RESOLUTION: Es lebe die indische Revolution!

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Es gibt ein Ziel, die Erobe
rung der Macht!

ES LEBE DIE INDISCHE
REVOLUTION!

ANGENOMMEN AM 1. PLENUM DES
PROVISORISCHEN
ZENTRALKOMITEES DER
KOMMUNISTISCHEN PARTEI DER SCHWEIZ
(ROTE FRAKTION)

„Gewiss war schnödester Eigennutz die einzige Triebfeder Englands, als es eine soziale Revolution in Indien auslöste, und die Art, wie es seine Interessen durchsetzte, war stupid. Aber nicht das ist hier die Frage. Die Frage ist, ob die Menschheit ihre Bestimmung erfüllen kann ohne radikale Revolutionierung der sozialen Verhältnisse in Asien. Wenn nicht, so war England, welche Verbrechen es auch begangen haben mag, doch das unbewusste Werkzeug der Geschichte, indem es diese Revolution zuwege brachte.”

Karl Marx: “Die britische Herrschaft in Indien” (10.06.1853)

Überall in Asien wächst, verbreitet sich und erstarkt eine mächtige demokratische Bewegung. Die Bourgeoisie geht dort noch mit dem Volk gegen die Reaktion. Hunderte Millionen Menschen erwachen zum Leben, zum Licht, zur Freiheit. Welche Begeisterung löst diese Weltbewegung in den Herzen aller klassenbewussten Arbeiter aus, die wissen, dass der Weg zum Kollektivismus über die Demokratie führt! Von welcher Sympathie für das junge Asien sind alle ehrlichen Demokraten erfüllt!

[…]

Das ganze herrschende Europa, die gesamte europäische Bourgeoisie steht im Bunde mit allen Kräften der Reaktion und des Mittelalters […]

Dafür besitzt das ganze junge Asien, das heisst die Hunderte Millionen von Werktätigen in Asien, einen zuverlässigen Verbündeten im Proletariat aller zivilisierten Länder. Keine Macht der Welt wird seinen Sieg aufhalten können, der sowohl die Völker Europas als auch die Völker Asiens befreien wird.”

V. I. Lenin: „Rückständiges Europa und fortschrittliches Asien“ (18.05.1913)

In jedem Staat Indiens befinden sich die Bauern heute in einem Zustand der Unruhe, die Kommunisten müssen ihnen den Weg zeigen. Dieser Weg ist die Politik des bewaffneten Kampfes und der Waffensammlungskampagne. Wir müssen diesen einen und einzigen Weg der Befreiung fest aufrechterhalten. Die grosse Kulturrevolution Chinas hat allen Arten von Egoismus, Gruppenmentalität, Revisionismus, dem Schwanzdenken der Bourgeoisie und der Lobpreisung der bürgerlichen Ideologie den Kampf angesagt — der flammende Einfluss dieser Revolution hat auch Indien erreicht. Der Ruf dieser Revolution lautet: „Seid bereit, entschlossen alle Arten von Opfern zu bringen, beseitigt die Hindernisse auf dem Weg eines nach dem anderen, der Sieg wird unser sein.“ Wie schrecklich die Erscheinung des Imperialismus auch sein mag, wie hässlich die vom Revisionismus gelegte Schlinge auch sein mag, die Tage der reaktionären Kräfte sind gezählt, die hellen Sonnenstrahlen des Marxismus-Leninismus-Mao Tse-tung Denkens werden alle Dunkelheit auslöschen.”

Charu Majumdar: „Den bäuerlichen Kampf durch den Kampf gegen den Revisionismus voranzutreiben” (April 1967)

Tausend Taten schreien danach, getan zu werden.

Die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) ruft alle Arbeiter*innen, Bauern und alle Demokrat*innen und Patriot*innen, alle, die eine Revolution wollen, alle, denen das Wohlergehen und die Würde der Massen am Herzen liegen, auf, sich zu versammeln, um uns bei diesen gewaltigen Aufgaben zu unterstützen. Wir rufen alle kommunistischen revolutionären Gruppen, die den Marxismus-Leninismus-Maoismus hochhalten, auf, ihre Hand der Einheit auszustrecken, um eine starke revolutionäre Partei in Indien zu schaffen. Wir rufen alle patriotischen Inder*innen, die im Ausland leben, auf, sich der Gelegenheit zu stellen und die revolutionären Bemühungen in ihrem Mutterland zu stärken. Gemeinsam müssen wir alle die Stunde ergreifen! Den Tag ergreifen!

All jenen, die den Status quo aufrechterhalten wollen, erklärt die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) trotzig, dass der Tag der Abrechnung mit Sicherheit kommen wird. Die Bäume mögen sich ausruhen wollen, aber der Wind wird nicht abflauen. In den abgelegenen Dörfern braut sich ein Wirbelsturm ungeahnten Ausmasses zusammen. Wenn er an Stärke gewinnt, wird er durch die Ebenen und die städtischen Zitadellen fegen und die dekadente, überholte und ausbeuterische Herrschaft entwurzeln. Weil wir es wagen zu kämpfen, wagen wir es zu siegen.”

Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch): Ein Hoch auf die Formierung der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch)!, „Editorial“ (auf englisch), 2004.

Ein Sturm tobt durch Indien. Vom Himalaya im Norden bis zum Indischen Ozean im Süden, von Kaschmir im Westen bis Manipur im Osten fegt eine gewaltige Revolution über das Land. Millionen von Inder*innen führen einen gerechten Befreiungskrieg, der alles in seinem Gefolge umgestaltet. Eine neue Welt wird geboren.

Indien — das grösste der extraausgebeuteten und extraunterdrückten Länder der 3. Welt — hat eine Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen (die zweitgrösste der Welt, die mehr als ein Achtel der Weltbevölkerung ausmacht), eine Fläche von 3,2 Millionen Quadratkilometern (die siebtgrösste der Welt) und eine der grössten Volkswirtschaften der Welt. Sobald — und nicht wenn — die indische Revolution erfolgreich ist, wird sie nicht nur dieses Land völlig auf den Kopf stellen, sondern die ganze Welt in ihren Grundfesten erschüttern. Eine erfolgreiche Revolution in Indien wäre ein Schlag gegen das imperialistische System, wie es ihn seit der chinesischen Revolution von 1949 nicht mehr gegeben hat, welche die bisher grösste Instabilität des Imperialismus — d.h. des heutigen Kapitalismus — in der Weltgeschichte geschaffen hat.

In Anbetracht dessen richtet die Kommunistische Partei der Schweiz (Rote Fraktion) auf dem 1. Plenum ihres Provisorischen Zentralkomitees ihre festen, unerschütterlichen kommunistischen Grüsse an die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch), ihr Zentralkomitee und ihren Generalsekretär Kamerad Basavraj; an die Volksbefreiungsguerillaarmee unter ihrer festen Leitung; an die Millionen und Abermillionen von Menschen, die die revolutionären Volkskomitees bilden; und an die revolutionären, fortschrittlichen und demokratischen Organisationen, die den Volkskrieg in Indien mit allen Mitteln unterstützen.

Es ist die Pflicht aller Kommunist*innen, Revolutionär*innen, fortschrittlichen, demokratischen und patriotisch gesinnten Menschen in der ganzen Welt, den Volkskrieg zu unterstützen, der in Indien geführt wird.

Aus diesem Grund haben wir die vorliegende Resolution angenommen. In dieser Resolution werden die Bedeutung des indischen Volkskrieges; seinen Kontext innerhalb des imperialistischen Weltsystems und der proletarischen Weltrevolution; seine Perspektiven; die Partei, die ihn führt; seine Probleme und deren Lösungen sowie die Notwendigkeit, die indische Revolution mit all unseren Fähigkeiten zu verteidigen, zu unterstützen und von ihr zu lernen, diskutiert. Wir sind der Meinung, dass diese Resolution sowohl für unsere Arbeit als auch für die der internationalen kommunistischen Bewegung von Bedeutung sein wird.

1. DER VOLKSKRIEG, DER IN INDIEN
GEFÜHRT WIRD, SIGNALISIERT EINE
NEUE WELLE DER WELTREVOLUTION

In seiner berühmten Rede, die er am 24. September 1992 nach seiner Verhaftung hielt, sah der Vorsitzende Gonzalo11 die kommende Entwicklung der Weltrevolution voraus:

Zu guter Letzt, hört zu. Wie wir in der Welt sehen, marschiert der Maoismus unaufhaltsam darauf hin, die neue Welle der proletarischen Weltrevolution zu befehligen. Lasst uns das verstehen und begreifen! Wer Ohren hat, soll sie benutzen und wer Verstand hat — und das haben wir alle — soll diesen anwenden. Schluss mit diesem Unsinn, Schluss mit diesen Unklarheiten! Wir müssen folgendes verstehen: was ist sich auf der Welt am entfalten? Was brauchen wir? Der Maoismus muss verkörpert werden und das wird er, und es muss dazu übergegangen werden kommunistische Parteien hervorzubringen, um diese neue grosse Welle der proletarischen Weltrevolution zu leiten und zu führen.

[…] die 3. Welt ist die Grundlage der proletarischen Weltrevolution, unter der Bedingung, dass die kommunistischen Parteien an der Spitze stehen und führen. Das ist es, was getan werden muss!”2

Wir sehen, wie sich die Perspektive, die der Vorsitzende Gonzalo skizziert hat, immer mehr konkretisiert. Immer mehr kommunistische Parteien werden auf der Grundlage des heutigen Marxismus — das heisst des Marxismus-Leninismus-Maoismus — gegründet und wiedergegründet, und zwar vor allem in der 3. Welt, also in den kolonialen und halbkolonialen Ländern. Der Volkskrieg, der in Indien geführt wird, ist das deutlichste Beispiel dafür.

Die Partei, die diesen Krieg anführt, die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch), wurde am 21. September 2004 durch die Fusion der Kommunistischen Partei Indiens (Marxistisch-Leninistisch) Volkskrieg und des Maoistischen Kommunistischen Zentrums Indiens gegründet. Die Gründung der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch) war gleichzeitig die Gründung einer Partei, die in der Lage war, den jahrzehntelangen bewaffneten Kampf, der von verschiedenen Fraktionen geführt wurde, in einen einzigen Strom des Volkskriegs zu verwandeln, aber sie war auch die Wiedergründung von drei revolutionären kommunistischen Parteien, die es in Indien schon einmal gegeben hatte und von denen jede zu einem bestimmten Zeitpunkt die Fackel der indischen Revolution getragen hatte: die Kommunistische Partei Indiens, die Kommunistische Partei Indiens (Marxistisch) und die Kommunistische Partei Indiens (Marxistisch-Leninistisch). Was der 21. September 2004 darstellt, ist der Höhepunkt eines langen Prozesses der Wiedergründung der Partei der Kameraden Charu Majumdar3 und Kanai Chatterjee4 – zwei der Anführer der indischen Revolution. Der Vorsitzende Gonzalo rief die Kommunist*innen der Welt auf, den Maoismus aufzugreifen, und er rief die kommunistischen Parteien auf, die Führung zu übernehmen. Genau das wird in Indien getan.

Der Gründungskongress der KPI (Maoistisch) erklärte:

„Die verschmolzene Organisation, die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch), ist nicht nur eine einfache arithmetische Addition unserer Kräfte. Sie ist eine synergetische Kombination von zwei Kräften. Sie ist eine Verschmelzung jahrzehntelanger unterschiedlicher Erfahrungen, von Lektionen, die wir gelernt haben — sie ist ein Zusammenschluss von hart erarbeiteten Weisheiten. Kräfte, die getrennt und unabhängig voneinander gegen einen gemeinsamen Feind mit einem gemeinsamen Ziel kämpften, wurden nun unter ein einziges leitendes Zentrum gestellt. Verborgene Talente und Energien, die in den Beschränkungen einer getrennten Existenz keinen Ausdruck finden konnten, können nun erblühen. Wir werden diese Kräfte, die wir geerbt haben, reif und klug einsetzen, die Wissenschaft der Revolution und die Kunst des Krieges geschickt kombinieren und unser Verständnis für die Realität der Welt, in der wir leben, immer mehr vertiefen – so wird die indische demokratische Revolution für einen Sprung nach vorn bereit sein.”5

Zu dieser Zeit fanden auf der Welt nicht weniger als vier Volkskriege statt. Eine neue gewaltige Welle der Weltrevolution war am Entstehen. Heute, wo die beiden Volkskriege in Indien und auf den Philippinen sich darauf vorbereiten, in das strategische Gleichgewicht einzutreten, was die Perspektive der Eroberung der Macht im gesamten Gebiet beider Länder eröffnet; wo der Volkskrieg in Birma wieder eingeleitet wurde, und wo die Maoistische Kommunistische Partei der Türkei/Nordkurdistans — die einzige und wahre Partei des Vorsitzenden İbrahim Kaypakkaya6 — wiedergegründet worden ist und sich darauf vorbereitet, den Volkskrieg in der Türkei/Nordkurdistan wieder aufzunehmen; sehen wir die Vorhersagen des Vorsitzenden Gonzalo in der Praxis bestätigt. Der Volkskrieg in Indien, als der stärkste dieser Volkskriege, steht heute somit natürlich an der Spitze der proletarischen Weltrevolution.

Alle ausgebeuteten und unterdrückten Völker rufen nach sozialem Wandel — sie rufen nach Revolution. Sie wollen eine tiefgreifende Transformation der gesamten Gesellschaft, ein Ende der Gesellschaftsordnung der Unterdrückung, der Ausbeutung. In Indien findet eine solche Transformation, ein solcher Wandel, eine solche Revolution direkt vor unseren Augen statt.

2. INDIEN IST DAS SCHWÄCHSTE GLIED IN DER IMPERIALISTISCHEN KETTE

Die Kommunistische Partei Perus, mit dem Vorsitzenden Gonzalo an der Spitze, beschränkte sich nicht nur auf kurze Erklärungen über die Rolle der Kommunist*innen, insbesondere in der 3. Welt. Der Vorsitzende Gonzalo schenkte der Entwicklung der Weltrevolution besondere Aufmerksamkeit, nicht nur in Peru oder in den imperialistischen Ländern, sondern insbesondere in den extraausgebeuteten und extraunterdrückten Ländern der 3. Welt, in den Kolonien und Halbkolonien. Wie es in der internationalen Linie der Kommunistischen Partei Perus heisst:

Heute sind die entflammbarsten Konfliktpunkte […] in der riesigen strategischen Region Asiens […] eine Region mit grosser Konzentration von Massen, z.B. in Indien. Würden sie ausreichend kommunistische Parteien entwickeln, würde dies die Revolution mächtig vorantreiben.”7

Indien sollte im breiteren Rahmen Südasiens, Asiens im Allgemeinen und der 3. Welt als Ganzes gesehen werden — als Teil der gewaltigen Grundlage des gesamten sozioökonomischen Weltsystems. Der Imperialismus ist von Indien mehr abhängig als von jedem anderen Land der Welt; aus dieser Tatsache ergibt sich die gewaltige Bedeutung der indischen Revolution für den Sturz des Imperialismus, nicht nur in Indien selbst, sondern in der ganzen Welt. Der Erfolg der indischen Revolution wird in allen Ländern Widerhall finden und Leute überall auf der Welt dazu bringen, sich ebenfalls im revolutionären Krieg zu erheben.

Als Stalin die Gründe für den Sieg der russischen Revolution erläuterte, erklärte er, dass das zaristische Russland das despotischste aller Länder, eine wichtige wirtschaftliche und militärische Reserve des Imperialismus, der Wachhund des Imperialismus in Osteuropa und der treueste Lakai des Imperialismus in Asien war. Daher hatte die Revolution in Russland einen internationalen Charakter — sie musste bei ihrem Erfolg das gesamte imperialistische System erschüttern.8

Heute ist Asien der schwächste Teil der imperialistischen Kette — und in Indien bricht das Glied auseinander. Indien, das vom hindufaschistischen BJP9 —Regime regiert wird, das im Auftrag des Imperialismus nukleare Erpressung gegen seine Nachbarn betreibt; dessen Truppen drohten, den Volkskrieg in Nepal niederzuschlagen; das in den 1960er Jahren das sozialistische China angriff; das seine verschiedenen Völker, die Dalits10, die Adivasi11 rücksichtslos unterdrückt sowie ein Bevölkerungszentrum von mehr als 1’300’000’000 Menschen mit immensen natürlichen Ressourcen und Produktionsfähigkeiten, die vom Imperialismus und dem bürokratisch-komprador Kapitalismus missbraucht werden — Ist dieses Indien nicht etwa genau dieses Schlüsselglied der heutigen Weltrevolution? Der Sieg des Volkskrieges in Indien wird nicht nur dieses Land auf den Kopf stellen, nein — er wird, wie Lenin voraussah, auch die imperialistischen Länder in ihren Grundfesten erschüttern.

Indien ist der Schlüssel zur proletarischen Weltrevolution. Die Abhängigkeit des Imperialismus vom indischen Volk ist enorm und drückt sich in der vertieften Entwicklung des bürokratisch-komprador Kapitalismus im Lande aus. Die indische Wirtschaft hat einen nominellen Wert von 2’700’000’000’000 USD; sie ist der sechstgrösste Verbrauchermarkt der Welt; sie ist der neuntgrösste Importeur und der zwölftgrösste Exporteur der Welt; die indische Erwerbsbevölkerung umfasst über 500’000’000 Arbeiter*innen, hauptsächlich im industriellen Sektor; Indien ist der sechstgrösste Hersteller der Welt; es produziert mehr als 50% der weltweiten Impfstoffe und IT-Lieferungen im Wert von 191’000’000’000 USD, einschliesslich der Produktion von sehr wertvollen Mikrochips; es ist der viertgrösste Mineralienproduzent der Welt und der drittgrösste Produzent von Rohstahl. Daraus lässt sich das wirtschaftliche Gewicht Indiens in der Welt ablesen, das heute die wichtigste wirtschaftliche Stütze des Weltimperialismus ist.

Indien grenzt direkt an die Länder Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Bangladesch und Birma; es liegt auch in der Nähe von Thailand, Malaysia, Ceylon, den Malediven und Indonesien. In Indien gibt es auch unzählige Nationen und Völker, die in einigen Fällen ihre eigenen revolutionären Kriege entwickeln, wie in Manipur und Kaschmir. Die Entwicklung und der Sieg des Volkskrieges in Indien wird der Funke sein, der in all diesen Orten den Steppenbrand entzündet. In China, Nepal, Bangladesch, Bhutan, Thailand, Malaysia und Indonesien haben in der Vergangenheit Volkskriege stattgefunden. Ihre Steppen werden bald mit denselben Flammen brennen, die in Dandakaranya12 lodern, wie es jetzt auch in der Landschaft Birmas der Fall ist.

Der Sieg des Volkskriegs in Indien wird die Waage des gesamten heutigen imperialistischen Weltsystems zum Kippen bringen, ein mächtiges sozialistisches Stützpunktgebiet der Weltrevolution schaffen und ein neues strategisches Gleichgewicht der proletarischen Weltrevolution signalisieren, was die Perspektive eröffnet, dass das 21. Jahrhundert wirklich

3. EINE NEUE WELT WIRD GEBOREN

Die Augen aller Kommunist*innen und Revolutionär*innen der Welt sind auf die indische Revolution gerichtet. Alle fortschrittlichen Menschen reagieren mit Freude und Hoffnung sobald sie vom Befreiungskampf des indischen Volkes hören. Alle echten Demokrat*innen und ehrlichen patriotischen Menschen unterstützen ihren Kampf für ein wirklich demokratisches und unabhängiges Indien. Nur eine Minderheit von Menschen, nur diejenigen, deren Interessen gegen die neue Demokratie, den Sozialismus und den Kommunismus gerichtet sind, sowie diejenigen, die die Lügen der Imperialisten glauben, würden den gerechten Krieg des indischen Volkes nicht unterstützen.

Warum das? Weil in Indien ein neues Leben blüht und gedeiht, wo immer die Partei hingeht, wo immer die Volksarmee hingeht. Ein neues politisches System, eine neue Wirtschaft, eine neue Kultur — das sind die Früchte des Volkskrieges in Indien. Der Vorsitzende Mao sagte:

Wir Kommunisten sind wie Samenkörner, und das Volk ist wie das Erdreich. Wohin wir auch kommen, müssen wir uns mit den Volksmassen vereinen, im Volk Wurzel schlagen und in seiner Mitte aufblühen.”14

Wir sehen, wie diese Samen heute aufkeimen. Die Blumen die aus ihnen wachsen werden, werdeb sich ausbreiten und ganz Indien bedecken, und keine Kraft der Welt wird verhindern können, dass das alte Indien aus den Angeln gehoben wird und zu einem neuen, freien und glücklichen Indien wird.

In den revolutionären Volkskomitees — die auf Dorf-, Gebiets- und Divisionsebene tätig sind und auf die Errichtung von Stützpunktgebieten und einer Volksregierung auf landesweiter Ebene abzielen — werden eine neue Wirtschaft, eine neue Politik und eine neue Kultur aufgebaut. Die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) hat erklärt:

Die Machthaber beschuldigen uns der Gewalt, der Zerstörung. Aber was ist mit der Gewalt dieser Gesellschaft, die sie schützen? Ist ihr Gesellschaftssystem nicht ein ständiger Angriff auf die menschliche Existenz? Wann werden sie Rechenschaft ablegen über die zahllosen Leben, die jede Minute zerstört werden, oder über die lebenden Toten, die kaum noch existieren können? Wo werden sie sich für die Zerstörung und die Verwüstung verantworten, die sie in der Gesellschaft und in der Umwelt anrichten? Unsere Gewalt ist eine gerechte Antwort darauf. Was wir zerstören, ist dieses volksverachtende System, seine Werte und seine Kultur. Aber dies ist kein sinnloser Akt. Die von unserer Partei geführte Volksbefreiungsguerillaarmee zerstört mit der Beteiligung und Unterstützung der breiten Masse des unterdrückten Volkes dieses Landes, um zu schaffen. Ihre Gewalt ist zielgerichtet. Sie pflügt das Land um, um volksfeindliche und überholte Verhältnisse, Strukturen und Institutionen zu beseitigen. Gemeinsam mit den Massen pflanzt und baut sie eine neue politische Macht, eine neue Gesellschaftsordnung auf. Diese existieren nun auf der primären Ebene als revolutionäre Volkskomitees (im Volksmund als Krantikari-Janatana-Sarkars, Krantikari-Jan-Komitees oder Viplava-Praja-Komitees bekannt) in den Guerillabasen Zentral- und Ostindiens.

Diese Zentren der neuen politischen Macht sind in diesem riesigen Land noch ein Tropfen auf den heissen Stein. Aber sie ermöglichen schon jetzt ein sinnvolles Leben, das von der Kraft der Zusammenarbeit und der Kollektivität lebt und reich ist an Werten menschlicher Fürsorge und Sorge. Sie verwirklichen den jahrhundertealten Traum der Ausgebeuteten, ihre eigenen Herren zu sein. Sie sichern der Bauernschaft Land zu. Sie ermöglichen es den Adivasi, das Neue zu fördern und gleichzeitig ihre Eigenart zu bewahren. Sie ermöglichen es den Dalits, ein Leben in Würde zu führen. Sie schaffen Raum für Frauen, indem sie ihren Kampf um Befreiung unterstützen. Das ist das Versprechen einer Zukunft für Indien — eine demokratische, souveräne, föderale Volksrepublik, die selbständig, gerecht und fair ist. Das ist es, was möglich ist, wenn wir es wagen, zu kämpfen und nach Höherem zu streben.”15

Diese neue Macht wird in ganz Indien geboren und erstreckt sich über ein Gebiet, das von Hunderten von Millionen Menschen bewohnt wird. Dies ist die Macht der Massen und des Volkes, die transformative Fähigkeit des Volkskrieges und die Lebenskraft des Kommunismus.

In einem kürzlich gegebenen Interview16 erklärte Kamerad Abhay, der Sprecher des Zentralkomitees der Partei, dass das derzeitige Ziel, auf das die indischen Kameraden zusteuern, die Befreiung der Bundesstaaten Bihar und Jharkhand sowie des Gebiets Dandakaranya ist. Die Verwirklichung dieses Ziels würde die Schaffung von befreiten Gebieten mit einer Gesamtbevölkerung von fast 200.000.000 Menschen bedeuten. Dies entspricht etwa 2,5 % der Weltbevölkerung oder dem 25-fachen der Bevölkerung der Schweiz, um es in die richtige Perspektive zu rücken. Es ist klar, dass dies nicht nur ein Sieg für die indische Revolution, sondern für die gesamte Weltrevolution sein wird.

4. DIE KOMMUNISTISCHE PARTEI
INDIENS (MAOISTISCH) IST EINE
GROSSE, GLORREICHE UND KORREKTE
PARTEI

Der Vorsitzende Mao sagte:

Will man die Revolution, dann muss man eine revolutionäre Partei haben. Ohne eine revolutionäre Partei, die gemäss der revolutionären Theorie und dem revolutionären Stil des Marxismus-Leninismus aufgebaut ist, ist es unmöglich, die Arbeiterklasse und die breiten Volksmassen zum Sieg über den Imperialismus und seine Lakaien zu führen. In den mehr als hundert Jahren seit der Geburt des Marxismus haben sich erst durch das Vorbild der russischen Bolschewiki bei der Leitung der Oktoberrevolution und des sozialistischen Aufbaus sowie bei der Niederschlagung der faschistischen Aggression revolutionäre Parteien neuen Typus im Weltmassstab gebildet und entwickelt. Mit dem Vorhandensein solcher revolutionären Parteien hat sich das Antlitz der Weltrevolution geändert. Diese Wandlung war so gewaltig, dass es zu grandiosen Umwälzungen kam, wie sie sich die Menschen der älteren Generation gar nicht vorstellen konnten. Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) ist eine Partei, die sich nach dem Vorbild der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPSU) aufgebaut und entwickelt hat. Mit der Geburt der KPCh hat die chinesische Revolution ein völlig neues Antlitz bekommen. Ist diese Tatsache nicht klar genug?”17

Es kann keine Revolution mit einer kommunistischen Partei geben, die unter revisionistischer — d.h. kommunistisch in Worten, aber kapitalistisch in Taten — Kontrolle steht. Nein, mehr noch — Revisionisten, die eine dem Marxismus entgegengestellte Weltanschauung und einen solchen Klassenstandpunkt einnehmen, schliessen sich selbst aus der Partei aus. In so einer SItuataion ist es dann die Aufgabe aller echten Marxist*innen innerhalb der Partei, dafür zu kämpfen, diese von Revisionisten zu säubern, denn der Revisionismus ist unser Todfeind.

Der Vorsitzende Charu Majumdar fasste die Erfahrungen des Kampfes gegen den Revisionismus innerhalb der Kommunistischen Partei Indiens (Marxistisch) zusammen und rief die Kommunist*innen auf, 1969 die Kommunistische Partei Indiens (Marxistisch-Leninistisch) zu gründen:

Der Bauernkampf in Naxalbari hat sich nur deshalb entwickelt, weil die Parteiorganisation der Terai-Region dieser Lehre des Vorsitzenden [Mao] folgte und versuchte, sie unter den Bauernmassen zu verbreiten. Die Bauernkämpfe in Uttar Pradesh, Bihar und Andhra sind nur deshalb ausgebrochen, weil wir uns auf die Lehre des Vorsitzenden verlassen haben. Die revolutionäre Autorität kann nicht wachsen, wenn wir uns nur auf die lokalen Initiativen verlassen, um all diese Kämpfe auf dem gleichen Weg und auf einer höheren Stufe zu entwickeln. Infolgedessen werden sich die Kämpfe nicht auf eine höhere Stufe entwickeln. Um diese Kämpfe voranzubringen, ist es notwendig, eine gesamtindische Partei und ein von allen Revolutionären anerkanntes Zentrum aufzubauen. Selbst auferlegte Disziplin ist für den Aufbau dieses Zentrums unerlässlich. Diese Disziplin kann natürlich nicht von oben verordnet werden; sie muss freiwillig sein. Das Gesamtindische Koordinationskomitee der kommunistischen Revolutionäre wurde mit diesem Ziel gegründet, das in der allerersten Erklärung festgelegt wurde. Indem sie der Führung des Koordinationskomitees folgten, haben Revolutionäre in verschiedenen Staaten Indiens versucht, Bauernkämpfe auf der Naxalbari-Linie aufzubauen, was ihnen in vielen Teilen des Landes gelungen ist. Dies hat zur Bildung eines von den Revolutionären akzeptierten Zentrums geführt. Deshalb hat uns die internationale Führung immer wieder daran erinnert, wie wichtig der Aufbau einer Partei ist. Auch wir erkennen heute, dass es dem Koordinationskomitee nicht mehr möglich ist, diese Kämpfe auf der richtigen Linie zu führen. Deshalb brauchen wir eine revolutionäre kommunistische Partei, die eine gesamtindische Organisation sein wird. Indem sie ihrer Führung folgen, können die revolutionären Kommunisten der verschiedenen Staaten auf dem Weg des Klassenkampfes vorankommen. Das gesamtindische Koordinationskomitee ist natürlich nicht die perfekte Waffe des Klassenkampfes, denn das Koordinationskomitee kann nur nach demokratischen Prinzipien funktionieren, erkennt keine Art von Zentralismus an und schafft es daher nicht, den Sinn für Disziplin unter den Revolutionären zu wecken. Alle Kräfte des Klassenkampfes können nicht zentralisiert werden, ohne dass der Sinn für revolutionäre Disziplin geweckt wird. Infolgedessen verliert der Kampf seine Schärfe. Der Vorsitzende hat uns gelehrt: Seid entschlossen, scheut keine Opfer und überwindet alle Schwierigkeiten, um den Sieg zu erringen. Wenn wir keine revolutionäre Partei aufbauen, wird die Disziplin nachlassen, und infolgedessen werden wir nicht entschlossen genug sein, höchste Opfer zu bringen, und wir werden nicht in der Lage sein, die Hindernisse zu überwinden, um den Sieg zu erringen. Deshalb ist es in einer Zeit, in der die revolutionären Kommunisten im ganzen Land der Aufgabe des Aufbaus revolutionärer Stützpunkte auf dem Land Vorrang eingeräumt und die Arbeit zur Vereinigung der gesamten Bauernschaft aufgenommen haben, in einer Zeit, in der die Losung des revolutionären Klassenkampfes zum Himmel schallt, unsere dringende Pflicht, eine revolutionäre Partei aufzubauen. Wir werden den Fortschritt der Revolution behindern, wenn wir uns auf das Koordinationskomitee beschränken und die schwere Verantwortung, die jetzt auf den Schultern der kommunistischen Revolutionäre Indiens liegt, nicht erfüllen können. Wir sollten uns vor Augen halten, dass die Welt jetzt in eine neue Ära der Weltrevolution eingetreten ist und dass unsere Verantwortung in dieser Ära sehr gross ist. Alle imperialistischen Mächte der Welt, ob die US-Imperialisten oder die sowjetischen Sozialfaschisten, versuchen, durch die Ausbeutung der 500’000’000 Menschen in Indien einen neuen Aufschwung zu erreichen. Sie begnügen sich nicht mit der Ausbeutung, sondern versuchen, die 500’000’000 Menschen in Indien als Kanonenfutter in einem Krieg zur Zerstörung der grossen chinesischen Republik, der Basis der Weltrevolution, zu benutzen. Deshalb hat unsere revolutionäre Pflicht so grosse Ausmasse angenommen. Wenn wir die Revolution machen, werden wir nicht nur in der Lage sein, diese brutale Ausbeutung der grossen Massen unseres Landes zu beenden, sondern auch dem Weltimperialismus und dem Revisionismus einen vernichtenden Schlag zu versetzen. Indem wir uns mit der grossen chinesischen Republik vereinen, werden wir uns mit den Befreiungskämpfen aller Länder der Welt vereinen. Dies wird die Einheit der grossen Kräfte schmieden, die in der Lage sein werden, den Weltimperialismus und den Revisionismus zu zerschlagen.”18

Diese wichtige Lektion wurde von den Anführer*innen der indischen Revolution angewandt, und ihre Erfüllung in der Praxis ist die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) — eine Partei, die nur durch den Kampf gegen den Revisionismus, für die Vereinigung aller echten Kommunist*innen in Indien und für die Wiederaufnahme des Volkskrieges gegründet werden konnte. Durch den bewaffneten Kampf gegen den Feind und den internen Kampf gegen den Revisionismus ist diese Partei stark, konsolidiert, bolschewisiert19 und mächtig geworden — eine Kraft, mit der die Reaktion rechnen muss und die in der Lage ist, einen Volkskrieg zu führen, um die demokratische Revolution in Indien und danach die sozialistische Revolution zu verwirklichen.

Die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) ist eine grossartige kommunistische Partei, weil sie durch jahrzehntelangen Kampf zur Vortruppe des indischen Proletariats geworden ist. Sie ist eine glorreiche kommunistische Partei, weil sie in der Lage ist, auf dem Weg zum Sieg jede Schwierigkeit zu überwinden und jede Niederlage zu verkraften. Und sie ist eine korrekte kommunistische Partei, weil sich ihr Programm und ihre Linie in ihrer historischen Erfahrung in der Leitung des Volkskriegs in Indien als allgemein korrekt erwiesen haben. Deshalb müssen wir viel von der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch) lernen.

5. WIR HOFFEN, DASS UNSERE INDISCHEN KAMERADEN STÜTZPUNKTGEBIETE AUFBAUEN, EIN STRATEGISCHES GLEICHGEWICHT ERREICHEN UND DIE STRATEGIE DES EINHEITLICHEN VOLKSKRIEGS ANNEHMEN WERDEN

Die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) unternimmt konkrete Schritte vorwärts. Im Jahr 2020 wurden in Telangana 12 Gebietsparteikomitees gegründet und das staatliche Parteikomitee wurde neu gegründet. Es gab erneut Aktivitäten in Dscharkand und Westbengalen. Und in der Februarausgabe 2021 des Volksmarsches, der Zeitung der Partei, konnten wir lesen:

[Die Volksbefreiungsguerillaarmee] hat an Stärke gewonnen und entwickelt sich zu höheren bewaffneten Formationen der Guerillaarmee mit dem Ziel, sich in die Volksbefreiungsarmee zu verwandeln. Die Pyramidenstruktur der Volksbefreiungguerillaarmee entwickelt sich von den Tausenden von Volksmilizen, die die Basiskräfte unter den Hunderttausenden von revolutionären Menschen sind, zu Abteilungen, Zügen, Kompanien und Bataillonen in den ausgedehnten Guerillazonen in strategischen Gebieten.”

Dies sind konkrete Schritte in Richtung der Vorbereitung des strategischen Gleichgewichts des Volkskrieges, welches der Vorsitzende Mao definiert hat:

Die zweite Etappe kann als die Etappe des strategischen Gleichgewichts bezeichnet werden. Am Ende der ersten Etappe wird der Feind aus Mangel an Streitkräften und infolge unseres zähen Widerstands gezwungen sein, gewisse Endpunkte für seinen strategischen Angriff festzulegen. Sobald diese Punkte erreicht sind, wird er seinen strategischen Angriff einstellen und zu der Etappe übergehen, in der er das von ihm eroberte Territorium sichert. In dieser Etappe wird der Gegner versuchen, das eroberte Territorium zu behaupten und mit Hilfe solcher Täuschungsmittel wie der Bildung von Marionettenregimen dieses Territorium zu seinem Eigentum zu machen und das chinesische Volk bis aufs Hemd auszuplündern. Aber hier wird er auf einen hartnäckigen Guerillakrieg stossen. Unter Ausnutzung des Umstands, dass hinter den feindlichen Linien nicht genügend Truppen bleiben, wird sich der Guerillakrieg bereits in der ersten Etappe überall entfalten, und zahlreiche Stützpunktgebiete werden geschaffen — dies alles wird den Gegner bei der Sicherung des von ihm eroberten Territoriums ernstlich gefährden. Deshalb wird es auch in der zweiten Etappe nach wie vor zu ausgedehnten Kampfhandlungen kommen. In dieser Etappe wird die Form unserer Kriegführung hauptsächlich der Guerillakrieg sein, der durch den Bewegungskrieg unterstützt wird. […] Im Zusammenhang mit dem Verlust der Grossstädte und den Kriegsschwierigkeiten werden die schwankenden Elemente in unseren Reihen beginnen, ihre Kompromissideen aktiv zu propagieren, und die pessimistischen Stimmungen werden sich beträchtlich verstärken. Zu dieser Zeit wird unsere Aufgabe darin bestehen, die Volksmassen des ganzen Landes so zu mobilisieren, dass sie wie ein Mann zusammenstehen und den Krieg mit beispielloser Hartnäckigkeit führen, die Einheitsfront zu erweitern und zu festigen, jeglichen Pessimismus und jegliches Kompromisslertum zu überwinden, das Land zu einem harten Kampf aufzurufen und eine neue Politik der Kriegszeit durchzuführen, um diesen schwierigen Weg zurücklegen zu können. […] Diese zweite Etappe wird im gesamten Krieg eine Übergangsetappe bilden und dabei die schwierigste Etappe sein, aber sie wird zugleich den Wendepunkt darstellen. […] Wenn wir im Widerstandskrieg ausharren, an der Einheitsfront festhalten und hartnäckig einen langwierigen Krieg führen können, dann wird China in der zweiten Etappe die Kräfte erlangt haben, um seine Schwäche in Stärke umzuwandeln. In dem dreiaktigen Drama des Widerstandskriegs Chinas wird das der zweite Akt sein. Und durch die Anstrengungen des gesamten Schauspielerkollektivs wird es dann möglich sein, den glänzenden Schlussakt wunderbar zu spielen.”20

Wir freuen uns über diese neuen Entwicklungen im Volkskrieg — dennoch ist es notwendig, unseren Standpunkt zur Zukunft des bewaffneten Kampfes in Indien darzulegen. Während der Volkskrieg auf dem Lande an Stärke gewinnt und Stützpunktgebiete zu entstehen beginnen, wird es notwendig sein, die Entwicklung des Volkskriegs in Indiens Städten, wo mehr als 30% der Bevölkerung leben, in Angriff zu nehmen. Wir halten Aussagen wie diese für unzureichend:

So muss die richtige dialektische Beziehung zwischen der Entwicklung der städtischen Bewegung und der Entwicklung des Volkskrieges aufrechterhalten werden. Wir sollten durch den Aufbau einer starken städtischen Bewegung sicherstellen, dass die städtischen Massen dazu beitragen wird, Bedingungen zu schaffen, die den bewaffneten Kampf auf dem Lande zum Erfolg führen werden. Wie wir im vorangegangenen Abschnitt gesehen haben, gibt es in Indien einen grösseren Anteil der Bevölkerung in städtischen Gebieten und eine viel grössere Arbeiterklasse als zur Zeit der chinesischen Revolution. Auch dies erhöht die relative Bedeutung der städtischen Arbeit unter den besonderen Bedingungen der indischen Revolution.21

Wir halten sie für unzureichend, weil die Arbeit der Partei in den Städten nur als „starke städtische Bewegung” dargestellt wird, die „dazu beitragen wird, Bedingungen zu schaffen, die den bewaffneten Kampf auf dem Lande zum Erfolg führen werden”. Doch wie kann man angesichts der Tatsache, dass 30% der indischen Bevölkerung in riesigen Städten und weitläufigen städtischen Gebieten, insbesondere in Slums, leben, diese Gebiete bis zum Ende des Volkskriegs dem Feind überlassen? Es liegt auf der Hand, dass eine doppelte Politik verfolgt werden muss: einerseits und vor allem die Entwicklung des Volkskriegs, indem die Städte vom Land aus umzingelt werden, und andererseits und ergänzend dazu die Entwicklung des Volkskriegs in den Slums, um einen „Gürtel aus Stahl” um die feindlichen Städte zu errichten, der die Versorgungslinien abschneidet und Militärkonvois, die durch die Aussenbezirke der Städte fahren, in einen Hinterhalt lockt.

Diese Strategie wird als einheitlicher Volkskrieg bezeichnet und wurde vom Vorsitzenden Gonzalo auf der Grundlage der Erfahrungen der proletarischen Weltrevolution — u.a. der Volkskriege in Brasilien, Indien, den Philippinen und Vietnam — festgelegt. Der Vorsitzende Gonzalo erklärt:

Der Volkskrieg ist universell anwendbar und nimmt je nach dem Charakter der Revolution spezifische Formen an. Anders kann man ihn nicht umsetzen. In unserem Fall sind die Besonderheiten ziemlich klar: Es ist ein Kampf, der auf dem Lande und in der Stadt geführt wird; das legten wir schon 1968 im Grundschema für den Volkskrieg fest. Eben darin liegt eine Besonderheit, wir führen den Volkskrieg sowohl auf dem Lande als auch in der Stadt. Das hat mit unserer spezifischen Situation zu tun. In Lateinamerika gibt es z. B. proportional gesehen sehr viel grössere Städte als in anderen Kontinenten. Das ist eine Tatsache, die wir nicht übersehen können. Es genügt ein Blick auf die Hauptstadt Perus, wo ein grosser Teil der Bevölkerung lebt. Daher konnten wir die Städte nicht ausser Acht lassen, auch hier musste der Volkskrieg entwickelt werden, doch der Hauptschauplatz des Krieges ist das Land, während der Kampf in den Städten eine notwendige Ergänzung ist.

[…]

Unsere jetzige Situation verlangt von uns zu sehen, wie wir die Stadt oder die Städte, um es zu verallgemeinern, vorbereiten werden. Das hat mit der Ausweitung der Massenarbeit zu tun, und zwar im und für den Volkskrieg. Das haben wir bisher auch schon gemacht und werden es weiterhin tun. Es geht darum, dass wir begonnen haben, die Arbeit zu verstärken. Wir sind der Ansicht, dass die Arbeit in den Städten unverzichtbar ist und zunehmend ausgeweitet werden muss, denn dort konzentriert sich das Proletariat, und wir können es nicht dem Revisionismus und den Opportunismus überlassen.

In den Städten gibt es die Armenviertel mit ihrer immensen Bevölkerung. Seit 1976 haben wir folgende Richtlinien für die Arbeit in den Städten: Die Arbeit in den armen Stadtteilen und Elendsvierteln ist die Basis, die unter dem Proletariat die Leitlinie, — das war unser Prinzip, und wir wenden es auch weiter unter den Bedingungen des Volkskrieges an.

Welche Massen unsere Zielgruppen sind, ist klar. Aus dem genannten Prinzip leitet sich eindeutig ab, dass die enormen Massen der Armen- und Elendsviertel wie ein eiserner Gürtel sind, der den Feind einschliesst und die reaktionären Kräfte in Schach halten wird.”22

Wir vertreten den Standpunkt, dass der einheitliche Volkskrieg ein sehr wichtiger Beitrag des Vorsitzenden Gonzalo zur Entwicklung der Militärtheorie der internationalen Arbeiterklasse ist. Das ist einer der Gründe, warum das Gonzalo Denken universell anwendbar ist und seine Beiträge von allen Kommunist*innen aufgegriffen werden muss, zusammen mit so wichtigen Beiträgen wie der Militarisierung23 der kommunistischen Partei und dem konzentrischen Aufbau der Armee und der Enheitsfront bzw. dem neuen Staat um die Partei herum.

Bis die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) diese allgemeingültigen Aspekte des Gonzalo Denkens in die ideologische Einheitsgrundlage ihrer Partei integriert — d.h. sie Teil der schöpferischen Anwendung des Marxismus-Leninismus-Maoismus auf die indische Revolution macht –, wird es für den Volkskrieg in Indien nicht möglich sein, das strategische Gleichgewicht zu überwinden, abgesehen von sehr besonderen Bedingungen.24 Das ist der Stand der Dinge. Trotzdem sind wir völlig sicher, dass unsere indischen Kameraden dafür kämpfen werden, den Volkskrieg um jeden Preis fortzusetzen und aus den internationalen und historischen Erfahrungen lernen werden, um so die korrekten Schlussfolgerungen zu ziehen, die den Volkskrieg jeden Tag näher an den Endsieg bringen werden.

6. BEKÄMPFT ALLE, DIE GEGEN DEN
VOLKSKRIEG IN INDIEN SIND

In der heutigen internationalen kommunistischen Bewegung gibt es gewisse winzige revisionistische Sekten, die sich unserer Bewegung angeschlossen haben, um das Blut der revolutionären Arbeiterklasse in ihren jeweiligen Ländern wie Parasiten auszusaugen. Sie haben die „Unterstützung” des Volkskriegs in Indien nur in Worten aufgenommen. Hinter verschlossenen Türen tratschen sie. Der „Führer” einer solchen Organisation — des deutschen so genannten „Komitees Rote Fahne” — erklärte sogar auf die plumpeste Art und Weise: „Fick die Inder”, als er gefragt wurde, warum die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) bei einem internationalen Treffen nicht anwesend war.

Solche Leute sind nicht unsere Kameraden, sie sind keine Freunde des Volkskriegs in Indien, sie sind Feinde des internationalen Proletariats, und als solche müssen sie bekämpft werden. Sich gegen den Volkskrieg in Indien zu stellen, ist ein konterrevolutionärer Akt — er bringt Blutschuld über einen. Und zwar jeden Tag mehr, denn der Volkskrieg erringt neue Siege und trägt zu einer strahlenden, sozialistischen und kommunistischen Zukunft für die gesamte Menschheit bei. Können Menschen, die sich diesen Siegen, diesen Beiträgen widersetzen, zusammen mit dem Rest der Menschheit dem Kommunismus beitreten? Auf keinen Fall. Sie werden zurückgelassen werden.

7. DER VOLKSKRIEG WIRD
UNVERMEIDLICH SIEGEN

1965 fasste das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas die Theorie des Volkskriegs wie folgt zusammen:

Der Vorsitzende Mao Tse-tung hat uns mit einer meisterhaften Zusammenfassung der Strategie und der Taktik des Volkskrieges versehen: ‚Ihr kämpft auf eure Art und wir auf unsere. Wenn wir siegen können, kämpfen wir, können wir es nicht, dann ziehen wir ab.’

Mit anderen Worten: Ihr verlasst euch auf moderne Waffen, wir auf die Volksmassen mit hohem revolutionären Bewusstsein. Ihr bringt eure Überlegenheit zur vollen Geltung, wir die unsere. Ihr habt eure Kampfweise, wir die unsere. Wenn ihr uns schlagen wollt, lassen wir das nicht zu, und ihr werdet uns nicht einmal finden. Aber wenn wir euch schlagen wollen, dann werden wir euch treffen, genau und präzis, und euch vernichten. Wenn wir imstande sind, euch zu vernichten, werden wir das tun. Wenn wir dazu nicht imstande sind, werden wir darauf achtgeben, dass ihr uns nicht vernichtet. Nicht kämpfen, wenn man gewinnen kann, ist Opportunismus. Auf den Kampf bestehen, wenn man nicht siegen kann, ist Abenteurertum. Unsere ganze strategische und taktische Zielsetzung beruht hauptsächlich auf dem Bestreben, zu kämpfen. Wenn wir die Notwendigkeit eines Abzugs zugeben, so unter der Voraussetzung, dass wir vor allen Dingen die Notwendigkeit des Kämpfens anerkannt haben. Die einzige Absicht beim Abziehen ist der Kampf und letzten Endes die vollständige Vernichtung des Feindes. Diese Strategie und Taktik kann nur angewandt werden, wenn man sich auf die breiten Volksmassen verlässt, und wenn man so verfährt, bringt man damit die Überlegenheit des Volkskriegs zur vollen Geltung. Wie überlegen der Feind in technischer Ausrüstung auch immer sein mag und zu was für Winkelzügen er seine Zuflucht auch immer nehmen mag, er wird in eine Lage geraten, in der er zu Passivität verurteilt und Angriffen ausgesetzt ist, und die Initiative wird immer bei uns liegen.”25

Diese These gilt — für Indien und für alle anderen Länder. Der Volkskrieg ist militärisch unbesiegbar — er kann von keinem Imperialismus und keiner Reaktion besiegt werden. Die kommunistische Partei ist, wie der Vorsitzende Mao sagte, ein heldenhafter Kämpfer, der die beiden Zauberwaffen der Volksarmee und der revolutionären Einheitsfront führt; kann ein solcher Krieger besiegt werden?

Das einzige, was einen solchen heroischen Kämpfer töten kann, ist Krebs — nur der Revisionismus. Der beste Weg, eine Festung zu erobern, ist nämlich von innen. So hat die Geschichte gezeigt, dass der Volkskrieg zwar militärisch unbesiegbar, aber politisch besiegbar ist. Die Volkskriege in Nepal, Thailand und Malaya wurden durch Verrat ihrer revisionistischen Leitung zerschlagen. Der Volkskrieg in Peru wurde durch einen Putsch der Revisionisten niedergeschlagen. Die Niederlage des Volkskriegs in Indonesien wurde durch den Einfluss der Revisionisten in der Partei ermöglicht.

Die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) hat sich jedoch vom Revisionismus gesäubert und tut dies auch weiterhin jeden Tag. Sie ist eine mächtige Partei, eine Kampfpartei, die Kriegsmaschine, welche das Proletariat, die Massen und das indische Volk braucht.

In der Peking Rundschau vom 5. Juli 1967 feierte die Kommunistische Partei Chinas den heldenhaften Naxalbari-Aufstand, der den Beginn des ersten Volkskrieges in Indien bedeutete. Darin heisst es:

[…] wie gut die Imperialisten, die indischen Reaktionäre und die modernen Revisionisten auch bei ihrer Sabotage und Unterdrückung zusammenarbeiten mögen, die Fackel des bewaffneten Kampfes, die von den Revolutionären in der Kommunistischen Partei Indiens und den revolutionären Bauern in Darjeeling entzündet wurde, wird nicht erlöschen. Ein einziger Funke kann einen Steppenbrand entfachen. Der Funke in Darjeeling wird einen Steppenbrand entfachen und mit Sicherheit die Weiten Indiens in Flammen setzen. Dass ein grosser Sturm des revolutionären bewaffneten Kampfes schliesslich über die Länge und Breite Indiens hinwegfegen wird, ist sicher. Obwohl der Weg des indischen revolutionären Kampfes lang und mühsam sein wird, wird die indische Revolution, geleitet vom grossen Marxismus-Leninismus-Mao Tse-tung Denken, sicherlich triumphieren.”

Solange unsere indischen Kameraden auf dem Weg der Einkreisung der Städte vom Lande aus beharren, dem Weg der ununterbrochenen Revolution, dem Weg der Eroberung und Verteidigung der Staatsmacht mit dem Volkskrieg bis zum Kommunismus, wird keine Kraft die indische Arbeiterklasse daran hindern können, ihre historische Bestimmung zu erfüllen: den letzten Nagel in den Sarg des Imperialismus zu schlagen.

Drei Welten haben sich im Weltmassstab herausgebildet. Die 1. Welt umfasst die drei Supermächte: Den US-Imperialismus (die einzige hegemoniale Supermacht, d.h. die einzige, die andere imperialistische Staaten dominiert), den russischen Imperialismus (eine militärische Supermacht) und den chinesischen Sozialimperialismus (eine wirtschaftliche Supermacht). Die 2. Welt umfasst andere imperialistische Mächte, wie die Schweiz, Japan, Deutschland, Grossbritannien und Frankreich. Die 3. Welt umfasst die kolonialen oder halbkolonialen Länder. So wie der Volkskrieg in einem unterdrückten Land den Weg der Einkreisung der Städte vom Land aus geht, während er in den Städten gleichzeitig revolutionären Krieg führt und die Aufstände vorbereitet, so umkreist der Weltvolkskrieg die imperialistischen Länder von der 3. Welt aus und führt den Volkskrieg hauptsächlich in der 3. Welt und ergänzend in den imperialistischen Ländern, bis der „Aufstand” während der globalen strategischen Offensive stattfindet und der Imperialismus endgültig fällt. Heute befinden wir uns in der strategischen Defensive dieses Weltvolkskriegs. Mit dem Sieg der Volkskriege in Indien oder einer Reihe von kleineren Ländern werden wir in das strategische Gleichgewicht dieses Weltvolkskriegs eintreten.

Dieser Weltvolkskrieg ist nicht als ein einziger globaler revolutionärer Krieg zu verstehen, sondern als ein komplexes System von Kriegen aller Art — imperialistische Angriffskriege, zwischenimperialistische Kriege, nationale Befreiungskriege und Volkskriege —, in denen die Völker der Welt ihre Vorstösse durch die wiedergegründete Kommunistische Internationale koordinieren, die Weltpartei der internationalen Arbeiterklasse, die strategische Zentralisierung und taktische Dezentralisierung anwendet und sich auf die Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Autonomie der einzelnen kommunistischen Parteien stützt, um ihre revolutionäre Arbeit zu leisten, als verbündetes Kommando der verschiedenen revolutionären Streitkräfte in der Welt. Der Weltvolkskrieg ist also keine „permanente Revolution” im Sinne Trotzkis oder eine „einheitliche Aktion” im Sinne Chruschtschows und Breschnews, sondern eine wahrhaft kommunistische These.

Der Imperialismus ist und bleibt der Vorabend der proletarischen Revolution. Langsam aber sicher geht im Osten, in Indien, eine rote Sonne auf, die uns den Weg in eine strahlende Zukunft der Menschheit weist, auch wenn es manchen so vorkommt, als seien wir dazu bestimmt, in der dunklen Nacht des Imperialismus zu sterben. Die Arbeiterklasse, die Massen und die Völker der Welt werden den Imperialismus besiegen und die weltweite strategische Offensive der internationale Arbeiterevolution Realität machen. Heute können wir klar erkennen, dass dieses Ziel, für das schon so viele ihr Leben und ihre Freiheit geopfert haben, nur durch den Volkskrieg erreicht werden kann, die revolutionäre Strategie, die auch zur Verteidigung der Revolution, des sozialistischen Systems, eingesetzt werden wird, sobald es siegreich regiert. Und der Kampf für den Kommunismus wird dort nicht aufhören, denn der Sozialismus ist kein gefestigtes System, sondern eine Übergangsphase von der Klassengesellschaft zur klassenlosen Gesellschaft, ein revolutionärer Prozess des sozialistischen Aufbaus und der ununterbrochenen proletarischen Kulturrevolution. Unsere Forderungen sind recht einfach: Alles, was wir wollen, ist die Erde. Eine Erde ohne Klassen, ohne Patriarchat, ohne Ausbeutung von Mensch durch Mensch. Alles, was wir wollen, ist Kommunismus. Und wir wissen, dass die schweizerischen und indischen Kommunist*innen in diesem Kampf auf der gleichen Seite der Barrikade stehen. Solche Kameraden zu haben, ist für uns eine Ehre.

Der Volkskrieg in Indien ist die entscheidendste Schlacht für die Befreiung der Arbeiterklasse und die Befreiung der gesamten Menschheit, die heute geführt wird. Die rote Fahne, die über unzähligen revolutionären Volkskomitees in ganz Indien weht, ist nicht nur die Fahne der indischen Arbeiterklasse, der indischen Massen oder des indischen Volkes. Nein, sie ist auch unsere rote Fahne. Die Fahne der internationalen Arbeiterklasse, die Fahne des Kommunismus.

DIE ROTE SONNE GEHT AUF: IN INDIEN WIRD EINE NEUE WELT GEBOREN!

EINE NEUE WELLE DER WELTREVOLUTION NAHT! ERÖFFNET MEHR REVOLUTIONÄRE KRIEGSFRONTEN ZUR UNTERSTÜTZUNG DES INDISCHEN VOLKES!

IMPERIALISTEN, REAKTIONÄRE UND ALLE UNTERDRÜCKER: WENN DIE VOLKSBEFREIUNGSGUERILLAARMEE ZIELT, TRIFFT SIE!

RUHM UND EHRE DEN HELDENHAFTEN UND KÄMPFENDEN INDISCHEN ARBEITER*INNEN, MASSEN UND VOLK!

RUHM UND EHRE DEN GEFALLENEN HELD*INNEN DES VOLKSKRIEGS IN INDIEN!

EWIGER RUHM UND EHRE DEM VORSITZENDEN CHARU MAJUMDAR, DEM UNSTERBLICHEN ANFÜHRER DER INDISCHEN REVOLUTION!

INDISCHE KAMERADEN: WIR WERDEN SCHULTER AN SCHULTER MIT EUCH BIS ZUM KOMMUNISMUS MARSCHIEREN!

Zum Schluss sendet unser Provisorisches Zentralkomitee unsere wärmsten roten Grüsse an die gegenwärtige Gegenkampagne und den Widerstand, den die Volksbefreiungsguerillaarmee gegen die faschistische, völkermörderische und konterrevolutionäre Prahaar-3-„Einkreisungs- und Vernichtungs”-Kampagne entwickelt — unter Ausnutzung der Erfahrungen aus der Niederschlagung des Volkskrieges in Peru wenden die indischen Reaktionäre jetzt dieselbe US-Strategie der „niedrigen Intensität” an, einschliesslich der Darstellung der völkermordenden Streitkräfte als „Wohlfahrtstruppe” zur „Unterstützung” der Bauern. Aber diese Strategie wird scheitern — Kommunist*innen haben noch nie einen Krieg verloren, wenn sie an ihren Prinzipien festgehalten haben. Alle „überlegenen Strategien” der Bourgeoisie, wie Hitlers „Blitzkrieg” oder Chiang Kai-sheks „Blockhauskrieg”, sind mit Volkskrieg zerschlagen worden. Die Prahaar-3-Kampagne ist nichts als ein Hirngespinst des mörderischen und rückständigen indischen Staates. Aber sie werden nicht lange weiterträumen können, denn die durchschlagende Antwort der kommunistischen Militant*innen, der Kämpfer*innen der Volksbefreiungsguerillaarmee und der Massen der revolutionären Bewegung wird ein unüberhörbarer Weckruf für die Grossgrundbesitzer und die bürokratischen-komprador Kapitalisten, die Indien regieren, sowie für die Imperialisten sein. Sie mögen zwar denken, dass Revolutionen in Blut ertränkt werden können, aber die Realität sieht anders aus: Jeder Tropfen Blut, den sie vergiessen, bewässert die Revolution und lässt sie stärker werden. Wir rufen alle Kommunist*innen und sozialistischen Revolutionär*innen in der Schweiz auf, den internationalen Aktionstag am 24. November gemäss den Anweisungen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch) in seiner jüngsten Presseerklärung zu unterstützen.26

November 2021

PROVISORISCHES ZENTRALKOMITEE
KOMMUNISTISCHE PARTEI DER SCHWEIZ (ROTE FRAKTION)


1 Vorsitzender Gonzalo (1934-2021) – Der bedeutendste Anführer der Kommunistischen Partei Perus, der den Volkskrieg in Peru vom 17. Mai 1980 bis zum 12. September 1992 anführte, als er vom Feind gefangen genommen wurde. Er starb nach 29 Jahren Gefangenschaft am 11. September 2021. Er war ein grosser kommunistischer Anführer und Theoretiker, der für die Definition und Synthese des Maoismus verantwortlich war.

2 Lima-Basis, Kommunistische Partei Perus: „Die Rede des Vorsitzenden Gonzalo strahlt siegreich und kraftvoll vor der Welt!”

3 Vorsitzender Charu Majumdar (1919-72) — Gründer der Kommunistischen Partei Indiens (Marxistisch-Leninistisch), die im Mai 1967 den Volkskrieg in Indien auslöste. Die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) führt ihr Erbe auf ihn und seine Partei zurück.

4 Kamerad Kanai Chatterjee (1933-83) — Ein weiterer indischer Kommunistenanführer und ein Zeitgenosse von Charu Majumdar. Er gründete das Maoist Communist Center of India, das später Teil der Kommunistischen Partei Indiens (Maoist) wurde.

5 Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch): Ein Hoch auf die Formierung der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch)!, „Editorial“ (auf englisch), 2004.

6 Vorsitzender İbrahim Kaypakkaya (1949-73) — Gründer und historischer Anführer der Kommunistischen Partei der Türkei (Marxistisch-Leninistisch), heute Maoistische Kommunistische Partei der Türkei/Nordkurdistan. Inspiriert von der proletarischen Kulturrevolution initiierte und führte er den bewaffneten Kampf für die neue demokratische Revolution in der Türkei/Nordkurdistan und starb in jungem Alter an den Folgen der Folter.

7 1. Parteitag der Kommunistischen Partei Perus: “Allgemeine politische Linie”

8 J. W. Stalin: Über die Grundlagen des Leninismus, „2. Die historischen Wurzeln des Leninismus”, April 1924.

9 Indische Volkspartei (BJP) — Eine hindu-faschistische politische Partei in Indien und seit 2014 die regierende politische Partei Indiens. Ihr Sprecher ist Narendra Modi, Premierminister von Indien. Im Jahr 2002 leitete Narendra Modi weit verbreitete antimuslimische Pogrome im Bundesstaat Gujarat, bei denen mehr als 2’000 Menschen getötet und mehr als 150’000 vertrieben wurden.

10 Dalits, auch bekannt als “Unberührbare”, sind die unterste Kaste im indischen Kastensystem. 16,6 % der indischen Bevölkerung gehören der Kaste der Dalits an.

11 Adivasis sind die indigenen Stammesvölker Indiens, die 8,6 % der indischen Bevölkerung ausmachen.

12 Dandakaranja ist die grösste Guerillabasis in Indien. Sie umfasst ein Gebiet mit mehr als 50’000’000 Menschen auf 92’200 Quadratkilometern, das hauptsächlich aus Dschungel besteht.

13 Siehe Revolutionäre Internationalistische Bewegung: „Für ein Jahrhundert voller Volkskriege!”, 01.01.2000.

14 Mao Tse-tung: “Über die Verhandlungen in Tschungking”, 17.10.1945.

15 Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch): „Ein Aufruf an das indische Volk! Zerreisst die Fesseln des Imperialismus und Feudalismus, zerstört dieses verrottete System! Baut eure Zukunft und die eures Landes mit euren eigenen Händen auf!”, 01.09.2014.

16 Kamerad Abhay, Sprecher, Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch): „Interview mit Kamerad Abhay”, November 2021.

17 Vorsitzender Mao Tse-tung: „Revolutionäre Kräfte der ganzen Welt, vereinigt euch! Kämpft gegen die imperialistische Aggression!”, November 1948.

18 Charu Majumdar: „Wieso müssen wir die Partei jetzt bilden?”, März 1969.

19 Eine bolschewisierte Partei ist eine Partei, die auf der Grundlage von Strukturen an den Orten organisiert ist, an denen sich die Massen konzentrieren, wie z. B. in grossen Betrieben, Arbeiter- und Armenquartieren, Dörfern und Kasernen. Die Kommunistische Internationale hat auf dem 5. Weltkongress 1924 eine gross angelegte Kampagne für die Bolschewisierung der kommunistischen Parteien der Welt gestartet. Für weitere Informationen über die Bolschewisierungskampagne siehe J. W. Stalin: “Die Aussichten der Kommunistischen Partei Deutschlands und die Frage der Bolschewisierung”, 03.02.1925. Für weitere Informationen über die Bolschewisierungskampagne der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch) siehe das Rundschreiben des Zentralen Regionalbüros der Partei: “Lasst uns den Marxismus-Leninismus-Maoismus in unserem Denken und unserer Praxis verbessern und unsere Parteiführung stärken!”, 2017, in: Volkskrieg Nr. 11.

20 Chairman Mao Tse-tung: „On Protracted War“, May 1938.

21 Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch): „Städtische Perspektiven”.

22 Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Perus: „Interview mit dem Vorsitzenden Gonzalo”, Juli 1988.

23 Die Militarisierung der Kommunistischen Partei ist ein Beitrag des Vorsitzenden Gonzalo zur Entwicklung der kommunistischen Theorie und Praxis. In der Linie des Aufbaus der drei revolutionären Instrumente der Kommunistischen Partei Perus, die auf ihrem 1. Kongress 1988/89 angenommen wurde, wird die Militarisierung definiert als „die Reihe von Transformationen, Veränderungen und Neuanpassungen ist, die [die Partei] braucht um den Volkskrieg als die Hauptkampfform zu führen, der den neuen Staat hervorbringt.”. Unserer Ansicht nach ist die Militarisierung aus drei Hauptgründen notwendig: (1) Wir leben in einer Epoche, in der der Imperialismus einfach zerstört werden muss, wenn die Menschheit und die Erde nicht durch imperialistische Kriege und den Klimawandel dezimiert werden sollen. (2) Wir müssen die kapitalistische Restauration verhindern, indem wir eine Partei haben, die die umfassende Diktatur über die Volksarmee und den neuen Staat ausübt, und die Volksarmee mit einer Miliz umgeben, die 90% der Bevölkerung umfasst. (3) Wir können die Diktatur des Proletariats gegen den stark militarisierten Imperialismus nur durch unsere eigene Militarisierung garantieren. Der Vorsitzende Gonzalo unterstreicht: „Die Partei als die Achse von allem nehmend, baut die Armee um sie herum und baut mit diesen Instrumenten, mit den Massen im Volkskrieg, den neuen Staat um die beiden herum. Die Militarisierung der Partei kann nur durch konkrete Aktionen des Klassenkampfes, konkrete Aktionen militärischen Typs fortgesetzt werden, das bedeutet nicht, dass wir exklusiv verschiedene Arten militärischer Aktionen durchführen (Guerillaaktionen, Sabotage, selektive Vernichtung, bewaffnete Agitation und Propaganda), sondern dass wir hauptsächlich diese Kampfformen ausführen müssen, mit dem Zweck den Klassenkampf zu fördern und zu entwickeln, lehrt den Klassenkampf mit Tatsachen, mit diesem Typ der Aktionen als die Hauptformen des Kampfes des Volkskrieges. […] Es ist die Militarisierung der Partei, die uns die Einleitung und Entwicklung des Volkskrieges ermöglicht hat. Wir sind der Auffassung, dass diese Erfahrung universelle Gültigkeit hat und deswegen ist es eine Forderung und Notwendigkeit für die Kommunistischen Parteien der Welt, sich zu militarisieren.

Der konzentrische Aufbau der drei Instrumente ist die organisatorische Erfüllung der Militarisierung der Partei und in Synthese ist er in dem zusammengefasst, was der Vorsitzende Gonzalo lehrt: ‚Die Partei ist die Achse von allem, sie führt die drei Instrumente allumfassend: Sie führt ihren eigenen Aufbau und sie führt absolut die Armee und den neuen Staat als eine gemeinsame Diktatur, auf die Diktatur des Proletariats zielend.’”

24 Ein Sieg ohne die Militarisierung der Partei, den konzentrierten Aufbau der drei Instrumente und die Führung eines einheitlichen Volkskriegs wäre nur in besonderen Fällen möglich, in denen entweder die Imperialisten geschwächt oder durch einen Weltkrieg abgelenkt sind, aus irgendeinem Grund nicht eingreifen oder in den imperialistischen Grossmächten (USA, Russland und China) proletarische Revolutionen ausbrechen. Unter allen anderen Umständen wäre die imperialistische Intervention in der Lage, den Volkskrieg auf isolierte ländliche Gebiete zu beschränken. Diese Tatsache zeigt, wie wichtig es ist, sich das Gonzalo Denken zu eigen zu machen.

25 Lin Piao: „Es lebe der Sieg im Volkskrieg!”, 03.09.1965.

26 Siehe Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch): „Macht den internationalen Aktionstag am 24. November zum erfolgreichen Tag gegen die militärische Prahaar-Kampagne der faschistischen Modi-Regierung!”, 07.11.2021.