ („Fort mit den Illusionen, bereit zum Kampf!“) Diese Lehre des Vorsitzenden Mao weist auf die zwei verschiedenen Resultate hin – das Ende der Imperialisten und Reaktionäre einerseits und den Ausgang des Kampfes des revolutionären Volkes andererseits. Sie zeigt ausserdem, dass der Kampf zwischen den revolutionären und den konterrevolutionären Kräften unvermeidlich eine windungsreiche Entwicklung durchmachen muss. Das Unruhestiften und Scheitern der Konterrevolutionäre und Niederlage und Sieg des revolutionären Volkes sind die zwei Seiten, die sich in ihrer Bewegung in einem Zusammenhang befinden und ineinander übergehen können. Das abwechselnde Erscheinen dieser zwei Seiten im Verlauf des revolutionären Kampfes ist eine konkrete Manifestation des Gesetzes der spiralförmigen Entwicklung.

Warum entwickeln sich die Dinge wie in einer Spirale? Da in jedem Ding der Widerspruch zwischen seinem neuen und seinem alten Aspekt vorhanden ist und die zwei Aspekte des Widerspruchs in Einheit wie auch im Kampf miteinander stehen, treiben sie dadurch die Entwicklung der Dinge voran. Der Prozess der Entwicklung der Dinge von einer niederen zu einer höheren Stufe ist der Prozess der Entwicklung der neuen Dinge durch immer neue Siege über die alten. Um die alten Dinge zu besiegen und abzulösen, müssen die neuen auf den starken Widerstand der alten stossen. Nur durch immer wieder neue und heftige Kämpfe kann sich ein neues Ding vom kleinen zum grossen wandeln und zum dominierenden aufsteigen, während das alte Ding sich dadurch vom grossen ins kleine verwandelt und allmählich abstirbt. Trotz der Tatsache, dass die vorherrschende Tendenz der Entwicklung der Dinge eine Vorwärtsbewegung von einer niederen zu einer höheren Stufe ist, kann sie nicht geradlinig sein. In dem tatsächlichen Entwicklungsprozess sind Windungen und Rückschläge in verschiedenem Ausmass, die eine Zeitlang existieren, unvermeidliche Erscheinungen. „Der Weg der Revolution ist ebenso wie der Weg der Entwicklung aller Dinge in der Welt stets gewunden und nicht gerade.“ (Mao Tsetung, „Über die Taktik im Kampf gegen den japanischen Imperialismus“) Das ist deshalb so, weil für das Anwachsen der revolutionären wie auch für das Untergehen der konterrevolutionären Kräfte ein Entwicklungsprozess erforderlich ist und weil es für jene unmöglich ist, diese auf einen Schlag vollständig zu besiegen und zu vernichten; weil auch das Erkennen des objektiven Gesetzes, der Sprung aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit, einen Prozess der Sammlung von Erfahrungen erfordert – von erfahrungslos zu erfahren, von wenig erfahren zu mehr erfahren. Nur durch wiederholte Vergleiche zwischen positiven und negativen Erfahrungen kann man ein richtiges Verständnis für das Entwicklungsgesetz der Revolution erreichen und dieses Gesetz bewusst auf die Erfüllung von Aufgaben der Revolution anwenden. Die spiralförmige Entwicklung gleicht zwar annähernd einer Reihe von Kreisen, von denen jeder Anfang jedoch nicht mehr zu seinem Ausgangspunkt zurückkehrt. Es ist so, wie der Vorsitzende Mao zusammenfasste: „ … der Inhalt von Praxis und Erkenntnis wird bei jedem einzelnen Zyklus auf eine höhere Stufe gehoben.“ („Über die Praxis“) Oberflächlich betrachtet, scheinen Rückschlag und Windung ein Umweg zu sein, aber jedes mal, wenn Windung und Rückschlag überwunden worden sind, bedeutet dies einen Sieg und Fortschritt, so wird eine neue Stufe erreicht. Verglichen mit der alten Stufe, liegt diese neue Stufe auf einer höheren Ebene und bedeutet keineswegs eine Rückkehr zum Ausgangspunkt. Die Einheit der Gegensätze – die fortschreitende und gewundene Entwicklung – bildet diese komplizierte spiralförmige Bewegung. Die Ansicht, dass die Ereignisse geradlinig vor sich gehen, negiert die gewundene Entwicklung der Dinge, die Ansicht von einer kreisförmigen Bewegung negiert das Fortschreiten der Dinge; beide negieren die dialektische Einheit von fortschreitender und gewundener Entwicklung und führen unvermeidlich zu metaphysischem Irrtum.

Die Geschichte der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft in den vergangenen Jahrtausenden ist die Geschichte einer spiralförmigen Entwicklung voller Windungen und Wendungen. Die Revolutionen in der Vergangenheit, sei es die Ablösung der Sklavenhaltergesellschaft durch den Feudalismus oder die Ablösung des Feudalismus durch den Kapitalismus, beinhalten ausnahmslos Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauernde, immer neue und windungsreiche Kämpfe, in denen es um Fortschritt und Rückschritt, um Restauration und den Widerstand dagegen ging. Jede Ablösung eines Ausbeutungssystems durch ein anderes, ist solch einem Entwicklungsprozess unterworfen. Die sozialistische Revolution, in der der Sozialismus den Kapitalismus besiegen wird und deren Ziel die endgültige Beseitigung jedes Ausbeutungssystems und aller Klassen ist, wird auch auf keinen Fall reibungslos vor sich gehen. Sie wird, verglichen mit den vergangenen Revolutionen, noch gewundenere und langwierigere Kämpfe bestehen müssen und enorme Anstrengungen erfordern. Der Vorsitzende Mao lehrt: „Alles, was neu ins Leben tritt, wächst unter Schwierigkeiten heran, hat einen Weg voller Windungen und Wendungen zurückzulegen. Es wäre eine reine Illusion, zu glauben, dass die Sache des Sozialismus ohne Schwierigkeiten und Zickzackwege, ohne gewaltige Anstrengungen vorankäme, dass man immer günstigen Wind und leicht Erfolge haben würde.“ („Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volke“) Der Vorsitzende Mao sagte dies im Jahre 1957. Die Praxis in den vergangenen 17 Jahren hat unser Verständnis für diese Ansicht mehr als früher vertieft. Seit das Proletariat die politische Macht in die Hand genommen hat, finden sich die gestürzten reaktionären Klassen nicht mit ihrer Niederlage ab. Immer wieder müssen sie auf den Plan treten, Sabotageakte betreiben und Unruhe stiften, um ihr verlorenes „Paradies“ wiederherzustellen. Sie suchen in den Reihen der Kommunistischen Partei Agenten als ihre politischen Vertreter zur Inszenierung ihres Comebacks. Ausserdem ist die sozialistische Revolution im Bereich des Überbaus wegen des jahrtausendealten Einflusses der traditionellen Ideen der Ausbeuterklassen noch schwieriger. Es wird eine ziemlich lange Geschichtsperiode in Anspruch nehmen, die Frage „Wer wen?“ im Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie im Bereich der Politik und der Ideologie zu entscheiden. Der Klassenkampf und Linienkampf im Lande stehen stets im Zusammenhang mit dem internationalen Klassenkampf. Die einheimischen Klassenfeinde müssen Hand in Hand mit den Imperialisten und Sozialimperialisten arbeiten, gemeinsame Sache machen und jede Gelegenheit benutzen, um Unruhe zu stiften. Deshalb sieht sich das Proletariat nach der Ergreifung der politischen Macht vor die schwierigen Aufgaben der Stärkung der Diktatur des Proletariats, der Festigung des Bündnisses von Arbeitern und Bauern, der Vereinigung der verschiedenen Nationalitäten und des Festhaltens an der Weiterführung der Revolution unter der Diktatur des Proletariats gestellt. Es hat viel zu tun. Das Proletariat muss in langen, immer neuen Kämpfen die positiven und die negativen Erfahrungen zusammenfassen und sein Verständnis für das Gesetz der sozialistischen Revolution und des sozialistischen Aufbaus weiterhin vertiefen. Nur auf diese Weise kann es die Schwierigkeiten und Obstruktionen auf dem Weg vorwärts überwinden, die Bourgeoisie und alle anderen Ausbeuterklassen vollständig besiegen und den Kommunismus verwirklichen.

2. ZICKZACKFÖRMIGER VERLAUF DER ENTWICKLUNG DER SACHE DES SOZIALISMUS IN CHINA

Die Sache des Sozialismus in den vergangenen 25 Jahren nahm bei uns einen zickzackförmigen Verlauf im Kampfzwischen den zwei Klassen, den zwei Wegen und den zwei Linien. Bereits auf der 2. Plenartagung des 7. Zentralkomitees der Partei im Jahr 1949 wies der Vorsitzende Mao klar auf die inländischen und internationalen Hauptwidersprüche in der Periode der sozialistischen Revolution hin und sah die Langwierigkeit und Kompliziertheit des Kampfes zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie voraus. Er legte eine korrekte Linie für den Übergang von der neudemokratischen Revolution zur sozialistischen Revolution fest und arbeitete die wesentlichen Schritte und die verschiedenen politischen Prinzipien und Richtlinien dafür aus.

In den ersten Jahren nach der Gründung des Neuen China leitete die Partei das Volk des ganzen Landes zur Wiederherstellung der Volkswirtschaft und zur Entfaltung der „Drei Übel“- und „Fünf Übel“-Bewegung an (die „Drei Übel“-Bewegung bezog sich auf den Kampf gegen Unterschlagung, Verschwendung und Bürokratismus; die „Fünf Übel“-Bewegung beinhaltete den Kampf gegen Bestechung, Steuerhinterziehung, Betrügereien bei der Erfüllung staatlicher Aufträge, Diebstahl von Staatseigentum und Diebstahl von Wirtschaftsinformationen des Staates) und stellte die Generallinie für die sozialistische Industrialisierung und die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft, des Handwerks, der kapitalistischen Industrie und des kapitalistischen Handels auf. Damit begann der erste Fünfjahrplan (1953-1957) für den sozialistischen Aufbau. Das ganze Volk war begeistert über die schwunghafte Entwicklung der sozialistischen Revolution und des sozialistischen Aufbaus. Aber diese Entwicklung löste gleichzeitig bitteren Hass und grosse Furcht bei den Klassenfeinden im In- und Ausland aus. Die bourgeoisen Karrieristen Gao Gang und Jao Schu-schi, die sich in die Partei eingeschlichen hatten, schlossen ein parteifeindliches Bündnis und unternahmen konspirative Tätigkeiten im grossen Massstab. Sie versuchten vergeblich, unsere Partei zu spalten, die höchste Macht der Partei und des Staates zu usurpieren und so den Fortschritt des Sozialismus aufzuhalten. Unter der Führung des Vorsitzenden Mao entlarvte und zerschlug die ganze Partei rechtzeitig dieses parteifeindliche Bündnis. Die ganze Partei und das gesamte Volk schlossen sich zusammen, um einen Aufschwung bei der sozialistischen Umgestaltung zu erreichen und errangen den grundlegenden Sieg in der sozialistischen Umgestaltung des Eigentums an den Produktionsmitteln.

Aber die Bourgeoisie findet sich niemals mit ihrer Niederlage ab. Die Ausrichtungsbewegung 1957 ausnutzend, startete sie einen anderen wütenden Angriff auf die Partei. Das zeigt voll und ganz, dass die sozialistische Gesellschaftsordnung der Diktatur des Proletariats noch nicht ganz sicher dasteht, wenn man nur die sozialistische Revolution an der wirtschaftlichen Front geführt hat, und dass es notwendig ist, eine gründliche sozialistische Revolution an der politischen und ideologischen Front durchzuführen. Angeleitet von der Lehre des Vorsitzenden Mao von der Weiterführung der Revolution unter der Diktatur des Proletariats, führte das ganze Volk einen gewaltigen Kampf zur Abwehr des Angriff der bourgeoisen Rechten und schlug aufs neue den grossangelegten wütenden Angriff der Bourgeoisie zurück. Das hat der stürmischen Entwicklung der sozialistischen Revolution und des sozialistischen Aufbaus Chinas einen mächtigen Impuls gegeben.

Der Vorsitzende Mao fasste die positiven und die negativen Erfahrungen des Aufbaus des Sozialismus im Inland und international zusammen und stellte die Generallinie „Unter Anspannung aller Kräfte, immer vorwärtsstrebend, ,mehr, schneller, besser und wirtschaftlicher‘ den Sozialismus aufbauen“ auf. So zeigte sich 1958 eine ausgezeichnete Lage, die durch den Grossen Sprung nach vorn und die Gründung der Volkskommunen, charakterisiert war. Aber der Kampf auf politischem und ideologischem Gebiet war immer noch sehr heftig. Auf der Luschan-Konferenz 1959 trat die parteifeindliche Clique um Peng Dö-huai ins Rampenlicht und attackierte wütend die Generallinie, den Grossen Sprung nach vorn und die Volkskommune, im vergeblichen Versuch, unsere Partei zu spalten und den mächtigen reissenden Strom des Sozialismus aufzuhalten. Der Vorsitzende Mao leitete die ganze Partei an, dieser rechtsopportunistischen Clique um Peng Dö-huai einen wuchtigen Schlag zu versetzen und sie zu zerschmettern. Zuletzt sind alle ihre Ränke fehlgeschlagen.

Als Folge der ständigen Vertiefung der sozialistischen Revolution wurde die konterrevolutionäre Aktivität der Renegatenclique um Liu Schao-tschi immer wütender. Während der Periode der vorübergehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch die drei Jahre aufeinanderfolgenden Naturkatastrophen und die Sabotage der sowjetrevisionistischen Renegatenclique verursacht wurden, verbreiteten und verfolgten Liu Schao-tschi und Konsorten öffentlich die revisionistische Linie für „San Dsi Yi Bao“ (das bedeutet die Vergrösserung der privat bebauten Parzellen, die Erweiterung des freien Marktes, die Erweiterung der Kleinbetriebe, die für Gewinne und Verluste allein verantwortlich sind, und die Festlegung der Ertragsquoten auf Grund einzelner Haushalte) und für „San Ho Yi Schao“ (das bedeutet die Liquidierung des Kampfes in unseren Beziehungen zu den Imperialisten, Reaktionären und modernen Revisionisten und die Verminderung der Unterstützung und Hilfe an andere Völker in ihren revolutionären Kämpfen). Sie scheuten keine Anstrengungen bei ihren verbrecherischen Tätigkeiten zur Wiederherstellung des Kapitalismus im politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Bereich. Auf der 10. Plenartagung des VIII. Zentralkomitees der Partei im September 1962 formulierte der Vorsitzende Mao, der die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats im In- und Ausland zusammenfasste, noch deutlicher die grundlegende Linie unserer Partei für die ganze Geschichtsperiode des Sozialismus und erliess den grossen Aufruf: „Niemals die Existenz von Klassen und den Klassenkampf vergessen!“ Im direkten Anschluss daran brachte der Vorsitzende Mao die sozialistischeErziehungsbewegung im Landesmassstab in Gang, kritisierte Liu Schao-tschis bourgeoise reaktionäre Linie, die nach aussen „links“, in Wirklichkeit aber rechts war, entfachte die Revolution auf dem Gebiet der Literatur und Kunst. einschliesslich der Revolutionierung der Peking-Oper und startete die Kritik an „Hai Jui wird seines Amtes enthoben“, einem schwarzen Theaterstück, in dem die Verurteilung der Rechtsopportunisten umgestossen wurde. Damit wurde die Grosse Proletarische Kulturrevolution eingeleitet.

Die Rückschläge und Windungen des Kampfes in der Grossen Proletarischen Kulturrevolution waren atemberaubend. Unter der Führung des Vorsitzenden Mao zermalmten die ganze Partei und das gesamte Volkschliesslich das bourgeoise Hauptquartier mit Liu Schao-tschi an der Spitze, indem sie Hindernisse aller Arten durchbrachen und harte Kämpfe führten. Aber noch immer war der Kampf nicht zu Ende. Der bourgeoise Karrierist und Verschwörer Lin Biao, der sich in der Partei „zeitweilig zu verweilen gezwungen sah“, trat hevor, um die konterrevolutionären Tätigkeiten von Liu Schao-tschi fortzusetzen. Er negierte die Grosse Proletarische Kulturrevolution, attackierte das sozialistische Neue und plante einen konterrevolutionären bewaffneten Staatsstreich zum Sturz der Diktatur des Proletariats und zur Restauration des Kapitalismus. Das war der fruchtlose Versuch, das sozialistische Neue China zurück in den Zustand des halbfeudalen und halbkolonialen alten China zu zerren. Dies alles genau sehend, führte der Vorsitzende Mao. die ganze Partei an, die parteifeindliche Clique um Lin Biao rechtzeitig zu entlarven und ihre konterrevolutionären, Pläne, den Kapitalismus nach dem Motto von Konfuzius „Selbstzucht üben und das Ritual wiedereinführen“ zu restaurieren, zu durchkreuzen.

Die Bewegung zur Kritik an Lin Biao und Konfuzius, die sich gegenwärtig in die Tiefe entwickelt, zielt darauf ab, die parteifeindliche Clique um Lin Biao und deren revisionistische Linie grundlich zu kritisieren, die Doktrin von Konfuzius und Menzius, die von Lin Biao gepredigte Ideologie der reaktionären untergehenden Klassen, zu verurteilen, die grossen Erfolge der Grossen Proletarischen Kulturrevolution zu festigen und auszubauen und die Diktatur des Proletariats. weiter zu stärken. Die historischen Erfahrungen haben bewiesen, dass jeder Sieg in der Sache des Sozialismus ausnahmslos durch immer neue Kämpfe erreicht wird. Auch in Zukunft wird die sozialistische Revolution durch den Klassenkampf und den Kampf zwischen den zwei Linien wie in einer Spirale vorwärtsschreiten.

3. DEN METAPHYSISCHEN GESICHTSPUNKT DER GERADLINIGEN ENTWICKLUNG DER GESCHICHTE ÜBERWINDEN

Wenn wir, vom Standpunkt der spiralförmigen Entwicklung der Geschichte ausgehend, die Situation des revolutionären Kampfes beobachten und analysieren wollen, müssen wir die metaphysische Auffassung der geradlinigen Entwicklung der Geschichte überwinden. Lenin wies darauf hin: „Die menschliche Erkenntnis ist nicht (resp. beschreibt nicht) eine gerade Linie, sondern eine Kurve, die sich einer Reihe von Kreisen, einer Spirale unendlich nähert.“ („Zur Frage der Dialektik“) Wenn man die Probleme vom Standpunkt der geradlinigen Entwicklung aus betrachtet, gilt in der Frage des Klassenkampfes der Kampf alles und die Vereinigung nichts oder die Vereinigung alles und der Kampf nichts. Den Weisungen des Vorsitzenden Mao und den historischen Erfahrungen unserer Partei folgend, ermahnte uns der X. Parteitag nochmals, diese zwei Arten von Einseitigkeit zu bekämpfen und sie zu verhüten. Wer nicht weiss, dass es im Verlauf des Kampfes Flut und Ebbe, Spannung und Entspannung gibt und dass der Prozess der Vereinigung den Kampf gegen reaktionäre Dinge, Spaltungstendenzen und gegen falsche Ideen enthält, versteht nicht die Gesetzmässigkeit der spiralförmigen Entwicklung. Der Vorsitzende Mao betonte in der Periode des antijapanischen Krieges: „Die jetzige Politik der antijapanischen nationalen Einheitsfront heisst weder ‚Vereinigung gilt alles, Kampf nichts‘ noch ,Kampf gilt alles, Vereinigung nichts‘, sondern sie verbindet beide Seiten miteinander, die Vereinigung und den Kampf.“ („Über unsere Politik“) Um jeden grossen Klassenkampf und Kampf zwischen den zwei Linien zum Sieg zu führen, ist es notwendig, diese marxistische Politik zu beherrschen. Die Formel „Einheit-Kritik-Einheit“ entspricht der Gesetzmässigkeit der spiralförmigen Entwicklung und ist eine wichtige Methode, mit der wir die Widersprüche im Volke richtig lösen. Diese Widersprüche und die Widersprüche zwischen uns und dem Feind sind zwei Arten von ihrem Wesen nach untersehiedlichen Widersprüchen. Die Erkenntnisse verschiedener Menschen innerhalb des Volkes sind nicht immer gleich, aber sie können sich durch Kritik oder Kampf und dadurch, dass die richtige von der falschen Linie unterschieden wird, auf der Basis des Marxismus, des Leninismus, der Maotsetungideen zusammenschliessen. Und nur wenn diese Einheit erreicht wird, kann die korrekte Linie durchgeführt und die falsche Linie überwunden werden. Wer leugnet, dass Widersprüche im Volk vorhanden sind, nur Wert auf den Zusammenschluss legt und den Kampf negiert, wird der revolutionären Sache Schaden zufügen. Wer die beiden Arten von ihrem Wesen nach unterschiedlichen Widersprüchen durcheinanderbringt, nur den Kampf betont und die Einheit ablehnt, die dialektischen Beziehungen zwischen Kampf und Einheit nicht begreift und die höchste Wichtigkeit der revolutionären Einheit nicht erkennt, wird der revolutionären Sache ebenso schaden. Diese beiden Tendenzen sind die Erscheinungsformen des geradlinigen Herangehens an Probleme und laufen der Gesetzmässigkeit der spiralförmigen Entwicklung zuwider. In der Geschichte unserer Partei traten sie auf und. schadeten der Sache der Partei. So müssen wir darauf achten und den historischen Erfahrungen von der Verdeckung einer Tendenz durch eine andere ständig Aufmerksamkeit schenken.

Während des Widerstandskrieges gegen die japanische Aggression hat der Vorsitzende Mao mit einfachen Beispielen wie Essen und Schlafen anschaulich die Dialektik erklärt. Denjenigen mit falschen Ideen, die die dialektische Beziehung zwischen dem heldenhaften Kampf einerseits und dem zur Vernichtung des Feindes zeitweilig notwendigen Aufgeben von Territorium andererseits nicht verstanden, sagte der Vorsitzende Mao: „Nehmen wir denn vergeblich Nahrung zu uns, wenn wir uns später entleeren? Ist das Schlafen etwa umsonst, wenn wir dann wieder aufstehen? Kann man überhaupt so die Frage stellen? Meiner Ansicht nach nicht.“ („Über den langwierigen Krieg“) Die Dinge vom Standpunkt der geradlinigen Entwicklung aus zu sehen, ist in Wirklichkeit eine metaphysische Denkweise wie „Essen ohne Entleeren“ und „Schlafen ohne Aufstehen“. Wenn man die Dinge auf diese Weise betrachtet, wird man unvermeidlich nicht unterscheiden können, was Wesen und was Erscheinung ist, was die Haupt- und was die Nebenströmung ist, was der Teil und was das Ganze ist. Diese Denkweise führt zu blindem Optimismus und zum Nachlassen der Wachsamkeit, wenn sich die Revolution erfolgreich entwickelt, und zu Hilflosigkeit, Pessimismus und Enttäuschung, wenn die Revolution Schwierigkeiten, Windungen und Wendungen gegenübersteht. Wenn man vom dialektischen Standpunkt der spiralförmigen Entwicklung ausgeht, kann man sowohl die unvermeidlichen Rückschläge und Windungen in der Entwicklung der Revolution als auch den aus dem Lauf der gewundenen Entwicklung hervorgehenden sicheren Sieg sehen. Nur dann kann man die Richtung im scharfen und komplizierten Kampf klar erkennen, die Initiative im Kampf ergreifen, den grössten Nutzen aus der jeweiligen Entwicklung der Lage ziehen und den Kampf zum Sieg führen.

Die Windungen und Rückschläge in einem revolutionären Kampf haben einen Doppelcharakter. Sie machen der Revolution zeitweilige Schwierigkeiten und bereiten gleichzeitig die Bedingungen für einen noch grösseren Erfolg der revolutionären Sache vor. Das revolutionäre Volk lernt und stählt sich immer durch positive und negative Beispiele. Es sind gerade die Windungen und Rückschläge im Kampf, die uns durch negative Beispiele erziehen und stählen. Wenn die Erfahrungen richtig zusammengefasst und die Lehren aus diesen Beispielen gezogen sind, haben wir die Bedingungen für noch grössere Siege in der revolutionären Sache geschaffen. Der Misserfolg des 1. Revolutionären Bürgerkriegs im Jahr 1927 war eine grosse Lehre für das chinesische Volk, er hat uns verstehen gelehrt, dass es für das Proletariat am wichtigsten ist, die Führung in seine eigene Hand zu nehmen, und dass eine Wahrheit des Marxismus ist: „Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.“ Unter der Anleitung der proletarischen revolutionären Linie des Vorsitzenden Mao hat unsere Partei die drei Wunderwaffen der chinesischen Revolution (Einheitsfront, bewaffneter Kampf und Parteiaufbau) sich zu eigen gemacht und den richtigen Weg der Einkreisung der Städte von den ländlichen Gebieten aus und der schliesslichen Eroberung der Städte gefunden. Auf diese Weise wurde die chinesische Revolution in ihrer Entwicklung auf eine neue Stufe gehoben. Diese historischen Erfahrungen sind wertvolle Schätze des revolutionären Volkes. Wenn der Vorsitzende Mao die Parteikader immer wieder ermahnt, die Erfahrungen und Lehren aus den vielen Erfolgen und Misserfolgen in der Geschichte unserer Partei nicht zu vergessen, lehrt er uns zu lernen, die Rückschläge und Windungen auf dem Weg der Revolution von einem materialistisch-dialektischen Standpunkt aus zu analysieren und zu behandeln, und zu verstehen, dass Windungen und Wendungen im Verlauf der Entwicklung der Geschichte unvermeidlich sind. Wenn wir die historischen Ereignisse der Rückkehr reaktionärer Klassen und den gewundenen Verlauf des Kampfes bei der Konsolidierung neuer gesellschaftlicher Systeme studiert haben, können wir heute die Wichtigkeit der Festigung der Diktatur des Proletariats und der Verhütung der Restauration des Kapitalismus besser denn je verstehen.

4. RÜCKSCHLÄGE UND WINDUNGEN KÖNNEN DEN VORMARSCH DER REVOLUTION NICHT AUFHALTEN

Die Rückschläge und Windungen auf dem Weg der Revolution sind nur grosse oder kleine Strudel im langen Fluss der Geschichte und sind nicht wichtig. Im ganzen Verlauf der Geschichte stellen Vormarsch und Aufstieg die Hauptströmung und das Wesen der Dinge dar, während Windungen und Rückschritte die Nebenströmung und zeitweilige Erscheinungen sind. Das Proletariat wird die Bourgeoisie besiegen, der Sozialismus wird den Kapitalismus besiegen, der Marxismus wird den Revisionismus besiegen – das ist die unveränderliche allgemeine Tendenz der Entwicklung der Geschichte. Der Vorsitzende Mao hat darauf hingewiesen: „Die Welt schreitet vorwärts, die Zukunft ist glänzend, und niemand kann diese allgemeine Tendenz der Geschichte ändern.“ („Über die Verhandlungen in Tschungking“) Jeder Rückschlag und jede Windung, ja sogar der zeitweilige Rückschritt und die Wiederholung der Geschichte können nur das Tempo der Entwicklung der Geschichte verlangsamen, aber weder ihren Fortgang aufhalten noch die Richtung ihrer Entwicklung ändern. Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart ist die Entwicklung der Geschichte voll von Windungen und Rückschlägen. Aber wer, von Konfuzius (551-476 v.u.Z.) bis Yüan Schi-kai (1859-1916) und Tschiang Kai-schek, von Tschen Du-hsiu bis Wang Ming, Liu Schao-tschi und Lin Biao, die alle gegen die Strömung der Geschichte schwimmende Reaktionäre waren oder sind, konnte das Rad der Geschichte zurückdrehen? Niemand von ihnen. Statt dessen fiel der Stein, den sie erhoben hatten, auf ihre eigenen Füsse, und sie alle gingen unter.

Wir sind fest davon überzeugt, dass keine Rückschläge und Windungen die revolutionäre Sache an ihrem Vormarsch hindern können. Diese Überzeugung beruht auf dem historischen Materialismus: „Das Volk und nur das Volk ist die Triebkraft, die die Weltgeschichte macht.“ Zu allen Zeiten ist das Volk der Herr der Geschichte; und das Volk will immer die Revolution. Unter der Führung des Vorsitzenden Mao sind die breiten Massen entschlossen, den Weg des Sozialismus zu gehen. Die Arbeiterklasse, die ehemals armen Bauern und unteren Mittelbauern, die Kommandeure und Kämpfer der Befreiungsarmee, die revolutionären Kader und die revolutionären Intellektuellen in unserem Land hegen echte proletarische Gefühle für die Partei und den Vorsitzenden Mao und besitzen grenzenlosen Enthusiasmus für die Sache des Sozialismus. Alle Rückschläge und Windungen sowie alle Schwierigkeiten können überwunden werden, solange wir fest auf die Massen vertrauen und uns entschlossen auf sie stützen. Alle Klassenfeinde im In- und Ausland versuchen, unter Ausnutzung der im Vormarsch unserer revolutionären Sache auftauchenden Rückschläge und Windungen unsere Diktatur des Proletariats zu stürzen und unser sozialistisches System zu ändern, aber alle diese Versuche sind vergeblich. Der Grund dafür ist, dass unsere revolutionäre Sache die grundlegenden Interessen der Volksmassen repräsentiert und die Billigung und Unterstützung der Massen gewonnen hat.

5. DIE RICHTIGKEIT ODER UNRICHTIGKEIT DER IDEOLOGISCHEN UND POLITISCHEN LINIE ENTSCHEIDET ALLES

Wir sind fest davon überzeugt, dass keine Rückschläge und Windungen den Vormarsch der revolutionären Sache aufhalten können; weil unsere Revolution unter der Anleitung der korrekten marxistisch-leninistischen Linie durchgeführt wird. Die proletarische revolutionäre Linie des Vorsitzenden Mao ist das Produkt der Verbindung des Marxismus-Leninismus mit der konkreten Praxis der chinesischen Revolution; sie ist die grundlegende Garantie für den Sieg der Revolution. Wir haben den Imperialismus und die Kuomintang-Reaktionäre mit Tschiang Kaischek an der Spitze niedergeschlagen, aus dem Nichts Waffen gewonnen, die politische Macht ergriffen und grosse Siege in der sozialistischen Revolution und beim sozialistischen Aufbau errungen – all dies ist auf die proletarische revolutionäre Linie des Vorsitzenden Mao zurückzuführen. Wenn die falsche Linie herrscht, verursachen die im Kampf auftauchenden Rückschläge und Windungen schwerwiegenden Schaden-für die Revolution und führen sogar zu deren Niederlage. Wenn die korrekte Linie die führende Stellung einnimmt, sind solche Rückschläge und Windungen nicht umfassend und vorübergehend und nicht schwer zu überwinden. Deshalb sind unter der Anleitung der korrekten Linie die Leistungen immer grundlegend und die Situation stets ausgezeichnet. Nach der Prüfung in langjährigen Kämpfen können unsere Partei, die staatlichen Organe und die Volksbefreiungsarmee jedem Sturm standhalten. Nach der achtjährigen Stählung in der Grossen Proletarischen Kulturrevolution ist die Diktatur des Proletariats in unserem Lande fester denn je. Solange wir die revolutionäre Einheit stärken, die proletarische revolutionäre Linie des Vorsitzenden Mao konsequent durchführen und richtig zwischen den beiden Arten von ihrem Wesen nach unterschiedlichen Widersprüchen unterscheiden und sie richtig behandeln, können wir die ausgezeichnete revolutionäre Situation weiter verbessern. „Die Zukunftsperspektiven sind glänzend, der Weg ist aber voller Windungen und Wendungen.“ Dies ist eine in der Praxis bestätigte wissenschaftliche Schlussfolgerung aus zahlreichen historischen Erfahrungen.