Mao Tse-tung: “Rede auf einer Kaderkonferenz im befreiten Gebiet Schansi-Suiyüan”

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Es gibt ein Ziel, die Eroberung der Macht!

REDE AUF EINER KADERKONFERENZ IM BEFREITEN GEBIET SCHANSI-SUIYÜAN

Mao Tse-tung
01.04.1948

Ausgewählte Werke
Band 4
Reproduziert von
Die Rote Fahne

REDE AUF EINER KADERKONFERENZ IM BEFREITEN GEBIET SCHANSI-SUIYÜAN

Kameraden! Heute möchte ich hauptsächlich über einige Fragen hinsichtlich unserer Arbeit im befreiten Gebiet Schansi-Suiyüan sprechen und dann über einige Probleme im Hinblick auf unsere Arbeit im ganzen Land.

1

Meiner Meinung nach ist im vergangenen Jahr die Arbeit in der Bodenreform und zur Konsolidierung der Partei in dem vom Schansi-Suiyüan Zweigregionalbüro des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas geleiteten Gebiet erfolgreich gewesen.

Dies lässt sich von zwei Gesichtspunkten aus betrachten. Einerseits hat die Parteiorganisation von Schansi-Suiyüan rechte Abweichungen bekämpft und Massenkämpfe entfaltet; sie hat, bei einer Gesamtbevölkerung des Gebiets von über drei Millionen, unter zwei Millionen und einigen hunderttausend Menschen die Arbeit für die Bodenreform und zur Konsolidierung der Partei bereits abgeschlossen oder ist eben dabei, sie abzuschliessen. Andererseits hat sie auch einige in diesen Bewegungen zutage getretene „linke“ Abweichungen berichtigt und hat dadurch ihre ganze Arbeit auf den Weg einer gesunden Entwicklung gebracht. Von diesen beiden Gesichtspunkten aus kann man meiner Meinung nach die Arbeit in der Bodenreform und der Konsolidierung der Partei im befreiten Gebiet Schansi-Suiyüan als erfolgreich ansehen.

„Von jetzt an“, sagen die Leute im befreiten Gebiet Schansi-Suiyüan, „wird niemand jemals wieder wagen, sich feudalistisch zu benehmen, andere zu schikanieren oder sich Korruptionen zu erlauben.“ Das ist die Schlussfolgerung, die sie aus unserer bei der Bodenreform und der Konsolidierung der Partei geleisteten Arbeit ziehen. Wenn sie sagen, „niemand wird jemals wieder wagen, sich feudalistisch zu benehmen“, so meinen sie, dass wir sie dazu geführt haben, einen Kampf zu entfalten, durch den das System der feudalen Ausbeutung in den neuen befreiten Gebieten und seine Überreste in den alten und jüngeren befreiten Gebieten schon beseitigt wurden oder jetzt beseitigt werden. Wenn sie sagen, „niemand wird jemals wieder wagen, andere zu schikanieren oder sich Korruptionen zu erlauben“, so bezieht sich das auf die bedenklichen Erscheinungen einer Verunreinigung der klassenmässigen Zusammensetzung und des Arbeitsstils, wie sie sich früher in unseren Parteiorganisationen und unseren Machtorganen in gewissem Grad zeigten. Eine Reihe von üblen Elementen hatte sich in die Parteiorganisationen und Machtorgane eingeschlichen; viele Personen hatten einen bürokratischen Arbeitsstil entwickelt und ihre Machtstellung zu willkürlichen Massnahmen gegen das Volk missbraucht, sie wandten zur Durchführung ihrer Arbeit Methoden des Zwanges und Befehls an, wodurch unter den Massen Unzufriedenheit entstand, oder sie hatten sich der Korruption schuldig gemacht oder gegen die Interessen der Massen verstossen. Durch die Arbeit bei der Bodenreform und der Konsolidierung der Partei im vergangenen Jahr haben sich jedoch diese Zustände von Grund auf geändert.

Einer der hier anwesenden Kameraden erklärte mir: „Das, was für uns verhängnisvoll werden könnte, ist jetzt beseitigt; was wir nie zuvor besassen, haben wir jetzt.“ Mit „verhängnisvoll“ bezeichnete er die bedenklichen Erscheinungen einer Verunreinigung der klassenmässigen Zusammensetzung und des Arbeitsstils in unseren Parteiorganisationen und Machtorganen und der daraus entspringenden Unzufriedenheit der Massen. Diese Erscheinungen sind nun von Grund auf beseitigt. „Was wir nie zuvor besassen, haben wir jetzt“ bezieht sich auf die Verbände der armen Bauern, die neuen Bauernvereinigungen, die Versammlungen der Volksvertreter der Distrikte und Dörfer und die neue Atmosphäre, die sich auf dem Lande durch die Bodenreform und die Konsolidierung der Partei herausgebildet hat.

Diese Äusserungen geben, denke ich, ein wahrheitsgetreues Bild. Gerade darin liegt der grosse Erfolg, der bei der Bodenreform und der Konsolidierung der Partei im befreiten Gebiet Schansi-Suiyüan erzielt wurde. Das ist die eine Seite unseres Erfolgs. Auf dieser Grundlage konnte die Parteiorganisation von Schansi-Suiyüan im vergangenen Jahr militärische Pflichtleistungen in riesigem Ausmass zur Unterstützung des grossen Volksbefreiungskriegs ausführen. Ohne unsere erfolgreiche Arbeit in der Bodenreform und in der Konsolidierung der Partei wäre es schwierig gewesen, derartige gewaltige militärische Aufgaben zu erfüllen.

Auf der anderen Seite hat die Parteiorganisation von Schansi-Suiyüan einige in ihrer Arbeit vorgekommene „linke“ Abweichungen berichtigt, hauptsächlich die folgenden drei: Erstens wurde an vielen Orten bei der Bestimmung der Klassenzugehörigkeit eine Anzahl Werktätiger fälschlich als Grundherren oder Grossbauern klassifiziert, obgleich sie keine feudale Ausbeutung oder nur geringfügige Ausbeutung betrieben; die Angriffsfläche wurde auf diese Weise irrtümlich erweitert und ein äusserst wichtiges strategisches Prinzip ausser acht gelassen, nämlich dass wir bei der Bodenreform etwa 92% der Haushalte bzw. 90% der Bevölkerung in den Dörfern, das heisst alle ländlichen Werktätigen, zur Bildung einer Einheitsfront gegen das Feudalsystem zusammenschliessen können und müssen. Nun ist diese Abweichung berichtigt worden. Dadurch wurde die Bevölkerung weitgehend beruhigt und die revolutionäre Einheitsfront gefestigt. Zweitens wurde im Verlauf der Bodenreform gegen die Industrie- und Handelsunternehmen der Grundherren und Grossbauern durchgegriffen; im Kampf zur Aufdeckung der Konterrevolution auf wirtschaftlichem Gebiet wurde der vorgeschriebene Rahmen überschritten; bei der Steuerpolitik wurden Industrie und Handel geschädigt. Das waren „linke“ Abweichungen in der Behandlung von Industrie und Handel. Jetzt sind auch diese berichtigt worden, und so können sich Industrie und Handel erholen und entwickeln. Drittens konnte sich die Parteiorganisation von Schansi-Suiyüan im heftigen Kampf bei der Bodenreform des letzten Jahres nicht klar genug an die Politik unserer Partei halten, die willkürliches Schlagen und Hinrichten strengstens verbietet. Infolgedessen wurden während der Bodenreform an manchen Orten einige Grundherren und Grossbauern unnötigerweise hingerichtet, und üble Elemente in den ländlichen Gebieten konnten die Situation zu Racheakten ausnutzen und verübten abscheuliche Morde an einer Zahl Werktätiger. Wir halten es für unbedingt notwendig und richtig, denjenigen Hauptverbrechern, die der volksdemokratischen Revolution aktiv und hartnäckig Widerstand leisten und die Bodenreform sabotieren, das heisst den schlimmsten Konterrevolutionären und örtlichen Despoten, vor den Gerichten des Volkes und den demokratischen Machtorganen den Prozess zu machen und sie zum Tod zu verurteilen. Andernfalls kann die demokratische Ordnung nicht hergestellt werden. Wir müssen jedoch das willkürliche Hinrichten von gewöhnlichem Personal auf seiten der Kuomintang, von Grundherren und Grossbauern schlechthin und von Menschen, die leichtere Verbrechen begangen haben, verbieten. Zugleich dürfen die Gerichte des Volkes und die demokratischen Machtorgane beim Verhör Verbrecher nicht physisch misshandeln. Abweichungen dieser Art, wie sie im vergangenen Jahr im Gebiet Schansi-Suiyüan vorgekommen sind, wurden ebenfalls berichtigt.

Nachdem nun alle diese Abweichungen ernsthaft berichtigt worden sind, können wir beweiskräftig feststellen, dass die gesamte vom Schansi-Suiyüan-Zweigregionalbüro des Zentralkomitees geleitete Arbeit auf dem Weg einer gesunden Entwicklung ist.

Die fundamentalste Arbeitsmethode, die sich alle Kommunisten tief einprägen müssen, besteht darin, die Richtlinien für die Arbeit gemäss den realen Verhältnissen festzulegen. Wenn wir die Ursachen der Fehler, die wir begangen haben, untersuchen, zeigt sich, dass sie alle entstanden sind, weil wir uns von den zur gegebenen Zeit und am gegebenen Ort herrschenden realen Verhältnissen losgelöst und die Richtlinien für unsere Arbeit subjektiv festgelegt haben. Das sollte allen Kameraden eine Lehre sein.

Was die Konsolidierung der Grundorganisationen der Partei betrifft, habt ihr euch auf die Erfahrungen des Kreises Pingschan im befreiten Gebiet Schansi-Tschahar-Hopeh gestützt, entsprechend der Direktive des Zentralkomitees über die Durchführung der Bodenreform und die Konsolidierung der Partei in den alten und jüngeren befreiten Gebieten1; das heisst, ihr habt Aktivisten aus den Massen ausserhalb der Partei zur Teilnahme an Versammlungen der Parteizellen eingeladen, habt Kritik und Selbstkritik geübt, um die Erscheinungen einer Verunreinigung der klassenmässigen Zusammensetzung und des Arbeitsstils in den Parteiorganisationen zu beseitigen und somit die Partei mit den Massen fest zu verbinden. Auf diese Weise wird es euch möglich sein, die gesamte Arbeit zur Konsolidierung der Parteiorganisationen erfolgreich zu erledigen.

Parteimitglieder und Kader, die Fehler begangen haben, die man aber noch erziehen kann und die sich von den unverbesserlichen Elementen unterscheiden, sollen alle erzogen und nicht aufgegeben werden, und zwar ohne Rücksicht auf ihre klassenmässige Herkunft. Es ist ebenfalls richtig, dass ihr diese Politik durchgeführt habt oder gerade durchführt.

Im Kampf gegen das Feudalsystem ist die Erfahrung bei der Bildung von Volksvertreterversammlungen auf Distrikts- und Dorf (oder Gemeinde-)ebene, gestützt auf die Verbände der armen Bauern und Bauernvereinigungen, von ausserordentlichem Wert. Die einzig wahre Volksvertreterversammlung ist eine, die auf dem Willen der wirklich breiten Massen beruht. Die Möglichkeit zur Bildung derartiger Volksvertreterversammlungen besteht jetzt in allen befreiten Gebieten. Sobald eine solche Versammlung erst einmal gebildet ist, soll sie das örtliche Machtorgan des Volkes werden, und alle Machtbefugnisse, die ihr und dem von ihr gewählten Verwaltungsrat gebühren, müssen diesen zuteil werden. Der Verband der armen Bauern und die Bauernvereinigung werden dann ihre rechte Hand werden. Einstmals beabsichtigten wir, Volksvertreterversammlungen in den ländlichen Gebieten erst dann ins Leben zu rufen, wenn die Aufgabe der Bodenreform im wesentlichen durchgeführt ist. Nachdem nun eure eigene Erfahrung und die der anderen befreiten Gebiete den Beweis erbracht haben, dass es möglich und notwendig ist, diese Volksvertreterversammlungen und die von ihnen gewählten Verwaltungsräte auf Distrikts-und Dorfebene mitten im Kampf für die Bodenreform zu bilden, sollt ihr auch weiter so verfahren. In allen befreiten Gebieten soll man ebenso verfahren. Nachdem die Volksvertreterversammlungen auf Distrikts- und Dorfebene allgemein eingeführt sind, können sie auch auf Kreisebene geschaffen werden. Wenn Volksvertreterversammlungen auf Kreisebene und darunter bestehen, wird es leicht sein, sie auch auf höheren Ebenen zu bilden. In die Volksvertreterversammlungen auf verschiedenen Ebenen müssen wir nach Möglichkeit Vertreter aller demokratischen Schichten aufnehmen — Arbeiter, Bauern, selbständige Handwerker, Angehörige freier Berufe, Intellektuelle, Industrie- und Handelsunternehmer aus der nationalen Bourgeoisie und aufgeklärte Schenschi. Selbstverständlich darf man eine Vertretung nicht mechanisch zusammensetzen; man muss einen Unterschied machen zwischen ländlichen Gebieten mit Marktflecken und solchen ohne Marktflecken, zwischen Marktflecken verschiedener Grösse und zwischen Städten und ländlichen Gebieten, um auf natürliche Weise, und nicht gezwungen, die Aufgabe der Vereinigung aller demokratischen Schichten durchzuführen.

In den gewaltigen Massenkämpfen bei der Bodenreform und der Konsolidierung der Partei sind Zehntausende von Aktivisten und Kadern erzogen und herangebildet worden. Sie sind mit den Massen verbunden und stellen einen äusserst wertvollen Reichtum der Volksrepublik China dar. Von nun an müssen wir ihre Erziehung intensivieren, damit sie in ihrer Arbeit ständig Fortschritte machen können. Gleichzeitig müssen wir sie warnen, sich durch Erfolg und Lob zu Hochmut und Selbstzufriedenheit hinreissen zu lassen.

Angesichts all dessen, angesichts der Erfolge in diesen verschiedenen Hinsichten können wir sagen, dass das befreite Gebiet Schansi-Suiyüan jetzt konsolidierter ist als je zuvor. Andere befreite Gebiete, wo in gleicher Weise verfahren wurde, sind ebenfalls gefestigt worden.

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Was die Leitung betrifft, sind die eben erwähnten Erfolge des befreiten Gebiets Schansi-Suiyüan hauptsächlich auf die folgenden Ursachen zurückzuführen: 1. Durch die von Kameraden Kang Scheng im letzten Frühjahr und Sommer im Verwaltungsdorf Haodjiapo, Kreis Linhsiän, geleistete Arbeit unterstützt, hielt das Schansi-Suiyüan Zweigregionalbüro im Juni des Vorjahrs eine Konferenz von Sekretären der Bezirksparteikomitees ab. Diese Konferenz kritisierte die in der geleisteten Arbeit vorhandenen rechten Abweichungen, enthüllte restlos die bedenklichen Erscheinungen, die sich durch verschiedene Abweichungen von der Parteilinie ergaben, und bestimmte die Richtlinie, die Arbeit zur Bodenreform und Konsolidierung der Partei ernsthaft zu beginnen. Im wesentlichen war diese Konferenz von Erfolg gekrönt. Ohne sie hätten Bodenreform und Konsolidierung der Partei in solchem Umfang nicht erfolgreich sein können. Die Mängel der Konferenz bestanden darin, dass sie versäumte, den unterschiedlichen Bedingungen in den alten, jüngeren und neuen befreiten Gebieten entsprechend, unterschiedliche Richtlinien für die Arbeit festzulegen, dass sie in der Frage der Bestimmung der Klassenzugehörigkeit eine „links“ abweichlerische Politik verfolgte, dass sie in der Frage, wie das Feudalsystem zu beseitigen sei, zu viel Wert auf das Auffinden der vergrabenen Vermögenswerte der Grundherren legte und dass in der Frage, wie man die Forderungen der Massen behandeln sollte, eine nüchterne Analyse fehlte und einfach die Losung aufgestellt wurde: „Alles so tun, wie die Massen es wünschen.“ In diesem letzten Punkt, das heisst in der Frage der Beziehungen der Partei zu den Massen, muss die Partei die Volksmassen dazu anleiten, alle ihre Meinungen, sofern sie richtig sind, den Umständen entsprechend in die Tat umzusetzen; wo sich dagegen unter den Volksmassen falsche Anschauungen entwickelt haben, müssen die Massen dazu erzogen werden, sie zu berichtigen. Die Konferenz betonte nur, dass die Partei die Ideen der Massen verwirklichen sollte, versäumte aber, darauf hinzuweisen, dass die Partei die Massen auch erziehen und führen muss. Sie übte so in manchen Gebieten einen falschen Einfluss auf die Kameraden aus und machte damit ihren Fehler der Nachtrabpolitik nur noch schlimmer. Im Januar dieses Jahres ergriff das Schansi-Suiyüan-Zweigregionalbüro geeignete Massnahmen zur Berichtigung der „linken“ Abweichungen. Diese Massnahmen wurden von Kameraden des Zweigregionalbüros nach ihrer Rückkehr von der Dezembertagung des Zentralkomitees2 durchgeführt. Zu diesem Zweck gab das Zweigregionalbüro eine Fünf-Punkte Direktive heraus3 Diese Berichtigungsmassnahmen waren den Wünschen der Massen so gut angepasst und wurden mit derartiger Schnelligkeit und Gründlichkeit durchgeführt, dass fast alle „linken“ Abweichungen schon in kurzer Zeit richtiggestellt waren.

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Die Linie in der Führung der Parteiorganisation von Schansi-Suiyüan während des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression war im wesentlichen richtig. Das zeigte sich in der Senkung der Pacht- und Darlehenszinsen, in der ziemlich umfangreichen Wiederherstellung und Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion, der Heimspinnerei und -weberei, der Rüstungsindustrie und eines Teils der Leichtindustrie, in der Fundamentierung der Parteiorganisationen, in der Errichtung einer demokratischen Regierung und in der Aufstellung von Volksstreitkräften von nahezu hunderttausend Mann. Alles das bildete die Grundlage, auf der wir siegreich den Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression ausfechten und die Angriffe Yän Hsi-schans und anderer Reaktionäre zurückweisen konnten. Freilich gab es in der Partei und in den Machtorganen Unzulänglichkeiten während dieser Periode; wie uns jetzt allen völlig klar ist, bestanden diese in einem gewissen Mass in einer Verunreinigung der klassenmässigen Zusammensetzung und des Arbeitsstils sowie in den sich daraus ergebenden zahlreichen ungesunden Erscheinungen in der Arbeit. Aber im ganzen gesehen war die Arbeit während des Widerstandskriegs erfolgreich. Es waren uns daher günstige Bedingungen gegeben, nach der japanischen Kapitulation die konterrevolutionären Angriffe Tschiang Kai-scheks zurückzuschlagen. Die Mängel oder Fehler in der Führung der Parteiorganisation von Schansi-Suiyüan während des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression bestanden vornehmlich darin, dass man versäumte, sich auf die breitesten Massen zu stützen, um ein gewisses Mass einer Verunreinigung der klassenmässigen Zusammensetzung und des Arbeitsstils in den Parteiorganisationen und Machtorganen sowie die dadurch hervorgerufenen ungesunden Erscheinungen in der Arbeit zu beseitigen. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist nun euch überlassen. Ein Grund für jene Situation lag darin, dass gewisse führende Kameraden in Schansi-Suiyüan für viele tatsächliche Umstände in der Partei und unter den Massen kein Verständnis hatten. Das soll den Kameraden ebenfalls eine Lehre sein.

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Die Parteiorganisation von Schansi-Suiyüan hat von nun an die Aufgabe, grösste Anstrengungen zur Vollendung der Bodenreform und der Konsolidierung der Partei zu machen, den Volksbefreiungskrieg fortgesetzt zu entwickeln und zu unterstützen, die Lasten des Volkes nicht zu erschweren, sondern sie entsprechend zu erleichtern, die Produktion wiederherzustellen und zu entwickeln. Ihr haltet jetzt gerade eine Konferenz über die Produktion ab. Für die nächsten Jahre wird das Ziel der Wiederherstellung und Entwicklung der Produktion darin bestehen, einerseits die Lebenshaltung des Volkes zu verbessern und andererseits den Volksbefreiungskrieg zu unterstützen. Ihr besitzt eine ausgedehnte Landwirtschaft und viele Handwerksbetriebe sowie einige mit Maschinen ausgerüstete Betriebe der Leicht- und Schwerindustrie. Ich hoffe, ihr werdet bei der Leitung dieser Produktionsunternehmen Tüchtiges leisten, sonst kann man euch nicht gute Marxisten nennen. In der Landwirtschaft sind jene Arbeitsaustauschbrigaden und Genossenschaften4 zusammengebrochen, die in den Händen von Bürokraten waren und dem Volk schadeten, statt ihm zu nützen. Das ist vollkommen verständlich und soll kein Bedauern hervorrufen. Eure Aufgabe ist es, die Arbeitsaustauschbrigaden, Genossenschaften und anderen notwendigen Wirtschaftsorganisationen, welche die Unterstützung der Volksmassen gewonnen haben, sorgsam aufrechtzuerhalten, zu entwickeln und sie überall zu verbreiten.

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Die Lage im ganzen Land ist etwas, was unseren Kameraden am Herzen liegt. Nach der Landeskonferenz unserer Partei über die Bodenfrage im letzten Jahr, welche die Annahme einer neuen Politik, die Durchführung der Bodenreform und der Konsolidierung der Partei beschloss, fanden in praktisch allen befreiten Gebieten grosse Kaderkonferenzen über die Konsolidierung der Partei und die Bodenreform statt. Auf diesen Konferenzen wurden die in der Partei vorhandenen rechtsabweichlerischen Ansichten kritisiert und die bedenklichen Erscheinungen einer Verunreinigung der klassenmässigen Zusammensetzung und des Arbeitsstils, die in gewissem Mass in der Partei vorhanden waren, aufgedeckt. Danach wurden in vielen Gebieten geeignete Massnahmen ergriffen, und die „linken“ Abweichungen wurden bereits oder werden gerade berichtigt. Unsere Partei konnte daher, angesichts der neuen politischen Lage und der neuen politischen Aufgaben, ihre Arbeit im ganzen Land auf den Weg einer gesunden Entwicklung bringen. Während der letzten Monate haben fast alle Truppeneinheiten der Volksbefreiungsarmee die Kampfpausen zu ihrer weitgehenden Konsolidierung und Ausbildung benutzt. Das ist völlig geleitet und geregelt und mit Hilfe demokratischer Methoden durchgeführt worden. Dadurch wurde der revolutionäre Eifer der grossen Masse der Kommandeure und Kämpfer geweckt, und sie erkannten klar und deutlich die Kriegsziele, auch wurden dadurch gewisse unrichtige ideologische Tendenzen und ungesunde Erscheinungen in der Armee beseitigt, die Kader und Kämpfer erzogen und ihre Kampfkraft bedeutend gesteigert. Von jetzt an müssen wir diese Konsolidierungsbewegung in der Armee fortführen, eine Bewegung von neuem Typus, die demokratischen und Massencharakter trägt. Ihr könnt deutlich erkennen, dass weder die Konsolidierung der Partei noch die Konsolidierung der Armee, noch die Bodenreform, die wir durchgeführt haben und die von grosser historischer Bedeutung sind, von unserem Feind, der Kuomintang, unternommen werden können. Wir unsererseits haben mit allem Ernst unsere eigenen Mängel berichtigt und die gesamte Partei und Armee zusammengeschlossen, als wären sie ein Mann; dadurch wurden feste Bande zwischen ihnen und den Volksmassen geschmiedet; wir haben alle vom Zentralkomitee unserer Partei festgelegten Richtlinien und Taktiken mit Erfolg durchgeführt und den Volksbefreiungskrieg siegreich geführt. Bei unseren Feinden jedoch ist in allem das Gegenteil der Fall. Sie sind so korrupt, so zerspalten durch ständig wachsende und unschlichtbare innere Streitigkeiten, so verachtet vom Volk und in völlige Isolierung geraten, sie haben so häufig im Kampf verloren, dass sie unweigerlich dem Untergang verfallen sind. Dies ist die Gesamtlage der Revolution gegenüber der Konterrevolution in China.

In dieser Situation müssen alle Parteikameraden an der Generallinie der Partei, das heisst an der Linie der neudemokratischen Revolution, festhalten. Die neudemokratische Revolution ist keine beliebige Revolution, sondern kann und muss einzig und allein eine Revolution der breiten Volksmassen unter der Führung des Proletariats gegen Imperialismus, Feudalismus und bürokratischen Kapitalismus sein. Das bedeutet, dass diese Revolution von keiner anderen Klasse und Partei als dem Proletariat und der Kommunistischen Partei Chinas geführt werden kann und muss. Das bedeutet, dass die Einheitsfront der an dieser Revolution Teilnehmenden sehr breit ist. Sie umfasst die Arbeiter, die Bauern, die selbständigen Handwerker, die Angehörigen freier Berufe, die Intellektuellen, die nationale Bourgeoisie und die Gruppe der aufgeklärten Schenschi, die sich von der Grundherrenklasse abgespalten hat. Sie zusammen bilden das, was wir als Volksmassen bezeichnen. Der von diesen Volksmassen zu gründende Staat und seine Regierung werden die Volksrepublik China und eine unter der Führung des Proletariats stehende und auf dem Bündnis aller demokratischen Klassen beruhende demokratische Koalitionsregierung sein. Die in dieser Revolution zu stürzenden Feinde können nur, ja, müssen Imperialismus, Feudalismus und bürokratischer Kapitalismus sein. Der konzentrierte Ausdruck all dieser Feinde ist das reaktionäre Regime der Kuomintang Tschiang Kai-scheks.

Der Feudalismus ist der Bundesgenosse des Imperialismus und bürokratischen Kapitalismus und bildet das Fundament ihrer Herrschaft. Deshalb ist die Reform des Bodenbesitzsystems der Hauptinhalt der neudemokratischen Revolution Chinas. Die Generallinie in der Bodenreform ist, sich auf die armen Bauern zu stützen, sich mit den Mittelbauern zusammenzuschliessen, schrittweise und mit Beachtung der Unterschiede das System der feudalen Ausbeutung zu beseitigen und die landwirtschaftliche Produktion zu entwickeln. Die grundlegenden Kräfte, auf die man sich bei der Bodenreform stützen soll, können und müssen nur die armen Bauern sein. Gemeinsam mit den Landarbeitern machen sie etwa 70% der ländlichen Bevölkerung Chinas aus. Die hauptsächliche und unmittelbare Aufgabe der Bodenreform ist, die Forderungen der Massen von armen Bauern und Landarbeitern zu befriedigen. Bei der Bodenreform muss man sich mit den Mittelbauern zusammenschliessen; die armen Bauern und die Landarbeiter müssen eine feste Einheitsfront mit den Mittelbauern bilden, die etwa 20% der Landbevölkerung ausmachen. Andernfalls werden sich die armen Bauern und die Landarbeiter isoliert sehen, und die Bodenreform wird scheitern. Es ist eine der Aufgaben bei der Bodenreform, die Forderungen gewisser Mittelbauern zu befriedigen. Einem Teil der Mittelbauern muss erlaubt werden, etwas mehr Land zu behalten, als den armen Bauern im allgemeinen durchschnittlich zugeteilt wird. Wir unterstützen die Forderung der Bauern nach gleichmässiger Verteilung des Bodens, eben um zu helfen, die breiten Massen der Bauern dazu zu mobilisieren, das Bodenbesitzsystem der feudalen Grundherrenklasse schnell zu beseitigen. Das bedeutet aber nicht, dass wir absolute Gleichmacherei befürworten. Wer für absolute Gleichmacherei ist, begeht Fehler. Auf dem Lande herrscht jetzt eine Denkweise vor, die Industrie und Handel unterminiert und für absolute Gleichmacherei bei der Bodenverteilung eintritt. Eine derartige Denkweise ist dem Wesen nach reaktionär, rückständig und rückläufig. Wir müssen sie kritisieren. Die Bodenreform ist und darf nur gegen das System der feudalen Ausbeutung durch die Grundherrenklasse und durch die Grossbauern alten Typs gerichtet sein, es sind dabei weder Übergriffe auf die nationale Bourgeoisie noch auf die von Grundherren und Grossbauern betriebenen Industrie- und Handelsunternehmen zulässig. Insbesondere muss man dafür Sorge tragen, die Interessen der Mittelbauern, selbständigen Handwerker, Angehörigen freier Berufe und Grossbauern neuen Typs, die alle keine oder nur geringe Ausbeutung ausüben, nicht zu verletzen. Das Ziel der Bodenreform ist die Beseitigung des Systems der feudalen Ausbeutung, das heisst die Beseitigung der feudalen Grundherren als Klasse, nicht als Einzelpersonen. Deshalb soll man einem Grundherrn ebensoviel Boden und Eigentum zuteilen wie einem Bauern und ihm ermöglichen, produktiv arbeiten zu lernen und sich am volkswirtschaftlichen Leben zu beteiligen. Mit Ausnahme der schlimmsten Konterrevolutionäre und örtlichen Despoten, deren Schuld durch die Untersuchung erwiesen ist, die sich den bitteren Hass der breiten Volksmassen zugezogen haben und deshalb bestraft werden können und müssen, sollen alle Menschen nach einer Politik der Milde behandelt werden, und jegliches willkürliche Schlagen oder Hinrichten muss verboten werden. Das System der feudalen Ausbeutung soll Schritt für Schritt, das heisst auf taktische Weise, abgeschafft werden. Bei der Entfaltung des Kampfes müssen wir die Taktik entsprechend den Umständen sowie dem Grad des Bewusstseins und der Organisation der Bauernmassen festlegen. Wir dürfen nicht versuchen, das ganze System der feudalen Ausbeutung einfach über Nacht auszurotten. Den wirklichen Zuständen im System der feudalen Ausbeutung in den chinesischen Dörfern entsprechend, soll die gesamte Angriffsfläche bei der Bodenreform im allgemeinen etwa 8% der ländlichen Haushalte bzw. etwa 10% der ländlichen Bevölkerung nicht überschreiten. In den alten und jüngeren befreiten Gebieten soll der Prozentsatz noch geringer sein. Ein Abweichen von den tatsächlichen Umständen und eine fälschliche Erweiterung der Angriffsfläche ist gefährlich. In den neuen befreiten Gebieten ist es ausserdem notwendig, zwischen verschiedenen Orten und verschiedenen Phasen einen Unterschied zu machen. Mit der Unterscheidung von Orten meinen wir, dass wir unsere Kräfte darauf konzentrieren sollen, an solchen Orten, die wir fest behaupten können, eine den Wünschen der örtlichen Massen entsprechende, geeignete Bodenreform durchzuführen, während wir an denjenigen Orten, die augenblicklich noch schwer sicher zu halten sind, bis zur Veränderung der Lage nicht überstürzt mit der Bodenreform beginnen, sondern uns auf solche Arbeiten beschränken, die ausführbar und unter den gegenwärtigen Umständen den Massen nützlich sind. Mit der Unterscheidung von Phasen meinen wir, dass wir an kürzlich von der Volksbefreiungsarmee besetzten Orten die Taktik ausgeben und verfolgen sollen, die Grossbauern sowie die mittleren und kleineren Grundherren zu neutraler Haltung zu veranlassen und dadurch die Angriffsfläche einzuengen, um so nur die reaktionären bewaffneten Kräfte der Kuomintang zu vernichten und den Feudalherren sowie den örtlichen Despoten Schläge zu versetzen. Wir sollen alle Kräfte darauf konzentrieren, diese Aufgabe als die erste Phase der Arbeit in den neuen befreiten Gebieten zu vollenden. Schritt für Schritt sollen wir dann, dem gesteigerten Grad des politischen Bewusstseins und der Organisation der Massen entsprechend, zur Phase der völligen Beseitigung des Feudalsystems übergehen. In den neuen befreiten Gebieten dürfen wir bewegliche Vermögenswerte und Boden nur dann aufteilen, wenn die Lage verhältnismässig sicher und die überwiegende Mehrheit der Massen weitgehend mobil gemacht ist; anders vorzugehen wäre abenteuerlich und unzuverlässig und würde eher schaden als nützen. In den neuen befreiten Gebieten müssen die während des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression gesammelten Erfahrungen voll ausgenutzt werden. Mit Beseitigung des Feudalsystems in unterschiedlicher Weise meinen wir, dass wir unterscheiden sollen zwischen Grundherren und Grossbauern, zwischen grossen, mittleren und kleineren Grundherren, zwischen Grundherren und Grossbauern, die örtliche Despoten sind, und solchen, die keine örtlichen Despoten sind, und dass wir, entsprechend dem Hauptprinzip der gleichmässigen Bodenverteilung und der Beseitigung des Feudalsystems, nicht alle in gleicher Weise behandeln und Gleicherweise über sie entscheiden, sondern gemäss den verschiedenartigen Bedingungen eine unterschiedliche Behandlung festlegen und durchführen sollen. Wenn wir so vorgehen, werden die Leute sehen, dass unsere Arbeit vollkommen vernünftig ist. Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion ist das unmittelbare Ziel der Bodenreform. Nur durch die Beseitigung des Feudalsystems können die Voraussetzungen für eine solche Entwicklung geschaffen werden. Sobald das Feudalsystem abgeschafft und die Aufgabe der Bodenreform erfüllt ist, müssen die Partei und die demokratischen Machtorgane in jedem betreffenden Gebiet sofort die Aufgabe der Wiederherstellung und Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion auf die Tagesordnung setzen, müssen sie alle auf dem Lande verfügbaren Kräfte für diese Aufgabe einsetzen, müssen sie Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe organisieren, die Agrartechnik verbessern, die Saatzucht fördern und Be- und Entwässerungsanlagen bauen, damit sich die Produktion unbedingt steigern kann. Die Parteiorganisationen in den ländlichen Gebieten müssen den grössten Teil ihrer Energie dafür verwenden, die landwirtschaftliche Produktion und auch die industrielle Produktion in den Marktflecken wiederherzustellen und zu entwickeln. Um die Wiederherstellung und Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion und auch der industriellen Produktion in den Marktflecken zu beschleunigen, müssen wir im Verlauf des Kampfes um die Beseitigung des Feudalsystems darauf bedacht sein, unser Äusserstes zu tun, um alle nutzbaren Produktions- und Konsumtionsmittel weitestgehend zu erhalten, müssen wir gegen ihre Zerstörung oder Vergeudung durch wen immer entschlossene Massnahmen ergreifen, gegen Schlemmerei vorgehen und auf Sparsamkeit achten. Um die landwirtschaftliche Produktion zu entwickeln, müssen wir die Bauern dahingehend überzeugen, dass sie nach dem Prinzip der Freiwilligkeit allmählich Gemeinschaften der Zusammenarbeit von Produzenten und Konsumenten verschiedenen Typs organisieren, die auf der Grundlage des Privateigentums beruhen und unter den augenblicklichen wirtschaftlichen Verhältnissen zulässig sind. Die Beseitigung des Feudalsystems und die Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion werden den Grundstein für die Aufgabe legen, die industrielle Produktion zu entwickeln und einen Agrarstaat in einen Industriestaat zu verwandeln. Das ist das Endziel der neudemokratischen Revolution.

Es ist den Kameraden bekannt, dass unsere Partei sowohl die Generallinie und die allgemeine Politik der chinesischen Revolution wie auch verschiedene konkrete Arbeitsrichtlinien und die jeweilige konkrete Politik festgelegt hat. Viele Kameraden behalten die einzelnen konkreten Richtlinien und die jeweilige konkrete Politik unserer Partei sehr wohl im Gedächtnis, vergessen jedoch oft ihre Generallinie und allgemeine Politik. Wenn wir wirklich die Generallinie und die allgemeine Politik unserer Partei vergessen, werden wir keine klarsichtigen, vollwertigen, nüchtern denkenden Revolutionäre sein, werden wir bei der Befolgung einer konkreten Arbeitsrichtlinie und einer konkreten Politik die Orientierung verlieren, werden nach links oder rechts abschwenken und unserer Arbeit schaden.

Lasst mich wiederholen:

Die von den Volksmassen unter der Führung des Proletariats gegen Imperialismus, Feudalismus und bürokratischen Kapitalismus geführte Revolution — das ist Chinas neudemokratische Revolution, das ist die Generallinie und allgemeine Politik der Kommunistischen Partei Chinas im gegenwärtigen Stadium der Geschichte.

Sich auf die armen Bauern stützen, sich mit den Mittelbauern zusammenschliessen, schrittweise und mit Beachtung der Unterschiede das System der feudalen Ausbeutung beseitigen und die landwirtschaftliche Produktion entwickeln — das ist die Generallinie und allgemeine Politik der Kommunistischen Partei Chinas bei der Durchführung der Bodenreform während der Periode der neudemokratischen Revolution.

1Am 25. Februar 1948 herausgegeben, fasste diese Direktive des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas die Arbeitserfahrung bei der Bodenreform und der Konsolidierung der Partei in verschiedenen befreiten Gebieten zusammen, legte eine Reihe von Richtlinien und Methoden für die Bodenreform und die Konsolidierung der Partei fest und legte den Schwerpunkt auf die Berichtigung der während der Ausführung dieser beiden Aufgaben in manchen Gebieten vorgekommenen „linken“ Abweichungen.

2Über die Dezembertagung siehe die Anmerkung zur Überschrift der Arbeit „Die gegenwärtige Lage und unsere Aufgaben“, vorliegender Band, S. 161 f.

3Gemeint ist hier die am 13. Januar 1948 vom Schansi-Suiyüan-Zweigregionalbüro des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas herausgegebene „Direktive zur Berichtigung von Fehlern bei der Bestimmung der Klassenzugehörigkeit und zum Zusammenschluss mit den Mittelbauern“. Die Direktive ist in fünf Abschnitte unterteilt, ihre Hauptpunkte sind folgende: (1) Da die Massstäbe für die Bestimmung der Klassenzugehörigkeit nicht deutlich festgelegt waren, wurden auf die spontanen Forderungen der Bauern hin nicht wenige Personen fälschlich als ruinierte Grundherren oder Grossbauern und vor allem wohlhabende Mittelbauern als Grossbauern klassifiziert. Das hatte eine ungünstige Auswirkung auf den Zusammenschluss mit den Mittelbauern und war falsch. (2) Gegen die eben erwähnten Fehler sollen geeignete Massnahmen ergriffen werden, um die Bauern entschieden zur Berichtigung dieser Fehler zu überzeugen. Weggenommenes Eigentum soll in angemessener Weise zurückgegeben werden. (3) Den Bauern und Kadern soll klargemacht werden, dass der einzige Massstab zur Bestimmung der Klassenzugehörigkeit das Verhältnis zur Ausbeutung sein soll. Diejenigen, die falsch klassifiziert wurden, müssen richtig eingestuft werden. (4) Das Prinzip, sich auf die armen Bauern und die Landarbeiter zu stützen und sich mit den Mittelbauern zusammenzuschliessen, muss durchgesetzt werden. Den Mittelbauern soll etwa ein Drittel der Sitze in den Bauernvertreterversammlungen und führenden Körperschaften der Bauernvereinigungen eingeräumt werden, auch sollen ihre Interessen bei der Besteuerung und der Bodenreform berücksichtigt werden. (5) Die verantwortlichen Kader sollen die Klassenpolitik der Partei für die ländlichen Gebiete gewissenhaft studieren. Fehler, die entstanden, weil die Politik der Partei den Mittelbauern gegenüber nicht befolgt wurde, müssen berichtigt, und zwar durch die Massen berichtigt werden. Gleichzeitig mit der Herausgabe dieser Fünf-Punkte-Direktive veröffentlichte das Schansi-Suiyüan-Zweigregionalbüro die „Direktive über den Schutz von Industrie und Handel“ zur Berichtigung der Abweichungen, die durch Übergriffe auf Industrie und Handel während der Bodenreform entstanden waren.

4Gemeint sind hier Versorgungs- und Absatzgenossenschaften.