Mao Tse-tung: “Über den grossen Sieg im Nordwesten und die Konsolidierungsbewegung von neuem Typus in der Befreiungsarmee”

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ÜBER DEN GROSSEN SIEG IM NORDWESTEN UND DIE KONSOLIDIERUNGSBEWEGUNG VON NEUEM TYPUS IN DER BEFREIUNGSARMEE

Mao Tse-tung
07.03.1948

Ausgewählte Werke
Band 4
Reproduziert von
Die Rote Fahne

ÜBER DEN GROSSEN SIEG IM NORDWESTEN UND DIE KONSOLIDIERUNGSBEWEGUNG VON NEUEM TYPUS IN DER BEFREIUNGSARMEE

Ein Kommentar, den Vorsitzender Mao Tse-tung für den Sprecher des Oberkommandos der Chinesischen Volksbefreiungsarmee verfasst hat. Damals wurde die Offensive des Feindes auf dem nordwestlichen Kriegsschauplatz zerschlagen, und unsere Armee war zur Gegenoffensive übergegangen. In diesem Kommentar wird die Lage auf dem nordwestlichen Kriegsschauplatz analysiert und auch die allgemeine Situation in den übrigen Kampfgebieten umrissen. Noch wichtiger ist, dass hier mit besonderem Nachdruck die grosse Bedeutung der Konsolidierungsbewegung von neuem Typus aufgezeigt wird, die mit Hilfe der Methoden der „öffentlichen Klageführung“ und der „dreifachen Überprüfung“ in der Armee entfaltet wurde. Diese Bewegung war eine wichtige Weiterentwicklung der politischen Arbeit und der demokratischen Bewegung innerhalb der Volksbefreiungsarmee und spiegelte in deren Reihen die Bewegungen für die Bodenreform und für die Konsolidierung der Partei wider, die damals in den befreiten Gebieten mit grossem Enthusiasmus durchgeführt wurden. Die Konsolidierungsbewegung von neuem Typus hat in der ganzen Armee das politische Bewusstsein, die Diszipliniertheit und die Kampfkraft der Offiziere und Soldaten gewaltig gehoben. Zugleich hat sie ungemein wirkungsvoll den Prozess der Umerziehung einer grossen Zahl gefangengenommener Soldaten der Kuomintang-Armee zu Kämpfern der Befreiungsarmee beschleunigt und auch eine erhebliche Rolle bei der Festigung der Volksbefreiungsarmee und der Erweiterung ihrer Reihen sowie bei der Erringung neuer Siege auf dem Schlachtfeld gespielt. Über die Bedeutung der Konsolidierungsbewegung von neuem Typus in der Armee siehe auch „Die demokratische Bewegung in der Armee“, „Rede auf einer Kaderkonferenz im befreiten Gebiet Schansi-Suiyüan“ und „Rundschreiben des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas über die Septembertagung“, vorliegender Band, S. 199 f., S. 241 ff. bzw. S. 287 ff.

Ein Sprecher des Oberkommandos der Volksbefreiungsarmee erklärte zum jüngsten grossen Sieg der Volksbefreiungsarmee des Nordwestens: Dieser Sieg hat die Lage im Nordwesten verändert und wird sich auf die Situation in der Zentralebene auswirken. Er beweist, dass die Volksbefreiungsarmee dank der mit den Methoden der öffentlichen Klageführung und der dreifachen Überprüfung entfalteten Konsolidierungsbewegung von neuem Typus unbezwingbar werden wird.

Der Sprecher führte aus: Als die Truppen der Volksbefreiungsarmee des Nordwestens während der jüngsten Operation eine Brigade des Gegners in Yitschuan überraschend eingekesselt hatten, befahl Hu Dsung-nan dem Kommandeur des 29. Korps, Liu Kan, zum Entsatz von Yitschuan eiligst vier Brigaden zweier reorganisierter Divisionen von der Linie Luotschuan-Yidjün abzuziehen. Diese Truppen — die 31. und die 47. Brigade der reorganisierten 27. Division sowie die 53. und die 61. Brigade der reorganisierten 90. Division — die insgesamt mehr als 24‘000 Mann zählten, erreichten am 28. Februar den Raum südwestlich von Yitschuan. Die Volksbefreiungsarmee des Nordwestens eröffnete eine Vernichtungsschlacht und liquidierte im Laufe eines 30-stündigen Kampfes, am 29. Februar und 1. März, alle diese Entsatztruppen, ohne dass auch nur ein einziger entkommen konnte. Mehr als 18‘000 Mann wurden gefangengenommen, über 5‘000 Mann getötet oder verwundet; Liu Kan selbst sowie der Kommandeur der 90. Division, Yän Ming, befanden sich unter den Gefallenen. Anschliessend wurde am 3. März Yitschuan eingenommen, wobei mehr als 5‘000 Mann ausser Gefecht gesetzt wurden, nämlich die 24. Brigade der reorganisierten 76. Division des Gegners, die die Stadt verteidigt hatte. Bei dieser Operation wurden alles in allem ein Korpskommando, zwei Divisionsstäbe und fünf Brigaden des Feindes mit insgesamt 30‘000 Mann vernichtet. Das ist unser erster grosser Sieg auf dem nordwestlichen Kriegsschauplatz.

Der Sprecher analysierte die Lage auf dem nordwestlichen Kriegsschauplatz: Von den 28 Brigaden der angeblichen „Zentralarmee“, die von Hu Dsung-nan direkt befehligt wurden, gehörten acht den drei Elite-Divisionen an, nämlich der reorganisierten 1. Division, der reorganisierten 36. Division und der reorganisierten 90. Division. Von diesen Truppen war die 1. Brigade der reorganisierten 1. Division bereits einmal, im September 1946 bei Fuschan in Südschansi, von uns aufgerieben worden, und die Hauptkräfte der 167. Brigade dieser Division waren schon einmal, im Mai vorigen Jahres bei Panlung in Nordschensi, zerschlagen worden; auch die 123. und die 165. Brigade der reorganisierten 36. Division waren schon einmal von uns vernichtet worden, und zwar im August vorigen Jahres bei Schadjiadiän, Kreis Midschi, in Nordschensi; und die reorganisierte 90. Division wurde diesmal völlig liquidiert. Von den verbliebenen Hauptkräften Hu Dsung-nans sind nur noch die 78. Brigade der reorganisierten 1. Division und die 28. Brigade der reorganisierten 36. Division erhaltengeblieben. Somit kann man sagen, dass es unter seiner gesamten Streitmacht keine Elitetruppen mehr gibt. Als Ergebnis der Vernichtungsschlacht von Yitschuan sind von den 28 regulären Brigaden, die Hu Dsung-nan direkt unterstellt waren, jetzt nur 23 Brigaden übriggeblieben, die sich auf folgende Räume verteilen: Bei Linfen in Südschansi steht eine Brigade, jeder Bewegungsmöglichkeit beraubt, auf verlorenem Posten; neun Brigaden befinden sich an der Grenze zwischen Schensi und Honan sowie längs der Linie Loyang-Tungguan, wo sie unserer von Tschen Geng und Hsiä Fu-dschi befehligten Feldarmee gegenüberstehen; in Südschensi ist eine Brigade zum Garnisondienst im Raum von Handschung eingesetzt. Ausserdem gibt es zwölf Brigaden, die längs der eine T-Form bildenden Verkehrslinien Tungguan-Baodji und Hsiänyang-Yenan verteilt sind. Von diesen sind drei „in die Etappe versetzte Brigaden“i, die ganz und gar aus neueingezogenen Rekruten bestehen; zwei sind Brigaden, die von unseren Truppen völlig vernichtet worden waren und erst kürzlich aufgefüllt wurden; zwei weitere sind Brigaden, die bereits von unseren Truppen vernichtende Schläge erhalten haben; die restlichen fünf sind noch relativ wenig angeschlagene Brigaden. Daraus kann man ersehen, dass diese Verbände nicht nur sehr schwach sind, sondern auch grösstenteils einen Garnisondienst versehen. Ausser Hus Truppen gibt es noch zwei Brigaden unter dem Befehl Deng Bao-schans, die Yülin verteidigen, und neun Brigaden aus Ningsia und Tschinghai, die von Ma Hung-kui beziehungsweise von Ma Bu-fang befehligt werden und auf den Raum Dingbiän-Anbiänbao-Djinbiän und Ostkansu verteilt sind. Die unter dem Befehl Hus, Dengs und der beiden Ma stehenden regulären Truppen, einschliesslich der Einheiten, die bereits ein- oder zweimal aufgerieben worden waren und wieder aufgefüllt wurden, zählen jetzt insgesamt 34 Brigaden.

So sieht im Nordwesten die Lage beim Feind aus. Um nochmals auf die längs der T-förmigen Verkehrslinien postierten Streitkräfte zurückzukommen, so sind zwei jener fünf Brigaden, die bisher von uns relativ wenig Schläge erhalten haben, bei Yenan eingekeilt, während sich die drei anderen im Gebiet Gross-Guandschung befinden; die meisten der restlichen sieben Brigaden auf diesem Abschnitt sind mit neuen Rekruten aufgefüllt worden, und einige davon haben bereits vernichtende Schläge einstecken müssen. Mit anderen Worten, im ganzen Gebiet Gross-Guandschung und besonders in der Provinz Kansu sind die feindlichen Truppen äusserst spärlich und ausserstande, die Offensive der Volksbefreiungsarmee aufzuhalten. Dieser Umstand wird zwangsläufig die Dispositionen der Tschiangkaischek-Truppen an der Südfront teilweise beeinflussen, vor allem jener Truppen, die an der Grenze zwischen Honan und Schensi eingesetzt sind, um mit unserer Feldarmee unter Tschen Geng und Hsiä Fu-dschi fertig zu werden. Die Volksbefreiungsarmee des Nordwestens war bei den letzten Angriffsoperationen nach Süden von dem Augenblick an, da sie sich in Marsch setzte, siegreich, und ihr Ruhm verbreitete sich mit Windeseile. Sie hat das Kräfteverhältnis zwischen uns und dem Gegner im Nordwesten geändert und wird von nun an wirksamer als bisher ihre Aktionen mit denen der auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen der Südfront operierenden Verbände der Volksbefreiungsarmee koordinieren können.

Der Sprecher stellte fest: Im Sommer und Herbst vorigen Jahres forcierten unsere drei Feldarmeen unter dem Kommando von Liu Bo-tscheng und Deng Hsiao-ping, Tschen Yi und Su Yü bzw. Tschen Geng und Hsiä Fu-dschi den Gelben Fluss und entfalteten eine Offensive nach Süden; sie haben sich über die ganzen Räume zwischen dem Yangtse, dem Huai-Fluss, dem Gelben und dem Han-Fluss ergossen, eine grosse Zahl feindlicher Truppen vernichtet, eine Truppenverschiebung von etwa 90 der an der Südfront operierenden mehr als 160 Brigaden der Armee Tschiang Kai-scheks veranlasst und diese Brigaden auf sich gezogen; sie haben die Tschiang-Armee in eine passive Lage versetzt und eine entscheidende strategische Rolle gespielt durch alles das haben sie den Beifall des ganzen Volkes gewonnen.1 Während ihrer Winteroffensive trotzte unsere Nordost-Feldarmee der bitteren Kälte von 30 Grad unter Null, rieb eine grosse Anzahl feindlicher Truppen auf, nahm eine bedeutende Stadt nach der anderen ein und hat damit im ganzen Land helle Begeisterung ausgelöst.2 Unsere Feldtruppen von Schansi-Tschahar-Hopeh, von Schantung, von Nordkiangsu und von Schansi-Hopeh-Schantung-Honan haben nach den heldenhaften Kämpfen des Vorjahrs3, bei denen eine grosse Zahl feindlicher Truppen vernichtet worden waren, ihre Konsolidierung und Ausbildung während des Winters abgeschlossen und stehen nun nahe vor der Eröffnung ihrer Frühjahrsoffensive4 Betrachtet man die Situation in ihrer Gesamtheit, so zeigt sich folgende Wahrheit: Wenn wir den Konservatismus, die Furcht vor dem Feind und die Angst vor Schwierigkeiten konsequent bekämpfen, wenn wir uns an den strategischen Generalkurs des Zentralkomitees der Partei halten und seine Weisungen bezüglich der zehn wichtigen militärischen Prinzipien5 befolgen, dann werden wir Angriffsoperationen entfalten und den Feind in grosser Zahl vernichten können; wir werden die Tschiangkaischek-Bande so schlagen, dass sie entweder nur vorübergehend imstande sein wird, unsere Schläge zu parieren, ohne uns Gegenschläge versetzen zu können, oder dass sie nicht einmal imstande sein wird, unsere Schläge zu parieren, und wir ihre Truppen nacheinander total vernichten werden.

Der Sprecher betonte: Die Schlagkraft der Nordwest-Feldarmee ist gegenüber dem vergangenen Jahr unvergleichlich angewachsen.6 Während diese Armee bei ihren vorjährigen Operationen höchstens zwei Brigaden des Feindes auf einmal vernichten konnte, hat sie jetzt in der Schlacht von Yitschuan fünf Brigaden auf einmal ausser Gefecht gesetzt. Es gibt viele Gründe, warum dieser Sieg so hervorragend ist. Von diesen seien u. a. genannt: die entschlossene und zugleich flexible Truppenführung durch die leitenden Kameraden an der Front, die energische Unterstützung seitens der leitenden Kameraden und der breiten Volksmassen im Hinterland, die relative Isolierung der feindlichen Truppen und die für uns vorteilhaften Geländeverhältnisse. Am bemerkenswertesten ist aber der Umstand, dass im Winter mehr als zwei Monate lang die Konsolidierungsbewegung von neuem Typus in der Armee im Gange war, die sich der Methoden der öffentlichen Klageführung und der dreifachen Überprüfung bediente. Da die Bewegung der öffentlichen Klageführung (Klage über die Leiden, die die alte Gesellschaft und die Reaktionäre dem werktätigen Volk zugefügt haben) und der dreifachen Überprüfung (Überprüfung der Klassenherkunft, der Arbeitsleistung und des Kampfwillens) richtig durchgeführt wurde, ist den Kommandeuren und Kämpfern der ganzen Armee bedeutend stärker zum Bewusstsein gekommen, dass sie für die Befreiung der ausgebeuteten werktätigen Massen, für eine das ganze Land umfassende Bodenreform und für die Vernichtung des gemeinsamen Feindes des Volkes – der Tschiangkaischek-Bande — den Krieg führen. Gleichzeitig wurde dadurch die feste Einheit aller Kommandeure und Kämpfer unter der Führung der Kommunistischen Partei bedeutend gestärkt. Auf dieser Grundlage erhöhte die Armee die Reinheit ihrer Reihen, straffte sich ihre Disziplin, entfaltete sich eine Massenbewegung zur militärischen Ausbildung, entwickelte sich in den Truppenteilen eine völlig geleitet und geregelt durchgeführte Demokratie auf politischem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiet. Somit wurde die Armee wie ein Mann zusammengeschlossen, wurde sie zu einer Armee, in der jeder einzelne seine Ideen und Kräfte beiträgt, die keine Opfer scheut, alle materiellen Schwierigkeiten überwindet, einen Massenheroismus an den Tag legt und kühn den Feind vernichtet. Eine solche Armee wird unbesiegbar sein.

Der Sprecher erklärte: Diese Konsolidierungsbewegung von neuem Typus in der Armee wurde nicht bloss im Nordwesten entfaltet, sondern sie war oder ist in allen Einheiten der Volksbefreiungsarmee im ganzen Land im Gange. Sie geht in den Kampfpausen vor sich und behindert keineswegs die Kampfhandlungen. Diese Bewegung geht Hand in Hand mit der Bewegung zur Konsolidierung der Partei sowie der Bewegung für die Bodenreform, die jetzt unter richtiger Führung unserer Partei entfaltet werden; sie ist ferner mit dem richtigen Kurs unserer Partei verbunden, der die Spannweite unserer Schläge einengt, so dass diese lediglich gegen den Imperialismus, den Feudalismus und den bürokratischen Kapitalismus gerichtet werden, der willkürliches Schlagen und Hinrichten streng verbietet (je weniger Menschen hingerichtet werden, desto besser) und der auf dem Zusammenschluss der mehr als 90% der Gesamtbevölkerung ausmachenden breiten Volksmassen beharrt; sie hängt schliesslich eng zusammen mit der richtigen Politik unserer Partei in den Städten und mit ihrem Kurs, die Industrie- und Handelsunternehmungen der nationalen Bourgeoisie konsequent zu schützen und zu entwickeln. Das alles macht Natürlichehrmassen die Volksbefreiungsarmee unüberwindlich. Wie verzweifelt auch die Tschiangkaischek-Bande und ihre Oberherren, die USA-Imperialisten, angesichts des gigantischen Kampfes des chinesischen Volkes für die demokratische Revolution um sich schlagen sollten, der Sieg wird dennoch bestimmt unser sein.

1Am 30. Juni 1947 begannen sieben Kolonnen der Feldarmee von Schansi-Hopeh-Schantung-Honan unter dem Kommando von Liu Bo-tscheng, Deng Hsiao-ping und anderen Kameraden den Gelben Fluss zu überqueren und stiessen gegen das Dabiä-Gebirge vor. Sie eröffneten damit die strategische Offensive der Volksbefreiungsarmee. Bis Ende März 1948 wurden mehr als 100‘000 Mann der feindlichen Truppen vernichtet und an der Grenze zwischen Hupeh und Honan, in Westanhui, in der Gegend des Tungbai-Gebirges, im Flachland zwischen dem Yangtse und dem Han-Fluss neue Stützpunktgebiete errichtet. Acht Kolonnen der von Tschen Yi, Su Yü und anderen Kameraden befehligten Ostchina-Feldarmee drangen im August 1947, nachdem sie den in der Schwerpunktrichtung geführten Angriff des Feindes auf Schantung zerschlagen hatten, in den Südwesten dieser Provinz sowie in das Grenzgebiet Honan-Anhui-Kiangsu ein, vernichteten mehr als 100‘000 Mann der feindlichen Truppen, erweiterten das befreite Gebiet Honan-Anhui-Kiangsu und isolierten die feindlichen strategischen Schlüsselpunkte Kaifeng und Dschengdschou. Zwei Kolonnen und ein Korps der Taiyüä-Armee des befreiten Gebiets Schansi-Hopeh-Schantung-Honan überschritten unter dem Befehl von Tschen Geng, Hsiä Fu-dschi und anderen Kameraden im August 1944 den Gelben Fluss in Südschansi, rückten nach Westhonan vor, vernichteten mehr als 40‘000 Mann des Feindes und errichteten Stützpunktgebiete an den Grenzen der Provinzen Honan, Schensi und Hupeh sowie in Südschensi, wodurch der wichtige Stützpunkt des Gegners in Westhonan, Loyang, völlig isoliert und Tungguan bedroht wurde.

2In der Zeit vom 14. Dezember 1947 bis 15. März 1948 entfalteten zehn Kolonnen und zwölf selbständige Divisionen der Nordost-Feldarmee unter der Führung von Lin Biao, Luo Jung-huan und anderen Kameraden eine ihren Ausmassen nach beispiellose Winteroffensive längs der Strecke Sipingdjiä-Daschitjiao der Chinesischen Tschangtschun-Eisenbahn sowie im Raum des Abschnitts Schanhaiguan-Schenyang der Peiping-Liaoning-Eisenbahn, vernichteten im Verlauf der neunzigtägigen unaufhörlichen Kämpfe über 156‘000 Mann und nahmen den schwerbefestigten strategischen Schlüsselpunkt des Feindes Sipingdjiä sowie 18 weitere Städte ein. Die feindliche Division, die in Yingkou stationiert war, meuterte und ging auf unsere Seite über. Die feindlichen Truppen, die Kirin verteidigt hatten, gaben die Stadt auf und flohen nach Tschangtschun. Auf diese Weise war das Gebiet, das der Feind im Nordosten kontrollierte, auf nur 1% des Gesamtareals dieses Landesteils zusammengeschrumpft, und die Schlupfwinkel des Feindes im Nordosten — Tschangtschun, Schenyang und Djindschou — sowie die anderen Städte an der die drei Orte verbindenden Eisenbahnlinie waren isoliert.

3Von Anfang September bis Mitte November 1947 führten fünf Kolonnen der von Niä Jung-dschen und anderen Kameraden befehligten Feldarmee von Schansi-Tschahar-Hopeh nacheinander Kampfoperationen nördlich des Datjing-Flusses, im Gebiet von Tjingfengdiän und zur Befreiung von Schidjiadschuang durch, vernichteten insgesamt etwa 50‘000 Mann der feindlichen Truppen und verbanden die befreiten Gebiete Schansi-Tschahar-Hopeh und Schansi-Hopeh-Schantung-Honan zu einem zusammenhängenden Territorium. Drei Kolonnen der Schantung-Armee, die zur Ostchina-Feldarmee gehörte, und örtliche Streitkräfte führten von September bis Dezember 1947 unter dem Kommando von Hsü Schi-you, Tan Dschen-lin und anderen Kameraden die Operation in Ostschantung durch, bei der mehr als 63‘000 Mann der feindlichen Truppen vernichtet und über ein Dutzend Kreisstädte wieder erobert wurden, wodurch die Gesamtsituation in der Provinz Schantung eine Änderung erfuhr. Von August bis Dezember 1947 vernichteten die in Nordkiangsu kämpfenden Einheiten der Ostchina-Feldarmee im Laufe aufeinanderfolgender Kämpfe bei Yäntscheng, Libao und anderen Orten mehr als 24‘000 Mann der Feindtruppen und gewannen weite Gebiete in Nordkiangsu zurück. Im Dezember 1947 nahm ein Teil der Feldarmee von Schansi-Hopeh-Schantung-Honan, die unter dem Befehl von Hsü Hsiang-tjiän und anderen Kameraden stand, im Zusammenwirken mit Einheiten der Nordwest-Feldarmee Yüntscheng ein, wobei mehr als 13‘000 Mann der feindlichen Truppen vernichtet wurden; alle Truppen des Feindes in Südwestschansi wurden liquidiert und seine Linfen verteidigenden Einheiten abgeschnitten.

4Im Frühjahr 1948 eröffneten die Feldarmeen der Volksbefreiungsarmee, nachdem sie sich den Winter über konsolidiert und ausgebildet hatten, nacheinander ihre Offensiven. Von März bis Mai operierten die Feldarmee von Schansi-Tschahar-Hopeh sowie Einheiten der Feldarmeen von Schansi-Hopeh-Schantung-Honan und von Schansi-Suiyüan in Südtschahar, Ostsuiyüan und bei Linfen, wobei sie insgesamt 43‘000 Mann vernichteten und ausgedehnte Gebiete zurückeroberten. Vom 8. März bis zum 29. Mai führten Einheiten der Feldarmee der Zentralebene und der Ostchina-Feldarmee Operationen bei Loyang, bei Sungho und in den Abschnitten westlich und östlich von Nanyang durch, vernichteten mehr als 56‘000 Mann, wodurch sie das Verteidigungssystem des Feindes in der Zentralebene zerschlugen und das befreite Gebiet der Zentralebene erweiterten und festigten. Die zur Ostchina-Feldarmee gehörende Schantung-Armee operierte vom 11. März bis zum 8. Mai zuerst an der westlichen Strecke der Tsingtao-Tsinan-Eisenbahn und dann bei Wehsiän, wobei sie mehr als 64‘000 Mann ausser Gefecht setzte. Somit wurde — bis auf einige wenige Stützpunkte wie Tsinan, Tsingtao, Linyi und Yändschou, die noch von der Kuomintang gehalten wurden – die Provinz Schantung befreit. Im März schlug die Armee von Nordkiangsu eine erfolgreiche Schlacht bei Yilin.

5Über die zehn wichtigen militärischen Prinzipien siehe die Arbeit „Die gegenwärtige Lage und unsere Aufgaben“, Abschnitt 3, vorliegender Band, S. 165 ff.

6Die an Kampfaktionen in Nordschensi beteiligten Feldtruppen der Nordwest-Feldarmee, die von Peng Dö-huai, Ho Lung, Hsi Dschung-hsün und anderen Kameraden geführt wurde, betrugen im Sommer 1947 zwei Kolonnen und zwei Brigaden, die insgesamt mehr als 25‘000 Mann zählten. Bis zum Frühjahr 1948 waren diese Truppen auf fünf Kolonnen mit insgesamt übet 71‘000 Mann angewachsen. Als diese Truppen in den ein Jahr dauernden Kämpfen und durch die im Winter 1947-48 in der Armee entfaltete Konsolidierungsbewegung von neuem Typus gestählt worden waren, war das politische Bewusstsein der breiten Massen der Offiziere und Soldaten sowie die Kampffähigkeit der Truppen in einem noch nie dagewesenen Grad gestiegen. Dadurch wurden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, die es der Nordwest-Feldarmee ermöglichten, im März 1948 zu Operationen auf den äusseren Linien überzugehen. Nach dem grossen Sieg bei Yitschuan entfaltete am 12. April die Nordwest-Feldarmee die Operationen in der Gegend von Hsifu (zwischen dem Djing-Fluss und dem We-Fluss westlich von Sian) und in Ostkansu, stiess in den weiten Raum zwischen den genannten Flüssen vor, schnitt die Landstrasse Sian-Landschou ab und eroberte am 2. April Yenan zurück.

iEs handelt sich um Brigaden der Kuomintang-Armee, die grösstenteils von der Chinesischen Volksbefreiungsarmee auf dem Kriegsschauplatz vernichtet worden waren und im Hinterland unter Beibehaltung der ursprünglichen Nummer wieder aufgefüllt wurden.