Mao Tse-tung: “Vom Feind angegriffen zu werden, ist keine schlechte Sache, sondern eine gute Sache”

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Es gibt ein Ziel, die Eroberung der Macht!

VOM FEIND ANGEGRIFFEN ZU WERDEN, IST KEINE SCHLECHTE SACHE, SONDERN EINE GUTE SACHE

Mao Tse-tung
26.05.1939

Ausgewählte SchriftenÜbersetzt und reproduziert von
Die Rote Fahne

ZUM 3. JAHRESTAG DER GRÜNDUNG DER ANTI-JAPANISCHEN MILITÄRISCHEN UND POLITISCHEN HOCHSCHULE DES CHINESISCHEN VOLKES

Warum ist die Antijapanische Militärische und Politische Hochschule im ganzen Lande berühmt geworden und geniesst sogar im Ausland einen gewissen Ruf? Weil sie von allen antijapanischen Militäreinrichtungen die revolutionärste, die fortschrittlichste und die beste Kämpferin für nationale Befreiung und soziale Emanzipation ist. Das ist, glaube ich, auch der Grund, warum die Besucher von Yenan es so gerne sehen wollen.

Die Hochschule ist revolutionär und fortschrittlich, weil sowohl ihre Mitarbeiter und Lehrer als auch ihre Kurse revolutionär und fortschrittlich sind. Ohne diesen revolutionären und fortschrittlichen Charakter hätte sie niemals das Lob der revolutionären Menschen im In- und Ausland erringen können.

Es gibt Leute, die die Hochschule angreifen; sie sind die Kapitulationisten und Verfechter des Landes. Das zeigt nur, dass das Kollegium ein höchst revolutionäres und fortschrittliches ist, sonst würden sie es nicht angreifen. Die heftigen Angriffe der kapitulierenden Ewiggestrigen zeugen von seinem revolutionären und fortschrittlichen Charakter und tragen zu seinem Glanz bei. Es ist ein glorreiches militärisches Institut, nicht nur, weil die Mehrheit des Volkes es unterstützt und lobt, sondern auch, weil es von den Kapitulationisten und eingefleischte energisch angegriffen und verleumdet wird.

Ich vertrete die Ansicht, dass es für uns schlecht ist, wenn eine Person, eine politische Partei, eine Armee oder eine Schule nicht vom Feind angegriffen wird, denn in diesem Fall würde es definitiv bedeuten, dass wir auf das Niveau des Feindes gesunken sind. Es ist gut, wenn wir vom Feind angegriffen werden, denn es beweist, dass wir eine klare Demarkationslinie zwischen dem Feind und uns gezogen haben. Noch besser ist es, wenn der Feind uns wild angreift und uns als völlig schwarz und ohne eine einzige Tugend malt, denn es beweist, dass wir nicht nur eine klare Trennlinie zwischen dem Feind und uns gezogen haben, sondern auch in unserer Arbeit viel erreicht haben.

In den vergangenen drei Jahren hat die Antijapanische Militärische und Politische Hochschule durch die Ausbildung von Zehntausenden vielversprechenden, fortschrittlichen und revolutionären jungen Studenten einen grossen Beitrag für das Land, die Nation und die Gesellschaft geleistet. Sie wird sicher auch weiterhin ihren Beitrag für das Land, die Nation und die Gesellschaft leisten, denn sie wird weiterhin solche jungen Studenten in grosser Zahl ausbilden. Wenn man von der Hochschule spricht, vergleicht man sie oft mit der Whampoa-Militärakademie1 vor der Nordfeldzug. In der Tat gibt es sowohl Ähnlichkeiten als auch Unterschiede zwischen den beiden Instituten. Die Ähnlichkeit ist die Anwesenheit von Kommunisten unter den Lehrern und Studenten in beiden. Der Unterschied besteht darin, dass die Leiter und die Mehrheit der Studenten der Whampoa-Militärakademie Mitglieder der Kuomintang waren, während die gesamte Leitung der Antijapanischen Militär- und Politischen Hochschule in den Händen der Kommunistischen Partei liegt und die grosse Mehrheit der Studenten kommunistisch oder kommunistisch gesinnt ist. Aus diesem Grunde kann die heutige Antijapanische Militärische und Politische Hochschule nur revolutionärer und fortschrittlicher sein als die Whampoa-Militärakademie der Vergangenheit, und sie wird sicherlich einen grösseren Beitrag zur nationalen Befreiung und sozialen Emanzipation leisten.

Die Erziehungspolitik der Hochschule besteht darin, eine feste und richtige politische Orientierung, einen fleissigen und einfachen Arbeitsstil und eine flexible Strategie und Taktik zu kultivieren. Das sind die drei wesentlichen Voraussetzungen für die Heranbildung eines antijapanischen revolutionären Soldaten. In Übereinstimmung mit diesen Grundlagen lehren die Mitarbeiter und studieren die Studenten.

Der Fortschritt und die Entwicklung der Hochschule in den letzten Jahren wurden von gewissen Mängeln begleitet. Sie ist gewachsen, aber es sind auch Schwierigkeiten aufgetreten. Die Hauptschwierigkeit ist der Mangel an Geldmitteln, Lehrern und Lehrmaterialien. Aber unter der Führung der Kommunistischen Partei fürchtet die Hochschule keine Schwierigkeiten und wird sie sicher überwinden. Für Kommunisten gibt es keine Schwierigkeiten, denn sie können sie überwinden.

Es ist meine Hoffnung und die Hoffnung der Menschen des ganzen Landes, dass die Hochschule nach ihrem dritten Jahrestag ihre Mängel beseitigen und noch fortschrittlicher werden wird.

Lehrer, Mitarbeiter und Studenten der Hochschule, lasst uns unsere Anstrengungen verdoppeln!

1Die Whampoa-Militärakademie, die sich in Whampoa bei Kanton befindet, wurde 1924 von Dr. Sun Yat-sen mit Hilfe der chinesischen Kommunisten und der Sowjetunion gegründet. Zu dieser Zeit wurde sie gemeinsam von der Kuomintang und der Kommunistischen Partei geleitet. Zu einer bestimmten Zeit leisteten Chou En-lai, Yun Tai-ying, Hsio Chu-nu, Hsiung Hsiung und andere Kameraden politische und andere Arbeiten in der Akademie. Sie bildeten eine grosse Anzahl von Kadern in revolutionärem Geist für die revolutionären Streitkräfte aus; unter diesen Kadern waren viele Mitglieder der Kommunistischen Partei und des Kommunistischen Jugendverbandes. Der Leiter der Akademie war jedoch Chiang Kai-shek. Unter Ausnutzung seiner Position drängte er die Kommunisten beiseite, baute seine eigene Gefolgschaft auf und verwandelte schliesslich, nach dem konterrevolutionären Staatsstreich vom 12. April 1927, die Akademie in eine konterrevolutionäre Organisation.