Provisorisches Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Schweiz (Rote Fraktion): “Sonderresolution: Ruhm und Ehre dem Kamerad Henri Fürst!”

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Es gibt ein Ziel, die Eroberung der Macht!

SONDERRESOLUTION: RUHM UND EHRE AND GLORY TO COMRADE HENRI FÜRST!

Provisorisches Zentralkomitee
Kommunistische Partei der Schweiz (Rote Fraktion)
June 2021

Reproduziert von Die Rote Fahne

SONDERRESOLUTION: RUHM UND EHRE DEM KAMERAD HENRI FÜRST!

Der unerschöpfliche Schoss des Volkes nährte sie mit seiner kargen Nahrung und setzte sie in Bewegung. Der Klassenkampf modellierte ihren Geist. Und die Partei als vorrangige und höchste soziale Organisationsform erweiterte ihr politisches Bewusstsein und bewaffnete sie mit dem Marxismus-Leninismus-Maoismus, Leitdenken. Sie potenzierte ihren Kampfgeist, indem sie sie in der Volksguerillaarmee organisierte. Und durch die Verschmelzung mit den Massen der armen Bauern stählte sie ihren Körper und ihren Geist in der unauslöschlichen Glut des Volkskrieges. […]. Auf diese Art gewinnen [sie] als Persönlichkeiten der Geschichte Schlachten über ihren Tod hinaus, denn sie leben und kämpfen durch uns weiter und erobern neue Siege. Ihre starke, unauslöschliche Gegenwart spüren wir greifbar und flammend in uns, und sie lehrt uns heute, morgen und auf immer, das Leben für die Partei und die Revolution zu geben.“

Vorsitzender Gonzalo
„Das Leben für die Partei und die Revolution geben!“
Juni 1987

Anlässlich des 1. Plenums des Provisorischen Zentralkomitees (PZK) erweisen wir — die Kommunistische Partei der Schweiz (Rote Fraktion) (KPS(RF)), die rote Fraktion in diesem 2. Moment der gegenwärtigen (imperialistischen) schweizerischen Gesellschaft1 — unseren Kameraden die vor uns kamen, den Riesen auf deren Schultern wir heute stehen, unseren Anführern, die mit der roten Fahne in Hand die tiefsten und breitesten Massen anführten, unserer Kommunistischen Partei der Schweiz (KPS) und allen Märtyrern der schweizerischen Revolution unsere höchste Ehrerbietung — und da diese Revolution ein Teil der proletarischen Weltrevolution ist und ihr dient — auch all jenen, die ihr Leben im Kampf für den Kommunismus auf der ganzen Welt und im Laufe der Geschichte gegeben haben. Insbesondere zollen wir dem höchsten konzentrierten Ausdruck von kommunistischem Heldenmut den dieses Land je gesehen hat, unsere Ehrerbietung: Kamerad Henri Fürst, ein Leiter unserer Partei, der am 09.11.1932 als erster unter den Gefallenen der genfer Blutnacht durch die Hände der reaktionären Söldner des schweizerischen Imperialismus den Märtyrertod fand.

Unsere Partei schrieb in ihrem Organ der Westlichen Region Die Rote Fahne:

Ein Militanter des revolutionären Kampfes in jedem Augenblick, getrieben vom unerbittlichen Klassenbewusstsein des einfachen Arbeiters, fiel Fürst den Kugeln der Mörder der faschistischen Bourgeoisie zum Opfer, die auf die rote Front abgefeuert wurden. In seiner Tätigkeit inmitten der Kommunistischen Partei und der Revolutionären Gewerkschaftsopposition trat er stets überzeugend und aktiv für die Einheit im Kampf ein. Er starb gestern, sein Kopf durch die Kugeln der Maschinengewehre zerschmettert, dieselben Kugeln, denen auch die anderen Arbeitergenossen zum Opfer fielen, diejenigen, die ihren antifaschistischen Willen auf der Strasse bekundeten, ihren Willen, mit direkter Aktion auf die polizeilichen Repressionen eines verrotteten Regimes zu antworten, am Tag bevor sie starben, erstickt von der Fülle der Waren, die wir verschwitzt haben, die wir mit unserem Hunger, mit unserem Blut bezahlen.“

Unser Kamerad Fürst war der erste, der in der Blutnacht starb. Er ging zu den Soldaten, unseren Klassenbrüdern, und sagte ihnen: Schiesst nicht auf uns! Richtet eure Gewehre gegen die Offiziere! Aber den Rekruten wurde gesagt, dass sie nur Platzpatronen bei sich hätten, als die Söldner an ihrer Seite unserem Kameraden mit ihren Maschinengewehren den Schädel zerbrachen. Kamerad Fürst starb an diesem Tag, der erste von mindestens 13. Und er war der erste, der angeschossen wurde, von mehr als 60.

Was tat die Partei angesichts des reaktionären Verbots von Versammlungen im Freien, das der alte Staat den Massen auferlegte (oder besser gesagt: versuchte ihnen aufzuerlegen)? Im Angesicht einer konterrevolutionären Offensive der Bourgeoisie gegen unsere Partei, einer Offensive, die unter anderem auf Die Rote Fahne — die Zeitung der KPS für die Romandie — abzielte, die jedoch ebenso Repression auf Militante der Partei niederhagelte, Militante wie Kamerad Jules Daviet, der an jenem blutigen 9. November Die Rote Fahne verkauft hatte und der mit grossem kommunistischem Heldenmut mehrere Schusswunden überlebte, die ihm von den elenden Söldnern der schweizerischen Bourgeoisie zugefügt wurden, oder die Repression gegen Kamerad Francis Lebet, der in der Leitung des Genfer Subzonenkomitees war — was die Partei tat, war zum Generalstreik in der Stadt Genf aufzurufen! Und trotz aller Versuche des alten Staates und seiner Arbeiteraristokraten, die Massen, das Proletariat, zurückzuhalten: der Aufruf wurde beantwortet! Am Ende konnte alle Sabotage durch die sozialfaschistischen Ratten und reformistischen Streikbrecher und ihren Helfershelfer den Streik nicht brechen, sondern ihn nur taktisch schwächen, während sie durch ihren Verrat die Entschlossenheit und Kampfbereitschaft des Proletariats strategisch stärkten. Einmal mehr trennte sich die Spreu vom Weizen. Bei der Beerdigung unseres Kameraden Fürst, am 12.11.1932, verwandelte die Partei den illegalisierten Zug in eine machtvolle Demonstration, bei der Tausende von Arbeitern ihrem Märtyrer und all die anderen gefallenen Arbeitergenossen huldigten, mit der Arbeiterschutzwehr an vorderster Front. Militante und Arbeitergenossen aus Basel legten einen Kranz an seiner letzten Ruhestätte nieder — genauso wie seine Arbeitskollegen und Genossen aus der Fabrik, die den heldenhaften Aufrufen unserer Partei „Generalstreik am Samstag!“ und „Umwandlung der Bestattungen der Opfer in eine gewaltige Protestkundgebung des genfer Proletariats!“ gefolgt waren. Unser Kamerad wurde mit Ehren der Partei in einem offenen Sarg beigesetzt, mit der roten Fahne mit Hammer und Sichel verhüllt, und er erhielt ein Heldensalut mit erhobenen Fäusten, als er zu Grabe gelegt wurde. Die Demonstration ging kraftvoll und unaufhaltsam weiter. Als die genozidalen Söldner unseren Soldatenbrüdern befahlen, auf diese Prozession zu schiessen, kämpften und leisteten die Rekruten Widerstand gegen diesen Befehl und dem genozidalen Oberst Lederrey und sangen die unsterbliche Hymne unserer internationalen proletarischen Klasse: Die Internationale. Mehr als 20 Soldatenhelden wurden an diesem Tag verhaftet. Wie unsere Partei beschrieb:

In dem Moment, als der Leichenzug unseres gemarterten Kameraden den Charles-Page-Quai überquerte, meuterten die Truppen im Inneren des Ausstellungszentrums gegen ihre Offiziere. Ein schwerer Kampf brach aus, die Fensterscheiben zersprangen und plötzlich erhob sich das Lied der Revolution, die Internationale.

Die Vorgesetzten, von Angst zerfressen, flohen und es gab endlose Beifallsbekundungen, die den vorbeifahrenden Leichenzug begrüssten und den Kampf der Arbeiter gegen ihre Peiniger zum Ausdruck brachten.“

Nach etwa 16 Stunden fand auf dem Messegelände die Zeremonie der Fahnenabnahme der genfer Bataillone statt. Oberst Lederrey hielt gerade eine Rede, als ein Soldat ‚Mörder! rief. Dies war das Signal für eine grosse Mehrheit der Armee, die einen Hagel von Beleidigungen auf den für das Massaker verantwortlichen Offizier richtete.

Lederrey antwortete hilflos: ‚Wenn ich ein Mörder bin, dann schiesst auf mich!, worauf die Truppe antwortete:

‚Gib uns die Patronen!‘ Da sang das genfer Bataillon die Internationale und sprengte die Fenster des Ausstellungspalastes in die Luft, verbrüderte sich mit den Arbeitern, die den Zug unseres Kameraden Fürst begleiteten.“

Die Partei zieht auch einige wichtige Lehren, die wir im Kopf behalten sollten:

Was für eine lebendige Illustration der wirklichen Taktik, die gegenüber der Armee zu befolgen ist! Anstatt den Dienst zu verweigern und so die Armee von Antimilitaristen zu säubern, anstatt die Gewehre zu zerschlagen, muss man zur Armee gehen, um sie für die Sache des Volkes, für die Verbrüderung mit den Arbeitern zu gewinnen. Dank dieser wunderbaren Haltung der Truppen, die sich nicht gegen den Streik in Stellung brachten, konnte der grandiose Trauermarsch unseres Kameraden Fürst — trotz der schwachsinnigen Verbote und Provokationen des stationierten Kommandanten und der Regierung — friedlich verlaufen.“

So wie die Genfer Blutnacht ein wunderbarer Ausdruck kommunistischen, proletarischen und massenhaften Heldenmuts, ein Beispiel für uns alle, von dem wir lernen und das wir verkörpern sollten, war, so war auch der Generalstreik in Genf am 12.11.1932 ein glorreicher Tag des Massenkampfes. Ein zweiter Genozid wurde durch die Soldatenmassen verhindert, die ihren Klassengeschwistern, den Arbeitern, die Hände reichten. Kamerad Kascher, die grosse Gründerin unserer Partei, hatte schon die Notwendigkeit von Massenaktionen festgestellt, nicht in ferner Zukunft, sondern in der unmittelbaren Gegenwart. Unsere Partei hat das immer angewandt, ebenso wie die Arbeiterschutzwehr, ihre militärische Organisation, die von unserem grossen Vorsitzenden Jakob Herzog gegründet wurde.

Unsere Partei erklärte:

Fürst ist tot, aber im Martyrologium des genfer Proletariats bleibt er als ein Symbol, das uns in den Kämpfen von Morgen die Kraft für den Endsieg der proletarischen Revolution geben wird. Wir schwören, dass er gerächt werden wird!

[…]

Henri Fürst war der Vorsitzende der Revolutionären Gewerkschaftsopposition Genfs, Mitglied des Genfer Kantonalkomitees und des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Schweiz, einer der ergebensten Militanten und immer aktiv […]“

Fürst ist tot, die Idee, die er sein ganzes Leben lang verteidigte, ist lebendiger denn je. Seinem Beispiel sollte man folgen und zu seinen Ehren werden sich Dutzende und Aberdutzende von Genossen in unsere Ränge einreihen.“

Die Internationale wurde an diesem Tag von den Arbeiter- und Soldatenmassen gesungen. Möge sie in alle Ewigkeit erklingen, währendem wir die langen Jahre des Volkskrieges durchschreiten, ein langer und qualvoller Weg, aber einer, der zu wahrem Glück für die Klasse, die Massen und das Volk führen wird; währendem wir die Volksrepublik der Schweiz erbauen, die Diktatur des Proletariats, gestützt auf die tiefsten und breitesten Massen der Arbeiter, Bauern und Soldaten, hauptsächlich der Arbeiter: die neue und rote Schweiz; und den ganzen Weg durch die proletarischen Kulturrevolutionen bis zum ewig leuchtenden Kommunismus und darüber hinaus, dem glorreichen Ziel, dem Kamerad Henri Fürst sein Leben gewidmet hat, indem er uns lehrte, wie wir heute, morgen und immer unser Leben für die Partei und die Revolution geben sollen.

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!

| : Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. : |

Es rettet uns kein höh’res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!
Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!

| : Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. : |

In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,
wir sind die stärkste der Partei’n (KPS!)
Die Müssiggänger schiebt beiseite!
Diese Welt muss unser sein;
Unser Blut sei nicht mehr der Raben,
Nicht der mächt’gen Geier Frass!
Erst wenn wir sie vertrieben haben
dann scheint die Sonn’ ohn’ Unterlass!

| : Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. : |

Wir erklären, dass die KPS auf ihrem Rekonstituierenden Parteitag dem Kameraden Fürst die höchste Auszeichnung verleihen wird, die eine Kommunistische Partei vergeben kann: Den Orden des Hammer und Sichels. Kamerad Fürst wird für immer im Martyrologium des kommunistischen Heldenmuts und der Selbstaufopferung verewigt sein, als einer der Vorboten des immer leuchtenden Kommunismus, für den er sein ganzes Leben gekämpft hat und gestorben ist.

Als Materialisten verstehen wir: alles Leben muss enden. Die Frage für uns ist, im Dienste der Klasse, der Massen und des Volkes zu leben und wenn nötig zu sterben. Wie der Vorsitzende sagt: „Stirbt man für die Interessen des Volkes, so ist der Tod gewichtiger als der Tai-Berg; steht man im Sold der Faschisten und stirbt für die Ausbeuter und Unterdrücker des Volkes, so hat der Tod weniger Gewicht als Schwanenflaum.“ In diesem Sinne, um auszudrücken, wie schwer der Tod unseres Kameraden war, wollen wir mit dem bolschewistischen Trauermarsch „Ihr seid Opfer eines verhängnisvollen Kampfes geworden“ schliessen, einem Lied, das auf den Beerdigungen so vieler unserer Märtyrer und Toten, der besten Kinder der Klasse und des Volkes, gesungen wurde, darunter Kameraden wie der grosse Lenin, Kamerad Swerdlow, Kamerad Stalin und auch Kamerad Fürst selbst. Heute versprechen wir, den Weg der Würde und Aufrichtigkeit zu beschreiten, wie es Kamerad Fürst getan hat, und von ihm zu lernen, wie wir unser Leben – handelnd oder potenziell – für die Partei und die Revolution geben können. Mehr noch: Wir schwören, dass er gerächt werden wird!

Ihr seid Opfer geworden im tödlichen Kampf
Der uneigennützigen Liebe zu eurem Volk
Ihr habt alles, was ihr hattet, dafür gegeben
Für das Leben, für die Ehre, für die Freiheit.

Ihr kauertet manchmal in feuchten Kerkern
Richter und Henker haben geurteilt
Über eure Kühnheit
Und zähneknirschend gingt ihr mit Fesseln an euren Füssen.

Und der Despot schlemmt in seinem luxuriösen Palast,
und ertränkt seinen Alarm in Wein,
Aber die furchterregenden Buchstaben an der Wand
und die Schicksalshand wurde an die Wand gezeichnet
.

Die Tyrannei wird fallen und das Volk wird rebellieren
Das grosse mächtige und freie Volk
Lebt wohl, unsere Brüder! Ihr seid mit Ehre gegangen
Euren Weg der Würde und Aufrichtigkeit.

RUHM UND EHRE DEM KAMERADEN HENRI FÜRST!

RUHM UND EHRE DEN GEFALLENEN HELDEN DER SCHWEIZERISCHEN REVOLUTION!

RUHM UND EHRE DEN GEFALLENEN HELDEN DER PROLETARISCHEN WELTREVOLUTION!

DAS LEBEN FÜR DIE PARTEI UND DIE REVOLUTION GEBEN!

DAS BLUT DAS VERGOSSEN WURDE WIRD NIEMALS VERGESSEN WERDEN!

HASS UND TOD DEM SCHWEIZERISCHEN IMPERIALISMUS!

FÜR DIE REKONSTITUIERUNG DER KOMMUNISTISCHE PARTEI DER SCHWEIZ!

FÜR EINE NEUE UND ROTE SCHWEIZ!

VOLKSKRIEG BIS ZUM KOMMUNISMUS!

Schweiz, Juni 2021

Provisorisches Zentralkomitee
Kommunistiche Partei der Schweiz (Rote Fraktion)

ANHANG 1

DIE ROTE FAHNE, ORGAN DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DER SCHWEIZ FÜR DIE FRANZÖSISCHSPRACHIGE SCHWEIZ. 12.11.1932.:

Die genfer Regierung befiehlt ein Massaker an den Arbeitern
Die Zahl der Todesopfer wächst von Stunde zu
Stunde und übersteigt die Zwanziger.“

ANTIFASCHISTISCHE DEMONSTRATION IN GENF, DIE IN DER BLUTIGEN NACHT DES 9. NOVEMBERS 1932 ENDEN WÜRDE.

Genfs Strassenpflaster ist immer noch mit Arbeiterblut befleckt! Wir werden unsere Toten nie vergessen, unsere Fahne ist mit dem Blut, das vergossen wurde, rot! Wir werden Kamerad Fürst rächen, wir werden alle Gefallenen rächen!

DIE LEICHEN DER ERMORDETEN KAMERADEN UND GENOSSEN.

GENERALSTREIK AM 12. NOVEMBER 1932 IN GENF.

Weder die organisierte Gewalt der Reaktion, noch die hinterhältigen Taten des Revisionismus und Opportunismus konnten die Arbeiter davon abhalten, ihre Arbeitsplätze zu verlassen und sich die Strasse zu nehmen! Als durch die Machenschaften der Opportunisten und reformistischen Gewerkschaftsbonzen die Trämmler vom Generalstreik weggetrieben wurden, blockierten die Arbeiter die Gleise und hielten die Strassenbahnen vom Fahren ab.
Die Partei erhob die Parolen:

GENERALSTREIK!

GENERALSTREIK AM SAMSTAG!

VERWANDLUNG DER BESTATTUNGEN DER OPFER IN EINE GEWALTIGE PROTESTKUNDGEBUNG DES GENFER PROLETARIATS!

BEGRÄBNISZUG AM 12.11.1932.

Das Blut das vergossen wurde wird niemals vergessen werden!

DIE GENOSSEN UND KAMERADEN DER ARBEITERSCHUTZWEHR VERWANDELN DEN LEICHENZUG DES KAMERADEN FÜRST IN EINE GEWALTIGE PROTESTKUNDGEBUNG DES GENFER PROLETARIATS!

„Fürst ist tot, die Idee, die er sein ganzes Leben lang verteidigte, ist lebendiger denn je. Seinem Beispiel sollte man folgen und zu seinen Ehren werden sich Dutzende und Aberdutzende von Genossen in unsere Ränge einreihen.“

DIE ARBEITERSCHUTZWEHR — AUFGEBAUT VOM KAMERADEN JAKOB HERZOG (27.7.1892-26.7.1931) BIS ZU SEINEM VIEL ZU FRÜHEN TOD IM ALTER VON 38 JAHREN — ERWEIST DEM KAMERADEN HENRI FÜRST DIE EHRE UND BEWACHT GLEICHZEITIG SEIN GRAB UND DIE DEMONSTRATION.

DIE PARTEIBEERDIGUNG UNSERES KAMERADEN HENRI FÜRST.

Arbeitskollegen unseres Kameraden legten einen Kranz an seinem Grab nieder, ebenso Arbeitergenossen und Militante aus Basel. Ihr Kranz, mit roten Blumen und Hammer und Sichel, lautet:

„FÜR UNSEREN VERSTORBENEN KAMERADEN HENRI FÜRST. DIE KOMMUNISTISCHEN PARTEI“

BILDBESCHREIBUNG VON DIE ROTE FAHNE:

Die sterblichen Überreste unseres am 9. November in der ersten Reihe der Demonstration feige ermordeten Kameraden Henri Fürst“

EINE REDE, DIE DIE ERMORDUNG UNSERES KAMERADEN FÜRST AN DESSEN BEERDIGUNG VERURTEILT.

Es wird manchmal behauptet, dass hier Jules Humbert-Droz spricht, das ist falsch. Humbert-Droz hat nicht gesprochen, die Partei hat gesprochen, er war nur der Vermittler, ein Glied in der Kette.

KAMERAD JULES DAVIET AUF SEINEM SPITALBETT.

Der Kamerad verkaufte während der Demonstration Die Rote Fahne und wurde mehrmals angeschossen. Nachdem er bereits angeschossen worden war, verurteilte ihn der verrottete bourgeoise Staat später, am 15. Mai 1933, auch noch zu 4 Monaten Gefängnis für seine Teilnahme und Führung der antifaschistischen Demonstration, die in der Genfer Blutnacht gipfelte. Sein einziges Verbrechen war dass gegen die Bourgeoisie und ihre Söldner (sowohl die Soldaten als auch die Faschisten) gekämpft und Widerstand geleistet hat — im Grunde genommen wurde er dafür verurteilt, dass er Kommunist war!

DIE ROTE FAHNE, ORGAN DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DER SCHWEIZ FÜR DIE FRANZÖSISCHSPRACHIGE SCHWEIZ. 19.11.1932.:

„ARBEITER! ERHEBT EUCH IN MASSEN!
GEGEN DIE VERHAFTUNGEN — FÜR DIE SOFORTIGE BEFREIUNG ALLER INHAFTIERTEN!

Bildet Kampfkomitees in den Fabriken und auf den Arbeitsplätzen. Verwirklicht die Einheitsfront aller Arbeiter, um die faschistische und militärische Reaktion zu brechen. Bereitet euch darauf vor, auf die verstärkten Provokationen der Reaktion gegen die Massendemonstrationen und den Generalstreik zu antworten!“

„DIE REAKTION HARRT ERBITTERT AUS!
DIE REFORMISTISCHEN BONZEN VERRATEN!
DIE ARBEITER MÜSSEN HANDELN!

UND NUN, WAS TUN?“

DIE ANGEKLAGTEN DER FARCE EINES PROZESSES, DER DARAUF ABZIELTE, DIE ANTIFASCHISTEN UND OPFER DES GENOZIDS ZU KRIMINALISIEREN, DARUNTER UNSERE KAMERADEN JULES DAVIET UND FRANCIS LEBET (LETZTERER WAR IN DER LEITUNG DES GENFER SUBZONENKOMITEES). ILLEGITIMER PROZESS EINES GENOZIDALEN VERROTTETEN REGIMES, EINES GENOZIDALEN VERROTTETEN STAATES.

Weitere Repression gegen Kameraden folgte, weil die Reaktion den Kommunisten niemals dafür verzeihen würde, dass sie den Genozid überlebt hatten.

UM VERWIRRUNG ZU VERMEIDEN: DER FINSTERE FRÉDÉRIC MARTIN, SCHLÄCHTER DES GENFER PROLETARIATS (LINKS) UND EINE ILLUSTRATION AUS DER AUSGABE VON DIE ROTE FAHNE VOM 12.09.1931 UNTER DEM TITEL „KLASSE GEGEN KLASSE“ (RECHTS).

ANHANG 2

HENRI FÜRST“

Die Rote Fahne
Organ der Kommunistische Partei der Schweiz für die französischsprachige Schweiz
12.11.1932

Ein Militanter des revolutionären Kampfes in jedem Augenblick, getrieben vom unerbittlichen Klassenbewusstsein des einfachen Arbeiters, fiel Fürst den Kugeln der Mörder der faschistischen Bourgeoisie zum Opfer, die auf die rote Front abgefeuert wurden. In seiner Tätigkeit inmitten der Kommunistischen Partei und der Revolutionären Gewerkschaftsopposition trat er stets überzeugend und aktiv für die Einheit im Kampf ein. Er starb gestern, sein Kopf durch die Kugeln der Maschinengewehre zerschmettert, dieselben Kugeln, denen auch die anderen Arbeitergenossen zum Opfer fielen, diejenigen, die ihren antifaschistischen Willen auf der Strasse bekundeten, ihren Willen, mit direkter Aktion auf die polizeilichen Repressionen eines verrotteten Regimes zu antworten, am Tag bevor sie starben, erstickt von der Fülle der Waren, die wir verschwitzt haben, die wir mit unserem Hunger, mit unserem Blut bezahlen.

Fürst ist tot, aber im Martyrologium des genfer Proletariats bleibt er als ein Symbol, das uns in den Kämpfen von Morgen die Kraft für den Endsieg der proletarischen Revolution geben wird. Wir schwören, dass er gerächt werden wird!

Fürst wurde, bevor er von den bourgeoisen Söldnern feige ermordet wurde, wegen seiner revolutionären Aktivitäten von Grospierre, Ilg und Cie — den Vorboten des Faschismus — auch feige aus der FOMH [schweizerischer Verband der Metallhersteller, Arbeiter und Uhrmacher] ausgeschlossen.

Henri Fürst war der Vorsitzende der Revolutionären Gewerkschaftsopposition Genfs, Mitglied des Genfer Kantonalkomitees und des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Schweiz, einer der ergebensten Militanten und immer aktiv, der regelmässig mit Die Rote Fahne zusammenarbeitete und sie mit den neuesten Gewerkschaftsnachrichten versorgte.

Der ursprüngliche Artikel.

ANHANG 3

„DIE GEWALTIGE DEMONSTRATION ZUR BEERDIGUNG UNSERES KAMERADEN“

Die Rote Fahne
Organ der Kommunistische Partei der Schweiz für die französischsprachige Schweiz
14.11.1932

Die Gewerkschaftsbosse wollten keine Strassendemonstrationen, genau wie ihre Konzernbrüder, wollen die reformistischen Bosse, dass die Arbeiter zu Hause bleiben!

Daher taten sie nichts, um eine gewaltige Demonstration für die Beerdigung der Opfer der Schiesserei zu organisieren, glücklich über die Entscheidung der Bourgeoisie, Beerdigungen auf Kosten der Stadt abzuhalten, verstreut und isoliert zu verschiedenen Tageszeiten. Die Stadt Genf wollte also nicht den langen und unheimlichen Marsch von mehr als zehn Särgen, das Werk ihrer Regierung von Mördern!

Die Kommunistische Partei hatte beschlossen, ihre Anstrengungen zu verstärken, um ein Begräbnis für unseren geschätzten Kameraden Fürst zu veranstalten, eine grosse Strassendemonstration gegen die Ermordung vom Mittwoch, um die Bestrafung der Schuldigen zu fordern, die Verhaftung der Offiziere und von F. Martin, die für das Verbrechen verantwortlich sind!

Trotz des von der Regierung, dem kommandierenden Offizier und den werten Reformisten erlassenen Verbots von Strassenkundgebungen und der offensichtlichen Gefahr, die eine solche Demonstration mit sich brachte, versammelten sich über viertausend Arbeiter vor dem Gebäude der Leichenhalle, auf der Battoirsstrasse und auf den angrenzenden Strassen, um — anlässlich der Beerdigung eines von ihnen, eines der besten Kämpfer des genfer Proletariats — ihren Hass gegen das Regime der Korruption und des Blutes auszudrücken, das das Genfs Strassenpflaster mit dem Blut der Arbeiterklasse rot färbte.
Die Leiche wurde vor dem Gebäude ausgestellt, die Menge marschierte und konnte erkennen, auf welche Weise die Opfer angeordnet wurden. Zwei Kameraden ergriffen das Wort und zogen die Schlussfolgerungen aus den Ereignissen des 9. November, wiederholten, was von unserer Partei vorgetragen wurde, und ermutigten die Arbeiter, dem Beispiel von Fürst zu folgen, der immer für die Revolution gekämpft hat.

Einem Pfarrer gelang es, in die Familie unseres Kameraden einzudringen, aber man erlaubte ihm keine einzige Predigt, was eine Beleidigung für das Andenken unseres verstorbenen Henri Fürst wäre.

Am Charles-Page-Quai, wo die Ehrungen stattfanden, zeigte eine Menge von acht- bis zehntausend Menschen, auf welche Weise die Arbeiterklasse ihre eigenen ehrt, die dem revolutionären Kampf zum Opfer fallen. Die Partei und die Kommunistische Jugend lassen es nicht zu, dass ein solcher Kämpfer wie Fürst allein in St-Georges begraben wird, auf Befehl einer Regierung, die nur Abscheu und Verachtung in der Bevölkerung hervorruft.

Und unter der Führung unserer Partei, der Arbeiterschutzwehr an der Spitze, kamen 1’000 Menschen auf den Friedhof. Eine Arbeiterdelegation aus Basel bekundete mit einem prächtigen Kranz ihre Solidarität mit den Opfern von Genf.

Erst bei Einbruch der Nacht ging dieser Tag des Kampfes und des revolutionären Willens zu Ende, dieser Tag, an dem eine grosse Zahl von Arbeitern diesmal begriffen hat, was der Weg ist, den sie gehen müssen.

Fürst ist tot, die Idee, die er sein ganzes Leben lang verteidigte, ist lebendiger denn je. Seinem Beispiel sollte man folgen und zu seinen Ehren werden sich Dutzende und Aberdutzende von Genossen in unsere Ränge einreihen.

Beachten wir auch die vom Proletarischen Theater vorgetragenen Lieder, den revolutionären russischen Trauermarsch, der einen tiefen Eindruck machte.

Auch die Arbeiter der Ofenfabrik Le Rève legten einen Kranz nieder, was die hohe Wertschätzung beweist, die Fürst inmitten der Metallarbeiter genoss, trotz oder vielleicht gerade wegen seines Ausschlusses aus der FOMH [schweizerischer Verband der Metallhersteller, Arbeiter und Uhrmacher].

In dem Moment, als die Ehrungen stattfanden, rückten die Militärbehörden mit zwei Einheiten von Maschinengewehrsoldaten an, die in einer nahe gelegenen Schule ihr Lager aufschlugen. Diese widerwärtige Provokation wurde mit einer Welle von Trillerpfeifen beantwortet. Aber die Disziplin der Arbeiterklasse einerseits und die Ereignisse, die sich unter den genfer Soldaten auf dem Ausstellungsgelände abspielten, andererseits, brachten die Offiziere zum Nachdenken. Sie zogen es vor, nicht auf ihrer Provokation zu beharren und trotz des Befehls des Kommandanten die Strasse für die Arbeiterklasse offen zu lassen.

Die Soldaten erheben sich

In dem Moment, als der Leichenzug unseres gemarterten Kameraden den Charles-Page-Quai überquerte, meuterten die Truppen im Inneren des Ausstellungszentrums gegen ihre Offiziere. Ein schwerer Kampf brach aus, die Fensterscheiben zersprangen und plötzlich erhob sich das Lied der Revolution, die Internationale.

Die Vorgesetzten, von Angst zerfressen, flohen und es gab endlose Beifallsbekundungen, die den vorbeifahrenden Leichenzug begrüssten und den Kampf der Arbeiter gegen ihre Peiniger zum Ausdruck brachten.

Am Abend trafen drei neue Bataillone, das 6., 11. und 12., am genfer Bahnhof ein, ebenso wie der gesamte Bundesstab.

Der ursprüngliche Artikel.

ANHANG 4

DER GENERALSTREIK IN GENF“

Die Rote Fahne
Organ der Kommunistische Partei der Schweiz für die französischsprachige Schweiz
14.11.1932

Seit der blutigen und mörderischen Schiesserei vom Mittwochabend hat unsere Partei in den arbeitenden Massen von Genf die Losung “Generalstreik!” aufgestellt. Dieser Streik sollte sofort — bereits am Donnerstagmorgen — beginnen und die direkte und gewaltige Antwort der Arbeiterklasse auf die Morde des Vortages sein. Aber die sozialdemokratischen und reformistischen Führer, anstatt sich im Notfall zu treffen, legten sich ruhig hin und diskutierten den Streik erst am Donnerstagabend! 24 Stunden waren in müssigem Gerede verloren gegangen. Donnerstag tagsüber waren die grossen Führer des Schweizer Syndikalismus und der Sozialdemokratischen Partei, Reinhard, Grimm, Ilg, Schurch, René Robert usw. in Genf und in Lausanne, um den am Mittwochabend durch dem Druck unserer Partei beschlossenen Generalstreik von Lausanne für Donnerstag nachmittagzu ersticken und das genfer Proletariat daran zu hindern, auf das Verbrechen der Soldaterei und der Regierung zu antworten, wie es sich gehört.

Niemals ist die tiefe Scheidung zwischen dem Kampfeswillen der arbeitenden Massen und der Sabotage, dem Verrat der reformistischen Führer mit solcher Deutlichkeit erschienen. Die genfer Arbeiter warteten am Donnerstag auf den Streikbefehl, wollten kämpfen, während die sozialdemokratischen und reformistischen Führer alles daran setzten, den Kampf zu vermeiden und zu verhindern. Die Sozialdemokratische Partei Genfs — diese Partei, die die Arbeiter für „links“ hielten — sprach sich am Donnerstagabend gegen den Generalstreik aus. Der Gewerkschaftsbund nahm einen ähnlichen Standpunkt der Kapitulation und des kläglichen Aufgebens ein, währende, die Kommunistische Partei allein seit Donnerstagnachmittag Flugblätter herausgab, in denen die Arbeiterklasse aufgerufen wurde, das Verbrechen der Bourgeoisie mit dem sofortigen Generalstreik zu beantworten. Am Donnerstagabend beschloss das Komitee unserer Partei, nachdem es von den Verratsbeschlüssen der Sozialdemokratischen Partei und des Gewerkschaftsbundes Kenntnis genommen hatte, in Auslegung des Willens der arbeitenden Massen, über den Köpfen der reformistischen Bosse die Parolen “Generalstreik am Samstag” und “Umwandlung des Begräbnisses der Opfer in eine gewaltige Protestkundgebung des genfer Proletariats” zu lancieren. Am gleichen Abend alarmierte unsere Partei im ganzen Land die Massen und organisierte gewaltige Protestkundgebungen.

Doch unter dem Einfluss der Losungen der Kommunistischen Partei und dank der Agitationsarbeit unserer Kameraden erhob sich die genfer Arbeiterklasse gegen die schändliche sozialdemokratisch-reformistische Kapitulation. Die Delegiertenversammlung des Gewerkschaftsbundes hat sich am Freitag mit grosser Mehrheit für die Parole “Generalstreik am Samstag” ausgesprochen. Die reformistischen Führer wurden bei dieser Versammlung beiseite genommen, der traurige René Robert wurde daran erinnert, dass er selbst auf genfer Arbeiter geschossen hat; die Arbeiter haben sich nicht von den Rosselets, Schurch und Co. chloroformieren lassen. Aber, die Saboteure der Arbeiterbewegung gaben sich nicht geschlagen, der Streik war beschlossen, sie taten alles, was noch in ihrer Macht stand, um ihn zu sabotieren und zu ersticken.

Die Führer des Gewerkschaftsbundes teilten diese Entscheidung, bevor sie sie der gesamten Arbeiterklasse mitteilten, dem Justizministerium und der Polizei mit, dem finsteren Martin, der für das Massaker vom Mittwoch verantwortlich war, und erlaubten so dem Staatsrat, die Mobilisierung zu verfügen und die Repression vorzubereiten. In dem Bewusstsein, dass der Trämmlerstreik ein wesentliches Element für den Erfolg des Generalstreiks war, richtete sich die ganze Anstrengung der reformistischen Führer in der Nacht nicht darauf, die Arbeitsniederlegung so weit wie möglich zu organisieren, sondern den Streik zu ersticken, indem sie die Abtrünnigkeit der Trämmler provozierten und sie zu den Gelben drängten. Perrin, sozialdemokratischer Nationalrat und ständiger Sekretär, war persönlich in Genf, um dieses Werk des Verrats zu verwirklichen. Noch nie hatten wir so viele reformistische Führer in Genf gesehen. Wenn es darum geht, gegen die Senkung der Löhne zu kämpfen und die Arbeiterklasse zu verteidigen, sehen wir sie nicht so aktiv sein! Aber um den Protest der Arbeiter gegen die faschistischen Mörder zu verhindern und einzuschränken, dafür sind sie da!

Mit 125 gegen 95 Stimmen haben die Tramarbeiter unter dem Druck der reformistischen Führer den gemeinsamen Kampf aufgegeben, den ihre Delegierten beim Gewerkschaftsbund mehrheitlich beschlossen hatten. Tausende von Arbeitern zitterten am Samstagmorgen vor Wut, als sie die Geräusche der Trams hörten. Sie verstanden sofort, dass der reformistische Verrat sein Werk getan hatte! Der Aufruf des Gewerkschaftsbundes verbarg eine weitere Überraschung.

Während die Parole des Generalstreiks im Grau des Textes verschwand, erschien in grossen unterstrichenen Buchstaben die Aufforderung, nicht auf der Strasse zu protestieren. Das klerikale Gelb der Zünfte rief seine Mitglieder auf, zu Hause zu bleiben! Zwischen dem Flugblatt von Rosselet und dem der Klerikalen gibt es nur einen Unterschied der Worte. Die Botschaft ist dieselbe.

Der Streik wurde in der Metallindustrie, im Baugewerbe, in der Holzindustrie und in einigen anderen Branchen durchgeführt. Gruppen von Arbeitern versuchten alles, um den Marsch der Trams zu stoppen und schafften es, den Verkehr für einen Teil des Tages anzuhalten. Die Arbeiter antworteten der kriminellen Bourgeoisie und ihren reformistischen Dienern auf entsprechender Art und Weise.

Der ursprüngliche Artikel.

APPENDIX 5

„DIE MOBILISIERUNG DER GENFER TRUPPEN VERWANDELTE SICH IN EINE GROSSE ANTIMILITARISTISCHE DEMONSTRATION“

Die Rote Fahne
Organ der Kommunistische Partei der Schweiz für die französischsprachige Schweiz
14.11.1932

Die reformistischen Bosse des genfer Gewerkschaftsbundes fanden, nach ihrer Niederlage in der Delegiertenversammlung durch die Kampfbereitschaft der Arbeiter, die den Generalstreik übernahmen, dem Aufruf der Kommunistischen Partei vom Mittwochabend folgend, nichts Besseres, als die Mörder der Arbeiterklasse von dieser Entscheidung zu unterrichten. Frédéric Martin wurde daher sofort von den Entscheidungen der Arbeiterklasse in Kenntnis gesetzt und der Staatsrat beschloss, auf den Streikaufruf mit der Mobilisierung der genfer Regimenter zu antworten.

Die Kommunistische Partei mobilisierte bereits für Verbrüderung durch die Sonderausgabe von der „Roten Fahne”. Vor der Einberufung verteilte sie sofort mit bescheidenen Mitteln gedruckte Flugblätter, um die Soldaten zur Verbrüderung zu bewegen.

Die Demonstration war eine gewaltige Ohrfeige für die Regierung und die blutrünstige Soldaterei, die ihre Brutalitäten und Verbrechen vom Mittwoch am Samstag wiederholen wollte.

Die genfer Soldaten gingen in die Kaserne, entschlossen, nicht auf ihre Brüder, ihre Frauen, ihre Kinder, ihre Väter und ihre Mütter zu schiessen, sondern im Gegenteil entschlossen, sie gegen die kriminellen Unternehmungen der Militärclique zu verteidigen.

Viele meldeten sich nicht zur Einberufung oder kamen viele Stunden zu spät in die Kaserne.

Vor allem aber war der Gemütszustand der Truppe weit davon entfernt, auf die verbrecherischen Absichten des Staatsrates einzugehen. Die Soldaten bedrohten ihre Offiziere sogar mit ihren Waffen und bekräftigten ihre Entschlossenheit, nicht zu schiessen oder auf die richtige Seite zu schiessen. Der Kommandeur schickte auch bekannte revolutionäre Elemente nach Hause. Er hoffte, die Armee von der Saat der revolutionären Desorganisation zu säubern. Eine hohe Anzahl unserer Kameraden wurde leider auch in den Kasernen entmobilisiert. Aber diese Säuberung reichte nicht aus, um die Disziplin wiederherzustellen. Die genfer Truppen gerieten in Konflikt mit den walliser Truppen, die von den reaktionären Wallisern an die genfer Regierung ausgeliehen wurden.

Ein Offizier, der die Armee zusammenrufen wollte, um sie auf ihre „patriotische” Pflicht der Arbeiterrepression vorzubereiten, sah sich isoliert und seine Stimme wurde vom Gesang der „Internationale” übertönt. Die Soldaten weigerten sich, die Munition anzunehmen.

Was für eine lebendige Illustration der wirklichen Taktik, die gegenüber der Armee zu befolgen ist! Anstatt den Dienst zu verweigern und so die Armee von Antimilitaristen zu säubern, anstatt die Gewehre zu zerschlagen, muss man zur Armee gehen, um sie für die Sache des Volkes, für die Verbrüderung mit den Arbeitern zu gewinnen. Dank dieser wunderbaren Haltung der Truppen, die sich nicht gegen den Streik in Stellung brachten, konnte der grandiose Trauermarsch unseres Kameraden Fürst — trotz der schwachsinnigen Verbote und Provokationen des stationierten Kommandanten und der Regierung — friedlich verlaufen.

Die Regierung, die ihren Truppen nicht traute und sich sicher war, dass sie die Waffen gegen sie wenden könnten, war gezwungen, die Demonstration stattfinden zu lassen! Die Strasse war frei für die Arbeiterklasse! Sie eroberte sich das Strassenpflaster zurück, dank der Haltung der Truppen!

Bravo, bewusste genfer Soldaten! Weiter so! Fortan trug auch die unermüdliche Propaganda der Kommunistischen Partei Früchte.

Intensivieren wir unsere Aktion und unsere Propaganda, es müssen noch viele Köpfe aufgeklärt, die Walliser und Waadtländer gewonnen werden.

Wir werden es schaffen! Vorwärts! Leser, komm und vergrössere unsere Reihen und verstärke unsere Aktion.

Die Soldaten schrien ihren Offizieren „Mörder!” zu.

Nach etwa 16 Stunden fand auf dem Messegelände die Zeremonie der Fahnenabnahme der genfer Bataillone statt. Oberst Lederrey hielt gerade eine Rede, als ein Soldat „Mörder!” rief. Dies war das Signal für eine grosse Mehrheit der Armee, die einen Hagel von Beleidigungen auf den für das Massaker verantwortlichen Offizier richtete.

Lederrey antwortete hilflos: „Wenn ich ein Mörder bin, dann schiesst auf mich!”, worauf die Truppe antwortete:

„Gib uns die Patronen!” Da sang das genfer Bataillon die Internationale und sprengte die Fenster des Ausstellungspalastes in die Luft, verbrüderte sich mit den Arbeitern, die den Zug unseres Kameraden Fürst begleiteten.

Etwa zwanzig Soldaten wurden verhaftet.

TRETET DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI BEI

Der ursprüngliche Artikel.

1 Moment, der durch die stärkere Zersetzung des schweizerischen Imperialismus und den Kampf für und die eventuelle Rekonstituierung von der Kommunistischen Partei der Schweiz (KPS) gekennzeichnet ist, in dem wir uns gerade befinden, was uns zum 3. Augenblick führen wird, dem Augenblick der Zerstörung des schweizerischen Imperialismus durch den von der KPS geführten Volkskrieg.