Mao Tse-tung: “Alle antijapanischen Kräfte zusammenschliessen, gegen die antikommunistischen Ultrakonservativen kämpfen”

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Es gibt ein Ziel, die Eroberung der Macht!

ALLE ANTIJAPANISCHEN KRÄFTE ZUSAMMENSCHLIESSEN, GEGEN DIE ANTIKOMMUNISTISCHEN ULTRAKONSERVATIVEN KÄMPFEN

Mao Tse-tung
01.02.1940

Ausgewählte Werke
Band 2
Reproduziert von
Die Rote Fahne

ALLE ANTIJAPANISCHEN KRÄFTE ZUSAMMENSCHLIESSEN, GEGEN DIE ANTIKOMMUNISTISCHEN ULTRAKONSERVATIVEN KÄMPFEN

Rede des Vorsitzenden Mao Tse-tung auf einer Massenkundgebung in Yenan zur Anprangerung Wang Djing-wes.

Wozu haben wir uns, Vertreter aller Bevölkerungskreise Yenans, heute hier zu einer Massenkundgebung versammelt? Um den Landesverräter Wang Djing-we an den Pranger zu stellen, um alle Kräfte, die für den Widerstand gegen Japan sind, zusammenzuschliessen und gegen die antikommunistischen Ultrakonservativen zu kämpfen.

Wir Kommunisten haben wiederholt darauf hingewiesen, dass der japanische Imperialismus festen Kurs auf die Unterjochung Chinas genommen hat. Welche Kabinette sich auch in Japan ablösen mögen, sein grundlegender Kurs auf die Unterjochung Chinas, auf die Verwandlung Chinas in eine Kolonie, bleibt unveränderlich. Nachdem Wang Djing-we, der politische Repräsentant der projapanischen Gruppe der chinesischen Grossbourgeoisie, das begriffen hatte, verlor er vor Angst den Verstand, kroch vor Japan auf dem Bauch und unterzeichnete mit ihm einen landesverräterischen Vertrag, durch den er China an den japanischen Imperialismus verschacherte. Mehr noch, er beabsichtigt, eine Marionettenregierung zu bilden, um sie der Regierung, die den Widerstandskrieg gegen Japan führt, entgegenzustellen, eine Marionettenarmee aufzustellen, um sie den gegen Japan kämpfenden Armeen entgegenzustellen. In der letzten Zeit hat er den Kampf gegen Tschiang Kai-schek selten erwähnt und sich, wie man hört, bereits auf ein „Bündnis mit Tschiang Kai-schek“ umgestellt. Der Kampf gegen die Kommunistische Partei — das ist das Hauptziel Japans und Wang Djing-wes. Sie wissen, dass die Kommunistische Partei am konsequentesten der japanischen Aggression Widerstand leistet und dass die Zusammenarbeit zwischen der Kuomintang und der Kommunistischen Partei eine Stärkung der Widerstandskräfte bedeutet. Deshalb bemühen sie sich mit aller Macht, diese Zusammenarbeit zu sprengen, um die beiden Parteien voneinander zu isolieren oder am besten aufeinander losschlagen zu lassen. Und nun stiften sie mit Hilfe der Ultrakonservativen innerhalb der Kuomintang überall Unruhe. In Hunan richteten die Ultrakonservativen das Pingdjianger Gemetzel1 an, in Honan das Gemetzel von Tjüäschan2; in Schansi unternahmen sie den Überfall der alten Truppen auf die neuen3 in Hopeh überfiel Dschang Yin-wu die 8. Route-Armee;4 in Schantung überfiel Tjin Tji-jung die Guerillaabteilungen;5 in Osthupeh verübte Tscheng Ju-huai einen Mord an 500 bis 600 Kommunisten;6 innerhalb des Grenzgebiets Schensi-Kansu-Ningsia organisieren die Ultrakonservativen ein Spionagenetz durch die „Punkte-Linien-Arbeit“7 und ausserhalb des Gebiets eine „Blockade“, darüber hinaus rüsten sie noch zum militärischen Angriffs.8 Ausserdem verhafteten sie eine grosse Anzahl fortschrittlicher Jugendlicher und warfen sie in Konzentrationslager;9 sie mieteten sich den Metaphysik-Gaukler Dschang Djün-mai, der den reaktionären Vorschlag machte, die Kommunistische Partei aufzulösen, das Grenzgebiet Schensi-Kansu-Ningsia zu liquidieren, die 8. Route-Armee und die Neue 4. Armee abzuschaffen; sie dingten den Trotzkisten Yä Tjing und andere, und diese fabrizieren Artikelchen, in denen sie die Kommunistische Partei schmähen. Das alles zielt auf nichts anderes ab als auf die Hintertreibung des Widerstandskriegs gegen Japan, um so das ganze Volk in Kolonialsklaven zu verwandeln.10

Auf diese Weise stiften die Wang-Djing-we-Clique und die antikommunistischen Ultrakonservativen in der Kuomintang grosse Verwirrung, indem die einen von aussen und die anderen von innen operieren und einander in die Hände spielen.

Diese Lage der Dinge hat viele in Wut versetzt, und sie beginnen anzunehmen, der Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression wäre eine aussichtslose Sache, alle Kuomintang-Leute wären Schufte, und sie müssten alle bekämpft werden. Wir müssen feststellen, dass diese Empörung völlig berechtigt ist. Ja, ist es denn überhaupt möglich, sich angesichts dieser ernsten Lage nicht zu empören? Der Widerstandskrieg gegen Japan ist jedoch eine aussichtsvolle Sache, und in der Kuomintang sind nicht alle Schufte. Gegenüber den verschiedenen Gruppen der Kuomintang-Leute müssen wir eine unterschiedliche Politik betreiben. Wir dürfen auf keinen Fall gewissenlose Schufte dulden: alle jene, die es gewagt haben, der 8. Route-Armee und der Neuen 4. Armee, die in der Feuerlinie stehen, in den Rücken zu fallen, die es gewagt haben, die Gemetzel von Pingdjiang und Tjüäschan anzurichten, die es wagen, das Grenzgebiet zu unterminieren, die es wagen, fortschrittliche Truppeneinheiten, fortschrittliche Organisationen und fortschrittliche Personen zu überfallen. Solchen Leuten müssen wir jeden Schlag mit einem Gegenschlag vergelten und dürfen dabei keine Zugeständnisse machen. Denn diese Schufte sind so gewissenlos, dass sie sich in dem Augenblick, da der nationale Feind tief in unser Land eingedrungen ist, noch damit befassen, Reibungen zu provozieren, blutige Zwischenfälle zu inszenieren und eine Spaltung herbeizuführen. Was sie sich selbst dabei auch denken mögen, faktisch helfen sie Japan und Wang Djing-we, oder manche von ihnen sind eigentlich versteckte Landesverräter. Solche Menschen nicht zu bestrafen wäre unsererseits ein Fehler, wäre Ermutigung der Landesverräter und Kollaborateure, wäre Untreue gegenüber dem nationalen Widerstandskrieg, wäre Untreue gegenüber dem Vaterland, wäre Duldung einer Sprengung der Einheitsfront durch jegliches Gesindel, wäre ein Verstoss gegen die Politik der Partei. Aber gleichzeitig hat die Politik des Schlages gegen die Kapitulanten und gegen die antikommunistischen Ultrakonservativen ausschliesslich das Festhalten am Widerstandskrieg gegen Japan, ausschliesslich den Schutz der antijapanischen Einheitsfront zum Ziel. Und deshalb bringen wir allen, die der Sache des Widerstandskriegs gegen Japan treu ergeben sind, allen jenen, die weder zu den Kapitulanten noch zu den antikommunistischen Ultrakonservativen gehören, allen ebensolchen Mitgliedern der Kuomintang Wohlwollen entgegen, vereinigen wir uns mit ihnen, achten sie und streben eine langdauernde Zusammenarbeit mit ihnen an, damit die Dinge in unserem Land ins Gleis kommen. Und jeder, der das nicht tut, verstösst ebenfalls gegen die Politik der Partei.

Das sind eben die zwei politischen Richtlinien unserer Partei: einerseits Zusammenschluss mit allen fortschrittlichen Kräften, Zusammenschluss mit allen, die der Sache des Widerstandskriegs gegen Japan treu ergeben sind — das ist die eine Richtlinie; und andererseits Kampf gegen alle gewissenlosen Lumpen, Kampf gegen alle Kapitulanten und antikommunistischen Ultrakonservativen — das ist die andere Richtlinie. Diese politischen Richtlinien unserer Partei verfolgen ein einziges Ziel: eine Wendung der Lage zum Besseren und den Sieg über Japan zu erreichen. Die Aufgabe unserer Kommunistischen Partei und des gesamten Volkes besteht darin, alle antijapanischen fortschrittlichen Kräfte zusammenzuschliessen, allen Kräften der Kapitulation und des Rückschritts eine Abfuhr zu erteilen, energisch für eine Wendung der Lage zum Besseren, für die Verhütung einer Wendung zum Schlechteren zu kämpfen. Das ist unser Grundkurs. Wir sind keineswegs pessimistisch oder verzweifelt, sondern optimistisch. Wir fürchten keinerlei Überfälle der Kapitulanten und der antikommunistischen Ultrakonservativen; wir müssen sie zerschlagen und können das auch. Die Befreiung der chinesischen Nation ist gewiss, China wird nie unterjocht werden. China wird zweifellos vorwärtsschreiten, der Rückschritt ist lediglich eine zeitweilige Erscheinung.

Durch unsere heutige Kundgebung wollen wir ferner dem ganzen Volk unsere Einstellung kundtun, dass zum Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression der Zusammenschluss und der Fortschritt des gesamten Volkes notwendig sind. Manche unterstreichen nur den Widerstandskrieg gegen Japan, wollen aber nicht den Zusammenschluss und den Fortschritt betonen, ja erwähnen sie nicht einmal. Das ist falsch. Wie kann man am Widerstandskrieg gegen Japan festhalten, ohne den wahren und unerschütterlichen Zusammenschluss, ohne einen raschen und wirklichen Fortschritt herbeizuführen? Die antikommunistischen Ultrakonservativen in der Kuomintang betonen die Einheit, aber diese ihre „Einheit“ ist eine vorgetäuschte und keine wahre Einheit; sie ist eine unvernünftige und keine vernünftige Einheit, eine formale und keine reale Einheit. Hinter ihrem Geschrei über die Einheit verbirgt sich die Absicht, die Kommunistische Partei aufzulösen, die 8. Route-Armee und die Neue 4. Armee abzuschaffen sowie das Grenzgebiet Schensi-Kansu-Ningsia zu liquidieren; sie sagen, dass es in China, solange die Kommunistische Partei, die 8. Route-Armee, die Neue 4. Armee und das Grenzgebiet existieren, keine Einheit geben wird; sie wollen, dass alles im Land von der Kuomintang kontrolliert wird ; sie fahren nicht nur fort, ihre Einparteiendiktatur auszuüben, sondern wollen sie noch erweitern. Und wenn dem so ist, von welcher Einheit kann dann die Rede sein? Ehrlich gesagt: Wären die Kommunistische Partei, die 8. Route-Armee, die Neue 4. Armee und das Grenzgebiet Schensi-Kansu-Ningsia in der Vergangenheit nicht auf die Bühne getreten und hätten sie nicht mit aller Aufrichtigkeit die Forderung nach Einstellung des Bürgerkriegs und nach einmütigem Widerstandskrieg gegen Japan erhoben, dann wäre keiner dagewesen, der die Initiative zur Schaffung der antijapanischen nationalen Einheitsfront ergriffen und bei der friedlichen Regelung der Sian-Ereignisse die Führung innegehabt hätte, und dann wäre es unmöglich gewesen, den Widerstandskrieg zu verwirklichen. Gäbe es heute nicht die Kommunistische Partei, die 8. Route-Armee, die Neue 4. Armee, das Grenzgebiet Schensi-Kansu-Ningsia und die antijapanischen demokratischen Stützpunktgebiete, die auf den Plan getreten sind und mit aller Aufrichtigkeit die Sache des Kampfes gegen Japan verfechten und gegen die gefährlichen Tendenzen zu Kapitulation, Spaltung und Rückschritt ankämpfen, dann befänden wir uns in einem heillosen Durcheinander. Hunderttausende Soldaten der 8. Route-Armee und der Neuen 4. Armee fesseln zwei Fünftel aller feindlichen Truppen, indem sie Kämpfe gegen siebzehn von den vierzig japanischen Divisionen führen11 — warum sollen dann diese Armeen abgeschafft werden? Das Grenzgebiet Schensi-Kansu-Ningsia ist das am weitesten fortgeschrittene Gebiet im ganzen Land, es ist ein demokratisches antijapanisches Stützpunktgebiet. Hier gibt es erstens keine korrupten Beamten, zweitens keine Tuhao und Liäschen, drittens keine Hasardspiele, viertens keine Prostituierten, fünftens keine Konkubinen, sechstens keine Bettler, siebtens keine selbstsüchtigen Cliquen, achtens keine Atmosphäre der Niedergeschlagenheit und Schlaffheit, neuntens keine Leute, die vom Provozieren von Reibungen leben,12 zehntens keine Leute, die sich an der nationalen Katastrophe bereichern — warum soll denn da das Grenzgebiet liquidiert werden? Solche unverschämten Worte können nur von unverschämten Personen stammen. Welche Berechtigung haben die Ultrakonservativen, uns gegenüber überhaupt nur einen einzigen Laut darüber von sich zu geben? So etwas, Genossen, ist selbstverständlich unmöglich. Man darf das Grenzgebiet nicht liquidieren, das ganze Land muss vielmehr von ihm lernen; die 8. Route-Armee und die Neue 4. Armee darf man nicht abschaffen, das ganze Land muss vielmehr von ihnen lernen; die Kommunistische Partei darf man nicht auflösen, das ganze Land muss vielmehr von ihr lernen; nicht die Fortgeschrittenen sollen sich nach den Zurückgebliebenen richten, sondern die Zurückgebliebenen nach den Fortgeschrittenen. Wir Kommunisten sind die konsequentesten Verfechter der Einheit, wir waren die Initiatoren der Einheitsfront, wir haben an der Einheitsfront festgehalten, wir haben die Losung der einheitlichen demokratischen Republik ausgegeben. Von wem sonst hätte das alles ausgehen können? Wer sonst hätte das alles verwirklichen können? Wer sonst vermöchte sich mit fünf Yüan Monatsgehalt zu begnügen?13 Wer sonst wäre imstande, eine solche saubere, von Korruption freie Politik zu schaffen? Sie schreien: Einheit, Einheit! Die Kapitulanten haben ihre eigene Theorie von der Einheit: Sie wollen sich mit uns auf der Grundlage der Kapitulation vereinigen. Die antikommunistischen Ultrakonservativen haben ihre eigene Theorie von der Einheit: Sie wollen die Vereinigung mit uns auf der Grundlage der Spaltung, auf der Grundlage des Rückschritts. Können wir diese Theorien annehmen? Kann man denn eine Einheit, die nicht auf dem Widerstandskrieg, nicht auf dem Zusammenschluss und dem Fortschritt beruht, für eine wirkliche Einheit halten? Kann man denn eine solche Einheit für eine vernünftige Einheit halten? Kann man sie denn für eine reale Einheit halten~ Nichts als ein eitler Traum! Heute auf dieser Kundgebung demonstrieren wir unsere Theorie der Einheit. Unsere Theorie der Einheit ist jene Theorie der Einheit, die vom ganzen Volk geteilt wird, von allen, in denen das Gewissen wach ist. Diese Theorie der Einheit beruht auf dem Widerstandskrieg, auf dem Zusammenschluss und auf dem Fortschritt. Nur durch Fortschritt können wir den Zusammenschluss erreichen; nur durch Zusammenschluss können wir gegen die japanische Aggression kämpfen; nur durch Fortschritt, Zusammenschluss und Widerstand gegen Japan ist die Einheit möglich. Das ist unsere Theorie der Einheit, die Theorie einer wirklichen Einheit, einer vernünftigen Einheit, einer realen Einheit. Jene Theorie der Pseudo-Einheit, der unvernünftigen und formalen Einheit dagegen ist eine Theorie der Einheit, die zur Unterjochung unseres Landes führen wird, eine Theorie der Leute, die auch die letzte Spur von Gewissen verloren haben. Sie möchten die Kommunistische Partei, die 8. Route-Armee, die Neue 4. Armee, die demokratischen antijapanischen Stützpunktgebiete ebenso wie alle örtlichen Kräfte, die für den Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression sind, vom Erdboden hinwegfegen, um eine Einheit unter der Kuomintang-Herrschaft herbeizuführen. Das ist ein Komplott, unter dem Deckmantel der Einheit die Diktatur einzuschmuggeln, die Hammelköpfe der Einheit auszuhängen und das Hunde-Fleisch der Einparteiendiktatur zu verkaufen; das ist ein Komplott von frechen Prahlern, die jedes Schamgefühl verloren haben. Heute, auf unserer Kundgebung, müssen wir ihren Papiertiger durchlöchern, müssen wir den antikommunistischen Ultrakonservativen eine entschiedene Abfuhr erteilen.

1Siehe Anmerkung 1 zur Arbeit „Die Reaktionäre müssen bestraft werden“, vorliegender Band, S. 301.

2Am 11. November 1939 umzingelten Geheimagenten und Truppenteile der Kuomintang des Kreises Tjüäschan, Provinz Honan, in einer Gesamtstärke von mehr als 1‘500 Mann die Hinterlandsverwaltungsstelle der Neuen 4. Armee im Marktflecken Dschugou, Kreis Tjüäschan, und ermordeten bestialisch insgesamt über 200 Menschen — Kader und Kämpfer der Neuen 4. Armee, die im Widerstandskrieg gegen Japan verwundet worden waren, sowie deren Familienangehörige.

3Mit den alten Truppen sind die Truppen des Kuomintang-Militärmachthabers in Schansi, Yän Hsi-schan, gemeint. Unter den neuen Truppen sind die antijapanischen Streitkräfte der Volksmassen der Provinz Schansi zu verstehen, die zu Beginn des Krieges unter dem Einfluss und unter der Führung der Kommunistischen Partei aufgestellt worden waren und auch Antijapanische Todesabteilungen genannt wurden. Im Dezember 1939 versuchten Tschiang Kai-schek und Yän Hsi-schan die neuen Truppen zu vernichten, und griffen diese an, nachdem sie im Westen der Provinz Schansi sechs Korps zusammengezogen hatten; aber ihr Angriff wurde durch den Gegenangriff der neuen Truppen zerschlagen. Gleichzeitig zerstörten die Truppen Yän Hsi-schans die antijapanischen demokratischen Kreisverwaltungen und Massenorganisationen im Gebiet von Yangtscheng-Djintscheng im Südosten der Provinz Schansi und mordeten eine grosse Anzahl von Kommunisten und anderen fortschrittlichen Menschen.

4Dschang Yin-wu war Befehlshaber der Sicherheitstruppen der Kuomintang-Bande in der Provinz Hopeh. Seit 1939 organisierte er auf Anweisung Tschiang Kai-scheks ununterbrochen Angriffe gegen die 8. Route-Armee. Im Juni desselben Jahres überfiel er mit seinen Einheiten überraschend die Hinterlandsverwaltungsstellen der 8. Route-Armee im Kreis Schenhsiän in der Provinz Hopeh, und sie töteten bestialisch über 400 Kader und Kämpfer der 8. Route-Armee.

5Im April 1939 gab der Gouverneur der Kuomintang-Provinzregierung von Schantung, Schen Hung-liä, den Banden Tjin Tji-jungs die Weisung, in Boschan einen Überraschungsangriff gegen die 3. Guerillaabteilung der Schantung-Kolonne der 8. Route-Armee zu führen. Während des Überfalls wurden über 400 Menschen der 8. Route-Armee bestialisch getötet, darunter auch Kader im Range bis zum Regimentskommandeur.

6Im September 1939 konzentrierte der Kuomintang-Reaktionär von Osthupeh, Tscheng Ju-huai, seine Banden, umstellte die Hinterlandsverwaltungsstellen der Neuen 4. Armee und metzelte etwa 500-600 Kommunisten nieder.

7Die Geheimagenten und Spione der Kuomintang, die im Grenzgebiet Schensi-Kansu-Ningsia operierten, schufen in den Städten des Grenzgebiets ihre Stützpunkte, verbanden sie durch Linien und führten auf diese Weise ihre konterrevolutionäre Arbeit durch. Sie selbst bezeichneten das als „Punkte-Linien-Arbeit“.

8Im Winter 1939 und im Frühjahr 1940 besetzten die Kuomintang-Truppen im Grenzgebiet Schensi-Kansu-Ningsia fünf Kreiszentren, und zwar Tschunhua, Hsünyi, Dschengning, Ninghsiän und Dschenyüan.

9In der Periode des Widerstandskriegs gegen Japan ahmten die Kuomintang-Reaktionäre die Methoden der deutschen und der italienischen Faschisten nach und richteten viele Konzentrationslager ein, angefangen mit Landschou und Sian in Nordwestchina bis Gandschou und Schangiao im Südosten. Sie sperrten dort eine grosse Anzahl verhafteter Kommunisten, Patrioten und fortschrittlicher Jugendlicher ein.

10Nach dem Fall von Wuhan im Oktober 1938 intensivierte die Kuomintang immer mehr ihre antikommunistische Tätigkeit. Im Februar 1939 verschickte Tschiang Kai-schek vertraulich solche reaktionären Dokumente wie „Massnahmen zur Behandlung der Frage der Kommunistischen Partei“ und „Massnahmen zur Verhütung der Tätigkeit der Kommunistischen Partei in den von Japan besetzten Gebieten“. In den Gebieten unter der Kuomintang-Herrschaft und in Zentral- und Nordchina verstärkten sich von Tag zu Tag der politische Druck und die militärische Offensive gegen die Kommunistische Partei. In der Periode von Dezember 1939 bis März 1940 erreichte das den Höhepunkt, der als die erste antikommunistische Kampagne bezeichnet wurde. Die Angriffe der reaktionären Kuomintang-Truppen auf das Grenzgebiet Schensi-Kansu-Ningsia in den Provinzen Schensi und Kansu und auf die von der Kommunistischen Partei geführten Antijapanischen Todesabteilungen in Westschansi — zwei Angriffe, von denen Vorsitzender Mao Tse-tung in dieser Arbeit spricht — waren grosse militärische Operationen, die von der Kuomintang während dieser ersten antikommunistischen Kampagne unternommen wurden. Später, im Februar-März 1940, gab Tschiang Kai-schek dem Kuomintang-Reaktionär Dschu Huai-bing den Befehl, zu veranlassen, dass sich die Banden von Pang Bing-hsün, Dschang Yin-wu und Hou Ju-yung unter dessen Kommando zusammenrotten und in drei Kolonnen die 8. Route-Armee im Gebiet des Taihang-Gebirges angreifen. Dieser Angriff wurde von der 8. Route-Armee völlig zerschlagen, drei Kuomintang-Divisionen wurden vernichtet, und auf diese Weise war die von Tschiang Kai-schek begonnene erste antikommunistische Kampagne endgültig erledigt.

11Später stieg die Anzahl der japanischen Truppen, die den von der Kommunistischen Partei Chinas geführten Truppen gegenüberstanden, weiter an. Im Jahre 1943 kämpften die 8. Route-Armee und die Neue 4. Armee bereits gegen 64% aller japanischen Aggressionstruppen und gegen 95% der gesamten Marionettenarmee. Siehe die Arbeit „Über die Koalitionsregierung“, Abschnitt „Zwei Kriegsschauplätze“, Ausgewählte Werke Mao Tse-tungs, Bd. 3.

12Gemeint sind manche Kuomintang-Leute, die sich auf den Kampf gegen die Kommunisten spezialisiert hatten.

13Damals erhielten die Angehörigen der antijapanischen Truppen und Machtorgane, die unter Führung der Kommunistischen Partei standen, monatlich im Durchschnitt 5 Yüan in Silber pro Kopf für Verpflegung und sonstige Ausgaben.