Mao Tse-tung: “Die antijapanischen Kräfte kühn entfalten und die Angriffe der antikommunistischen Ultrakonservativen abwehren”

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Es gibt ein Ziel, die Eroberung der Macht!

DIE ANTIJAPANISCHEN KRÄFTE KÜHN ENTFALTEN UND DIE ANGRIFFE DER ANTIKOMMUNISTISCHEN ULTRAKONSERVATIVEN ABWEHREN

Mao Tse-tung
04.05.1940

Ausgewählte Werke
Band 2
Reproduziert von
Die Rote Fahne

DIE ANTIJAPANISCHEN KRÄFTE KÜHN ENTFALTEN UND DIE ANGRIFFE DER ANTIKOMMUNISTISCHEN ULTRAKONSERVATIVEN ABWEHREN

Eine vom Vorsitzenden Mao Tse-tung verfasste Direktive des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas an das Südostbüro. Damals, als Vorsitzender Mao Tse-tung diese Direktive schrieb, vertrat Kamerad Hsiang Ying, Mitglied des Zentralkomitees der Partei und Sekretär des Südostbüros, stark rechtsgerichtete Ansichten. Er hatte die Politik des Zentralkomitees nicht konsequent durchgeführt, hatte nicht den Mut, die Massen kühn zu mobilisieren, die befreiten Gebiete und die bewaffneten Kräfte des Volkes auf dem von Japan besetzten Territorium zu vergrössern. Er unterschätzte den Ernst der reaktionären Angriffe der Kuomintang und war deshalb auf solche Angriffe weder ideologisch noch organisatorisch vorbereitet. Nach dem Eingang dieser Direktive des Zentralkomitees ging Kamerad Tschen Yi, Mitglied des Südostbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und Befehlshaber der 1. Abteilung der Neuen 4. Armee, unverzüglich an ihre Ausführung, während Kamerad Hsiang Ying sie nach wie vor nicht ausführen wollte. Kamerad Hsiang Ying traf weiterhin keine Vorbereitungen, einem möglichen reaktionären Angriff der Kuomintang zu begegnen, so dass er im Januar 1941, als Tschiang Kai-schek die Ereignisse von Südanhui provozierte, in eine ohnmächtige, hilflose Lage geriet; unsere Truppen in Südanhui — 9‘000 Mann — wurden völlig vernichtet, und auch Kamerad Hsiang Ying selbst wurde von den Reaktionären ermordet.

1. In allen Gebieten im Hinterland des Feindes sowie in allen Frontgebieten muss die Gleichartigkeit, nicht aber die Besonderheit hervorgehoben werden; sonst würde man einen groben Fehler begehen. Ob in Nord-, Zentral- oder Südchina, ob nördlich oder südlich vom Yangtse, ob im Flachland, in Gebirgs- oder Seengebieten, ob es sich um die 8. Route-Armee, die Neue 4. Armee oder um die Guerillatruppen1 Südchinas handelt, überall gibt es spezifische Besonderheiten; aber überall gibt es auch gemeinsame Züge: Überall gibt es einen Feind, überall wird der Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression geführt. Deshalb können und müssen wir überall unsere Kräfte entfalten. Diese Entfaltungspolitik hat Euch das Zentralkomitee schon mehrmals erklärt. Unsere Kräfte entfalten heisst, trotz aller Einschränkungen seitens der Kuomintang über den von ihr erlaubten Rahmen hinausgehen, keine Ernennungen von ihr annehmen und nicht auf die finanzielle Unterstützung der oberen Instanzen angewiesen sein, sondern unabhängig und kühn die Truppenteile erweitern, entschlossen Stützpunktgebiete errichten, in diesen Gebieten die Massen unabhängig und selbständig mobilisieren, Machtorgane der antijapanischen Einheitsfront unter der Führung der Kommunistischen Partei schaffen und in alle vom Feind besetzten Gebiete vorstossen. So müssen wir beispielsweise in der Provinz Kiangsu ohne Rücksicht auf abfällige Kritik, Einschränkung und Druck von Seiten solcher antikommunistischen Elemente wie Gu Dschu-tung, Leng Hsin und Han Dö-tjin2 alle kontrollierbaren Gebiete — von Nanking im Westen bis zur Küste im Osten, von Hangdschou im Süden bis Hsüdschou im Norden — unter unsere Kontrolle bringen, und zwar möglichst rasch, schrittweise und planmässig; wir müssen dort unabhängig und selbständig unsere Truppenteile erweitern, Machtorgane errichten, Finanzorgane bilden und Steuern für den Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression eintreiben, Wirtschaftsorgane schaffen, Landwirtschaft, Industrie und Handel entwickeln, verschiedene Lehranstalten eröffnen und in grosser Zahl Kader ausbilden. Das Zentralkomitee hat Euch letztes Mal aufgefordert, im Laufe dieses Jahres die antijapanischen bewaffneten Kräfte im Hinterland des Feindes in den Provinzen Kiangsu und Tschekiang auf 100‘000 Mann mit ebensoviel Gewehren zu bringen, unverzüglich Machtorgane zu schaffen usw. Es ist uns unbekannt, welche konkreten Massnahmen Ihr ergriffen habt. Ihr habt Euch bereits eine Chance entgehen lassen; wenn man sich aber auch die Möglichkeiten, die sich in diesem Jahr bieten, entgehen lässt, wird die Sache in der Zukunft noch schwieriger sein.

2. In einer Zeit, da die antikommunistischen Ultrakonservativen der Kuomintang verbissen ihre Politik der Behinderung, Einschränkung und Bekämpfung der Kommunistischen Partei betreiben und auf diese Weise die Kapitulation vor Japan vorbereiten, müssen wir den Kampf betonen, nicht aber die Einheit, sonst würden wir einen groben Fehler begehen. Deshalb müssen wir auf jedem Gebiet — sei es auf theoretischem, sei es auf politischem, sei es auf militärischem Gebiet grundsätzlich gegen alle Gesetze und Befehle, jegliche Propaganda und Kritik der antikommunistischen Ultrakonservativen, die auf Behinderung, Einschränkung und Bekämpfung der Kommunistischen Partei abzielen, entschlossen auftreten; wir müssen dabei jene Haltung einnehmen, die für einen entschiedenen Kampf erforderlich ist. In diesem Kampf hat man von den Prinzipien „im Recht sein, Vorteil haben und masshalten“ auszugehen, also von den Prinzipien des Selbstschutzes, des Siegens und der Kampfpause; das bedeutet, dass gegenwärtig jeder einzelne konkrete Kampf seinem Charakter nach defensiv, begrenzt und vorübergehend ist. Wir müssen alle reaktionären Gesetze, Befehle, jegliche reaktionäre Propaganda und Kritik der antikommunistischen Ultrakonservativen dadurch entschieden bekämpfen, dass wir all dem unsere eigenen Massnahmen entgegenstellen. Einige Beispiele: Sie forderten, dass die 4., und die 5. Abteilung3 nach dem Süden in Marsch gesetzt werden, wir antworteten aber, dass das unter keinen Umständen getan werden kann; sie forderten, dass die Truppen Yin Fes und Dschang Yün-yis4 nach dem Süden abkommandiert werden, wir antworteten aber mit der Bitte um die Erlaubnis, einen Teil unserer Truppen nach dem Norden zu verlegen; sie behaupteten, dass wir die Rekrutierung für die Armee unterminiert hätten, wir aber antworteten mit der Bitte, uns eine Erweiterung des Werbungsgebiets für die Neue Vierte Armee zu gestatten; sie sagten, dass unsere Propaganda falsch wäre, wir aber ersuchten um die Einstellung jeglicher antikommunistischen Propaganda und um die Aufhebung aller Verordnungen, die Reibungen verursachen können; sollten sie einen militärischen Angriff gegen uns führen, so werden wir ihren Angriff mit einem Gegenangriff zerschlagen. Wenn wir eine solche Politik betreiben, wonach jeder Schlag mit einem Gegenschlag beantwortet wird, werden wir im Recht sein. Nicht nur das Zentralkomitee unserer Partei muss, solange es im Recht ist, Aktionen unternehmen, sondern auch jeder beliebige Teil unserer Armee, solange er im Recht ist. Was Dschang Yün-yi gegenüber Li Pin-hsiän, Li Hsiän-niän gegenüber Li Dsung-jen getan hat5 — es geht in beiden Fällen darum, dass die Untergeordneten bei ihren Vorgesetzten energisch Protest einlegten — sind gute Beispiele. Nur wenn man eine solche entschiedene Haltung gegenüber den Ultrakonservativen einnimmt und im Kampf die Prinzipien „im Recht sein, Vorteil haben und masshalten“ verwirklicht, kann man sie so einschüchtern, dass sie es nicht mehr wagen, uns zu unterdrücken, kann man den Umfang ihrer Tätigkeit zur Behinderung, Einschränkung und Bekämpfung der Kommunistischen Partei einengen, kann man sie zwingen, unseren legalen Status anzuerkennen, kann man schliesslich erreichen, dass sie es sich zweimal überlegen, ehe sie eine Spaltung herbeiführen. Deshalb ist der Kampf die allerwichtigste Methode, um die Gefahr der Kapitulation zu überwinden, eine Wendung zum Besseren in der gegenwärtigen Lage herbeizuführen und die Zusammenarbeit zwischen der Kuomintang und der Kommunistischen Partei zu festigen. Nur durch den hartnäckigen Kampf gegen die Ultrakonservativen ist es möglich, in unserer Partei und unserer Armee den Kampfgeist zu erhöhen, unseren Mut zur vollen Entfaltung zu bringen, die Kader zusammenzuschliessen, unsere Kräfte zu verstärken, die Armee und die Partei zu festigen. Was unsere Beziehungen zu den Kräften der Mitte anbelangt, so können wir nur durch den hartnäckigen Kampf gegen die Ultrakonservativen den schwankenden Teil dieser Kräfte für uns gewinnen und dem mit uns sympathisierenden Teil den Rücken stärken; anders ist das nicht möglich. Nur die Politik des Kampfes ermöglicht der ganzen Partei und der ganzen Armee, sich ideologisch auf eventuelle Überraschungen im ganzen Land vorzubereiten und in der Arbeit entsprechende Massnahmen zu treffen. Andernfalls werden die Fehler des Jahres 19276 wiederholt werden.

3. Bei der Einschätzung der gegenwärtigen Lage muss man verstehen, dass einerseits die Gefahr der Kapitulation stark gewachsen, anderseits jedoch die Möglichkeit zur Überwindung dieser Gefahr noch nicht entfallen ist. Die gegenwärtigen militärischen Zusammenstösse sind begrenzt, sie haben sich noch nicht auf das ganze Land ausgedehnt. Sie sind strategische Aufklärungsaktionen der anderen Seite7 Partei und bedeuten noch nicht einen unverzüglichen grossangelegten Feldzug zur „Ausrottung der Kommunisten“. Es sind das vorbereitende Schritte der anderen Seite zur Kapitulation, aber noch nicht Schritte zur unverzüglichen Kapitulation. Unsere Aufgabe ist es, den einzig richtigen Kurs des Zentralkomitees auf die „Entfaltung der fortschrittlichen Kräfte“, auf die „Gewinnung der Kräfte der Mitte“ und auf die „Isolierung der ultrakonservativen Kräfte“ fest und tatkräftig zu verwirklichen, um dadurch die Gefahr der Kapitulation zu überwinden und eine Wendung zum Besseren in der gegenwärtigen Lage herbeizuführen. Wenn man auf die bei der Einschätzung der Lage und bei der Aufgabenstellung aufgetauchte „linke“ oder rechte Abweichung nicht hinweist und sie nicht korrigiert, dann ist das ebenfalls äusserst gefährlich.

4. Die Selbstschutzgefechte der 4. und der 5. Abteilung gegen den Angriff der Truppen Han Dö-tjins und Li Dsung-jens auf Ostanhui, die Selbstschutzgefechte der Kolonne Li Hsiän-niäns gegen den Angriff der ultrakonservativen Kräfte auf Mittel- und Osthupeh, der entschiedene Kampf der Abteilung Peng Hsüä-fengs im Gebiet nördlich des Huai-Flusses, die Entfaltung und Verstärkung der Truppen Yä Fes nördlich des Yangtse und der Vormarsch von mehr als 20‘000 Mann der 8. Route-Armee nach Süden, in das Gebiet nördlich des Huai-Flusses, nach Ostanhui und Nordkiangsu8 — das alles war nicht nur unbedingt nötig und absolut richtig, sondern auch unerlässlich, um Gu Dschu-tung die Lust zu nehmen, Euch in Südanhui und Südkiangsu leichtfertig anzugreifen. Je mehr Erfolge wir also nördlich des Yangtse erringen, je stärker wir dort werden, desto weniger wagt es Gu Dschu-tung, sich auf abenteuerliche Operationen südlich des Flusses einzulassen, desto leichter ist es für Euch, in Südanhui und -kiangsu Eure Artikel zu schreiben. Je stärker die Achte Route-Armee, die Neue Vierte Armee und die Guerillatruppen Südchinas in Nordwest-, Nord-, Zentral- und Südchina werden, je stärker die Kommunistische Partei in ganz China wird, desto grösser ist Gleicherweise die Möglichkeit, die Gefahr der Kapitulation zu überwinden und eine Wendung zum Besseren in der gegenwärtigen Lage herbeizuführen, desto leichter wird es für unsere Partei sein, ihre Artikel im ganzen Land zu schreiben. Falsch ist es, wenn man von einer entgegengesetzten Einschätzung ausgeht und eine entgegengesetzte Taktik einschlägt, d. h., wenn man annimmt, dass die Ultrakonservativen um so rascher zur Kapitulation schreiten, je stärker wir werden, oder dass sie um so entschiedener gegen die japanischen Eindringlinge kämpfen, je mehr wir nachgeben, oder wenn man annimmt, dass das ganze Land bereits vor einer Spaltung steht und dass eine Zusammenarbeit zwischen der Kuomintang und der Kommunistischen Partei nicht mehr möglich ist.

5. Die Politik der antijapanischen nationalen Einheitsfront ist unsere Politik für das ganze Land im Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression. Die Schaffung der demokratischen antijapanischen Stützpunktgebiete im Hinterland des Feindes gehört zu dieser Politik. Ihr müsst den Beschluss des Zentralkomitees in der Frage der politischen Macht entschieden durchführen.

6. Unsere Politik in den von der Kuomintang beherrschten Gebieten unterscheidet sich von der in den Frontgebieten und in den Gebieten hinter den feindlichen Linien. In den Kuomintang-Gebieten ist unsere Politik darauf gerichtet, getarnt und effektiv in langfristiger Illegalität zu arbeiten, die Kräfte zu sammeln und auf einen günstigen Zeitpunkt zu warten. Hier muss man gegen Hitzköpfigkeit und Enthüllungsgefahr angehen. Hier besteht die Taktik im Kampf gegen die Ultrakonservativen darin, auf Grund der Prinzipien „im Recht sein, Vorteil haben und masshalten“, unter Ausnutzung aller Gesetze und Befehle der Kuomintang, wie sie nur auszunutzen sind, und in dem durch die gesellschaftlichen Bräuche erlaubten Rahmen schrittweise und sicher Kämpfe zu führen und Kräfte zu sammeln. Wenn die Mitglieder unserer Partei gezwungen werden, in die Kuomintang einzutreten, dann lassen wir sie das tun; man muss sich bemühen, weitgehend in die örtlichen Bao-Djia-Organisationen und in die Bildungsorganisationen, wirtschaftlichen und militärischen Organisationen einzudringen; in der Zentralarmee und unter den buntscheckigen Heerhaufen9 muss die Arbeit für die Einheitsfront, das heisst zur Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen, breit entfaltet werden. In allen Kuomintang-Gebieten besteht die Hauptpolitik unserer Partei ebenfalls darin, die fortschrittlichen Kräfte (die Parteiorganisationen und die Massenbewegungen) zu entfalten, die Kräfte der Mitte (die nationale Bourgeoisie, die aufgeklärten Schenschi, die buntscheckigen Heerhaufen, die Mittelgruppe in der Kuomintang10 wie auch in der Zentralarmee11, die Oberschicht der Kleinbourgeoisie sowie die verschiedenen kleinen Parteien und Gruppen, also insgesamt sieben Kategorien) zu gewinnen und die ultrakonservativen Kräfte zu isolieren, um somit die Gefahr der Kapitulation zu überwinden und eine Wendung der Lage zum Besseren zu erkämpfen. Gleichzeitig müssen wir völlig darauf vorbereitet sein, mit allen möglichen Überraschungen örtlichen oder gesamtstaatlichen Massstabs fertig zu werden. Unsere Organisationen in den Kuomintang-Gebieten müssen streng geheim sein. Die Mitarbeiter des Südostbüros12 und aller Provinz-, Sonder-, Kreis- und Distriktskomitees (angefangen von den Parteisekretären bis zu den Köchen) müssen einer nach dem anderen einer strengen und sorgfältigen Überprüfung unterzogen werden, wobei auf keinen Fall zugelassen werden darf, dass auch nur im geringsten verdächtige Leute weiterhin in den leitenden Organen aller Ebenen bleiben. Man muss grösste Aufmerksamkeit darauf verwenden, die Kader zu schützen. Alle offen oder halboffen tätigen Funktionäre, denen Gefahr droht, von der Kuomintang verhaftet und ermordet zu werden, müssen in andere Gebiete versetzt werden und dort untertauchen oder zur Arbeit in die Armee geschickt werden. In den von Japan besetzten Gebieten (in Schanghai; Nanking, Wuhu, Wuhsi und anderen grossen, mittleren oder kleinen Städten und auch in den Dörfern) ist unsere Politik im wesentlichen dieselbe wie in den Kuomintang-Gebieten.

7. Die Kameraden vom Südostbüro des Zentralkomitees und vom Unterausschuss des Revolutionären Militärausschusses werden aufgefordert, die oben dargelegten, in der kürzlich abgehaltenen Sitzung des Politbüros des Zentralkomitees bestätigten taktischen Weisungen zu diskutieren, alle Funktionäre in den Parteiorganisationen und in der Armee mit ihnen vertraut zu machen und sie entschieden in die Tat umzusetzen.

8. In Südanhui wird Kamerad Hsiang Ying und in Südkiangsu Kamerad Tschen Yi beauftragt, die vorliegenden Weisungen den Partei- und Armeefunktionären zu übermitteln, wobei Diskussion und Übermittlung innerhalb eines Monats nach dem Eingang abgeschlossen sein müssen. Kamerad Hsiang Ying wird ferner beauftragt, gemäss dem Kurs des Zentralkomitees die Arbeit aller Partei- und Armeeorganisationen in diesem Gebiet zu planen und zu regeln und die Ergebnisse dem Zentralkomitee zu berichten.

1Die Gesamtbezeichnung für einige antijapanische Guerillaeinheiten in Südchina, die unter der Führung der Kommunistischen Partei standen.

2Gu Dschu-tung, Leng Hsin und Han Dö-tjin waren reaktionäre Generale, die von der Kuomintang-Regierung nach Kiangsu, Tschekiang, Südanhui, Kiangsi und anderen Gebieten abkommandiert wurden.

3Hier sind die 4. und die 5. Abteilung der Neuen 4. Armee gemeint, die zu jener Zeit im Gebiet des Huai-Flusses zwischen Kiangsu und Anhui ein antijapanisches Stützpunktgebiet schufen.

4Gemeint sind einige Truppenteile der Neuen 4. Armee unter dem Befehl der Kameraden Yä Fe und Dschang Yün-yi, die zu jener Zeit im Gebiet nördlich des Yangtse — in Mittelkiangsu und Ostanhui — den Guerillakrieg gegen die japanische Aggression entfalteten und ein antijapanisches Stützpunktgebiet schufen.

5Im März-April 1940 entfalteten Li Pin-hsiän, Gouverneur der Provinzregierung der Kuomintang in der Provinz Anhui, und Li Dsung-jen, Oberbefehlshaber der 9. Kriegszone, (beide gehörten der Militärmachthaberclique von Kuangsi an) einen grossangelegten Angriff gegen die Einheiten der Neuen 4. Armee, die sich an der Grenze der Provinzen Anhui und Hupeh befanden. Der Befehlshaber der Truppenteile der Neuen 4. Armee im Gebiet nördlich des Yangtse, Kamerad Dschang Yün-yi, und der Befehlshaber der Hupeh-Honan-Stosskolonne, Kamerad Li Hsiän-niän, protestierten energisch gegen diese verbrecherischen Handlungen, die den Kampf gegen die japanische Aggression untergraben sollten, und leisteten dem Angriff Widerstand.

6Es handelt sich um die rechtsopportunistischen Fehler Tschen Du-hsius.

7Gemeint sind die Ultrakonservativen der Kuomintang mit Tschiang Kai-schek an der Spitze.

8Im Januar 1940 warf das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas, um den antijapanischen Kampf der Neuen 4. Armee im Gebiet nördlich des Huai-Flusses sowie in Ostanhui und Nordkiangsu zu unterstützen, über 20‘000 Soldaten der 8. Route-Armee aus Nordchina nach dem Süden; diese trafen in Nordkiangsu ein.

9Die Tschiangkaischek-Clique bezeichnete ihre eigenen Truppen als „Zentralarmee“ und die Kuomintang-Truppen aller anderen Cliquen als „buntscheckige Heerhaufen“. Diese wurden von der Tschiangkaischek-Clique diskriminiert, schlechter behandelt als jene.

10Gemeint sind Gruppen und Einzelpersonen innerhalb der Kuomintang, die eine bestimmte Zeit hindurch keine besondere Aktivität im Kampf gegen die Kommunistische Partei zeigten oder eine neutrale Haltung einnahmen.

11Wenn auch die „Zentralarmee“ die eigenen Truppen der Tschiangkaischek-Clique waren, gab es doch in ihr Offiziere und einzelne Einheiten, die während des Widerstandskriegs keine besondere Aktivität im Kampf gegen die Kommunistische Partei zeigten oder eine neutrale Haltung einnahmen. Sie sind es, die mit der „Mittelgruppe in der Zentralarmee“ gemeint sind.

12Das Südostbüro war die Vertretung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas im Südost-Gebiet, die hier in der Zeit von 1938 bis 1941 die Arbeit leitete. Dieses Gebiet umfasste die Provinzen Kiangsu, Tschekiang, Anhui, Kiangsi, Hupeh und Hunan.