Mao Tse-tung: “Kritisiert den Gross-Han-Chauvinismus!”

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Es gibt ein Ziel, die Eroberung der Macht!

KRITISIERT DEN GROSS-HAN-CHAUVINISMUS!

Mao Tse-tung
16.03.1953

Ausgewählte Werke
Band 5
Reproduziert von
Die Rote Fahne

KRITISIERT DEN GROSS-HAN-CHAUVINISMUS!

Eine vom Vorsitzenden Mao Tse-tung entworfene parteiinterne Direktive des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Perus.

In einigen Gebieten sind die Beziehungen zwischen den Nationalitäten bei weitem nicht so, wie sie sein sollten. Für Kommunisten ist das eine unerträgliche Situation. Wir müssen die unter vielen Mitgliedern und Kadern unserer Partei noch in einem ernstzunehmenden Masse existierenden gross-han-chauvinistischen Vorstellungen eingehend kritisieren, die nichts anderes sind als Ausdruck des reaktionären Denkens der Grundherrenklasse und der Bourgeoisie, des für die Kuomintang charakteristischen Denkens im Hinblick auf die Beziehungen zwischen den Nationalitäten. Fehler in dieser Hinsicht müssen unverzüglich berichtigt werden. Delegationen unter der Führung von Kameraden, die mit unserer Nationalitäten-Politik gut vertraut sind und tiefe Sympathie für die immer noch unter Diskriminierung leidenden Landsleute der Minderheiten hegen, sollten die von nationalen Minderheiten bewohnten Gebiete besuchen, sich dort ernsthaft der Untersuchungsarbeit und dem Studium widmen und den lokalen Partei- und Regierungsorganen bei der Aufdeckung und Lösung der Probleme helfen. Diese Besuche dürfen auf gar keinen Fall so aussehen, dass man „vom Pferderücken aus die Blumen bewundert“.

Aus einer Flut von Informationen schliesst das Zentralkomitee auf das allgemeine Vorhandensein ungelöster Probleme in allen Minderheitengebieten, wobei die Probleme in manchen Fällen äusserst schwerwiegender Natur sind. An der Oberfläche scheint alles in Ordnung, aber in Wahrheit gibt es da sehr grosse Probleme. Die Dinge, die in den letzten zwei, drei Jahren in verschiedenen Orten ans Licht gekommen sind, zeigen, dass fast überall Gross-Han-Chauvinismus existiert. Es wäre sehr gefährlich, würden wir versäumen, rechtzeitig Erziehungsmassnahmen zu ergreifen, würden wir den Gross-Han-Chauvinismus in der Partei und im Volk nicht entschlossen überwinden. Das Problem in den Beziehungen zwischen den Nationalitäten, das an vielen Orten in der Partei und unter den Massen sichtbar wird, kommt nicht einfach daher, dass es einige Überbleibsel des Gross-Han-Chauvinismus gibt, sondern vielmehr daher, dass dieser in hohem Grade weiterexistiert. Das heisst, die bourgeoise Ideologie beherrscht das Denken jener Kameraden und jener Menschen im Volk, die nicht marxistisch erzogen worden sind und die Nationalitäten-Politik des Zentralkomitees nicht begriffen haben. Es muss also gewissenhaft Erziehungsarbeit geleistet werden, damit dieses Problem schrittweise gelöst werden kann. Darüber hinaus sollten die Zeitungen mehr auf entsprechenden Fakten beruhende Artikel bringen, um den Gross-Han-Chauvinismus in aller Öffentlichkeit zu kritisieren und dadurch Parteimitglieder und Volk zu erziehen.