Mao Tse-tung: “Der Zeitschrift ‘Kommunist’ zu geleit”

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Es gibt ein Ziel, die Eroberung der Macht!

DER ZEITSCHRIFT KOMMUNIST ZUM GELEIT

Mao Tse-tung
04.10.1939

Ausgewählte Werke
Band 2
Reproduziert von
Die Rote Fahne

DER ZEITSCHRIFT KOMMUNIST ZUM GELEIT

Seit langem schon plant das Zentralkomitee, eine parteiinterne Zeitschrift herauszugeben; nun ist dieser Plan Wirklichkeit geworden. Eine solche Zeitschrift ist notwendig für den Aufbau einer bolschewisierten Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), die im gesamtstaatlichen Massstab wirkt, Massencharakter trägt und ideologisch, politisch und organisatorisch vollkommen gefestigt ist. Im gegenwärtigen Augenblick tritt diese Notwendigkeit noch deutlicher zutage. Die Besonderheiten des gegenwärtigen Augenblicks sind folgende: Einerseits wächst in der antijapanischen nationalen Einheitsfront täglich die Gefahr der Kapitulation, der Spaltung und des Rückschritts; andererseits ist unsere Partei bereits aus ihrem engen Kreis herausgetreten und zu einer grossen Partei von gesamtstaatlichem Charakter geworden. Aufgabe der Partei ist es, die Massen zur Überwindung der Gefahr der Kapitulation, der Spaltung und des Rückschritts zu mobilisieren und sich darauf vorzubereiten, eventuellen Überraschungen zu begegnen, damit, falls solche eintreten, die Partei und die Revolution keine unerwarteten Verluste erleiden. In diesem Augenblick ist die Herausgabe einer solchen parteiinternen Zeitschrift in der Tat überaus notwendig.

Diese parteiinterne Zeitschrift wird Kommunist genannt. Was ist ihre Aufgabe? Welche Themen wird sie behandeln? Worin besteht der Unterschied zwischen ihr und den anderen Parteiorganen?

Aufgabe dieser Zeitschrift ist es, beim Aufbau einer bolschewisierten KPCh, die im gesamtstaatlichen Massstab wirkt, Massencharakter trägt und ideologisch, politisch und organisatorisch vollkommen gefestigt ist, zu helfen. Für den Sieg der chinesischen Revolution ist es dringend erforderlich, eine solche Partei aufzubauen, und die subjektiven wie objektiven Voraussetzungen dafür sind im grossen und ganzen bereits vorhanden; dieses grosse Aufbauwerk ist ja auch schon im Gange. Ein gewöhnliches Parteiorgan ist der Aufgabe, bei der Durchführung dieses grossen Aufbauwerkes zu helfen, nicht gewachsen, dazu ist ein besonderes Parteiorgan erforderlich. Gerade das ist der Grund für die Herausgabe der Zeitschrift Kommunist.

Unsere Partei ist in gewissem Grade bereits eine Partei, die im gesamtstaatlichen Massstab wirkt und auch schon Massencharakter trägt; überdies ist sie, was ihren führenden Kern, gewisse Qualitäten ihrer Mitglieder, ihre Generallinie und ihre revolutionäre Arbeit betrifft, bereits eine ideologisch, politisch und organisatorisch gefestigte bolschewisierte Partei.

Was ist dann der Grund, dass jetzt eine neue Aufgabe gestellt wird? Der Grund dafür ist folgender: Wir haben gegenwärtig viele von zahlreichen neuen Parteimitgliedern gebildete neue Parteiorganisationen, von denen man noch nicht sagen kann, dass sie Massencharakter tragen, dass sie ideologisch, politisch und organisatorisch gefestigt und bolschewisiert sind. Gleichzeitig stehen wir jetzt auch vor der Frage der Hebung des Niveaus der alten Parteimitglieder, der Frage der weiteren ideologischen, politischen und organisatorischen Festigung der alten Parteiorganisationen und ihrer weiteren Bolschewisierung. Die Situation, in der sich die Partei befindet, und die Aufgaben, die sie auf sich nimmt, sind heute in bedeutendem Masse andere als die in der Zeit des revolutionären Bürgerkriegs; die Situation ist jetzt viel komplizierter, und die Aufgaben sind viel schwieriger.

Die gegenwärtige Periode ist die Periode der nationalen Einheitsfront, und wir haben mit der Bourgeoisie eine Einheitsfront gebildet; es ist die Periode des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression, und die bewaffneten Kräfte unserer Partei führen an der Front im Zusammenwirken mit den befreundeten Armeen einen erbitterten Krieg gegen den Feind; es ist die Periode, in der sich unsere Partei zu einer grossen Partei von gesamtstaatlichem Charakter entwickelt, und sie ist nicht mehr das, was sie früher war. Wenn wir diese Umstände in ihrem Zusammenhang betrachten, werden wir verstehen, wie ruhmvoll und bedeutend die Aufgabe ist, die wir uns gestellt haben mit dem „Aufbau einer bolschewisierten KPCh, die im gesamtstaatlichen Massstab wirkt, Massencharakter trägt und ideologisch, politisch und organisatorisch vollkommen gefestigt ist“.

Wie müssen wir nun verfahren, wenn wir jetzt eine solche Partei aufbauen wollen? Die Lösung dieser Frage ist von der Geschichte unserer Partei, von der Geschichte ihres achtzehnjährigen Kampfes nicht zu trennen.

Unsere Partei, die vom 1. Parteitag im Jahre 1911 an datiert, ist nunmehr volle achtzehn Jahre alt. In diesen achtzehn Jahren hat sie zahlreiche grosse Kämpfe durchgemacht. Ihre Mitglieder, Funktionäre und Organisationen haben sich in diesen grossen Kämpfen gestählt. Sie haben sowohl grosse Siege als auch schwere Niederlagen in der Revolution erlebt. Unsere Partei hat mit der Bourgeoisie eine nationale Einheitsfront gebildet, und sie hat infolge des Bruchs dieser Einheitsfront ernsthafte bewaffnete Kämpfe gegen die Grossbourgeoisie und deren Verbündete geführt. Seit drei Jahren befindet sie sich wiederum in einer Periode der nationalen Einheitsfront mit der Bourgeoisie. Durch solche komplizierten Beziehungen zur chinesischen Bourgeoisie ist der Entwicklungsweg der chinesischen Revolution und der KPCh gekennzeichnet. Das ist eine historische Besonderheit, eine Besonderheit im Verlauf der Revolution in Kolonien und Halbkolonien, die in der Revolutionsgeschichte keines kapitalistischen Landes zu finden ist. Ferner: China ist ein halbkoloniales und halbfeudales Land, ein Land, das sich auf dem Gebiet der Politik, der Wirtschaft und der Kultur ungleichmässig entwickelt hat, ein Land mit einem riesigen Territorium, in dem die halbfeudale Wirtschaft überwiegt; daraus ergibt sich, dass die chinesische Revolution im gegenwärtigen Stadium ihrem Charakter nach eine bourgeois-demokratische Revolution ist, dass sie hauptsächlich gegen den Imperialismus und den Feudalismus gerichtet ist, dass die grundlegenden Triebkräfte der Revolution das Proletariat, die Bauernschaft und die städtische Kleinbourgeoisie sind und dass sich in bestimmten Perioden und in bestimmtem Grade auch die nationale Bourgeoisie an ihr beteiligen kann; daraus ergibt sich ebenfalls, dass die Hauptform des revolutionären Kampfes in China der bewaffnete Kampf ist. Man kann sagen, dass die Geschichte unserer Partei eine Geschichte des bewaffneten Kampfes ist. Kamerad Stalin sagte: „In China kämpft die bewaffnete Revolution gegen die bewaffnete Konterrevolution. Das ist eine der Besonderheiten und einer der Vorzüge der chinesischen Revolution.“1 Das ist sehr treffend gesagt. Diese Besonderheit, die dem halbkolonialen China eigentümlich ist, ist in der Geschichte der von den kommunistischen Parteien in den kapitalistischen Ländern geleiteten Revolutionen nicht oder nicht in gleicher Art zu finden. Es gibt also zwei grundlegende Besonderheiten in der bourgeois-demokratischen Revolution Chinas:

1. Das Proletariat bildet eine revolutionäre nationale Einheitsfront mit der Bourgeoisie oder wird gezwungen, mit dieser Front zu brechen;

2. Die Hauptform der Revolution ist der bewaffnete Kampf. Wir haben hier die Beziehungen der Partei zur Bauernschaft und zum städtischen Kleinbourgeoisie nicht als eine grundlegende Besonderheit bezeichnet; denn erstens sind diese Beziehungen bei allen anderen kommunistischen Parteien der Welt im Prinzip die gleichen; und zweitens, wenn man in China vom bewaffneten Kampf spricht, so ist damit dem Wesen nach der Bauernkrieg gemeint; die engen Beziehungen der Partei zum Bauernkrieg sind eben die Beziehungen der Partei zur Bauernschaft.

Wegen dieser beiden grundlegenden Besonderheiten und gerade infolge dieser Besonderheiten verläuft der Prozess des Aufbaus unserer Partei und ihrer Bolschewisierung unter besonderen Umständen. Die Niederlagen und Siege der Partei, ihre Rückzüge und Vormärsche, die Schrumpfung und Erweiterung ihrer Reihen, ihre Entwicklung und Festigung — all das ist notwendigerweise mit den Beziehungen der Partei zur Bourgeoisie und zum bewaffneten Kampf verknüpft. Solange unsere Partei in der Frage der Bildung oder des erzwungenen Bruchs der Einheitsfront mit der Bourgeoisie eine richtige politische Linie einhält, macht sie in ihrer Entwicklung, Festigung und Bolschewisierung einen Schritt vorwärts; wenn dagegen die Beziehungen zur Bourgeoisie nicht richtig behandelt werden, dann geht sie einen Schritt zurück. Ebenso macht unsere Partei in ihrer Entwicklung, Festigung und Bolschewisierung einen Schritt vorwärts, solange sie richtig an die Frage des revolutionären bewaffneten Kampfes herangeht, dagegen einen Schritt rückwärts, wenn diese Frage nicht richtig behandelt wird. Der Prozess des Aufbaus der Partei und ihrer Bolschewisierung ist somit seit achtzehn Jahren eng verbunden mit ihrer politischen Linie sowie damit, ob sie die Frage der Einheitsfront und die des bewaffneten Kampfes richtig oder falsch anpackt. Diese Feststellung wurde durch die achtzehnjährige Geschichte der Partei eindeutig bestätigt. Und andererseits, wenn die Partei mehr bolschewisiert ist, wird sie dann — und nur dann — dazu imstande sein, ihre politische Linie, die Frage der Einheitsfront und die Frage des bewaffneten Kampfes noch richtiger zu regeln. Auch diese Feststellung wurde durch die achtzehnjährige Geschichte der Partei eindeutig bestätigt.

Folglich sind die Einheitsfront, der bewaffnete Kampf und der Parteiaufbau die drei grundlegenden Fragen unserer Partei in der chinesischen Revolution. Diese drei Fragen sowie ihre gegenseitigen Beziehungen richtig begriffen zu haben, das bedeutet gleichzeitig, eine richtige Führung der gesamten chinesischen Revolution zu gewährleisten. Auf Grund unserer reichen Erfahrungen — der gründlichen und mannigfaltigen Erfahrungen aus Niederlagen und Siegen, aus Rückzügen und Vormärschen sowie aus Schrumpfung und Erweiterung in den achtzehn Jahren unserer Parteigeschichte – sind wir bereits imstande, hinsichtlich dieser drei Fragen richtige Schlussfolgerungen zu ziehen. Das heisst, wir sind bereits fähig, die Frage der Einheitsfront, die Frage des bewaffneten Kampfes und die Frage des Parteiaufbaus richtig zu behandeln. Das bedeutet ferner, die achtzehnjährigen Erfahrungen haben uns verstehen gelehrt, dass die Einheitsfront, der bewaffnete Kampf und der Parteiaufbau die drei Zauberwaffen, die drei wichtigsten Waffen der KPCh für die Niederschlagung des Feindes in der chinesischen Revolution sind. Das ist eine grosse Errungenschaft der KPCh und gleichzeitig der chinesischen Revolution.

Erläutern wir nun kurz jede dieser drei Zauberwaffen, dieser drei Fragen.

Die Einheitsfront des chinesischen Proletariats mit der chinesischen Bourgeoisie und anderen Klassen hat sich in den letzten achtzehn Jahren in drei verschiedenen Situationen, drei verschiedenen Stadien entwickelt; das sind das Stadium der Ersten Grossen Revolution von 1924-1927, das Stadium des Agrarrevolutionären Krieges von 1927-1937 und das gegenwärtige Stadium des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression. Die Geschichte dieser drei Stadien hat folgende Gesetzmässigkeiten bestätigt:

1. Dadurch, dass die stärkste Unterdrückung in China seine nationale Unterdrückung ist, kann die chinesische nationale Bourgeoisie in bestimmten Perioden und in bestimmtem Grade am Kampf gegen den Imperialismus und gegen die feudalen Militärmachthaber teilnehmen. Aus diesem Grund muss das Proletariat in solchen Perioden eine Einheitsfront mit der nationalen Bourgeoisie bilden und sie soweit wie möglich aufrechterhalten.

2. Infolge ihrer ökonomischen und politischen Schwäche wird die chinesische nationale Bourgeoisie unter anderen historischen Umständen schwankend werden und Verrat üben. Aus diesem Grund kann die Zusammensetzung der Einheitsfront der chinesischen Revolution nicht stets dieselbe bleiben, sondern wird Änderungen unterworfen sein. In einer gewissen Periode kann die nationale Bourgeoisie an der Einheitsfront teilnehmen, in einer anderen dagegen nicht.

3. Die chinesische Grossbourgeoisie, die Kompradorencharakter besitzt, ist eine direkt dem Imperialismus dienende und von ihm ausgehaltene Klasse. Folglich richtete sich in China die Revolution von jeher gegen die Kompradoren-Grossbourgeoisie. Die verschiedenen Cliquen innerhalb dieser Klasse haben aber verschiedene imperialistische Mächte als Rückhalt, so dass, wenn sich die Widersprüche zwischen den verschiedenen imperialistischen Mächten verschärfen und die Spitze der Revolution hauptsächlich gegen eine gewisse imperialistische Macht gerichtet ist, diejenigen Cliquen der Grossbourgeoisie, die von anderen imperialistischen Mächten abhängig sind, in bestimmtem Grade und in bestimmten Perioden auch am Kampf gegen jene gewisse imperialistische Macht teilnehmen können. In solchen Perioden kann das chinesische Proletariat zur Schwächung des Feindes und zur Stärkung seiner eigenen Kraftreserven mit diesen Cliquen der Grossbourgeoisie eine Einheitsfront bilden, die unter bestimmten, für die Revolution günstigen Bedingungen soweit wie möglich aufrechtzuerhalten ist.

4. Auch wenn die Kompradoren-Grossbourgeoisie der Einheitsfront beitritt und zusammen mit dem Proletariat den Kampf gegen den gemeinsamen Feind führt, bleibt sie weiterhin sehr reaktionär; sie ist entschieden gegen die ideologische, politische und organisatorische Entwicklung des Proletariats und seiner Partei, versucht diese Entwicklung zu hemmen und greift zu solchen politischen Diversionsmassnahmen wie Betrug, Verlockung, „Zersetzung“ und Angriff, die der Vorbereitung ihrer Kapitulation vor dem Feind und der Vorbereitung des Bruchs der Einheitsfront dienen sollen.

5. Der feste Verbündete des Proletariats ist die Bauernschaft.

6. Auch die städtische Kleinbourgeoisie ist ein zuverlässiger Verbündeter. Die Richtigkeit dieser Gesetzmässigkeiten wurde nicht nur während der Ersten Grossen Revolution und der Agrarrevolution bewiesen, sie bestätigt sich auch im gegenwärtigen Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression. Deshalb muss die Partei des Proletariats in der Frage der Bildung einer Einheitsfront mit der Bourgeoisie (insbesondere mit der Grossbourgeoisie) einen entschiedenen und ernsthaften Kampf an zwei Fronten führen. Einerseits muss man den Fehler bekämpfen, der in der Nichtbeachtung der Möglichkeit liegt, dass sich die Bourgeoisie in bestimmten Perioden und in bestimmtem Grade am revolutionären Kampf beteiligen kann. Diesen Fehler begehen heisst die chinesische Bourgeoisie der Bourgeoisie kapitalistischer Länder gleichsetzen, was zur Folge hat, dass die Politik der Bildung einer Einheitsfront mit der Bourgeoisie und der möglichst langen Aufrechterhaltung dieser Front missachtet wird; das wäre die „linke“ Politik der verschlossenen Tür. Andererseits muss man den Fehler bekämpfen, das Programm des Proletariats, seine Politik, Ideologie, Praxis usw. denen der Bourgeoisie gleichzusetzen und die prinzipiellen Unterschiede zwischen ihnen zu übersehen. Diesen Fehler begehen heisst die Tatsache übersehen, dass die Bourgeoisie (insbesondere die Grossbourgeoisie) die grössten Anstrengungen macht, um nicht nur auf die Kleinbourgeoisie und die Bauernschaft, sondern auch auf das Proletariat und die Kommunistische Partei ihren Einfluss auszuüben, dass sie mit aller Kraft bemüht ist, die ideologische, politische und organisatorische Unabhängigkeit des Proletariats und der Kommunistischen Partei zu vernichten, das Proletariat und die Kommunistische Partei zum Anhängsel der Bourgeoisie und ihrer Partei umzuwandeln und die Errungenschaften der Revolution zu Errungenschaften ihrer Clique oder Partei zu machen; das heisst ferner die Tatsache übersehen, dass die Bourgeoisie (insbesondere die Grossbourgeoisie) die Revolution in dem Augenblick verraten wird, da die Revolution mit den eigensüchtigen Interessen ihrer Clique oder Partei in Konflikt gerät. Diese Seite übersehen wäre Rechtsopportunismus. Ein charakteristisches Merkmal des Rechtsopportunismus von Tschen Du-hsiu bestand gerade darin, das Proletariat so zu führen, dass es sich den eigensüchtigen Interessen der Bourgeoisie und ihrer Partei anpasste; das war auch die subjektive Ursache der Niederlage der Ersten Grossen Revolution. Der Doppelcharakter der chinesischen Bourgeoisie in der bourgeois-demokratischen Revolution übt einen ungemein grossen Einfluss auf die politische Linie und den Aufbau der KPCh aus; wer diesen Doppelcharakter der chinesischen Bourgeoisie nicht begreift, kann die politische Linie und den Aufbau der KPCh nicht begreifen. Ein wichtiger Bestandteil der politischen Linie der Kommunistischen Partei Chinas ist die Politik sowohl des Bündnisses mit der Bourgeoisie als auch ihrer Bekämpfung. Ein wichtiger Bestandteil des Aufbaus der Kommunistischen Partei Chinas ist die Entwicklung und Stählung der Partei während ihres Bündnisses mit der Bourgeoisie und ihres Kampfes gegen sie. Wenn wir hier von einem Bündnis sprechen, meinen wir die Einheitsfront mit der Bourgeoisie. Der hier gemeinte Kampf ist ein „friedlicher“, „unblutiger“ Kampf in ideologischer, politischer und organisatorischer Hinsicht, solange wir mit der Bourgeoisie verbündet sind; dieser Kampf schlägt aber in einen bewaffneten Kampf um, sobald wir gezwungen sind, mit der Bourgeoisie zu brechen. Wenn unsere Partei es nicht versteht, sich in bestimmten Perioden mit der Bourgeoisie zu verbünden, kann die Partei nicht vorwärtsschreiten, kann sich die Revolution nicht entwickeln; wenn unsere Partei es nicht versteht, während des Bündnisses mit der Bourgeoisie einen entschiedenen und ernstlichen „friedlichen“ Kampf gegen sie zu führen, wird die Partei ideologisch, politisch und organisatorisch zerfallen und die Revolution eine Niederlage erleiden; und wenn unsere Partei in den Zeiten des erzwungenen Bruchs mit der Bourgeoisie keinen entschiedenen, ernstlichen bewaffneten Kampf gegen sie führt, wird sie ebenfalls zerfallen und die Revolution eine Niederlage erleiden. All das ist durch die Geschichte der vergangenen achtzehn Jahre bestätigt worden.

Der bewaffnete Kampf der KPCh ist ein Bauernkrieg unter der Führung des Proletariats. Seine Geschichte kann ebenfalls in drei Stadien eingeteilt werden. Das erste Stadium war die Zeit der Teilnahme am Nordfeldzug. Zu dieser Zeit begann zwar unsere Partei die Wichtigkeit des bewaffneten Kampfes zu verstehen, sie hatte jedoch seine Bedeutung noch nicht völlig begriffen, hatte noch nicht begriffen, dass der bewaffnete Kampf die Hauptkampfform der chinesischen Revolution ist. Das zweite Stadium war die Zeit des Agrarrevolutionären Krieges. Damals hatte unsere Partei bereits ihre eigenen selbständigen bewaffneten Kräfte geschaffen, die Kunst der selbständigen Kriegführung erlernt sowie die Volksmacht und Stützpunktgebiete errichtet. Unsere Partei war bereits imstande, den bewaffneten Kampf — diese Hauptkampfform — mit den zahlreichen anderen notwendigen Kampfformen direkt oder indirekt zu koordinieren, das heisst den bewaffneten Kampf im gesamtstaatlichen Massstab direkt oder indirekt zu koordinieren mit dem Kampf der Arbeiter, dem Kampf der Bauern (das ist das wichtigste), dem Kampf der Jugend, der Frauen und aller anderen Kreise des Volkes, mit dem Kampf um die politische Macht, dem Kampf an der wirtschaftlichen Front, dem Kampf für die Ausmerzung der feindlichen Agenten, dem Kampf an der ideologischen Front und mit anderen Kampfformen: Und dieser bewaffnete Kampf war der agrarrevolutionäre Kampf der Bauern unter der Führung des Proletariats. Das dritte Stadium ist das gegenwärtige Stadium des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression. In diesem Stadium können wir die Erfahrungen des bewaffneten Kampfes aus dem vergangenen ersten Stadium und insbesondere aus dem zweiten Stadium, können wir die Erfahrungen bei der Koordinierung des bewaffneten Kampfes mit allen anderen notwendigen Kampfformen verwerten. Gegenwärtig ist unter bewaffnetem Kampf im allgemeinen der Guerillakrieg zu verstehen.2 Was ist ein Guerillakrieg? Er ist in einem rückständigen Land, in einem grossen halbkolonialen Land eine lange Zeit hindurch die unerlässliche und folglich auch beste Kampfform für die bewaffneten Kräfte des Volkes zur Niederringung des bewaffneten Feindes und zur Schaffung eigener Kampfpositionen. Bis zur Gegenwart ist die politische Linie und der Aufbau unserer Partei eng mit dieser Form des Kampfes verbunden. Losgelöst von dem bewaffneten Kampf, losgelöst von dem Guerillakrieg, ist es nicht möglich, unsere politische Linie und folglich auch unseren Parteiaufbau zu verstehen. Ein wichtiger Bestandteil unserer politischen Linie ist der bewaffnete Kampf. Seit achtzehn Jahren hat es unsere Partei allmählich erlernt, den bewaffneten Kampf zu führen, und an ihm festgehalten. Wir haben begriffen, dass in China ohne bewaffneten Kampf kein Platz für das Proletariat wäre, kein Platz für das Volk und kein Platz für die Kommunistische Partei und dass die Revolution nicht siegen würde. Achtzehn Jahre lang vollzog sich die Entwicklung unserer Partei, ihre Festigung und Bolschewisierung inmitten revolutionärer Kriege; ohne bewaffneten Kampf würde es die Kommunistische Partei, wie sie heute ist, nicht geben. Kein Kamerad in unserer Partei darf diese mit Blut erkaufte Erfahrung vergessen.

Der Prozess des Parteiaufbaus, der Prozess der Entwicklung, Festigung und Bolschewisierung der Partei lässt sich seinen Besonderheiten nach ebenso in drei Stadien einteilen. Das erste Stadium waren die Kinderjahre der Partei. Zu Beginn und in der Mitte dieses Stadiums war die Parteilinie richtig und stand die revolutionäre Aktivität der Mitglieder und Funktionäre der Partei auf einem überaus hohen Niveau, deshalb wurden in der Ersten Grossen Revolution Siege errungen. Aber schliesslich befand sich die Partei damals noch in ihrem Kindesalter, war unerfahren in den drei grundlegenden Fragen der Einheitsfront, des bewaffneten Kampfes und des Parteiaufbaus, hatte wenig Kenntnis von der Geschichte und den sozialen Verhältnissen Chinas, von den Besonderheiten und den Gesetzmässigkeiten der chinesischen Revolution, hatte die Einheit zwischen der Theorie des MarxismusLeninismus und der Praxis der chinesischen Revolution noch nicht vollständig begriffen. Deshalb waren im letzten Abschnitt dieses Stadiums, in dessen kritischem Moment, jene, die eine dominierende Stellung im führenden Gremium der Partei einnahmen, ausserstande, die gesamte Partei zur Festigung der Siege der Revolution zu führen; sie liessen sich von der Bourgeoisie betrügen und verursachten so die Niederlage der Revolution. In diesem Stadium entwickelten sich zwar die Organisationen der Partei, aber sie waren nicht gefestigt und nicht imstande, die Mitglieder und Funktionäre der Partei ideologisch und politisch standhaft zu machen. Die Partei hatte eine überaus grosse Zahl neuer Mitglieder, erteilte ihnen aber nicht die notwendige marxistischleninistische Schulung. Es gab auch nicht wenige Erfahrungen in der Arbeit, doch verstand man es nicht, sie in gehöriger Weise zusammenzufassen. Eine grosse Anzahl von Karrieristen hatte sich in die Partei eingeschlichen, aber sie wurden nicht hinausgesäubert. Die Partei war von Intrigen und Tricks der Feinde wie auch der Verbündeten umgeben, zeigte aber keine Wachsamkeit. In der Partei traten zahlreiche Aktivisten hervor, sie wurden jedoch nicht beizeiten zur Hauptstütze der Partei gemacht. Die Partei hatte eine gewisse Anzahl revolutionärer bewaffneter Kräfte, war aber nicht fähig, sie fest in der Hand zu halten. Alle diese Tatsachen ergaben sich aus Unerfahrenheit, mangelnder tiefgehender Erkenntnis der Revolution sowie daraus, dass die Partei es noch nicht gut verstand, die Theorie des Marxismus-Leninismus mit der Praxis der chinesischen Revolution zu verbinden. Dies war das erste Stadium des Parteiaufbaus. Das zweite Stadium war das des Agrarrevolutionären Krieges. Dank den Erfahrungen im ersten Stadium, dank einer besseren Kenntnis der Geschichte und der sozialen Verhältnisse Chinas sowie der Besonderheiten und Gesetzmässigkeiten der chinesischen Revolution, dank dem Umstand, dass unsere Funktionäre die Theorie des Marxismus-Leninismus mehr erfasst und besser gelernt hatten, die marxistisch-leninistische Theorie mit der Praxis der chinesischen Revolution zu verbinden, vermochte unsere Partei den zehnjährigen agrarrevolutionären Kampf siegreich durchzufechten. Zwar hatte die Bourgeoisie Verrat geübt, doch unsere Partei konnte sich fest auf die Bauern stützen. Die Parteiorganisationen hatten sich nicht nur von neuem entwickelt, sondern hatten sich auch gefestigt. Der Feind versuchte zwar täglich, unsere Partei zu unterminieren, aber die Partei jagte die Saboteure davon. Abermals traten in der Partei zahlreiche Kader hervor, und diese wurden zu ihrer Hauptstütze. Die Partei bahnte der Volksmacht den Weg und erlernte dabei die Kunst der Staatsverwaltung und der Sorge für das Wohl des Volkes. Die Partei schuf starke bewaffnete Kräfte und erlernte dabei die Kriegskunst. Alles das waren bedeutende Fortschritte und Errungenschaften der Partei. Während dieses grossen Kampfes glitt jedoch ein Teil der Kameraden für immer oder vorübergehend in den Sumpf des Opportunismus ab; die Ursache dafür war wiederum die, dass sie sich die Erfahrungen der Vergangenheit nicht bescheiden angeeignet hatten, dass sie die Geschichte und die sozialen Verhältnisse Chinas, die Besonderheiten und Gesetzmässigkeiten der chinesischen Revolution nicht begriffen und dass sie die Theorie des Marxismus-Leninismus und die Praxis der chinesischen Revolution nicht als eine Einheit aufgefasst hatten. Aus diesem Grund war ein Teil der Mitglieder des führenden Gremiums der Partei ausserstande, im ganzen Verlauf dieses Stadiums eine richtige politische und organisatorische Linie einzuhalten. Die Partei und die Revolution wurden gefährdet einmal durch den „linken“ Opportunismus des Kameraden Li Li-san, ein anderes Mal durch den „linken“ Opportunismus im revolutionären Krieg und bei der Arbeit in den weissen Gebieten. Erst nach der Dsunyi-Tagung (der vom Politbüro des Zentralkomitees in Dsunyi, Provinz Kueitschou, im Januar 1935 veranstalteten Tagung) hat die Partei ein für allemal den Weg der Bolschewisierung beschritten und das Fundament für den späteren Sieg über den Rechtsopportunismus von Dschang Guo-tao und für die Bildung der antijapanischen nationalen Einheitsfront gelegt. Das war das zweite Stadium im Entwicklungsprozess der Partei. Das dritte Stadium ist das der antijapanischen nationalen Einheitsfront. Drei Jahre dieses Stadiums sind schon verstrichen, und der Kampf während dieser drei Jahre ist von ungewöhnlich grosser Bedeutung. Gestützt auf die Erfahrungen der zwei vorangegangenen revolutionären Stadien, auf die organisatorische Stärke und die bewaffneten Kräfte der Partei, auf ihr sehr hohes politisches Ansehen im ganzen Volk, auf ihr noch tieferes Verständnis für die Einheit zwischen der Theorie des Marxismus-Leninismus und der Praxis der chinesischen Revolution, hat die Partei nicht nur die antijapanische nationale Einheitsfront errichtet, sondern führt auch den grandiosen Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression. Organisatorisch ist die Partei bereits aus ihrem engen Kreis herausgetreten und zu einer grossen Partei von gesamtstaatlichem Charakter geworden. Auch die bewaffneten Kräfte der Partei wachsen aufs neue und erstarken weiter im Kampf gegen die japanischen Eindringlinge. Die Partei übt einen noch grösseren Einfluss auf das ganze Volk aus. Alles das sind grosse Erfolge. Nichtsdestoweniger erhält eine grosse Anzahl neuer Parteimitglieder noch keine Schulung, viele neue Organisationen sind noch nicht gefestigt, und es besteht noch ein sehr grosser Unterschied zwischen den neuen Parteimitgliedern und den neuen Organisationen auf der einen Seite und den alten Parteimitgliedern und alten Organisationen auf der anderen Seite. Zahlreiche neue Mitglieder und Funktionäre der Partei haben noch keine hinreichenden revolutionären Erfahrungen. Sie wissen noch nichts oder nicht viel von der Geschichte und den sozialen Verhältnissen Chinas, von den Besonderheiten und den Gesetzmässigkeiten der chinesischen Revolution. Sie sind noch weit davon entfernt, die Einheit zwischen der Theorie des Marxismus-Leninismus und der Praxis der chinesischen Revolution völlig zu verstehen. Zwar hatte das Zentralkomitee für die Erweiterung der Parteiorganisationen mit Nachdruck die Losung aufgestellt: „Die Reihen der Partei kühn erweitern, aber kein einziges schlechtes Element in sie eindringen lassen“. In Wirklichkeit haben sich jedoch viele Karrieristen und vom Feind beauftragte Saboteure in die Partei eingeschlichen. Obwohl die Einheitsfront gebildet worden ist und schon drei Jahre lang aufrechterhalten wird, versucht die Bourgeoisie, insbesondere die Grossbourgeoisie, jeden Augenblick, unsere Partei zu unterminieren, zetteln die Kapitulanten und die Ultrakonservativen der Grossbourgeoisie im ganzen Land ernste Reibungen an, und es wird unaufhörlich eine lärmende antikommunistische Hetze getrieben. Die Kapitulanten und Ultras der Grossbourgeoisie wollen damit die Kapitulation vor dem japanischen Imperialismus, die Spaltung der Einheitsfront und die Zurückzerrung Chinas vorbereiten. Die Grossbourgeoisie versucht, den Kommunismus ideologisch zu „zersetzen“ und die Kommunistische Partei, das Grenzgebiet und die bewaffneten Kräfte der Partei politisch und organisatorisch zu liquidieren. Unter solchen Umständen besteht unsere Aufgabe zweifellos darin, die Gefahr der Kapitulation, der Spaltung und des Rückschritts zu überwinden, die nationale Einheitsfront und die Zusammenarbeit zwischen der Kuomintang und der Kommunistischen Partei soweit wie möglich aufrechtzuerhalten und die Fortdauer des Widerstandskriegs, des Zusammenschlusses und des Fortschritts anzustreben; gleichzeitig müssen wir uns darauf vorbereiten, eventuellen Überraschungen zu begegnen, damit, falls solche eintreten, die Partei und die Revolution keine unerwarteten Verluste erleiden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die Parteiorganisationen und die bewaffneten Kräfte der Partei festigen und das ganze Volk zum entschlossenen Kampf gegen Kapitulation, Spaltung und Rückschritt mobilisieren. Die Erfüllung dieser Aufgabe hängt von den Anstrengungen der ganzen Partei, vom unnachgiebigen und unermüdlichen Kampf aller Parteimitglieder, -funktionäre und -organisationen in jedem Ort und auf jeder Ebene ab. Wir sind überzeugt, dass die KPCh, die achtzehn Jahre lang Erfahrungen gesammelt hat, durch die gemeinsamen Anstrengungen, ihrer erfahrenen alten Parteimitglieder und -funktionäre sowie der lebensfrischen und energiegeladenen neuen Parteimitglieder und —funktionäre, durch die gemeinsamen Anstrengungen des sturmerprobten bolschewisierten Zentralkomitees und der örtlichen Organisationen sowie durch die gemeinsamen Anstrengungen ihrer mächtigen Streitkräfte und der fortschrittlichen Volksmassen dieses Ziel erreichen kann.

Das sind die hauptsächlichen Erfahrungen und die Hauptprobleme unserer Partei in diesen achtzehn Jahren. Die Erfahrungen der vergangenen achtzehn Jahre zeigen uns, dass die Einheitsfront und der bewaffnete Kampf die zwei grundlegenden Waffen für die Niederschlagung des Feindes sind. Die Einheitsfront ist eine Einheitsfront für die Durchführung des bewaffneten Kampfes. Die Parteiorganisationen hingegen sind jene heldenhaften Kämpfer, die diese beiden Waffen — die Einheitsfront und den bewaffneten Kampf — handhaben, um die Positionen des Feindes zu stürmen und zu zerschlagen. Das sind die Wechselbeziehungen zwischen diesen drei Faktoren.

Wie wollen wir heute unsere Partei aufbauen? Wie können wir eine „bolschewisierte Kommunistische Partei Chinas; die im gesamtstaatlichen Massstab wirkt, Massencharakter trägt und ideologisch, politisch und organisatorisch vollkommen gefestigt ist“, aufbauen? Diese Frage ist zu verstehen, wenn man die Geschichte unserer Partei studiert; sie ist zu verstehen, wenn man die Frage des Parteiaufbaus im Zusammenhang mit der Frage der Einheitsfront und des bewaffneten Kampfes betrachtet, wenn man die Frage des Parteiaufbaus im Zusammenhang mit der Frage sowohl des Bündnisses mit der Bourgeoisie als auch des Kampfes gegen sie und im Zusammenhang mit der Frage der beharrlichen Durchführung des Guerillakriegs gegen Japan und der Errichtung von antijapanischen Stützpunktgebieten durch die 8. Route-Armee und die Neue 4. Armee betrachtet.

Es ist unsere Aufgabe, auf der Grundlage der Erkenntnis der Einheit zwischen der Theorie des Marxismus-Leninismus und der Praxis der chinesischen Revolution die Erfahrungen der vergangenen achtzehn Jahre und die neuen Erfahrungen aus der Gegenwart zusammenzufassen und sie der ganzen Partei zu vermitteln, damit die Partei hart wie Stahl wird und die in der Vergangenheit begangenen Fehler nicht wiederholt.

1J. W. Stalin, „Über die Perspektiven der Revolution in China“.

2Wenn hier Vorsitzender Mao Tse-tung davon spricht, dass in der chinesischen Revolution unter bewaffnetem Kampf im allgemeinen der Guerillakrieg zu verstehen ist, so fasst er damit die Erfahrungen zusammen, die im chinesischen revolutionären Krieg vom 2. Revolutionären Bürgerkrieg bis zu der ersten Phase des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression — gemacht worden sind. In einem langen Abschnitt der Periode des 2. Revolutionären Bürgerkriegs waren alle von der Kommunistischen Partei Chinas geleiteten bewaffneten Kämpfe ein Guerillakrieg. In der letzten Phase dieser Periode hat sich der Guerillakrieg auf Grund des Anwachsens der Kraft der Roten Armee in einen Bewegungskrieg mit Guerillacharakter verwandelt (der nach der Definition des Vorsitzenden Mao Tse-tung eine höhere Stufe des Guerillakriegs ist). Aber während des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression hat sich, da man es mit einem anderen Feind und einer veränderten Lage zu tun hatte, der Bewegungskrieg mit Guerillacharakter wieder in einen Guerillakrieg verwandelt. In der ersten Phase des Widerstandskriegs haben jene Kameraden innerhalb der Partei, die rechtsopportunistische Fehler begingen, den von der Partei geleiteten Guerillakrieg unterschätzt und ihre Hoffnungen auf die Operationen der Kuomintang-Truppen gesetzt. Vorsitzender Mao Tse-tung hat in seinen Schriften „Strategische Probleme des Guerillakriegs gegen die japanische Aggression“, „Über den langwierigen Krieg“ und „Probleme des Krieges und der Strategie“ diese Ansicht widerlegt und in der vorliegenden Arbeit die Erfahrungen aus dem seit langem in Form des Guerillakriegs geführten bewaffneten Kampf der chinesischen Revolution theoretisch zusammengefasst. In der letzten Phase des Widerstandskriegs und besonders in der Periode des 3. Revolutionären Bürgerkriegs wurde auf Grund des weiteren Anwachsens der revolutionären Kräfte und der erneuten Veränderung der Lage in bezug auf den Feind anstelle des bisherigen Guerillakriegs die reguläre Kriegführung zur Hauptform des von der Kommunistischen Partei Chinas geleiteten bewaffneten Kampfes. Die letzte Phase des 3. Revolutionären Bürgerkriegs zeigte eine Weiterentwicklung zu einer Kriegführung durch grosse Truppenverbände, die mit zahlreichen schweren Waffen ausgerüstet und in der Lage waren; stark befestigte Positionen des Feindes zu stürmen.