Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Perus: “Wahlen, Nein! Volkskrieg, Ja!”

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Es gibt ein Ziel, die Eroberung der Macht!

WAHLEN, NEIN! VOLKSKRIEG, JA!

Zentralkomitee
Kommunistische Partei Perus
Mai 1990

Verlag Rote FahneReproduziert von
„Die Rote Fahne„

WAHLEN, NEIN! VOLKSKRIEG, JA!

1. WAHLEN SIND FÜR DIE REAKTION UNENTBEHRLICH

Wie die letztens erfolgte Sitzung des Zentralkomitees, die das siegreiche 10. Jubiläum Des Volkskrieges feierte, schlussfolgerte, müssen die peruanische Reaktion und ihr Meister, der Imperialismus, hauptsächlich der Yankee-Imperialismus, den bürokratischen Kapitalismus wiederbeleben, erneut den alten Staat umstrukturieren und den Volkskrieg vernichten. Das sind ihre Bedürftnisse und Träume, weil der bürokratische Kapitalismus seine tiefste Wirtschaftskrise bisher durchlebt, die ganze peruanische Gesellschaft in die tiefste Krise stürzt, die sie je erlebt hat. Ihr Staat, die überholte Diktatur der Grossbourgeoisie und der Grossgrundbesitzer, der sich 1978 zum dritten Mal in diesem Jahrhundert umstrukturierte, ist immer noch eine verrottete bürokratisch-militärische Maschine, unterdrückender und blutiger, je impotenter sie mit der Entwicklung des Volkskrieges wird. Denn der Volkskrieg hat in diesen zehn siegreichen Jahren, hauptsächlich von den Massen von armen Bauern gestützt und unter der Führung der Partei, die sehr aufregende Aussicht auf Machteroberung im ganzen Land für das Proletariat und das Volk erreicht. Die Reaktion und die Imperialisten erschaffen neue Pläne und Aktionen, die unausweichlich dem Klassenkampf mehr Schwung geben werden, den Kampf der Massen entwickelnd und den Volkskrieg auf seinen höchsten Ausdruck hebend.

Das Obenstehende passiert in einer Zeit, in der die Supermächte und Mächte, allesamt imperialistisch oder sozialimperialistisch, in Verschwörung und Streit, die Widersprüche auf Weltebene aufwühlen (unterdrückte Nationen gegen imperialistische Supermächte und Mächte; Supermächte gegeneinander und gegen andere imperialistische Mächte; und die Bourgeoisie gegen das Proletariat; von den drei ist der erste der Hauptwiderspruch); so entwickeln sie Verschwörung und Streit für Herrschaftsgebiete und eine neue Weltaufteilung, was neue definierte Kriege beinhaltet, regional und in Perspektive weltweit, trotz den ganzen schönen Worten über Pazifismus, die auf die erneute Benommenheit der Welt abzielen. Innerhalb dieser Umstände entwickelt sich seit der Mitte des letzten Jahrzehnts eine neue konterrevolutionäre revisionistische Offensive, hauptsächlich von Gorbatschow und Teng Hsiao-ping geführt. Diese Offensive hat letztens zugenommen und agiert in Verschwörung mit der imperialistischen Offensive gegen den Marxismus; sie hat erneut die angebliche und breit veröffentliche „Überholtheit des Marxismus” verkündet. Somit ist die Verschwörung und der Streit sowohl des Imperialismus als auch dem Revisionismus, in diesem Falle hauptsächlich die Verschwörung, in ihren finsteren Angriffen gegen den Marxismus-Leninismus-Maoismus sichtbar. Unter internationalen Bedingungen, in welchen revolutionäre Kämpfe und zunehmend der Volkskrieg grössere Transzendenz in den unterdrückten Nationen erhält, werden diese die Basis der Proletarischen Weltrevolution als Haupttendenz in der Weltgeschichte. Dies ist eine komplexe Realität, die sich verwirklicht; wie etwa hier im Land, wie in Osteruropa mit seinem Streit zwischen der Zersetzung des Revisionismus und dem Gerangel nach imperialistischer Beute; oder in Nicaragua, dessen unvollständige demokratische Revolution in den Gewässern schwarzer Aussichten zu Bruch gegangen ist; oder der Dialog von M-19 in Kolumbien mit solch aufschlussreichen Resultaten, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Letztlich gibt es die sogenannte „Legitimierung” als politisches Ziel des Aufstandsbekämpfungskriegs, in seiner Form als „Kriegsführung der niedrigen Intensität” bekannt. Diese sieht von Wahlen erstellte Regierungen als Mittel, diesen „Legitimität” und „Autorität” zu verleihen, was als solches vom Volk anerkannt werden soll. Zusätzlich würden sie nach eigenen Angaben „der Bedürftnisbefriedigung des Volkes dienen”. Somit sind Wahlen nichts als ein Werkzeug des konverrevolutionären Krieges.

All dies macht die allgemeinen Wahlen 1990 überlebenswichtig für die Interessen der peruanischen Reaktion und des Imperialismus, hauptsächlich des Yankee-Imperialismus.

2. DIE POLITISCHE KRISE NIMMT ZU UND DIE WIDERSPRÜCHE VERTIEFEN SICH

In „Gegen Konstitutionalistische Illusionen und für den Staat der Neuen Demokratie” sagt die Partei:

„ÜBER DIE WAHLEN. Marx merkte an: „[…] einmal in drei oder sechs Jahren zu entscheiden, welches Mitglied der herrschenden Klasse das Volk im Parlament ver- und zertreten soll […]”. Und das ist umso wahrer, wenn die Wahlen für die Annahme von Verfassungen sind. Somit sind Wahlen bloss das Mittel, die Regierungsverwaltung der Diktatur der Bourgeoisie in kapitalistischen Gesellschaften zu erneuern, und dies passiert sogar in der demokratischsten Regierung, die wir uns vorstellen könnten, und sie sind das gewöhnliche Mittel, um den Kapitalismus zu erhalten und entwickeln.

In den Grossgrundbesitzer-bürokratischen Staaten von Lateinamerika, wenn Wahlen ihre Funktion eines Gardenwechsels erfüllt haben und in Zeiten, in denen die Wahlnormen des bourgeois-demokratischen Systems respektiert werden, ist die Wahl nur ein Herrschaftswerkzeug der halbfeudalen Grossgrundbesitzer und Grosskapitalisten, ob die Erneuerung nun in standardisierten Phasen gemacht wird, wie neuerdings in Kolumbien gemacht wird, oder um eine Phase der Militärherrschaft zu beenden, wie es letztens in Argentinien geschah; dies sind wenige Beispiele von vielen, in denen unser Amerika so fruchtbar ist.

Das Obenstehende kann anhand von diesem Land aufgezeigt werden; wenn auch mit wichtigen Unterbrüchen im periodischen Wahlprozess durch Militärherrscher — Unterbrüche, die einerseits mit der Entwicklungen des Volkskrieges zusammenhängen und andererseits mit den Widersprüchen zwischen den Grossgrundbesitzern und der Grossbourgeoisie, und zwischen der Kompradorbourgeoisie und der bürokratischen Bourgeoisie. Wir heben hervor, dass die Militärregierungen selbst in der Einführung von Wahlen dienlich waren, sei es, um die eigene Situation zu legalisieren, die eigene Herrschaft zu beenden oder sie zu garantieren — Wahlen in Peru haben dabei geholfen, den Charakter des peruanischen Staates zu erhalten oder entwickeln, der formellen Republik, der Diktatur der halbfeudalen Grossgrundbesitzer und der Grossbourgeoisie. Somit waren Wahlen, wie es innerhalb der etablierten Gesellschaftsordnung nicht anders sein könnte, zunächst ein Werkzeug in den Händen der Kompradorbourgeoisie und dann in den Händen der bürokratischen Bourgeoisie. Dies war die Haupteigenschaft in den Wahlprozessen des peruanischen Staates in diesem Jahrhundert, was den Klassencharakter von Wahlen in diesem Jahrhundert festgelegt hat.

Diese grundlegeden Sachen stellen folgendes auf:

1. Der peruanische Staat ist Grossgrundbesitzer-bürokratisch, eine Diktatur der feudalen Grossgrundbesitzer und der Grossbourgeoisie unter ultimativer Kontrolle des Yankee-Imperialismus; gegen welchen das Volk für den Aufbau eines Neudemokratischen Staates kämpft, was die Zerstörung der bestehenden alten Ordnung erfordert.

2. Der peruanische Staat, wie jeder Staat, verteidigt und entwickelt sich mittels der Gewalt, im Angesicht welcher das Volk revolutionäre Gewalt braucht, dem Weg der Einkreisung der Städte vom Land folgend.

3. Die Wahlen sind Herrschaftsmittel der Grossgrundbesitzer und der Grossbourgeoisie.

Für das Volk sind sie weder Transformationsinstrumente noch ein Mittel, um die Macht der derzeitigen Herrscher zu stürzen. Somit ist die korrekte Orientierung die, sie nur als Mittel der Agitation und Propaganda zu benutzen.”

Das wurde 1978 gesagt und ist immer noch gültig. Lasst uns darauf verweisen, dass die Wahlen von 1980 und 1985 dies mit Fakten bewiesen. Somit, innerhalb dieser Funktion von Wahlen in Peru, die der von anderen Ländern ähnelt, und im Angesicht ihrer Unentbehrlichkeit für die Reaktion, zeigten und entwickelten sich die allgemeinen Wahlen 1990 in Verteidigung der überholten bestehenden Ordnung und der Entwicklung der peruanischen Gesellschaft. Es war in diesem Kontext, dass Parteien wie die Amerikanische Revolutionäre Volksallianz (APRA), Sozialistische Linke (SL), Vereinigte Linke (VL), FREDEMO und CAMBIO 90 sehr ähnliche Ziele aufrechterhielten und verteidigten, welche sich nur in Form und Anwendungswegen unterscheiden.

Die Mobilisierung von Truppen für die Wahlen belief sich auf 300’000 Mitglieder der Polizei und der bewaffneten Streitkräfte, die höchste, die es je für eine Wahl gab, wie der Staat selber anerkannt hat. Zusätzlich fügten sie Spannung hinzu und setzte alle staatlichen Institutionen in Bewegung; sie entfesselten eine umfassende Kampagne, die nicht nur auf die Erbeutung von Stimmen, sondern auch darauf abziele, das Volk zur Stimmabgabe und zum Kampf gegen den Volkskrieg zu drängen; all das neben der abscheulichsten und niedersten Demagogie. Lasst uns klar hervorheben, wie der offene Eingriff der katholischen Kirche in die peruanische Politik täglich zunimmt, wie diese Wahlen zeigten; doch gleichzeitig müssen wir mit Besorgnis die Rolle der Evangeliker in diesen Wahlen sehen, hinter welchen die unsichtbare Hand des Yankee-Imperialismus steckt. Somit erhebt sich, obwohl die Armee immer noch der grosse Wähler und Garant ist, die sogenannte „spirituelle Macht” der Kirche mehr und mehr als politische Macht. Diese Wahlen zeigen deutlicher als andere, die früher im Land gehalten wurden, dass „alles legitim ist, um den Wahlsieg zu erringen”, und wie Reaktionäre, in ihren eigenen intensiven Kämpfen, fähig sind, vom Rest des Packs die besten Teile im Interesse ihrer eigenen Gruppen oder Fraktionen zu schnappen. Was würden sie also nicht tun in ihrem Kampf gegen das Volk und die Revolution? Die gegenwärtigen allgemeinen Wahlen haben zwei weitere reaktionäre Bruten losgeschickt: Rassismus und religiösen Kampf. Die erste ist eine schändliche, dubiose Ideologie angeblicher Überlegenheit, welche komplett der Schmiedung einer Nationalität in Formierung gegenübersteht, und die zweite, der religiöse Kampf, ist eine finstere Nutzung der Religion nicht nur als Instrument des Klassenkampfs, was sie wirklich ist, sondern auch um Massen gegen Massen aufzubringen, den Volkskampf zu entgleisen und die fortschreitende Revolution, den Volkskrieg, niederzubinden. Doch es hört nicht damit auf, dass diese faulen Elemente in Bewegung gesetzt wurden; die Reaktion und die Klassen, Fraktionen und Gruppen, die sie ausmachen, manövrieren pervers mit der Drohung eines Putsches, ihrem nützlichen Instrument, während sie sich zynisch für die bourgeoise Demokratie aussprechen. All das, zusätzlich zu wohlbekannten Intrigen, Tricks, Schikane und Betrug bei der Stimmzählung, geschieht zusammen mit Repression und Genozid auf dem Land. Auf diese Weise stinkt der Wahlprozess nach den derben, faulen Gerüchen des Faschismus.

Basierend auf der Beurteilung von Daten der „vollständigen Erfassung der allgemeinen Wahlen vom 14. April” des Nationalen Wahlgremiums und der „Nationalen Konsolidierten Präsidentschaftsergebnisse”, vom selben Gremium (NW) am 11. Mai 1985 sind die Ergebnisse sowie andere, auf die wir uns später beziehen werden, unten aufgeführt:

ALLGEMEINE RESULTATE

Registrierte Wähler9,983,400
Nicht wählend2,116,600
Wählend7,866,800

Die Tabelle zeigt, dass die Nichtwählenden 21% der Registrierten und 27% der Wählenden ausmachen.

WAHLANTEILE

FREDEMO27.6
CAMBIO 90 (Fujimori)24.6
APRA19.1
VL (Vereinigte Linke)6.9
SL (Sozialistische Linke)4.0
Andere2.2
Ungültig und leer15.3

Der sehr niedrige Stimmenanteil, den die ersten zwei Kandidaten erhielten, sticht hervor. Beide von ihnen, Vargas Llosa oder Fujimori, erhielten nicht einmal 30% der abgegebenen Stimmen; sehr weit also von den 50% plus einer Stimme entfernt, den ihre Verfassung für die Übernahme der Präsidentschaft verlangt. Es war auch sehr klar, und hierauf werden wir später zurückkommen, dass das Fernbleiben — einfach nicht zur Urne zu erscheinen — bemerkbar zugenommen hat, 21.2% der Registrierten und 27% der Wähler erreichend; das heisst, der höchste Stimmenerhalter erhielt nur 0.6% mehr als das Fernbleiben. Da sieht man den selbsternannten Sieg der sogenannten „Demokratie” und ihren angeblichen Sieg über den sogenannten „Terrorismus”!

Der 19%-ige APRA-Stimmenanteil deutete auf den Bankrott ihres „traditionellen Dritten” hin, mit welchem sie jahrzehntelang prahlten; jedoch erlaubte ihnen ihr parlamentarisches Kontingent, die Erfüllung ihrer schändlichen Rolle in der peruanischen Geschichte fortzusetzen.

Andererseits wurden sie selbsternannte „VL” und „SL” vom gleichen Wahlprozess, den sie so anbeten, zerschlagen; zusammengezählt kamen die beiden nicht einmal auf die Anzahl ungültiger und leerer Stimmen. Somit hat ihr rückhaltsloser parlamentarischer Kretinismus seine erniedrigendste und katastrophalste Niederlage erlitten: die gerechte Bestrafung für Revisionisten, Opportunisten und Verräter der Klasse und des Volkes.

In Synthese waren die allgemeinen Wahlen vom letzten April von Stimmenzerstreuung und Unbestimmtheit gekennzeichnet; die Stichwahl entblösste sich als einen noch düstereren, verschwommeneren und demagogischeren Wettbewerb zockender politischer Schreiberlinge. Aber abgesehen davon wird sich im Parlament mit der Sitzverteilung verschlimmerte Verschwörung und Streit zwischen den verschiedenen Gruppen und Fraktionen von Ausbeutern entwickeln, was das … parlamentarische System noch mehr zum Verrotten bringen wird. All dies zeigt, wie der peruanische Staat in seinen Grundlagen weiter geschwächt wurde und erneut von den bewaffneten Repressivkräften aufrechterhalten müssen werden wird, dem Volk klarer zeigend, wie die bewaffneten Streitkräfte das Rückgrat des Staates sind und wie dieser Staat bloss auf einer organisierten Gewalt zur Verewigung der Sklaverei des peruanischen Volkes basiert.

Der Wahlprozess hebt grundlegende Probleme in der peruanischen Gesellschaft hervor, trotz den Ambitionen, sie zu überdecken: Erstens, das Dasein des Halbfeudalismus, der Basis der landwirtschaftlichen Produktionskrise, das Landproblem, welches angeblich überwunden worden war, in den Vordergrund stellend. Zweitens, die Existenz des bürokratischen Kapitalismus, welcher durch wirtschafliche Unterentwickeltheit, die an die imperialistische Herrschaft gebunden ist, aufrechterhalten wird; den Imperialismus, hauptsächlich Yankee, immer unser Blut aussaugend und sich darauf vorbereitend, uns noch mehr auszusaugen. In Synthese zeigt er die verallgemeinerte Krise einer überholten Gesellschaft mit nur einer Lösung: der Revolution, dem Sieg des Volkskrieges im Gange. Andererseits; das desaströse Resultat, das die vom genozidalen Demagogen García Pérez geführte APRA-Regierung erhalten hat, zeigt sich klar. 1985 sagten wir, dass die neue Regierung mehr Hunger verursachen und noch genozidaler sein würde; heute frisst der Hunger an der Klasse und dem Volk, er verschlingt sie; und während laut Daten der sogenannten „Passifizierungskommission” des Senats die Belaúnde-Regierung das Land mit 5’880 Toten in Blut tränkte, überholte die gegenwärtige Regierung sie mit 8’504 Toten von 1985 bis ‘88 und mit weiteren 3’198 Toten in 1989. Beide unsere Voraussagungen von 1985 waren richtig, und in der Tat kreierte die APRA-Regierung von García Pérez mehr Hunger und mehr Genozid als jede vorherige in der Geschichte Perus! Das Volk wird ihn nie vergessen! All dies wird noch mehr verschärft und betont durch die Unsicherheit der ersten Wahlrunde und der Aufschiebung der Resolution bis zur Stichwahl.

Die politischen Parteien wurden von den Resultaten der Wahlen vom letzten April stark erschüttert und wurden aus Notwendigkeit gezwungen, alle möglichen Arten von Neuausrichtungen und Neugruppierungen einzugehen, nicht nur der Stichwahl zuliebe, sondern hauptsächlich für ihre spätere Entwicklung. Während sie in der Wahlkampagne die „Unparteilichkeit” hochhielten, um die Stimmen der Unabhängigen anzulocken, schacherten Kandidaten mit dem Mangel and Prestige ihrer eigenen politischen Parteien und der Ablehnung der revisionistischen Parteien Osteuropas, in Essenz und Perspektive gegen die Partei des Proletariats zielend, gegen die Partei, die verfaulte These von „wir brauchen keine politischen Parteien” predigend. Erinnern wir uns hierzu daran, was Lenin gesagt hat:Parteilosigkeit ist eine bürgerliche Idee. Parteilichkeit ist eine sozia-listische Idee.” All das zeigt bloss die Krise der Parteien, die die alte Ordnung aufrechterhalten; nicht eine neue Krise, aber nun vom Wahlprozess und seiner desaströsen Ergebnisse verschärft; eine Krise der Parteien, die offensichtlich den Verfall des alten peruanischen Staates widerspiegelt.

Der erste Durchlauf liess zwei Kandidaten übrig. Einer, müde und in schlechter Verfassung, Vargas Llosa von FREDEMO, ein arroganter Prediger des neureichen persönlichen Erfolgs, individueller Freiheit und der Marktwirtschaft, siegreich nach dem Erringen des ersten Platzes mit mageren 27% der Stimmen. Der andere, geschleudert und betört, Fujimori von CAMBIO 90, der verräterische und heimtückische Träger des gepriesenen „Ehrlichkeit, Arbeit und Technologie”, der Aussenseiter des Imperialismus und der Reaktion, der den zweiten Platz mit 24% der Stimmen errang. Beide vertreten die Grossbourgeoisie und den Imperialismus. Im Falle von FREDEMO ist die Sache klar. Jedoch entsteht im Fall von CAMBIO 90 Verwirrung wegen des Klassenursprungs ihrer Kandidaten, der Kleinbourgeoisie und Mittelbourgeoisie, und wegen des Verbergens ihrer pragmatischen Punkte, besonders vor dem ersten Wahlgang. Doch was haben Fujimori selbst und seine Berater, die nun sein Regierungsprogramm vorbereiten, versprochen: eine Marktwirtschaft, nicht einmal eine „soziale Marktwirtschaft”; die Auslandsschuld anzuerkennen und Wege für ihre Abbezahlung zu finden; das Bankensystem zu stärken; Exporte und sogar Grossmineninteressen zu fördern; Auslandsinvestitionen und sogenannte internationale „Unterstützung” zu fördern. Das sind alles Positionen der Grossbourgeoisie und besonders einer ihrer Fraktionen, der Kompradorbourgeoisie, welche am meisten profitieren wird. Zusätzlich wurden die meisten seiner Berater vom Imperialismus geformt und haben Verbindungen zu grossbourgeoisen Institutionen, Opportunisten, die an der APRA-Regierung oder der VL teilgenommen hatten oder vom Velasco-Regime kommen. Bemerkenswert sind die Verbindungen zu Hernado de Soto, einer Figur mit starken Verbindungen zum Yankee-Imperialismus, direkt von Reagan und Bush gutgeheissen und ein Untersucher der sogenannten „informellen Produktion”, mit welcher alle nun vorgeblich schachern, sogar Vargas Llosa und Fujimori selbst.

Also vertreten sowohl FREDEMO als auch CAMBIO 90 politisch die Grossbourgeoisie. Schon die jüngste Zentralkomiteesitzung hat angemerkt: „CAMBIO 90, diese vom ehemaligen Rektor der Agraruniversität (Fujimori) geführte Bewegung, hat die gleichen Positionen wie, aber nicht das Gewicht von FREDEMO […].” Die Einschätzung ihres Klassencharakters ist korrekt, jedoch hängt ihr definitives Gewicht in Anbetracht der Wichtigkeit der Präsidentschaftswahlen von der Stichwahl ab. Der Kern der Sache ist, während beide sich auf die Interessen der Kompradorbourgeoisie fokussieren, präsentiert sich Vargas Llosa als Verteidiger der exklusiven Interessen jener Fraktion, während Fujimori sich als Verteidiger der Interessen der gesamten Grossbourgeoisie präsentiert, doch zusätzlich behauptet er demagogisch, auch die Interessen der Mittelbourgeoisie und des Volkes zu verteidigen. Auch wenn sie probieren, es zu leugnen, ist dies der Klassencharakter der Positionen beider Kandidaten, die FREDEMO und CAMBIO 90 wie Kaziken (lateinamerikanische indigene Häuptlinge) führen. Vargas Llosa versucht verzweifelt, diese Limitation zu überwinden, in dem er an alle Leute appelliert und Projekte wie sein sogenanntes „Sozialhilfeprogramm” fördert, während Fujimori seine Pläne zusammenstellt und neu zusammenstellt und immer wieder auf der Suche nach Beziehungen und Ausrüstung für seine mögliche zukünftige Regierung an Türen klopfen geht.

In diesen Bedingungen wird die Stichwahl vorbereitet, in welcher APRA, VL und SL und ihre Gruppen und Fraktionen sich bei den Meistbietenden anbiedern, sich mehr und mehr in richtung Fujimori lehnend, und APRA nach wichtigen Posten in der neuen Regierung sucht. Sie präsentierte bereits ihre detaillierten „Bedingungen” für die Unterstützung von CAMBIO 90, mit Phrasendrescherei, um ihre „Prinzipien” zu verteidigen, während das arme Waisenkind „SL” um Krümel vom Tisch der Grossen bettelt.

Mit alldem wird die Basis für das Aussehen der nächsten Regierung gelegt. Wer auch immer gewinnt, wird inmitten von Widersprüchen regieren, mit Verschwörung und Streit im Herz der Reaktion und seiner Lakaien.

3. DER BOYKOTT ENTWICKELT DIE TENDENZ DES VOLKES GEGEN DIE WAHLEN UND DIENT DEM VOLKSKRIEG

Erneut wird der „Sieg über den Terrorismus” in alle Ecken der Welt gepredigt: vom genozidalen Demagogen García Pérez bis zu den verschiedenen selbsternannten und gut bezahlten „Senderologen”; und von den politischen Parteien der Reaktion und ihrer Lakaien zu den blutigen Polizeikräften; von den durcheinandergebrachten und verzweifelten Präsidentschaftskandidaten bis zu sich gut haltenden Schreiberlingen aller Art. Sie verschreien einstimmig – wie zu erwarten ist – so laut sie können den angeblichen und ausgelaugten „Sieg über Sendero”, damit sie in Verteidigung der peruanischen Reaktion und besonders der Grossbourgeoisie des Sozialimperialismus und des Imperialismus, hauptsächlich Yankee, konterrevolutionäre öffentliche Meinung generieren können, zum Vorteil des alten Staates und der Aufstandsbekämpfungspläne der bewaffneten Streitkräfte. Erneut setzt ihr brutaler schwarzer Traum der endgültigen Zerschlagung des Volkes und der Vernichtung des Volkskrieges den Schwindel des „Sieges über Sendero” in Bewegung. Dieser „wird sich zeigen”, wie sie ohne Beweise behaupten, als Geister namens „strategisches Versagen” oder „der erste und vorderste Verlierer” und „Spaltung und Kapitulation” von Sendero. Wie ihr berüchtigtes Wunschdenken betet, sei der Volkskrieg 1989 „im Sumpf gelandet”, die Wahlen würden die grosse Niederlage des Boykotts zeigen und die Partei und die Kombattanten der VGA würden sich spalten.

Beginnen wir mit dem sogenannten „strategischen Versagen” wegen „Senderos Fallen in einen Sumpf 1989”. Nichts besseres, als vom Bericht über „Grosse Erfüllung des Pilotplans!” aus zu beginnen, der im Juni letzten Jahres dem Zentralkomitee präsentiert wurde und wovon wir einen Teil unten übertragen:

„I. GUERILLAAKTIONEN.

PLÄNE UND KAMPAGNEN WÄNREND DEN NEUN JAHREN VOLKSKRIEG.

Der Prozess der Schmiedung und Entwicklung von neun Jahren Volkskrieg erhält vier Meilensteine:

1. Definierung,

2. Vorbereitung,

3. Einleitung und

4. Entwicklung;

Der Volkskrieg hat sich genau gesagt bis heute als Prozess von qualitativen Sprüngen mittels vier Plänen entwickelt. Jeder Plan ist höher und fusst auf höherem Verständnis als der vorherige Plan, somit ausdrückend, wie der Volkskrieg komplexer geworden ist.

1. DER EINLEITUNGSPLAN, mittels zweier Unterpläne erfüllt, umspannt weniger als ein Jahr: a) von Mai bis Juli 1980 wurden 280 Aktionen durchgeführt. Das war am Anfang; und b) von Juli bis Dezember 1980, den Volkskrieg vorantreibend, 1’062 Aktionen durchführend. Wir bemerken bereits einen Sprung, ein Wachstum, und die Zeit war auch länger: insgesamt 1’342 Aktionen.

2. DER ENTSENDUNGSPLAN war noch breiter, die Pläne streckten sich über längere Perioden und bestanden aus mehr Kampagnen. Entsendung hatte einen vorherigen Plan: Guerillazonen eröffnen und Kolonnen und Abteilungen entwickeln, was zu Stützpunktgebieten führen würde. Da das Ziel die Entfaltung des Krieges im ganzen Land war wurden drei Kampagnen geboren:

a. Waffen und Ressourcen erobern,

b. Die Landschaft durch Guerillaaktionen aufschütteln,

c. Möglichkeiten für das Fortschreiten hin zu Stützpunktgebieten auskundschaften, diese letzte wurde in zwei Stufen ausgeführt. Sie umspannte zwei Jahre und führte 5’350 Aktionen durch.

Während der frühere Plan den bewaffneten Kampf einleitete, generierte diese neue Phase die Neue Macht. Gegen Ende dieses Plans betraten die bewaffneten Streitkräfte direkt das Spielfeld, um uns zu bekämpfen (Dezember 1982). Diese Plan war komplexer; mehrere Kampagnen begannen, als Teil des gleichen Plans gehandhabt zu werden, jede Kampagne klar von der Festlegung der politischen und militärischen Strategie gekennzeichnet.

3. PLAN DER STÜTZPUNKTEROBERUNG, von Mai 1983 bis September 1986. Erst wurden zwei Kampagnen entfaltet: Verteitigen, Entwickeln und Aufbauen, genau in 1983-84, was der schwierigste Moment war; die bewaffneten Streitkräfte wurden von diesen Kampagnen gestoppt. Dieser dritte Plan entwickelte eine Kampagne von grosser Wichtigkeit mit einem Unterplan, Der Grosse Sprung, was die grosse Überwindung der Probleme und das Ausweiten des Schauplatzes militärischer und politischer Operationen von Cajamarca bis Puno, in den Bergen zentriert, doch sich auch über den Dschungel und die Küste erstreckend. Mittlerweile dachte die Reaktion auch, dass sie uns vernichtet und den Volkskrieg hinweggefegt hätte.

Der Plan der Stützpunkteroberung dauerte drei Jahre und vier Monate und umfasste 28’621 Aktionen; er lieferte Stützpunktgebiete und das ganze Unterstützungssystem, Guerillazonen, Operationszonen und Aktionspunkte.

4. GROssER PLAN DER STÜTZPUNKTENTWICKLUNG (GPS), hiermit betraten wir einen sehr transzendentalen Prozess, denn die Stützpunktgebiete sind der Kern des Volkskrieges, es gibt keinen Volkskrieg ohne Stützpunktgebiete; das Zentralkomitee entschloss sich, den Plan erst als Pilotplan anzuwenden, von Dezember 1986 bis Mai 1989, ca. zwei Jahre und acht Monate, mit drei Kampagnen, der dritten in zwei Teilen; er umfasste 63’052 Aktionen; er zeigte seine Vorteile und übertraf die Ziele, jetzt beginnen wir mit seiner definitiven Annahme.

Somit haben wir in neun Jahren insgesamt 98’365 Aktionen gemacht; inklusive der ergänzenden Aktionen gab es mehr als 100’000; hauptsächlich der grosse Abschluss, der im Juli zu Ende geführt wurde, als zweites besonderes Ende.

Die Pläne sind strategisch zentralisiert und taktisch dezentralisiert; sie sind strategische Pläne inklusive Aktionen und Aufbau; sie werden durch Kampagnen entwickelt. Später fangen die Pläne an, komplexer und von längerer Dauer zu werden; noch später werden Unterpläne entwickelt oder begrenzte Pläne entwickeln sich innerhalb der allgemeinen Pläne; und schlussendlich, auf das Eintreten in den GPS hin, schlagen wir seine Anwendung als Pilotplan vor. Jeder Plan hat seine politische und militärische Strategie. Sie werden getestet und im Kampf eingesetzt; die Resultate zeigen die nötigen Anpassungen und vor allem die darauffolgenden Bedingungen für den Erfolg des nächsten Plans. Wir konkretisieren unsere Beurteilung der Resultate in klaren Phrasen, die uns erlauben, sie einfach zu handhaben, zum Beispiel: „Die Grosse Vollendung des Pilotplans!”

Das Zentralkomitee genehmigt Strategische Operationspläne; wie sich die Erweiterte Nationale Konferenz 1979 darauf einigte, strategisch zentralisierte Pläne, was auch die Operationssituation mit einbezieht und die vier Kampfformen etabliert:

1. Agitation und Propaganda

2. Sabotage

3. Selektive Vernichtung und

4. Guerillakampf.

Sie entscheiden die Teile, etablieren Phasen und legen die Chronologie fest.

Wir müssen immer ein besonderes Auge auf strategische Zentralisierung legen, da es dies ist, was uns ermöglicht, innerhalb des Plans zu handeln, die revolutionären Wellen systematisch zu entwickeln und gleichzeitig verschiedene und breite Gebiete mit allen möglichen Formen und Mitteln zu treffen; dem Feind harte und ernste Niederlagen zu liefern. Diejenigen, die die Prinzipien und Militärtheorie des Vorsitzenden Mao studiert haben, merken immer an, dass er einen strategisch zentralisierten Plan etablierte, einen Schlüsselpunkt, der uns erlaubt, die Aktionen zu entwickeln: Die Anwendung hiervon hat uns ermöglicht, dem Feind harte und gleichzeitige Schläge in fast dem ganzen Land zu versetzen und ihm so mehr Schwierigkeiten gemacht.

Wir müssen auf strategisch zentralisierten Plänen bestehen, ohne zu vergessen, dass sie taktisch dezentralisiert sind. Wendet Strategische Operationspläne An, weil diese das Verbindungsglied zwischen Strategie und Taktik errichten. Schon Kamerad Stalin schlug vor, die Verbindung zwischen dem strategischen Ganzen und den konkreten Aktionen sichtbar zu machen.

Lasst uns anmerken, wie wir „aus dem nichts” begannen, denn das ist, wie es der Vorsitzende Mao uns gelehrt hat. Die Hauptsache ist, eine Partei mit einer korrekten und gerechtfertigten Linie zu haben, dann ist das Problem, anzufangen. Denn das Problem ist nicht, wie viele wir sind, sondern ob wir den bewaffneten Kampf einleiten wollen oder nicht. Mit dem Volkskrieg haben wir die Partei entwickelt, die Volksguerillaarmee errichtet (heute die Volksbefreiungsarmee) und die Neue Macht geformt, und unsere Massenarbeit hat grosse quantitative und qualitative Sprünge erlebt; wir haben dem Feind die Waffen entrissen und die Übernahme moderner Waffen findet öfter statt.

Der Volkskrieg hat uns zur Grossen Vollendung des Pilotplans gebracht, welchen wir erfolgreich und grossartig beendet haben! Somit haben wir den Erfolg des Pilotplans des Grossen Plans der Stützpunktentwicklung übertroffen; hiervon leitet sich die Notwendigkeit des Vorantreibens der Stützpunktgebiete ab. Wenn wir ihn nicht so ins Leben gerufen hätten hätten, hätte die Vollendung keinen Sinn. Er begann als Pilotplan, weil dieser grosse Plan sehr wichtige qualitative Veränderungen implizierte. Er wurde bereits in der Praxis bewiesen, sein obligatorisches Ziel war, mit Vorantreiben der Entwicklung der Stützpunktgebiete fortzufahren, innerhalb des neuen GROssEN PLANS DER STÜTZPUNKTENTWICKLUNG IM DIENSTE DER MACHTEROBERUNG IM GANZEN LAND.

Innerhalb von neun Jahren haben wir durch diese Pläne den Volkskrieg und die Neue Macht entwickelt und wir haben angewendet und werden darauf bestehen, dass die Partei den Volkskrieg führt und die Armee vollständig führt, da wir von der Partei geleitet sind, die die Gewehre kommandiert, und wir den Gewehren nie erlauben, die Partei zu kommandieren. Wir haben auch darauf bestanden, wie der Vorsitzende Mao uns lehrte, dass der Krieg der Politik folgt; wir werden Lenin folgen: Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit militärischen Mitteln; es war so und wird weiter so sein, hiervon leitet sich der Klassencharakter des Kriegs ab. Wenn der Marxismus von anderen negiert wird, müssen wir Kommunisten uns mehr in unseren Prinzipien wiederbestätigen. Wenn wir konterrevolutionäre Kampagnen konfrontieren, wie jene weltweiten gegen den Marxismus-Leninismus-Maoismus, wie jene in unserem Land gegen die Partei und den Volkskrieg, das sind die Momente, in denen wir unsere Prinzipien fester ergreifen und uns das unablehnbare Ziel vorstellen müssen, auf welches wir zugehen: den Kommunismus. Lasst uns heute mehr hierauf bestehen, wenn Gorbatschow, Teng und ihre Busenfreunde verbreiten, dass wir den Krieg nicht mehr mit Kriterien der Vergangenheit begreifen können, dass wir nicht mehr sagen können, dass der Krieg die Fortsetzung der Politik ist; das, was Clausewitz darlegte, womit Lenin einverstanden war und was der Vorsitzende Mao entwickelte, ist laut Gorbatschow kein Prinzip, das heute mehr zutrifft, laut dem, der auch laut aufschreit, dass ein Krieg uns zum Verschwinden der Menschheit führen wird, dass ein Krieg weder Sieger noch Verlierer haben wird, weil keiner ihn überleben wird: finstere Positionen, die er von Kruschtschow erbte. Wir verurteilen und brandmarken diese revisionistischen Positionen gegen den Volkskrieg; wir widerbestätigen uns darin, dass der Volkskrieg die Fortsetzung der Politik mittels der Waffengewalt im Dienste des Proletariats und des Volkes, im Dienste ihrer Interessen ist. Wären wir nicht standhaft in unseren Prinzipien und flexibel in ihrer Anwendung, würden wir die Richtung des Volkskrieges verlieren und in Revisionismus herunterkrachen. Deswegen müssen wir auf dem Marxismus-Leninismus-Maoismus, Gonzalo Denken, auf dem Volkskrieg und auf der Kommunistischen Partei, die ihn bis zum Kommunismus führt, bestehen.

Lasst uns des weiteren betonen:

1. Zentralisierung;

2. komplexerer Plan;

3. der neue Grosse Plan der Stützpunktentwicklung im Dienste der Machteroberung im Ganzen Land!; und

4. auf den Prinzipien des Volkskrieges bestehen.

Der Pilotplan wurde erfolgreich in drei Kampagnen vollendet. Der zweite Teil der dritten Kampagne, Grosse Vollendung des Pilotplans!, dessen Bilanz wir am auswerten sind, verwirklichte eine Zunahme von 172% verglichen mit dem ersten Teil, eine sehr bemerkbare Zunahme, auch wenn der zweite Teil länger als der erste dauerte. In neun Jahren Volkskrieg gab es 100’000 Aktionen, diese Figur enthält nicht ergänzende Aktionen.

Die ganze Anzahl von Aktionen der Grossen Vollendung des Pilotplans! War 32’646 und die dritte Kampagne, in seinen zwei Teilen, zeigt einen immensen Sprung verglichen mit der zweiten Kampagne des Pilotplans, da er sie vervierfacht, obwohl sie nur drei Monate länger dauerte; da haben wir eines der aussergewöhnlichen Resultate des Ersten Parteikongresses.

AGITATION UND PROPAGANDA.

Sie ist eine der vier Formen des Volkskrieges, und folglich ist es falsch, sie als ein separates Ding zu sehen; sie nicht als Kriegsform zu sehen führt uns dazu, Fehler zu machen. Die Hauptsache ist, sie als tiefgreifendste Kampagne der Agitation und Propaganda zu entwickeln, die je von irgendeiner Partei im Land gemacht wurde; sprich, Propaganda als die Verbreitung von Ideen, die auf das Ziel zuführen, und Agitation als die Nutzung von konkreten Problemen, durch welche die Massen kämpfen. Diese Aktionen verbreiten wie die anderen Formen Revolution, Volkskrieg, Politik, Ideologie; heute verbreiten sie die Notwendigkeit der landesweiten Machteroberung. Auf diese Weise gehen wir runter zu den tiefsten Massen, die normalerweise weder lesen noch schreiben können; Engels lehrte uns, die Ideen in den Köpfen von Menschen mit Fakten zu verfestigen, aus Prinzip; es ist der materielle Fakt, der Wissen generiert. Die vier Formen des Kriegs sind materielle Fakten, dessen Effekt durch jene, die sie ausführen oder erleben, Militante, Kämpfer und Massen, weiter fortdauern. Sie bestätigen die Notwendigkeit des Krieges, der Eroberung politischer Ziele, der Machteroberung; und die Notwendigkeit der Ideoogie des Proletariats. Auf diese Weise vertiefen sich Agitation und Propaganda unter den Massen des Landes, wühlen den Geist auf, verbreiten sich und bestätigen fortwährend die Notwendigkeit der Revolution; sie behandeln die Wahre Wissensquelle. Agitation und Propaganda entwickeln sich als psychologische Aktion und psychologische Kriegsführung.

Lenin sagte, dass Propaganda nie verloren geht, egal wie viel Zeit zwischen der Saat und der Ernte verstreicht, und wenn die Aktion mit Waffen in Hand gemacht wird, mit bewaffneten Aktionen, die auf die Mobilisierung der Massen abzielen, ist das die beste Schule, um das Volk in der Ideologie des Proletariats, der Politik der Partei und in der Notwendigkeit des Volkskrieges für die Machteroberung zu schmieden. Lasst uns uns ihre grosse Wichtigkeit bedenken: sie ist mit dem Erringen und der Formierung öffentlicher Meinung verbunden, rund um den Fakt, dass der Volkskrieg weiterhin einen Geist der Transformation unter den Massen erzeugt, wie Tulio C. Guerrero sagt. Sie hat viel Potenzial, den Volkskrieg zu verbreiten, und ist grundlegend für die Erschaffung öffentlicher Meinung, für die Hervorhebung des Volkskrieges, der politischen Ziele, der Machteroberung, des Marxismus-Leninismus-Maoismus, Gonzalo Denken, der Ideologie, der Politik der Partei und der Politiken auf verschiedenen Ebenen, und wir müssen daran denken, dass wir die Macht nicht ohne Erschaffung öffentlicher Meinung erobern können.

SABOTAGEN.

Sie spielen weiterhin eine wichtige Rolle, die peruanische Wirtschaft hart treffend, welche sich in den schlimmsten Bedingungen, in der tiefsten Krise unserer Geschichte entwickelt. Den Minensektor zu sabotieren hat transzendentale Wichtigkeit, weil der grösste Anteil konvertierbarer Währung von dieser Aktivität kommt; es trifft den peruanischen Staat direkt, denn dies, abgesehen davon, dass sie ihm Probleme machen, sind Schläge, die er in der wirtschaftlichen Aktivität des Staates erhält, beispielsweise Centromin. Es macht dem Staat selbst Probleme, wir belasten ihre verfaulten körperschaftlichen Pläne mit Schulden. Des weiteren werden ihre „sozialen Massnahmen”, welche sie immer wiederholen müssen, auch getroffen und so wird die konterrevolutionäre bewaffnete Aktion selbst geschwächt. Die Sabotage des Stromnetzes ist sehr wichtig; die letzten paar Stromausfälle wirkten sich auf neun Departemente aus, vom nördlichen Departement La Libertad bis zum südlichen Departement von ICA, und verliefen durch die Hauptstadt der Nation, in die Departemente von Jun¡n, Pasco, Huánuco, Ayacucho, Huancavelica hineingehend, das Herz ihres Wirtschaftssystems, die Achse ihres Administrativsystems, also der Hauptstadt. Die Stromausfälle machen ihnen jedes Mal mehr Probleme. Das Blatt El Comercio veröffentlichte über den letzten Stromausfall, dass die Elektrizität in Lima nur zehn Tage später wiederhergestellt werden konnte. Sie haben impliziert, dass sie beabsichtigen, mehr Thermalgeneratoren zu nutzen, einen höheren Kostenaufwand, weil die Kosten der Produktion dieser Art von Energie sehr hoch sind. Abgesehen davon, dass die öffentliche Administration und die Datenverarbeitung ihres Bankensystems getroffen werden, erlebt die Industrie auch Schwierigkeiten. Sie machen einen grossen Eindruck auf die Massen, denn jeder, der den Stromausfall sieht, kennt ihre Ursache, und die Massen sehen, wie der peruanische Staat seinen Klassencharakter ausdrückt, indem er sich erst um die Bedürftnisse der Grossbourgeoisie kümmert und die des Volkes aufschiebt; auf diese Weise formieren die Massen jedes Mal ein klareres Urteil. Die Grossbourgeoisie leidet mit den Sabotagen, daher verlangen die Minengesellschaft und Petroleumgesellschaft die Verstärkung der Militärbesatzung in den Minen durch die bewaffneten Streitkräfte und die Polizei.

Die Hauptsache ist, die Effekte der Sabotage in den wichtigsten, fortgeschrittensten Wirtschaftszonen spürbar zu machen, in der zentralen Wirtschaftszone, die gleichzeitig die strategischste Zone für die Umstrukturierung der alten peruanischen Gesellschaft, ihres alten Staates, ist.

SELEKTIVE VERNICHTUNG.

Sie nimmt zu und trifft die Autoritäten hart. Wir wiederbestätigen, dass auf diese Weise das Funktionieren des Staatsapparats geköpft und paralysiert wird. Manche, die Reaktionäre und ihre Busenfreunde, die Opportunisten, sagen „wie ist es möglich, volksgewählte Bürgermeister widerwärtig umzubringen?” Erstens muss erklärt werden, dass die Wahl nur ein reaktionäres Instrument des bourgeois-demokratischen Systems ist. Wir werden nie zulassen, uns von der politischen Dummheit derer, die nur von Diktatur sprechen, wenn es keine Wahlen gibt, täuschen zu lassen. Vereinigte Linke (VL) und ihresgleichen mögen solche Sachen sagen; doch ein Kommunist darf nie so denken, da der Staat hauptsächlich eine Klassendiktatur ist und die Bürgermeister, die Gouverneure oder die bürokratischen Autoritäten der CORDES oder ähnlicher Organisationen teil dieses Staatssystems sind, dieser gewalttätigen reaktionären Struktur. Staatliche Autoritäten oder Bürokraten welcher Stufe auch immer zu treffen oder zu köpfen hemmt den Staatsbetrieb und generiert mehr noch ein Machtvakuum. Eines der traditionellen Probleme des peruanischen Staates, wie Mariátegui bereits anmerkte, ist, dass er seine Macht noch nie in die abgelegensten Ecken des Landes hat ausweiten können. Es ist ein Fakt, dass die Reaktion in zentralen Orten, in den Städten, angesiedelt ist und seine Macht auf mittlere Städte ausgeweitet hat, und ab und zu erreicht sie kleine Städte; während die Anhänge oder Dörfer auf dem Land, Dorfgemeinden oder Elendsvierteln ausserhalb des Staates sind und dort keine konstante Kontrolle fortdauert; es ist ein Problem, das mit den halbfeudalen Grundlagen verbunden ist, die ihn aufrechterhalten. Somit untergraben die Vernichtungen die staatliche Ordnung und das ist gut. Es hilft, ihn zu zermürben, denn das erschaffene politische Vakuum verbleibt in unseren Händen, um es zu füllen und Macht auszuüben. Da wir fünf Machtformen haben, können wir jegliche von ihnen errichten. Erinnert euch daran, dass manche sagen „das Vietnam-Beispiel ist gut”, doch vergessen, dass dort 13’000 Autoritäten vernichtet wurden; folglich waren die von den Vietnamesen gemachten Vernichtungen gut, aber die, die wir machen, sind schlecht? Warum? Welche Ziele haben sie erreicht und was erreichen wir? Die Ordnung zu untergraben, ein Problem, dass von Cassinello in Guerilla- und Antiguerillakampf klar etabliert wurde.

GUERILLAKÄMPFE.

Die Menge ist hoch und sein Prozentanteil beginnt, noch mehr zu wachsen. Die zwei grundlegenden Formen von Kampfaktionen entwickeln sich:

1. Überfälle und

2. Sturmangriffe.

Überfälle werden entwickelt, mit jedem Mal unglaublicher, und wir treffen die bewaffneten Streitkräfte; ihre Offiziere zu treffen hat hohe Wichtigkeit und wir sehen bereits die Resultate hiervon: Anträge, dei Armee zu verlassen, sind so stark am zunehmen, dass sie sie verbieten mussten; Desertierungen nehmen zu und Kämpfe unter ihnen fangen an; der Verkauf von Waffen nimmt zu und wird weiter zunehmen.

In diesem Punkt erreicht die Reaktion den Höhepunkt von Sarkasmus, Dummheit und Lächerlichkeit, in dem sie verschreien, wir würden sie „feige überfallen”, „sie kämpfen nicht von Angesicht zu Angesicht.” In welchem Überfall zeigt man sein Gesicht? Der Schlüssel zum Überfall ist Überraschung. Überfälle sind uns eine Norm, wie sie allen Armeen sind, doch wir sollten uns nicht erlauben, überfallen oder gegenüberfallen zu werden. Wenn wir das Militär treffen rufen sie aus „Barbarisch!”, „Brutaler Mord!”; also dann, wie sagen sie „wir sind im Krieg” und welche andere Rolle haben ihre bewaffneten Streitkräfte, als in einem Krieg zu kämpfen? Mercando Jarrin sagt, dass die bewaffneten Streitkräfte die „Versicherungspolitik der Nation” sind; ja, sie sind die Versicherungspolitik der Reaktion und ihr Rückgrat; deswegen müssen wir sie total und vollständig auslöschen.

Guerillakampf senkt, wie selektive Vernichtungen, die Moral der bewaffneten Streitkräfte, welche rekrutierte Truppen sind, die gegen ihren Willen kämpfen, mit wenig Anleitung und mittels grausamer reaktionärer eisener Disziplin unter Kontrolle gehalten. Manche sagen, sie hätten lieber eine kleinere professionelle Armee, mit hochentwickelten Waffen besser ausgestattet und gut bezahlt, doch das wäre ihnen nicht von Vorteil, es würde uns nur erlauben, unsere Kräfte zu erhöhen und das ungleiche Verhältnis zwischen uns und ihnen ausschlaggebender zu machen. Wie man weiss, ist es die Norm, dass die Reaktion, wenn eine Guerilla gut entwickelt ist, ein Verhältnis von bis zu zwanzig zu eins braucht, wie internationale Erfahrungen zeigen; in unserem Fall müssen sie, obwohl wir nicht hoch entwickelt sind, ihre Kräfte erhöhen. Zweitens, können sie es tun? Nein. Sie haben nicht genug Mittel, um es zu tun, die Offiziere selbst sind schlecht bezahlt und die heftige Krise, die das Land erlebt, erlaubt nicht solche grossen Investitionen; folglich brauchen sie die „Auslandshilfe” der Supermächte und/oder imperialistischen Mächte, und bei ihnen biedern sie sich mehr und mehr an. Die UdssR hat ihnen gerade Helikopter von Afghanistan zum Hammerpreis verkauft. Die USA gibt ihnen „militärische Hilfe”, trainiert sie und gibt ihnen Ressourcen, und ihre direkte Teilnahme ist offensichtlich, wie etwa der Kampf gegen „Drogenhandel” in Worten und gegen den Volkskrieg in Taten. Es ist im Kopf zu behalten, dass wir eine mögliche Yankee-Agression bereits in Betracht gezogen haben, vor allem bezüglich den U.S.-Aktionen in Huallaga; erinnert euch, was wir im Militärmagazin der U.S.-Armee über nationale Strategie gelesen haben, es verfechtet, dass sie, obwohl sie keinen erklärten Krieg haben, subversive Kriege, Aufstände, terroristische Aktionen, Drogenhandel entwickeln und dass dies Gebiete sind, in welchen die bewaffneten Streitkräfte teilnehmen und kämpfen müssen.

Somit stossen sie mit der Entwicklung des Guerillakampfes auf ernsthafte Probleme. Bezüglich Qualität sehen wir einen Sprung, vor allem in den Guerillakämpfen; jedes Mal sind die Sturmangriffe wichtiger, ein Beispiel ist Uchiza, was dem Feind sogar interne Widersprüche zwischen den bewaffneten Streitkräften und der Regierung verursachte; und darauffolgende Überfälle zeigen eine bessere Handhabung von ihnen.

BEWAFFNETER STREIK.

Er ist eine neue Modalität im Kampf, der eine ganze Kombinierung von Aktionen impliziert, er muss die vier Kriegsformen handhaben: Agitation und Propaganda, Sabotage, selektive Vernichtung und Guerillakampf; und gleichzeitig impliziert er die Mobilisierung einer enormen Masse, der der Kraft der Neuen Macht, der Existenz des Neuen Staates und der Hinterfragung und Negierung des alten Staates hilft. Der bewaffnete Streik handhabt militärisch gesehen die vier Formen und macht auf riesige Mengen von Massen einen Eindruck, was zur Isolierung weiter Gebiete führt und ausserdem aufzeigt, wie einfach es ist, die Hauptstadt (Lima) zu isolieren. Seit 1979 wissen wir, dass Lima die verletzlichste Hauptstadt in Lateinamerika ist, behaltet das im Kopf, um den Feind weiter zu treffen, und für morgen, wenn wir Macht im ganzen Land haben, werden wir sie vor der Konterrevolution verteidigen.

Mit bewaffneten Streiks konfrontiert, wird die Reaktion, wie sie es immer tut, darauf abzielen, sie niederzubinden und zu verhindern, sie aufzulösen; sie wird falsche Streikaufrufe machen oder ihre Waffen benutzen; beispielsweise riefen sie in Chosica zu einem falschen Streik auf, nur um eine Machtdemonstration zu machen, die Massen die Massen durch Druck und Einschüchterung zur Ablehnung des Streiks zu bringen; doch das wird für sie nicht genug sein, sie werden die bewaffneten Streiks unterdrücken müssen, ihnen militärisch antworten, nicht bloss als Machtdemonstration, sondern um die wirklichen bewaffneten Streiks mit Feuer und Blut zu brechen.

Bewaffnete Streiks machen auch die Revisionisten nervös, die Gewerkschaftsbürokratie, all jene, die auf dem Rücken der Massen reiten; diese Schreiberlinge werden weiterhin die bewaffneten Streiks ablehnen, in Behauptung, sie seinen „eine autoritäre Aufzwängung”, dass „die Gewerkschaften nicht die sind, die zu ihnen aufrufen.” Unsere Antwort ist simpel: Es ist nicht eine Gewerkschaftsaktion, sondern eine militärische Aaktion, um die alte Ordnung weiter zu isolieren, zu treffen, zu zermürben und zu untergraben, so dass das Volk jedes Mal die Machtlosigkeit sehen kann, zu welcher der peruanische Staat reduziert wird. Somit reden wir nicht nur von einem Kampf für Arbeitsforderungen oder nur für Verteidigungen, sondern wir entwickeln eine militärische Aktion, um die alte Ordnung zu untergraben, ihre Impotenz zu zeigen, öffentliche Meinung zu erschaffen und einen Eindruck auf die breiteren Massen zu machen; und das bringt in Perspektive die Aufteilung des Landes auf ausführlichere Weise mit sich, was ein weiteres Problem des Plans beinhalten wird, den wir in Bewegung gesetzt haben: den Sprung von Guerillakrieg zu Bewegungskrieg.

Militärische Arbeit entwickelt sich auf dem Land und in der Stadt, dem Weg der Einkreisung der Städte vom Land folgend, und unsere besondere Bedingung ist, dass wir auch die Städte aufwühlen, doch die vier Kriegsformen entwickeln sich hauptsächlich auf dem Land und komplementär in der Stadt. Dieses Schema wird sich weiterhin entwickeln, in Anbetracht dessen, dass der bewaffnete Streik vor allem in den Städten geschieht; beispielsweise der bewaffnete Streik in Zentralperu, wichtige Städte wie Huancayo, Jauja, Oroya, Huanuco, Cerro de Pasco beinhaltend; also Departements- und Provinzhauptstädte. Arbeit auf dem Land ist gut, sehr wichtig und hauptsächlich, doch die Arbeit in den Städten vorwärtszubringen ist eine Notwendigkeit, die zunehmen wird, und wir müssen uns auf diese Art der Arbeit fokussieren.

In Synthese, bezüglich Qualität und Quantität können wir sagen, dass sich der Volkskrieg qualitativ und quantitativ stark und energisch entwickelt; wir folgen weiter dem Pfad der Einkreisung der Städte vom Land; das Land ist die Hauptsache und die Einkreisungen nähern sich bereits mehr und mehr. Somit hat der Volkskrieg einen grossen quantitativen und qualitativen Sprung in diesem Pilotplan gemacht und er keimt ein transzendenteres Voranschreiten aus.

STRATEGISCHER ENTWICKLUNGSPLAN

Unsere Untersuchungen zeigen, dass alles fest in den Hauptpunkten verankert bleibt (den Achsen, Unterachsen, Richtungen und Bewegungslinien), sie sind gut festgelegt und werden noch besser gehandhabt. Was sich hiervon ableitet ist, dass wir in diesem Moment nichts zu ändern brauchen; es wäre sogar unpraktisch, zu diesem Zeitpunkt etwas zu ändern. Die Reaktion tritt in starke Schwierigkeiten und Widersprüche ein; das Problem der kommunalen und allgemeinen Wahlen, die zwei Wahlrennen und die neue Administration führen sie zu einer Verschwörung und einem Streit; doch jede Verschwörung erhält sich innerhalb des Streits und kann jederzeit explodieren; diese Situationen, von Streit, von Bruch, die sogar mindestens in den nächsten zwei jahren zu einem Putsch führen könnte, was uns zu mutigem Voranschreiten bewegen muss. Aus diesem Grund ist es nicht praktisch, unsere Pläne zu ändern, und wir müssen danach streben, sie besser zu handhaben. Vergesst nicht, dass all unsere Parteiarbeit innerhalb des strategischen Entwicklungsplans entwickelt wird, vorausgesetzt, dass die Partei alles führt.

OPERATIONssCHAUPLATZ

Es verbleibt noch klarer, dass wir uns innerhalb der Sierra-Region des Landes entwickeln. Historisch hat Peru eine Wirbelsäule gehabt: die zentral-südlichen Berge, so war es zu Zeiten der Inkas; im Krieg mit Chile war es das Gebiet, das sich besser verteidigte und wo Kräfte sich vor einem ausländischen Angriff zurückziehen konnten.

Wir entwickeln uns auch innerhalb der Dschungelstreifen, Gebieten, die gute Kampfbedingungen für die Massen zeigen; die meisten Bauern dort sind mit dem Kokaanbau verbunden, das Obere Huallaga ist das Gebiet mit der höchsten Produktion in Lateinamerika, grösser als die in Kolumbien und Bolivien; aus diesem Grund ist es auch der Reaktion wichtig. Wir entwickeln uns auch innerhalb des Apurimac-Dschungelstreifens und wir müssen unseren Vorstoss in die Zentralregion betonen. Die Perspektive ist, alle Dschungelstreifen zu bedecken.

Der Schauplatz erweitert sich auch auf der Küste. Von den Rändern der Küstengebieten kann man in die Sierra vorstossen, beispielsweise vom mittleren Norden und mittleren Süden.

Dies führt uns dazu, die anderen Küstenzonen zu entwickeln, besonders die Arbeit in der Nord- und Südküste unseres Landes. Auch, die Städte in der Sierra mehr zu entwickeln. Es ist sehr wichtig, den Kampf in den Städten anzuvisieren, es hat mit dem Aufstand zu tun; wenn wir uns nicht auf die Ergreifung der Städte, hauptsächlich der grössten, vorbereiten, um die letzte Stufe des Volkskrieges zu vollenden, wird die landesweite Machteroberung sich verzögern. Die Arbeit in Lima muss mehr entwickelt werden, im Angesicht dessen, dass es die Hauptstadt ist.

Der Schauplatz ermöglicht es uns auch, Einfälle zu entwickeln, welche die Entwicklung des Schauplatzes oder den Rückzug während feindlicher Offensiven erleichtern.

In Synthese zeigt der Schauplatz seine Ausweitung und die Wechselbeziehung zwischen den Komitees, auch die Einfallkapazität zwischen dem einen und den anderen. Schlussfolgernd ist die Perspektive des Schauplatzes, dem ganzen Volkskrieg eine Wirbelsäule zu verleihen. Mit der Entwicklung des Krieges werden wir die Komitees neu definieren müssen, vor allem, um der Entwicklung der EGP (Volksarmee) zu entsprechen. Somit zeigt der Schauplatz, wie der Volkskrieg sich ausweitet, und wir sehen einen Prozess der Verwirbelung, in welchem die Einkreisung der Städte einsetzt, nicht nur der Hauptstadt, sondern auch der restlichen Städte.

Dies beendet den teilweise übertragenen Bericht. Doch lasst uns folgenden Abriss bedenken:”

PLÄNE UND KAMPAGNEN DES VOLKSKRIEGES

DRITTER MEILENSTEIN: BEGINN DES VOLKSKRIEGES

I. EINLEITUNGSPLAN (MAI-DEZ. 1980)
Den Bewaffneten Kampf Einleiten, die Guerillakriegsführung Vorantreiben
1’342 Aktionen

VIERTER MEILENSTEIN: ENTWICKLUNG DER GUERILLAKRIEGSFÜHRUNG

II. ENTSENDUNGSPLAN (JAN. 81-JAN. 83)
Guerillazonen Eröffnen
Erste Kampagne: Waffen und Ressourcen erobern
Zweite Kampagne: Die Landschaft durch Guerillaaktionen Aufschütteln
Dritte Kampagne: Stir 1 and 2 to Advance Toward the Support Bases Dritte Kampagne: 1 und 2 aufwühlen für das Fortschreiten hin zu Stützpunktgebieten
5’350 Aktionen
III. PLAN ZUR STÜTZPUNKTEROBERUNG (MAI 1983-SEP. 1986)
I und II Verteidigen, Entwickeln und Aufbauen Grosser Sprung
Erste Kampagne: Grossen Sprung Einleiten!
Zweite Kampagne: Den Grossen Sprung Entwickeln!
Dritte Kampagne: Den Volkskrieg Entwickeln!
Vierte Kampagne: Den Grossen Sprung Krönen! (Erster Teil)
Den Grossen Sprung mit einem Goldenen Siegel Krönen! (Zweiter Teil)
28’621 Aktionen
IV. GROssER PLAN ZUR STÜTZPUNKTENTWICKLUNG. PILOTPLAN (DEZ. 1986-MAI 1989)
Erste Kampagne: Pilotplan zur Stützpunktentwicklung
Zweite Kampagne: Ihn Grossartig Erfüllen und einen Historischen Meilenstein Errichten!
Dritte Kampagne: Die Grosse Vollendung Konsolidieren und Entwickeln! (Erster Teil)
Grosse Vollendung des Pilotplans! (Zweiter Teil)
63’052 Aktionen
V. GROssER PLAN ZUR STÜTZPUNKTENTWICKLUNG IM DIENSTE DER MACHTEROBERUNG (AUG. 89- )
Erste Kampagne: Die Entwicklung von Stützpunktgebieten Vorantreiben Die Teilumsetzung gegen Ende von 1989.
23’090 Aktionen
GESAMTANZAHL AKTIONEN121, 455

See English: Plan names vary slightly (of/to) compared to in the text before? Which is correct?

ANMERKUNG: Bis heute sind vier Meilensteine in der Entwicklung des Volkskrieges festgelegt worden: ERSTENS: DEFINIERUNG, dessen Zentrum das 9. Plenum des Zentralkomitees im Juni 1979 ist. ZWEITENS: VORBEREITUNG, in der Erweiterten Nationalen Konferenz im November 1979 zentriert. Des weiteren enthält diese Tabelle nicht die Aktionen, welche innerhalb der Ergänzungen durchgeführt wurden.

Dies zeigt klar den immensen Fortschritt und die grosse Entwicklung des Volkskrieges, ausser wenn jemand versuchen würde, die absurde Behauptung aufrechtzuerhalten, dass der Sprung quantitativ war, eine Veränderung, aber nicht qualitativ. Es ist klar und überzeugend ersichtlich, wie jeder aufeinanderfolgende Plan einen höheren Sprung als den vorherigen impliziert. Wenn wir die Pläne 3 und 4 vergleichen; obwohl Plan 3 drei Jahre und vier Monate dauerte und Plan 4 nur zwei Jahre und sechs Monate dauerte, ist die Anzahl Aktionen des späteren Planes mehr als doppelt so hoch wie die des früheren.

Andererseits, wenn wir die Anwendung des neuen GROssEN PLANS ZUR STÜTZPUNKTENTWICKLUNG IM DIENSTE DER MACHTEROBERUNG bedenken, der gerade eben im August 1989 mit der 1. Kampagne zur Impulsgebung der Entwicklung der Stützpunktgebiete begonnen hat, hat er in seinen vier Monaten der Ausführung bis zum Ende des letzten Jahres 23’090 Guerillaaktionen verwirklicht. Schlussfolgernd, in Berücksichtigung dessen, dass vier Monate die Hälfte der Dauer der Grossen Vollendung des Pilotplans!, des zweiten Teils des vorherigen Plans, sind, hat dieser neue Grosse Plan bereits die bemerkbare Zunahme von 41.5% in seinen Guerillaaktionen erreicht hat; eine Zunahme, dessen Wichtigkeit dann verständlicher ist, wenn wir die enorme Zunahme im Kopf behalten, die die Vollendung des Pilotplans implizierte. Und wenn wir Resultate vergleichen, machen die 23’090 Guerillaaktionen 19.0% der gesamten Aktionen bis zum Dezember 1989 aus; 23.5% der Aktionen in den neuen Jahren vor dem Beginn dieses Plans und 36.6% der Aktionen im gesamten Pilotplan. In ca. vier Monaten haben wir fast 37% dessen erreicht, was wir zuvor in dreissig erreicht hatten! Da haben wir es, der neue Grosse Plan hat entschlossen und siegreich begonnen.

Schlussendlich, wenn wir uns auf 1989 konzentrieren, dem Jahr der verkündeten und angeblichen „Versumpfung”, in Anbetracht des Oktobers 1988 bis zum Dezember 1989, einer Periode, in welcher 32’644 Aktionen in der oben genannten Vollendung registriert wurden und 23’090 im Neuen Plan, haben wir eine Gesamtzahl von 55’736 Guerillaaktionen; das ist ca. 46% aller vollendeten Aktionen. Da habt ihr den grossen „Sieg über Sendero”!

Konkrete Aktionen

Bezüglich konkreter Aktionen in dieser Phase betonen wir folgendes:

Regionaler bewaffneter Streik in Ayacucho, eine Woche andauernd, im Februar 1989; während welchem ländliche, von den bewaffneten Streitkräften gebaute Zellen zerstört wurden. Die Ernte fand in Huaycan, in der Hauptstadt selbet im selben Monat; 2’000 Leute wurden mithilfe der VA (Volksarmee) mobilisiert, die den Manager und einen Meister des angegriffenen Fundiums vernichteten; die Massen eigneten sich die Lebensmittel an, indem sie sie teilten. Sturmangriff auf die Aufstandsbekämpfungsbasis der Polizei DOES-6 bei Uchiza, 27. März: die Basis wurde erobert, das Kontingent von 48 Militärs ergaben sich, unter ihnen 15 Verwundete, drei tote Offiziere und sieben tote Polizisten. Die Einnahme von Pampa Cangallo: im April wurden die 600 Soldaten in Schach gehalten und konnten ihre Barracken nicht verlassen, während das Dorf unter der Kontrolle der VA blieb. Auch im April, Mobilisierung des Komitees von Familien von Kriegsgefangenen und Verschwundenen in Lima gegen dsa Justizministerium, mit Agitation und Sabotage; sie hielt die Repressionspläne gegen Familien und Anwälte und die genozidalen Pläne gegen die Gefangenen in Schach. Im gleichen Monat, Sturmangriffe auf Polizeipösten in Yauricocha, Oberlar?n und Clemente, im mittleren Süden.

Regionaler bewaffneter Streik in Zentralperu, Departemente von Junín, Cerro de Pasco und Huanuco. Vom 10. bis 12. Mai fand ein bewaffneter Streik in Cañete statt, dem südlichen Teil des Departements von Lima, am 1./2., und am 7. Juni, Angriff gegen den Polizeiposten von Ambar, dem nördlichen Teil des Departements von Lima. Am 3. Juni, Überfall eines Transportwagens der Präsidentseskorte, „Junín-Hussare”, im unteren Lima; sieben Soldaten getötet und 29 verwundet. Im gleichen Monat, bewaffnete Streiks: vom 5. bis 7. Juni in Huancavelica; am 7. in Huaraz; und vom 15. bis 20. Juni im Oberen Huallaga. Am 19. Juni, Überfall auf die Armee in Aguayt¡a als Teil des bewaffneten Streiks: einen Konvoi von sechs Lastwägen auf der F. Basadre-Autobahn; vernichtet wurden ein Armeeoberhaupt (zweiter Anführer der politisch-militärischen Kommandatur von Ucayali), ein Leutnant und 14 Soldaten, neben 10 verwundeten; insgesamt 26 Verluste.

Im Monat von Juli, bewaffnete Streiks: am 14. in Huamachuco; am 20. in Lima, gegen Hunger und Repression, von der Revolutionären Bewegung zur Verteidigung des Volkes (RBVV) organisiert; und vom 27. bis 29. Juli in Ayacucho. Am 5., Sabotage eines Busses der Sowjets, die das Meeresleben des Landes ausplündern; 33 Verletzte; ein Überfall gegen eine Polizeipatrouille in Azángaro im Departement von Puno vernichtete einen Kommandanten, einen Oberst, einen Leutnanten und drei Untergebene, am 6.; griff den Polizeiposten in Pacarán in Cañete an; der Posten wurde zerstört, die Brücke in Yauyos, die Pacarán und Huancayo verbindet, wurde gesprengt. Die Militärbaracken in Madre Mia wurden zerstört, 150 Soldaten (120 Infanteristen und 30 Ingenieure), im Oberen Huallagatal; der Sturmangriff fand am 27. Juli statt, am Vorabend des „nationalen Feiertages”: nach einem geschürzten Kampf zerstörte die Volksguerillaarmee die reaktionären Armeebaracken gründlich und vollständig, fügte ihnen 64 Verluste zu (39 Tote und 25 Verwundete) und eroberte eine gute Menge Militärvorräte.

Ebenfalls in dem Gebiet wurde vor einem Jahr der Polizeiposten in Cotahuasi, Departement von Arequipa, angegriffen; und der Polizeiposten am Huarancay-Wasserkraftwerk in Apurimac. Ebenfalls im Departement von Huancavelica wurden Mesnadas von Pachacálla vernichtet und mehrere Dörfer wurden in der Hauptachse des Volkskrieges in der Region eingenommen, ein Machtvakuum generierend. Und Überfall auf Armee in Milano, Oberes Huallaga; Sturmangriff auf Polizeipösten in Julcan, in Otuzco, Deparement von La Libertad, und in Cajacay, Departement von Ancash.

Wenn wir uns nun auf den Volkskrieg nach den Regionen oder Zonen, in welchen er sich entwickelt, fokussieren, haben wir folgendes Szenario, auf der Ersten Kampagne des Plans zur Impulsierung zentriert, den neuen Grossen Plan eröffnend:

Ayacucho

Wenn wir von Pampa Cangallo im Süden des Departements aus denken; im Oktober wurden eine Serie von Aktionen gegen die bewaffneten Streitkräfte und die Mikroregion ausgetragen; die hauptsächliche war der Angriff auf und der schlussendliche Zusammenbruch der Baracken in Vilcashuaman, Sabotage von Staatsinstallationen, Propaganda, Agitation und Mobilisierung im Dorf, welches von der VA übernommen wurde; zusätzlich traf die Belästigung und der Zusammenbruch die Antiguerillabasen in Pampa Cangallo, Cangallo, Puente Matero, Accomarca, Ocros, Cayara, Hualla, Canaria, Huancapi und Chipao. Aufrgund des hohen Eindrucks auf die Massen, besonders die, die unter dem Druck des Militärs den Mesnadas beitraten und die aufgehört haben, zu patroullieren und Wache zu stehen. Die Armee reagierte verzweifelt und verhängte eine Ausgangssperre, unterdrückend, verhaftend, Köpfe rasierend.

Kommunalwahlen im November wurden vom neuen bewaffneten Streik vom 5. bis 15. konfrontiert, welcher sich immer, wenn er durchführbar war, als grosse Waffe für die Verhinderung, den Boykott und die Erschwerung von Wahlen erwiesen hat. Es gibt keine Kandidaten in Concepcion, Carhuanca, Huambalpa, Andamarca und Cabana; in Huancapi, Mualla, Colca und Cayara wusste niemand, wer die Kandidaten waren; in Vilcashuaman kündigten alle ausser ein Vereinigte Linke-Mitglied, während in einer Prachtvorstellung von „bourgeoiser Demokratie” in Carhuace und Hambalpa am gleichen Tag wie die Wahlen SIN-Mitglieder zwei Bauern auf dem Dorfplatz festnahmen, ihnen sagten „Ihr seid die Kandidaten!” und sie verprügelten, bis sie ihre „Kandidatur” akzeptierten. Das ist es, wie ihre „Demokratie” und ihre „Wahlen” wirklich sind, das Volk ist Zeuge! Jedoch versagte ihr Ziel, weil der Grossteil der Bevölkerung nicht wählte.

Eine Aktion in Zusammenhang mit den Wahlen ist der lähmende Überfall auf einen Armeekonvoi am 13. in Andamarca, wo 10 Soldaten und ein Funktionär der Wahljury vernichtet wurden.

Und, obwohl nur teilweise; der Kleine Marsch, der hunderte Menschen mobilisierte, die auf verschiedene Weisen bewaffnet waren und rote Fahnen mit dem Hammer und Sichel, Banner und Poster über den Volkskrieg trugen, reiste durch viele Dörfer und Gemeinden wie eine kleine Maschine, die den Volkskrieg näht, entwickelte Aktionen und bewegte die Massen tiefgreifend. Auf der anderen Seite werden den hartknäckigsten Mitessern, die die von den bewaffneten Streitkräften kontrolliertenMesnadas anführen, harte vernichtende Schläge ausgeteilt, wie in Huamanquiquia und Sacsamarca, Provinz von Huancasancos. Zur gleichen Zeit, wie der Volkskrieg sich durch das Einnehmen von Dörfern wie Ocana und die Zerstörung des Polizeipostens nahe der Autobahn nach Nazca auf den Hauptteil der Küste ausweitet.

Man bedenke den nördlichen Teil des Departements von Ayacucho, die Kommunen von Huamanga, Ruanta und La Mar. Die Kommunalwahlen hatten offensichtlich grosse Wichtigkeit. In der Stadt von Huanta, der Kommunalhauptstadt, gab es keine Kandidaten, da alle von ihnen kündigten; in Ayacucho, der Departementshauptstadt, kündigten die Kandidaten auch, doch als der APRA-Kandidat kündigte (ein ehemaliger Belaúnde-Mann, der in Ayacucho unbekannt war und nicht einmal am Wahltag anwesend war), wurde seine Kündigung von der APRA nicht akzeptiert; als die Wahlnormen verletzende Kündigung des Kandidaten der Vereinigten Linken (VL) mit der Opposition seiner restlichen Wahlliste zurürkgezogen wurde, bestand er auf die Kündigung, seine Kandidatur verstossend. Den Boykott wie in anderen Teilen anwendend, trug die Partei den bewaffneten Streik vom 11. bis 13. November im ganzen Gebiet aus; vom 10. an wurde der Transport lahmgelegt, indem Autobahnen blockiert und Gräben durch sie gezogen wurden; durch Radiosendungen fragten die Massen sogar nach dem Aufhalten des Wahlprozesses. Die bewaffneten Streitkräfte, das polizeilich-militärische Kommando, antworteten ihnen durch die Verordnung einer Ausgangssperre von 18:00 bis 6:00; am Tag nach dem Angriff des 9., die gleichzeitige Einnahme von Ayacucho und Huanta durch die Volksarmee (VA); die bewaffneten Streitkräfte verfügten „eine Aufhebung öffentlicher Aktivitäten bis zum 13.”, machten grosse Razzien und drohten allen, die nicht wählten, mit Verhaftungen und anderen drakonischen Sanktionen, den wiederholt durch das Radio gesendeten Verfügungen zufolge.

Am 12. erwachte Ayacucho inmitten von grossen Explosionen und unter einer riesigen Entsendung von Militär- und Polizeikräften. Der genozidale Demagoge García Pérez kam am selben Tag, um „den Sieg der Demokratie in Ayacucho” zu inszenieren; er bot Massnahmen und Gegenmassnahmen an, wie es ihm passte, wie er es täglich macht; er führte eine Kundgebung von Apristas (APRA-Mitgliedern), Mesnadas (paramilitärischen Bauern) und zivil gekleideten Soldaten durch, in welcher er sehr laut, theatralisch und egoistisch seinen persönlichen Sieg und den „Sieg über Sendero”, den „siegreichen und exemplarischen Wahlprozess” und das „Boykottversagen” verkündete. Doch Wahlen wurden weder in Huanta gehalten, noch wählte Ayacucho einen Bürgermeister, da die von manchen gewählte „Linke” inmitten der über zwei Drittel leerer und ungültiger Stimmen der kleinen Minderheit, die überhaupt wählte, verschwand; dies war auch der „Sieg”, den die Vereinigte Linke euphorisch feierte, laut rufend „wir siegten bei Ayacucho!”.

Am Ende der Zählung mussten sogar die JNE-Schreiberlinge die Resultate für ungültig erklären. Zusätzlich wurden an manchen Orten, wie in 1985, die Massen von Soldaten und Polizisten durch Tritte und Schläge zum Wählen gezwungen, wie etwa in San Jose; oder ihre Wahlbücher wurden einfach gestempelt, dann füllten Soldaten die Wahlscheine für sie aus, wie etwa in Pischa und Acocro; während in Llochegua und Churcampa einfach bei den Militärbaracken gewählt wurde. In Julcamarca nahm die Volksarmee (VA) das Dorf ein, und nachdem sie die Antiguerillabasis in schach hielt, brannte sie den Kommunalrat (consejo municipal) nieder und verhinderten die Wahlen; in Acocro erzwang sie ihren Stopp, gleichzeitig auch in Pacaysasa, wo Soldaten aufhörten, die Gesetzestafeln zu schützen, und ihren Leutnant alleine liessen. In Synthese war der Boykott ein grossartiger politischer Triumph; das Fernbleiben war massiv und sogar die Minderheit, die wählte, reichte grösstenteils leere oder ungültige Stimmzettel ein.

Doch ungeachtet der Wichtigkeit des Boykotts, einem Teil des Volkskrieges, kann eine grundlegende Frage in seiner Entwicklung im grossen Fortschritt der Arbeit in Städten wie Ayacucho und Huanta gesehen werden; die Einnahme beider durch Belagerung am 9. November, Einschliessung anwendend, um die Polizei und die bewaffneten Streitkräften am massiven Verlassen ihrer Unterkünfte zu hindern, und die ausländischen Söldner zwingend, fernzubleiben und sich wie Ratten in ihrem Nest am Flughafen zu verstecken. Zudem der Einfall in „Volkskooperation” in Ayacucho im Oktober, gegen den Aprista-Kandidaten, seine Polizeieskorte vernichtend; und der Angriff auf das technische Departementshauptquartier der Polizei im gleichen Monat, einen Leutnant und Unteroffizier vernichtend und zwei andere verletzend; oder die Autobomben, eine am Büro des Bildungsdirektors und die andere dreissig Meter vom Hauptplatz (Plaza de Armas) entfernt, jeweils im Oktober und im Dezember. Jedoch ist die hauptsächliche und transzendentalere Entwicklung des Volkskrieges immer noch auf dem Land: die Zerstörung der Mesnadas in fünf Dörfern und die Vernichtung fünfzig ihrer hartknäckigsten Mitglieder; die Zertrümmerung der Zellen in Vicus und Huayllay und die Vernichtung ihrer Mitesser, sowie Zellen, die gegen den Willen der Massen, besonders der ärmsten Bauernschaft, organisiert und aufrechterhalten wurden; der Überfall gegen Mesnadas in Pichihuilca oder auf einen Armeelastwagen in Palmapampa, gerade einmal dreihundert Meter von ihrer Antiguerillabasis entfernt, jeweils im November und Dezember, und wiederholte Schläge gegen die Marineinfanterie zeigen dies in aller Klarheit.

Apurímac

Das Departement von APURIMAC ist auch ein Gebiet harter und intensiver Konfrontation. Beweis hierfür sind die Sabotagen und Plattmachungen von Installationen, Dorfräten, Mikroregionen, „cooperation popular”, Entel Peru, dem Landwirtschaftsministerium, der Wahlkanzlei, Sierra Centro-Sur, der Militärkanzlei, der Nationalbank und von TV-Sendern; oder die selektiven Vernichtungen von Ratten, Infiltranten, Viehdieben, Befürwortern der Mesnadas und Spionen; oder die Sturmangriffe, Überfälle und mehreren Konfrontationen, die registriert wurden. All das zusammen mit hunderten Agitationen und Mobilisierungen und dutzenden Einnahmen von Dörfern. Dort agiert der Staat mit schärferer Repression und die Polizei und bewaffneten Streitkräfte werden immer blutdrünstiger und bösartiger; ein Beispiel hierfür sind die genozidalen Streifzüge der Armee, in diesem Gebiet und in anderen; einer der neulichsten, im April, startete von der Antabamba-Provinz, Departement von Apurímac, und ging bis nach Cusco, in allen Bauerngemeinschaften, die er überrannte, plündernd, brennend und mordend; er wurde vor dem Kongress denunziert, wie immer vergebens. Doch in Antwort auf das Gemetzel erhoben sich kraftvoll Guerillaaktionen, den Volkskrieg in den Gebieten vorantreibend; wie etwa der Sturmangriff auf den Vilcabamba-Polizeiposten, Provinz von Grau, am 14. Mai 1989, im Kampf einen Polizisten und einen Leutnanten exekutierend, mehrere weitere verwundend und einen Stromausfall in sieben Distrikten erzeugen; das ist die Wahrheit und nicht die Täuschungen (Märchen), die von der reaktionären Presse abgedruckt werden, von wegen „15 Terroristen wurden in der Umgebung von Cotabambas getötet.” Oder der Überfall auf die Armee in Caraybamba am 5. Oktober 1989, drei Soldaten und einen Leutnanten vernichtend und sieben Soldaten verwundend.

In der Nähe dieses Gebiets haben wir die Aktionen in er Caraveli-Provinz, Departement von Arequipa; und die Einnahme von Caraveli am 1. Dezember 1989, wo zwei Polizeipösten, die Militärkanzlei, die Nationalbank, das Elektrokraftwerk, eine Fernsehantenne und die Unterkünfte des Landschaftsministeriums sabotiert und zerstört wurden; die alten Autoritäten rannten weg und suchten Zuflucht im Hafen von Atico. Zudem die Einnahme von Pausa, der Hauptstadt der Provinz von Páuca del Sara-Sara, Departement von Ayacucho, am 2. Dezember; die Massen wurden mobilisiert, Fahnen wurden erhoben und revolutionäre Parolen wurden gemalt; abgesehen von der Sabotage und dem Niederbrennen des Rats, des Polizeipostens, der Wahlkanzlei und den Unterkünften des Landwirtschaftsministeriums, Entel und Center-South Sierra; dieser lähmende Schlag half auch der Zerstörung von Wahlmaterial und dadurch wurden Wahlen in der ganzen provinz verkrüppelt. Und natürlich die gerechtfertigte Politik der „Flucht”, die im Dezember im Caraveli-Gefängnis angewandt wurde, welches mit Leichtigkeit von der Volksarmee überrannt wurde.

Huancavelica

Hat auch zu seiner Anerkennung vernichtende Überfälle, am 23. Oktober lieferten die Kombattanten der Armee in Lanchoj einen weiteren Schlag; eine Landmine sprengte zwei Lastwägen in einem Dreierkonvoi, danach ein zerschmetternder Angriff; und später ein gewaltsamer Kampf mit acht Soldaten, die unter dem Kommando eines Leutnants einige Distanz vom dritten Lastwagen entfernt blieben; von diesen wurden drei im Kampf vernichtet; dieser Konvoi war schwer bewaffnet, weil er Oberhäupte zu ihren Antiguerillabasen brachte; wie immer verminderten Zeitungen die Fakten: „vier Offiziere und neun Soldaten wurden vernichtet”, obwohl wir in Wahrheit 36 vernichteten. Man nehme zu dieser Aktion die Zusammenstösse bei Santa Ines und Chupamarca und die Belästigung bei Castrovirreyna mit insgesamt 11 Toten hinzu. So erlitt die reaktionäre peruanische Armee 47 Tote, unter ihnen 10 Offiziere, ohne die Verwundeten mitzuzählen, was die Anzahl ihrer Verluste offensichtlich anhebt. Ihre wutentbrannte Antwort, impotent aufgrund ihrer Unfähigkeit, ihre Überfäller zu treffen, machte auf die unbewaffneten Massen Jagd; am 25. Oktober folterten sie bei Santa Ana Bauern, fragten sie über die Guerillas und ermordeten fünf; am gleichen Ort brannten sie am 28. die Hütte eines Bauers nieder und ermordeten ihn, weil er ein Onkel eines revolutionären Soldaten war; und in Lachoj stationierten sich am 28. 70 Soldaten auf der Strasse und hielten alle an, die auf der Durchreise waren, sie beraubten, folterten und vergewaltigten Frauen; und am 31. ermordeten sie vier Weitere in Pucara. Hier auch hat der Wahlprozess den Klassenkampf vertieft; die Reaktion hat ihre Wahlen errichtet und erhält sie primär auf der Basis ihrer bewaffneten Streitkräfte; hierzu holten sie mehr Soldaten von Huancayo und Marineinfanteristen von El Callao; von Huancavelica bis Ticrapo gingen sie aufs Land, warben für die Wahlen riefen Leute zum Wählen auf; sie bedrohten jeden, der dies nicht tat, mit dem Exekutionskommando.

Ein Teil ihrer Kontrolle war es, ein Bewilligungssystem („Sicherheitsordnung”) für Reisen zu etablieren; 5 Tage vor den Wahlen hielten sie den Zug aus Huancavelica an, verhafteten 400 Passagiere, welche sie beraubten, folterten und durch die Stadt trieben, während sie schrien, dass das gleiche allen widerfahren würde, die nicht einen Sicherheitsordnungspass besorgen und vorzeigen. In der gleichen Stadt führten die Soldaten Krieg gegen revolutionäre Zeichen (Malungen) mit Parteiparolen auf den Wänden, rote Fahnen herunternehmend, welche sie durch die Strassen schleiften, sie erschiessend und mähend, doch entgegen ihrer Erwartungen lachte das Volk und machte sich über sie lustig. Dann ging das Militär dazu über, illegale Hausdurchsuchungen durchzuführen und ermordete und liess zivile Nichtkombattanten verschwinden (unter ihnen 13 Studenten des Pädagogischen Instituts, den Opfern mehrerer Durchsuchungen). Die Massen wurden auch erpresst, beispielsweise mussten Lehrer als Bedingung für das Abholen ihrer Lohnschecks einen langweiligen Vortrag des politisch-militärischen Oberhaupts besuchen; gleichzeitig wurden Flugblätter von Helikoptern fallengelassen: „Bauernfreund, lehne den Terruco ab, denn er ist dein Feind” (jegliche Ähnlichkeit ist nicht ein einfacher Zufall!). Doch im Angesicht dieser finsteren Kampagne konfrontierte der Volkskrieg sie mutig und entschlossen; als Anzeichen dieses Vorstosses wurden am 8. Oktober in der Departementshauptstadt selbst die Armeebaracken, das Kommissariat und die Polizeicafeteria sabotiert; es gab einen Stromausfall und vor allem begann man beim Kino mit Agitieren, die Massen gingen hinaus auf die Strassen und bildeten einen stetig wachsenden Chor, der sich am Hauptplatz in eine stürmische Kundgebung verwandelte, riefen „vivas” an den Vorsitzenen Gonzalo, die Partei, den Volkskrieg und mahnten „Wählt nicht!” inmitten der Dunkelheit, Dynamitexplosionen und Gewehrschüssen; weder Soldaten noch die Polizei ging hinaus und die Volksarmee (VA) kontrollierte die Stadt. Der 12., der Wahltag, ging inmitten des Streiks und den täglichen Stromausfällen vom 11. bis 13. November vorbei; das Morgenrot brach an mit unübersehbaren, an den Strassen aufgehängten roten Fahnen mit dem Hammer & Sichel und gewaltigen Explosionen; es war eine tote Stadt bis ca. 11:00, von wo an Soldaten begannen, auf der Suche nach Führern und Mitgliedern von Wahlgremien Häuser zu betreten, und das Volk durch Gewalt an die Urne zu treiben; doch das führte zu unter 40% Wahlbeteiligung des Wahlvolkes; doch in den Barrios, Jungdörfern und ihrer Umgebung gingen sie nicht wählen, der Streik, neben dessen die Autobahnen in die Stadt blockiert wurden. Wenn dies bereits in der Hauptstadt passierte, war das Problem in den kleineren Städten und auf dem Land schlimmer für die Reaktion; da es neben dem Fakt, dass es in vielen Orten keine Kandidaten hatte, die Stimmung und das Verlangen unter den Massen war, nicht zu wählen, weil „wählen” aus Erfahrung für sie nichts bedeutet. Hier haben wir auch ein gutes Beispiel dafür, wie man Wahlen auf eine revolutionäre Art benutzt.

Die Zentralregion

Sie ist das Herz des Wirtschaftsprozesses der peruanischen Gesellschaft, dessen Zenit Lima ist, und sie ist ein Schlüsselpunkt innerhalb des geopolitischen Plans des Staates; im Anbetracht dieser Realität kann die Entwicklung des Volkskrieges in dieser Region besser verstanden werden. Dort nimmt der Kampf an Intensität zu und zeigt schärfere Charakteristiken als an anderen Standorten; Sabotagen dort sind unglaublich lähmend, wie die Plattmachung in SAIS Tupac Amaru und Ramon Castilla, oder der Los Andes Fischfarm, oder der Büros und des Lagers des Pichis-Palcazu-Projekts; und unter diesen die Vernichtung von SAIS’ Tupac Amaru-Pferden, die von der Armee benutzt werden; und Sabotage des Landwirtschaftsunternehmens von Romero, einem Gebräu des bürokratischen Kapitalismus und der Grossbourgeoisie, in Chanchamayo, wo 10’000 Kaffeesäcke zerstört wurden. Grosse Sabotagen gegen die Staatsunternehmen; bei Enafer das Sprengen von Lokomotiven oder Entgleisungen wie jene in Yauli und Chuccis; Angriffe auf Centromin, Sabotagen in Minen von Casapalca und Morococha, bei zweiterem den Mineralkonzentrator lahmlegend, oder in Oroya die Raffinerie und Giesserei lahmlegend, neben den Entgleisungen von mineralbeladenen Zügen; bei Electroperu das Ausschalten von Türmen, 59 von ihnen während dem bewaffneten Streik vom November, dadurch grosse und umfangreiche Stromausfälle generierend.

Zudem Brückensprengungen: Vier in Mucllo, Comas und der Concepcion-Satipo-Autobahn. Darüber hinaus wird nicht nur der staatliche Bergbau getroffen, auch zwei andere „private” Bergbauzentren wurden getroffen, wie Allmapina, Eigentum von R. Gubbins, berüchtigtem Mitglied der Grossbourgeoisie. Zusätzlich sind der Bedarf an Vieh und Landinvasionen, 8’200 Schafe und 10’300 Hektaren, alles für die Massen, hauptsächlich die arme Bauernschaft, von grosser Wichtigkeit. Auf diese Weise wird die traditionelle Wirtschaftsbasis der peruanischen Gesellschaft ernsthaft getroffen und die Basis des alten Staates wird in dieser Region wie in anderen tief untergraben. Gleichermassen ist es sehr wichtig, wie der Volkskrieg in die zentralen Dschungelstreifen vorstösst, sich in den Provinzen von Tarma, Chanchamayo und Satipo entwickelnd; gleichzeitig den Klassenkampf in Huancayo, der Departementshauptstadt, ermächtigend, dessen unleugnbare Beispiele die Mobilisierungen von 5’000 Hoch- und Sekundarschülern im Juli und 15’000 Studenten im Oktober sind; abgesehen von den selektiven Vernichtungen von Autoritäten und Kandidaten, welche die ganze Region aufschütteln (im August war in Tarma der Unterpräfekt die einzig verbleibende zivile Autorität; während in Huancayo der Unterpräfekt und Leutnant-Bürgermeister vernichtet wurden; und in Concepcion der Provinzbürgermeister); und um hervorzuheben, wie der Kampf angehoben wird: Überfälle gegen Centromin- und Enafer-Züge wurden ausgetragen. Bezüglich der Kommunalwahlen, um sie zu aktivieren und kontrollieren, brachten sie Truppen von Lima, Trujillo, Iquitos und Tacna; sie entfesselten Wahlerpressung, Genozid und psychologische Kriegsführung, tausende Soldaten und Polizisten ihrer Repressivkräfte entsendend. Dort auch wandte die Partei den bewaffneten Streik vom 11. bis 13. in der ganzen Region an. Er war ein erheblicher Erfolg und die Massen beobachteten ihn, besonders in Junin und Pasco. Mittels Gewalt probierte die Reaktion, den Streik zu berchen und das Volk zum Wählen zu zwingen, und zu diesem Zwecke begannen sie vom Vorabend der Wahlen an, die Massen wie Vieh zu treiben, vor allem in den Randvierteln der Grossstädte. Doch sie versagten in ihrem Versuch, eine hohe Wahlbeteiligung zu erhalten, da das Fernbleiben massiv war; trotz der Kollaborierung von Revisionisten, Opportunisten und Reaktionären mussten die Wahlen nur in den Departements- und Provinzhauptstädten gehalten werden.

Das Huallagatal

Die Huallaga-Region und vor allem das Obere Huallaga sind strategisch und mit jedem Tag von grösserer Wichtigkeit; nicht nur wegen seinem riesigen Potenzial an natürlichen Reichtümern, dessen Plünderung durch die Weltbank, die Internationale Entwicklungsbank und imperialistische Unternehmen in Verschwörung mit der Grossbourgeoisie und des peruanischen Staates seit Jahren geplant wurde, sondern hauptsächlich wegen der Lebenskraft, mit welcher der Volkskrieg sich dort entwickelt. Seine Kräftigkeit und Vorstösse sieht man klar in den harten Schlägen, die den reaktionären bewaffneten Streitkräften ausgeteilt werden, wie etwa die Zerstörung der Armeebaracken in Madre Mia, zusätzlich zu den zahlreichen Überfällen, die folgten und unter welchen folgende hervorstechen: wieder gegen die Armee in der zweiten Hälfte von 1989, auf der Uchiza und Progreso verbindenen Autobahn, einen Leutnanten und sieben Soldaten auslöschend, mit vier Verletzten und der Ergebung von dreien; und gegen die Polizei in Villa Palma, mit der Vernichtung von sechs Polizisten und zwei verwundeten; beide im September. Und im Oktober, der Überfall gegen einen Armeekonvoi mit 35 Truppen, von welchen ein Offizier und vier Soldaten starben und 12 verwundet verblieben. Guerillaaktionen, die anhand der Bedingungen ihrer Entwicklung die Vernichtungen gegen Autoritäten, Ratten, Infiltranten, Spione und Feinde aller Arten erheblich erhöhen. Rund um die Wahlen ― wie im ganzen Land ― nahmen die Aktionen zu, besonders gegen kommunale Autoritäten und Kandidaten, parallel zu einer intensiven Kampagne unter den Massen mit dem Aufruf an sie, nicht zu wählen; mit alldem, trotz der blutigen genozidalen Wahlrepression, konnte sie nicht einen hohen Grad an Fernbleiben verhindern. Andererseits ist es von erheblicher Wichtigkeit für die Revolution und die Konterrevolution (oder das Risiko von ihr), der tägliche grosse Widerhall des Volkskrieges in den Gebieten, die an das nördliche San Mart¡n sowie ganz Huanuco und Ucayali angrenzen; offensichtlich erhöht diese Aussicht wie im Rest vom Land die Albträume der Reaktion, ihren unruhigen Schlaf einer in die Ecke gedrängten Bestie noch mehr störend. Doch der Kampf dort trifft auch gerechtfertigterweise den genozidalen Demagogen persönlich, García Pérez, die Rinderfarmen „Acuario” und „Mi Sueño” seines Eigentums einnehmend und plattmachend, am 35. Km auf der Federico Basadre-Autobahn und am 7. Km auf der Autobahn nach Nueva Requena; jeweils am 24. Mai und am 5. Juni 1989 angegriffen; die konfiszierten Güter und Rinder unter den Massen verteilend (über 700 Personen nahmen teil), unter diesen waren 188 Rinder und 50 Kälber, sechs Pferde, 15 Schweine etc.; und Kieselzinkerz, dutzende Petroleum- und Ölfässer, 10 Traktore, drei (grosse) Elektrogeneratoren usw. zerstörend. Das ist natürlich nichts im Vergleich zu den immensen Verbrechen, die von diesem finsteren Individuum begangen wurden; lasst uns in der Zwischenzeit dem Wolf ein Haar entreissen; eines Tages wird das Volk Gerechtigkeit üben.

Die Situation der Huallaga-Region erhebt ein wichtiges Bedenken einer möglichen direkten Intervention des Yankee-Imperialismus. Diese Angelegenheit dreht sich um die Aussicht, dass der Widerspruch Nation gegen Imperialismu der hauptsächliche werden könnte, was eine grundlegende Veränderung in der Strategie und Entwicklung des Volkskrieges in Peru repräsentieren würde. Eine Zeitschrift der US-Armee sagt:

„Letztendlich und mit grösserer Ernsthaftigkeit steht die USA einem Aspekt des Aufstandes in Lateinamerika gegenüber, der uns eine grössere Bedrohung darstellt, aber uns möglicherweise noch die Waffe liefern könnte, die es uns erlaubt, die moralische Überlegenheit zurückzuholen, die wir anscheinend verloren haben.

Es gibt eine Allianz zwischen manchen Drogenhändlern und manchen Aufständischen. Mehrere Länder in Lateinamerika konfrontieren die Korruption ihrer Herrscher und Militäroffiziere. Diese Länder machen Anstrengungen, das Problem mit der unsicheren Unterstützung der Vereinigten Staaten zu behandeln, mit variierendem Erfolgsgrad. Die von den Drogenhändlern verdienten Dollar werden an die Adresse bestimmter Guerillas oder möglicherweise in Form von Waffen und Material in die Hände der Guerilla geliefert.

Eine Verfestigung dieser Verbindung in der öffentlichen Auffassung und im Kongress wird uns zur nötigen Unterstützung bringen, um diesen Guerillaterroristen/Drogenhändlern in dieser Hemisphäre entgegenzutreten. Es wäre relativ einfach, eine solche Unterstützung zu generieren, sobald die Verbindung bewiesen ist und ein totaler Krieg von der Nationalen Kommandoautorität erklärt wird. Der Kongress hätte Mühe damit, die Unterstützung für unsere Verbündeten durch das Training, die Beratung und Sicherheitsunterstützung, die sie für die Erfüllung ihrer Mission brauchen, zu verhindern. Die religiösen und akademischen Gruppen, die unermüdlich lateinamerikanische Aufständische unterstützt haben, sähen sich in einer unverteidigbaren moralischen Position.

Vor allem hätten wir eine makellose moralische Position, von der aus wir eine koordinierte Offensivanstrengung lancieren könnten, für was wir auf die Ressourcen des Verteidigungsdepartements und die restlichen Quellen zählen könnten. Die neuliche Operation in Bolivien ist ein erster Schritt. Statt jedem Aufstand defensiv an die individuelle Lage angepasst zu antworten, könnten wir Aktion in Koordination mit unseren Verbündeten einleiten. Statt uns in das legislative Next und die finanziellen Beschränkungen zu vertiefen, die so typisch für unsere Position als Sicherheitsunterstützung sind, könnten wir der Bedrohung schneller antworten. Statt jede separate Bedrohung zu beraten, können wir beginnen, die Hemisphäre als eine Einheit zu sehen und ändlich bei der Entwicklung der Sicht ankommen, die wir so brauchen. (Military Review, Spanish-American Edition, Mai 1987, S. 49-51.)”

Somit ist „Drogenhandel” für den Yankee-Imperialismus eine „Waffe, um die moralische Überlegenheit zurückzuholen”, der ihn mit einer „moralischer Position für eine koordinierte Offensive” und der „hemisphärischen Sicht”, die ihm jetzt fehlt, auszustatten. Diese Kriterien, offensichtlich entwickelter als vorher, leiten den Yankee-Imperialismus. Wir sehen sehr klar, wie düster der Plan ist, den Volkskrieg als „Narkoterrorismus” zu verleumden und wessen Interessen er dient, und was das Ziel des alten Staates, der Reaktion, des Revisionismus, der Opportunisten und ihrer Lakaien aller Art ist, dessen erzreaktionäre Kampagnen den Volkskrieg seit vielen Jahren verleumdet und des „Narkoterrorismus” beschuldigt haben. Das Ziel solcher Verleumdungen ist schlicht und einfach die Förderung der Aggression und Intervention durch den Yankee-Imperialismus, im Dienste und in Verteidigung ihrer Interessen und denen der peruanischen Reaktion. Deswegen müssen wir noch mehr die konterrevolutionäre Essenz der Darstellung des Volkskrieges als „Terrorismus” oder „Narkoterrorismus” aufdecken; wir müssen die wachsende Yankee-Intervention und seine Aggressionspläne denunzieren. Lasst uns unsere antiimperialistische Kampagne von „Yankees Go Home!” entwickeln und popularisieren. Lasst uns mehr darauf abzielen und uns anstrengen, das peruanische Volk zu vereinen, seine Mehrheit, basierend auf dem Arbeiter-Bauern-Bündnis; uns ideolgisch, politisch und organisatorisch darauf vorbereiten, den Volkskrieg unter jeglichen Umständen weiterhin zu entwickeln, den Marxismus-Leninismus-Maoismus, Gonzalo Denken, noch höher haltend; weiterhin jeden Tag beharrlich und unerbittlich für die landesweite Machteroberung zu kämpfen, als Teil der Proletarischen Weltrevolution, mit der wir stärker denn je unter der überflutenden Sache des Kommunismus verbunden sind; und unsere Feinde präzise und lähmend zu treffen, wer sie auch sind, und noch mehr den Yankee-Imperialismus, wie wir bereits am 7. April im Angriff auf Santa Lucia taten, seine militärische antinationale Agressionsbasis, einen Tag vor den allgemeinen Wahlen von 1990.

Der Süden

Im Süden des Landes entwickelt sich der Volkskrieg hauptsächlich im Departement von Puno. Unter seinen bemerkbaren Aktionen haben wir den Sturmangriff auf und die Einnahme von Ananea, Provinz von Sand¡a; wo wir gleichzeitig die zwei Polizeipösten trafen und den Gouverneur, den Bürgermeister, den Richter und neun Polizisten vernichteten, inklusive eines Verwundeten und zweien, die sich ergaben. In Yunguyo an der bolivischen Grenze zerstörte Sabotage die Unterpräfektur, in der Nähe waren sich García Pérez und der bolivianische Präsident am treffen. Diese Aktion generierte einmal mehr Einfälle von Patrouillen der bewaffneten Streitkräfte des Nachbarlandes; wie in Ananea wurde sie im Oktober ausgetragen. Im November, während Azangaro eingenommen war, wurden Volksgerichte und Antiwahlpropaganda gemacht, die Kandidaten kündigten en masse wie in Huancane. Im Dezember wurde Orurillo, Provinz von Melgar, eingenommen und Volksgerichte und selektive Vernichtungen wurden angewendet. Doch Aktionen beschränkten sich nicht auf Puno, auch in den Abteilungen von Cusco, Arequipa, Moquegua und Tacna, wobei sich in diesen Departements Sabotage und bewaffnete Agitation und Propaganda mehr entwickelt.

Der Norden

Auf der anderen Seite, im Norden des Landes, wurde die Stadt von Huamanucho, Hauptstadt der Provinz von Sanches Carrion, im Oktober übernommen, der Bürgermeister wurde vernichtet. Im November, Vernichtung des Bürgermeisters von Sanagoran; sowie in Trujillo, Hauptstadt des Departements von La Libertad, fünf Sabotagen erschütterten die Stadt, in der Nähe waren sich die Minister für Auslandsaffären der Group of Eight-Länder am treffen, die Fernsehsatellitenantenne wurde sabotiert, gleichzeitig wurde eine Aktion gegen Channel 7 in Santiago de Chucho und gegen zwei vom Revisionismus geführte Radiosender in Cajabamba, Departement von Cajamarca, gemacht. Und im Dezember, ein Angriff auf Cachicad’an und ein Sturmangriff auf den Mollebamba-Polizeiposten. Die Aktionen entwickelten sich auch an der Nordküste, neben Trujillo sind Chimbote, Chiclayo, Piura und Tumbes als Städte (die letzten drei sind Departementshauptstädte) Schauplätze des Volkskrieges, der in ihnen nicht nur Propaganda und Sabotage entwickelt, sondern auch selektive Vernichtungen gegen einen Armeekapitän und zwei Polizisten, jeweils in Tumbes und Chiclayo.

Sowohl im Norden als auch im Süden ist das „Landproblem” grundlegend und wird die Parteipolitik angewendet, die Invasionen (mit Waffen in Hand) entwickelnd, das Land verteilend und es später auch verteidigend. Die Frage ist, das Land mit dem Volkskrieg zu verteidigen und zu erobern und auf ähnliche Art die Bedingungen zu erobern und zu verteidigen, die für die Entwicklung der Produktion zum Wohle des Volkes notwendig sind. Sowohl im Norden als auch im Süden wie auch im Rest vom Land wurde die Kampagne, die Kommunalwahlen zu boykottieren, erfolgreich ausgetragen. Bewaffnete Streiks wurden gefördert, um das politische Bewusstsein der Massen zu heben, und sie waren nur in Orten organisiert, wo es möglich war, ihren Erfolg zu garantieren, wie etwa in den Provinzen von Azangaro, in Puno, und in Santiago de Chuco, Otuzco und Sanchez Carrion im Departement von La Libertad. Diese bewaffneten Streiks legten diese Regionen lahm, führten zu grösserem Wählerfernbleiben und hatten Widerhall.

Im Mittleren Norden, einem Teil des Departements von Lima und Ancash, ein Angriff gegen den Präsidenten des Wahlgremiums in Hacho und die Vernichtung von zwei Polizisten bei Barranca; beide Aktionen fanden im September statt. Eine Sabotage einer Bank in Supe und das Sprengen der Kommunalverwaltung und des Polizeipostens in Carquin; Zerstörung einer Mikroregion in Bolognesi; in Cajatambo, Angriff auf die polizeiliche Aufstandsbekämpfungsbasis, Volksgericht gegen den Bürgermeister und Sabotage der regionalen Bildungsdirektion; auf der Callejon de Huaylas wurden drei Tage in Folge elektrische Türme gesprengt, Stromausfälle in 50 Dörfern verursachend, rote Fahnen mit Hammer und Sichel wurden erhoben Antiwahlparolen wurden gemalt; die Einnahme von Trillos in der Bolognesi-Provinz, Volksgericht wurde gehalten; all diese Guerillaaktionen fanden im Oktober statt. Die Regierung verhängte einen Ausnahmezustand in den Provinzen von Barranca, Huaura, Cajatambo and Oyon im Departement von Lima; und schickte ein Armeebataillon nach Huaraz. Am Tag vor den Kommunalwahlen übernahm die Volksarmee einen Bus, 25 km von Huaraz entfernt, der Hauptstadt des Departements von Ancash, und sprengten ihn, nachdem sie die Passagiere herausbefördert hatten (die Firmen hoben den Dienst zeitweilig auf); Sabotage am Anwesen des Gouverneurs; ein allgemeiner Stromausfall in Aija, Recuay, Yungay, Carhuaz und Huaraz. Im Mittleren Süden, dem südlichen Teil des Departements von Lima und Ica, fanden im September gewaltige Guerillaschläge in der Bergprovinz von Yauyos statt, angrenzend an die Departements von Junin und Huancavelica, die Volksarmee nahm mehrere Dörfer ein und verwundeten einen Polizisten in einem Zusammenstoss in Lincha; und im gleichen Monat wurden die Türme bei Cañete gesprengt, während die Zeitungen selbst verschrien: „Sie haben die Ica-Landschaft übernommen”. Im Oktober, Übernahme der Stadt von Palpa, der Provinzhauptstadt; das Polizeirevier und und der Untersuchungspolizeiposten wurden zerschlagen, ein Kapitän und sechs Polizisten wurden vernichtet. Im gleichen Monat wurde ein 48-stündiger bewaffneter Streik in der Provinz von Nazca ausgetragen, er war ein vollständiger Erfolg, da die Strassen der Stadt komplett verlassen waren. Auch im Oktober, der Distrikt von Zuñiga wurde von den Guerillas übernommen, in der Provinz von Cañete, mit mehr Vernichtungen; und als Krönung der Aktionen des Monats wurde die Coyllor-Brücke gesprengt. Die Novemberkampagne fokussierte sich auf den Boykott, mit Propaganda und Agitation, nicht zu wählen; Aktionen gegen Regierungsgebäude in Nazca, in den Distrikten von San Clemente und Tupac Amaru der Provinz Pisco, dessen Hauptstadt einen Stromausfall erfuhr; Aktionen gegen die Anwesen der Kandidaten; das Aprista-Treffen in ICA wurde unterbrochen und in Pisco wurde es abgesagt. Im Mittleren Norden wurde eine intensive Kampagne für den Boykott und gegen die Kommunalwahlen entwickelt und ein bewaffneter Streik wurde in der Callejon de Huaylas mit mehreren Guerillaaktionen organisiert. Er war ein vollständiger Sieg in der ganzen Callejon und trug viel zur Erhöhung von Wahlfernbleiben bei. Sowohl der Mittlere Norden als auch der Mittlere Süden sind strategisch von höchster Wichtigkeit für die Umkreisung von Lima, wie alle wissen.

Lima

Die Hauptstadt, mit einem Drittel der nationalen Bevölkerung, grossköpfige Hauptstadt einer unterdrückten und rückschrittlichen Nation, ist eine grosse Konzentration ökonomischer, politischer und militärischer Macht, ein riesiger Spiegel der allgemeinen Krise der peruanischen Gesellschaft; eine immense Trommel nationalen und internationalen Widerhalls; doch gleichzeitig, hauptsächlich das primäre Zentrum des peruanischen Proletariats, Hauptzeuge des Hungers und der Kämpfe unermüdlicher Legionen von Volksmassen, Fleisch und Blut unseres heldenhaften Volkes, die ständig schuften, Tag für Tag, in den Fabriken und in den Vierteln und Elendsvierteln arbeitend und kämpfend.

Basierend auf diesen herausragenden Charakteristiken können wir die grundlegende und transzendentale Wichtigkeit der Führung des Volkskrieges auch in der Hauptstadt beurteilen; mehr noch, wenn der Weg vom Land in die Stadt, der Einkreisung der Städte vom Land, gekrönt werden soll, nach einem mühseligen Kampf des langwierigen Krieges, mit dem Aufstand in den Städten und hauptsächlich in der Hauptstadt; besonders, wenn wir die Eigenarten des Volkskrieges in Peru im Kopf behalten, welcher dem Weg vom Land in die Stadt folgt, aber den Kampf in beiden entwickelt, mit dem Land als Hauptteil, was es immer noch ist, und der Stadt als Komplement, wie im „Grundriss des Bewaffneten Kampfes”, das im 8. Plenum des Zentralkomitees angenommen wurde, festgelegt wurde. Beginnend mit dieser Voraussetzung erreicht ein Teil der Parteipropaganda die Hauptstadt, um ihre ideologischen und politischen Grundlagen tiefgreifend zu transformieren und zu formen; dort erhalten das Proletariat und das Volk ihre Klassenideologie, die Nachrichten, die sie in ihren Köpfen empfangen, in die Stärke ihrer Waffen verwandelnd: das „Interview des Vorsitzenden Gonzalo”; das Poster „Neun Jahre Volkskrieg”; die grafische Veröffentlichung „Tag des Heldentums. Drittes Jubiläum”; „Den Dschinggangschan wieder hinauf” vom Vorsitzenden Mao; Lenins Sammelband „Der Imperialismus ist der Vorabend der sozialen Revolution des Proletariats”; oder die Broschüren „Die proletarische Revolution und Kruschtschows Revisionismus” und „Über die Diktatur des Proletariats; oder „In Erinnerung an den 40. Jahrestag der Chinesischen Revolution” und „Die Partei, der Volkskrieg und der Boykott”.

Unter den Guerillaaktionen, die während der 1. Entwicklungskampagne im letzten Drittel von 1989 Lima aufschüttelten, führten wir bewaffnete Propaganda und Agitation durch, die darauffolgenden Kampagnen entwickelten sich mit den Massen, mit dem Proletariat, der führenden Klasse der Revolution, und den armen Massen der Viertel und Elendsviertel, der Basis der Parteiarbeit in der Hauptstadt; eine intensive Kampagne der Flugblattverteilung in Unterstützung des Klassenkampfs, immer auf die tiefsten Sektoren des Volkes abzielend, die die alte Gesellschaft transformieren werden. Diese Kampfform besteht aus dem einfachen Malen von Parolen auf Wände des Volkes bis hin zu den unübersehbaren Wandbildern, die bei der San Marcos-Universität gemalt wurden und welche die Rebellion der Jugend verkünden; von den lebhaften Flugblättern in den Händen bis zu den riesigen Postern, die die Wörter „Volkskrieg” („guerra popular”) auf die Wände, Schaufenster, Busse, Züge stempelten; von der vom Hammer und der Sichel kommandierten roten Fahne, die ein neues proletarisches Morgenrot ankündigt, bis zum Donnern, das vom Sprengsatz entfesselt wird; vom gestählten Geist der Klasse, welcher die Märsche animiert, bis zum lebhaften Überfluten der bewaffneten Mobilisierungen, welche in Blockaden, brennenden Reifen, Molotovs und Lärmbomben explodieren. In Synthese, von der Idee, die den Geist bewaffnet, bis zu den leuchtenden Händen in Guerillaaktionen.

Die Sabotagen drücken sich auch, wie die bei Renasa, Aktion in Unterstützung der kämpfenden Bergbauproletarier während des Septembermonats. Im Oktober, Autobomben bei den Konsulaten der UdssR und von China und beim US-Konsulat. Die Aktionen gegen die zwei imperialistischen Supermächte sind Teil unserer Antwort auf die neue weltweite konterrevolutionäre Offensive, welche von Gorbatschow, Teng und ihren Verrätergangs geführt werden. Das Niederbrennen von Bussen, etwa zehn von ihnen wurden niedergebrannt, sowie andere vor und nach dem Oktober, ist eine weitere Form der Sabotage, die eine grosse Wirkung gehabt hat, die hauptsächlich Staatsunternehmen traf, da der Staat jene Unternehmen politisch benutzt, im Versuch, die Volkskämpfe aufzulösen.

Die Stromausfälle sind eine weitere Art von Sabotage, die jedes Mal wichtig ist und Widerhall hat. Im September, Oktober, November und Dezember gab es Stromausfälle riesiger Dimensionen, sich nicht nur von Marcona in Ica bis Chiclayo in Lambayeque streckend und das Departement von Lima und vor allem die Hauptstadt durchquerend, sondern auch das ganze Küsten- und Zentralsierra treffend; doch abgesehen von ihrer Dauer mit all ihren Nachspielen dauern sie oft länger als zehn Tage. In Anbetracht des Weges, wie der Staat Stromausfälle handhabt und ihrer abgeleiteten Probleme sehen wir klar, wessen Interessen er dient und wer von ihm profitiert, sprich, wem sie erst und besser dienen.

Selektive Vernichtung trifft die Ratten, die widerspänstigen Feinde der Klasse und des Volkes und andere Individuen mit Blutschuld hart; lasst uns nur zwei erwähnen: erstens, den Kommandanten der Nationalpolizei und das Vizeoberhaupt von Interpol, der in Ayacucho im Blut des Volkes badete, die Kinder der Massen ermordend. Zweitens, das ist neulich, einen ehemaligen Präsidenten der Sozialversicherung (IPss), F.S. Salaverry, der allen Versicherten in Peru ein scharfes Messer im Herz war, einen verhassten Schacherer mit öffentlicher Gesundheit und täglichen Mörder aller Rentner im Land; seine Vernichtung traf die Bürokratie besonders hart (einen der grundlegenden Pfeiler des Staates, den hauptsächlichen nach den bewaffneten Streitkräften). Das heuchlerische Gejammere mancher ist nicht wahrhaft für die zurecht Vernichteten, doch ein Angstventil des Schuldbewusstseins der grossen Unterdrückerbürokraten, über dessen Köpfen das unversetzbare Wort Volksjustiz schwingt, was eine Weile dauern mag, bis sie erreicht wird, doch wie wird mit Sicherheit kommen.

Die Guerillakämpfe materialisierten im Angriff auf den Hauptpolizeiposten am San Ildefonso-Markt am 2. Oktober; laut bourgeoisen Zeitungen wurden ein Leutnant und fünf Untergebene vernichtet. Am 15. Dezember 1989, ein Überfall auf einen peruanischen Armeebus, der 35 oder 40 Beamte des Armeenachrichtendienstes (SIE) transportierte, an der Kreuzung der Zarumilla-Allee und Jiron Pedegral im San Martin de Porres-Distrikt eingeklemmt. Vier wurden vernichtet und 15 verletzt, manche ernstlich, laut den eigenen Zeitungen der Reaktion.

Der bewaffnete Streik des 3. November verdient zusätzliche Erwähnung. Dieser Streik in der Hauptstadt erlangte grosse Wichtigkeit, da er direkt auf die Kommunalwahlen zielte, und aus diesem Grund verdiente er sich den konzentrierten Zorn der Reaktionäre, Revisionisten und all ihrer Lakaien im Allgemeinen. Sie mobilisierten Himmel und Erde, um ihn aufzulösen; doch als sie sahen, dass er unkontrollierbar war, leisteten sie ihrem gewöhnlichen grossen Argument Appell, der ungezügelten Gewalt, und darin finden wir die wirkliche Ursache der brutalen und weit verbreiteten Repression am Victoriaplatz. Dort entfesselte die Nationalpolizei einmal mehr ihren blutdrünstigen Zorn und überfiel die Mehrzahl an Freunden und Verwandten jener Opfer von Repression, die zu Hunderten marschierten, Kränze, Blumen und Banner tragend, vom Komitee von Familien von Kriegsgefangenen und Verschwundenen geführt, hin zum Friedhof, um die Helden des Volkes zu ehren, die in der Rebellion in den Leuchtenden Schützengräben des Kampfes gefallen sind, sowie dem Rest der Kämpfer und der Kinder des Volkes, die ihr Leben für die Revolution gegeben und ihr Blut für den Volkskrieg vergossen haben. Doch der trotzige Mut des Volkes, die militante Verteidigung der Kämpfer und die Unterstützung der Massen, leuchtete der reaktionären Schmach entgegen. Aus diesem Grund verdient sie unsere festeste Ablehnung, die verräterische „Verurteilung” gegen die brutal angegriffenen Märtyrer, nicht nur seitens unserer hartknäckigen Feinde, sondern auch seitens derer, die sich „revolutionär” nennen, die aber Verschwörung mit der Reaktion die Opfer der Repression „verurteilten” und in Essenz wie immer die Regierung und die Reaktion unterstützten. Jedoch erwies sich die Repression als nutzlos, um die Vorbereitungen des Streiks niederzuhalten, welcher die Wahlschreiberlinge direkt bedrohte; die selbsternannte „Vereinigte Linke” (VL) sprang an die vorderste Front. Henry Pease, VL-Kandidat für Bürgermeister von Lima, sprang in Verteidigung dessen auf, was er „Demokratie” nannte, und gegen den vorgeblichen „Terrorismus”; und er berief de facto einen antikommunistischen Kreuzzug faschistischen Gestanks ein, unter dem Banner eines „Zivilmarsches”, zur Einheit aller „Demokraten” aufrufend, an einem Treffen, das am 3. November, am gleichen Tag wie der Streik, gehalten wurde. Ihr Treffen wurde unter der Abschirmung und dem Schutz der genozidalen Armee- und Polizeiwaffen und unter dem „spirituellen” Mantel der Katholischen Kirche durchgeführt; anwesend waren die Kandidaten, die Chefs der reaktionären Parteien, unter ihnen (natürlich) die revisionistischen Oberhäupte, inklusive der „caudillos” der Gewerkschaftsbürokratie; zuvorderst stand Vargas Llosa, gegenwärtig der knappe Sieger der ersten Wahlrunde, mit dem H. Pease sich in einer Umarmung schwarzer Verschwörung und schwarzen Streits vereinigte. Was gewannen VL und ihr Kandidat Pease aus diesem lobenswerten Dienst? Die Niederlage von Pease und VL in den Kommunalwahlen von 90 und ein riesiges Desaster im April war eine gerechtfertigte und wohlverdiente Zurückweisung seitens des Volkes. Doch auch der antikommunistische Marsch schaffte es nicht, den bewaffneten Streik am 3. November niederzuhalten, welcher ein überwältigender Sieg für das Proletariat und das Volk war, ein weiterer Schritt in Richtung der grossen Inkorporierung der Massen in den Volkskrieg. „Es spielt keine Rolle, was die Verräter sagen!”

Es ist nicht möglich, vom Volkskrieg, vom unaufhörlichten Schuften, den er mit sich zieht, zu sprechen, ohne die Männer und Frauen, militanten Kämpfer und Kinder der Massen fest im Kopf zu haben, die jede Stunde des Tages, 24 Stunden am Tag, einen herten Kampf in den Kerkern der Reaktion kämpfen; jene, die im ganzen Land die Leuchtenden Schützengräben des Kampfes aus diesen Kerkern erschufen; jene, die uns am 19. Juni 1986 durch ihr eigenes Blutvergiessen den „Tag des Heldenmuts” gaben, einen historischen Meilenstein der Rebellion, jene, die nie ihre Knie beugten, den Marxismus-Leninismus-Maoismus, Gonzalo Denken, in die Lüfte erhoben und es immer noch tun und weiter für den Sieg des Volkskriegs kämpfen werden, ganz egal, welcher Schützengraben es auch sein mag.

Das ist die Richtung von zehn Jahren Volkskrieg und, in Synthese, die grosse Entwicklung, die an seinem zehnten Jahrestag erreicht wurde. Seine unaufhaltbare und immer zunehmende Ausweitung, die in der Vermehrung der Offenen Volkskomitees materialisiert ist, was genau in 1989 erreicht wurde, ein historischer Sieg und transzendentaler Schritt in richtung landesweiter Machteroberung. Aus was besteht denn die vorgebliche „Versumpfung” des Volkskrieges, die von Reaktionären behauptet wird? Es besteht einfach nur aus einer schwarzen Kotze, die von den Reaktion und ihren Schreiberlingen gespeit wird. Über diese angebliche „Versumpfung” tragen sie eine verspottete und breit publizierte Kampagne des „strategischen Versagens von Sendero” aus, welche sie aufrechtzuerhalten probieren, abgesehen von ihrem angeblichen „Abkommen vom revolutionären Pfad” und „Nichterreichen von Zielen”. Was ist ihre Basis für dieses angebliche „Abkommen vom Pfad”? Nichts anderes als der Fortschritt des Volkskrieges in den Städten! Ein alter Öffentlichkeitstrick der reaktionären Presse, auf die ziemlich selbe Art versucht als während den Wahlen von 1985, was nicht einfach ein Zufall ist. Jedoch, was echt und praktisch ist sind die kontinuierlichen und siegreichen Aktionen, die bis heute materialisiert wurden, und wie der Krieg auf dem Pfad der Einkreisung der Städte vom Land fliesst, was fest und konsequent angewendet wird.

Des weiteren wenden wir diesen Pfad entsprechend unserer spezifischen Bedingung an, der Norm der gleichzeitigen Entwicklung des Volkskrieges auf dem Land und in der Stadt folgend, mit dem Land als hauptsächlich und der Stadt als Ergänzung. Dialektisch ist der Fortschritt in den Städten ein Beweis für die Entwicklung des Weges vom Land in die Stadt und die Perspektive, den Zenit des Volkskrieges vom Land in die Stadt zu verschieben, um die Macht im ganzen Land zu erobern. All dies ist in strikter Konformität mit dem Prozess der Einkreisung der Städte vom Land; und folglich ist der Volkskrieg in Peru die Anwendung der Theorie des Volkskrieges des Vorsitzenden Mao Tse-tung, als Teil des Marxismus-Leninismus-Maoismus, auf die spezifischen Bedingungen der peruanischen Revolution.

Andererseits, was ist die Basis für ihr leeres Geplapper vom „Nichterreichen von Zielen”? Hierzu schachern sie bösartig mit revolutionären Geheimnissen, da wir allgemeine Politiken und sogar konkrete Politiken in bestimmten Bereichen publizieren können, aber spezifische Details nicht ansprechen, was offensichtlich nur dem Feind dienen würde. Somit rufen sie in Konkurrenz untereinander über wer ihren Meistern dienen kann (der Reaktion und dem Imperialismus, hauptsächlich Yankee) aus: „sie haben ihre Ziele nicht erreicht”, „die Volksguerillaarmee existiert nicht”, „es gibt keine Neue Macht”, „sie haben das Strategische Gleichgewicht nicht erreicht.” Wenn es die Volksarmee nicht gäbe, welche bewaffnete Organisation trug dann über 120’000 Guerillaaktionen aus (1980-1989)? Welche bewaffnete Organisation entwickelt den Volkskrieg in fast dem ganzen Land? Welche bewaffnete Organisation bekämpfen die reaktionären bewaffneten Streit- und Polizeikräfte seit zehn Jahren? Unsere Militärpraxis besteht aus soliden und atemberaubenden Realitäten und nur eine bewaffnete Streitkraft wie die Volksguerillaarmee kann sie erfüllen und erhalten. Die Sache ist, dass die Volksarmee eine Armee neuen Typs ist, somit folgen ihr Aufbau, ihre Kampfmethoden und ihre Entwicklung anderen Prinzipien; der Vorsitzende Mao lehrte uns: Ihr kämpft auf eure Art und wir auf unsere. Wenn wir siegen können, kämpfen wir, können wir es nicht, dann ziehen wir ab”; grosses Prinzip, das 1965 auf folgende Weise erklärt wurde: „Mit anderen Worten: Ihr verlasst euch auf moderne Waffen, wir auf die Volksmassen mit hohem revolutionären Bewusstsein. Ihr bringt eure Überlegenheit zur vollen Geltung, wir die unsere. Ihr habteure Kampfweise, wir die unsere.”

Über die Neue Macht

Seit 1982 zerstören wir die Alte Macht auf dem Land; folglich ein Machtvakuum erzeugend, jeden Tag grösser und sich auf grössere Gebiete ausweitend; wie es wohlbekannt und anerkannt ist. Bleibt das Machtvakuum ein politischer Limbus, eine Zwischenregierung des Klassenkampfes? Kann irgendwer glauben, dass die Alte Macht zerschlagen wird und nichts sie ersetzen kann? Impliziert die Zerstörung der Alten Macht nicht, als Gegengewicht, der Aufbau der Neuen Macht? Sind Zerstörung der Alten Macht und Aufbau der Neuen Macht nicht zwei Begriffe des gleichen Widerspruchs? Nun denn, über der Zerstörung der Alten Macht wird die Neue erschaffen, welche eine gemeinsame Diktatur ist, sich auf das Arbeiter-Bauern-Bündnis basierend und von der Volksarmee unterstützt. Wie es im ABC des Marxismus-Leninismus-Maoismus steht, folgt die Neue Macht in ihrer Entwicklung offensichtlich der Fluidität des Volkskrieges und den Spezifizierungen unserer konkreten Realität. Doch genau mit der Vermehrung der Offenen Volkskomitees 1989 tendiert der Neue Staat dazu, eine relative Stabilität zu erreichen.

Über das Strategische Gleichgewicht, wir können es weder einfach aus der Luft ziehen noch wie ein Glücksspieler, der ein Ass aus seinem Ärmel zieht. Diese Probleme müssen ernsthaft studiert werden, besonders die militärischen. Der Punkt ist kurz und bündig: Die Defensive, das Gleichgewicht und die Strategische Offensive sind, wie wir wissen, die drei Bestandteile des langwierigen Krieges. Der Erste ist dabei am längsten und wie die internationale Erfahrung es zeigt, ist die Entwicklung des Zweiten und Dritten intim mit der komplexen Situation des gesamten Klassenkampfes im Land und mit der Weltsituation verbunden, da sie das Hinwegfegen der Herrschaft der Reaktion und des Imperialismus im ganzen Land und die Errichtung einer Volksrepublik in der ganzen Nation mit sich ziehen, mit dem ganzen Widerhall, den dies in der Welt hat, von den Nachbarländern ausgehend.

Das Obenstehende ist eine kurze Beschreibung über die Richtung und Perspektive des Volkskrieges in Peru, welcher fest und stetig wachsend fortschreitet, mit unbiegsamer Beharrlichkeit. Haben wir irgendein spezifisches Datum gesetzt, an dem wir zum Strategischen Gleichgewicht übergehen? Hatte irgendein Militärplan das spezifische Ziel? Ist es eine unerfüllte „Verpflichtung”? Ist es eine Aufgabe, die mit den reaktionären Wahlen zusammenhängt? Oder ist es ein ”Ziel” von Den Grossen Sprung mit einem Goldenen Siegel Krönen! Oder irgendeiner anderen Kampagne, wie sie sagen? Pure Spekulierungen, die auf die Verleumdung des Volkskrieges abzielen und probieren, ihn vor den Massen zu diskreditieren und Verwirrung zu stiften. Wie die Sitzung des Zentralkomitees sagte, wird diese Kreation genau zu dem Zeitpunkt propagiert, wo die peruanische Reaktion und der Imperialismus „die Entwicklung des Aufstandsbekämpfungskrieges, die Verstärkung ihrer Militäraktionen, die Mobilisierung der Massen und erhöhte Intervention, hauptsächlich Yankee, nötig hat”, und wo der Yankee-Imperialismus unter der Tarnung des Kampfes gegen „Drogenhandel” seine grössere direkte Aggression gegen den Volkskrieg plant. Situationen, die in Verbindung mit dem transzendentalen Fortschritt des Volkskrieges in 1989 den Fortschritt von Guerillakriegsführung zu Bewegungskriegsführung möglich machten und klar zeigten, dass Strategisches Gleichgewicht auf dem Tisch war und dass die Revolution sich in entscheidenden Momenten entwickelte. Dies war natürlich auch innerhalb unserer konkreten materiellen Bedingungen.

Schlussforlgernd,das vorgebliche „strategische Versagen von Sendero”, angeblich basiert auf der sogenannten „Versumpfung”, vom Unsinn aufrechterhalten, dass es „ein Abkommen vom Pfad und „Nichterreichen von Zielen” gibt, ist einfach eine neue finstere reaktionäre Kampagne, die vom Yankee-Imperialismus selbst geführt wird. Sie ist Teil der psychologischen Kriegsführung und des laufenden Plans, den Aufstandsbekämpfungskrieg zu ermächtigen. Doch abgesehen von alldem versucht sie unmittelbar, unter dem peruanischen Volk Verwirrung zu stiften und die Verbindung zwischen den Massen und dem Volkskrieg zu untergraben.

Um diese widerwertigen Söldner, die miserabel und verräterisch der Reaktion und dem Imperialismus helfen, zu entlarven und zu brandmarken, lohnt es sich, zwei Fragen hervorzuheben: Erstens beachten sie nicht die materiellen Bedingungen der peruanischen Revolution; dies ist etwas, was sie offensichtlich weder jetzt noch in Zukunft sehen können, doch wir beziehen es völlig mit ein. Dies widerlegt gleichzeitig die Lüge, dass wir Dogmatismus praktizieren würden. Zweitens, hinter ihrer Demagogie stecken die alten verrotteten revisionistischen Kriterien, die sie heute dazu bringt (auch wenn sie es nicht explizit sagen), sich die Existenz einer revolutionären Krise vorzustellen, dass eine Nichtergreifung der Macht den Fehlschlag der Revolution im Allgemeinen und des Volkskrieges im Konkreten implizieren würde. Lasst uns an die drei Bedingungen für die Existenz einer revolutionären Situation denken:

1. Die Macht entflieht den Händen der Reaktion,

2. der Revisionismus und Opportunismus üben keinen Einfluss auf die Massen aus,

3. die Massen schliessen die Reihen um die Partei.

Spezifisch in unserem Fall ist die revolutionäre Krise mit dem Volkskrieg verbunden, es genügt zu sagen:

1. Die bewaffneten Streitkräfte erhalten ihre Kapazität, den alten Staat aufrechtzuerhalten;

2. der Revisionismus und Opportunismus reitet weiterhin über den Massen durch die industrielle und nichtindustrielle Gewerkschaftsbürokratie und;

3. der Volkskrieg muss noch den grossen Sprung der Inkorporierung der Massen generieren, was am Ende von ihm passiert.

Somit ist das, was wir haben, eine revolutionäre Situation in zunehmender Entwicklung aufgrund der Verschärfung des Klassenkampfes und hauptsächlich des Volkskrieges, der nicht nur seit 10 Jahren besteht, sondern jeden Tag vor sich geht, er zerschlägt den Alten Staat und errichtet die Neue Macht ein bisschen mehr, auf das vollständige Hinwegfegen der überfälligen und verfaulten peruanischen Gesellschaft der Ausbeutung und Unterdrückung zielend. Folglich ist die Perspektive der jetzigen revolutionären Situation in Entwicklung die revolutionäre Krise oder oder die Flutwelle der Revolution, in den Worten des Vorsitzenden Mao Tse-tung.

Eng mit der Lüge über das „strategische Versagen von Sendero” ist die Lüge über „Spaltung und Ergebung”. Die „Ergebung”-Farce ist nichts Neues. Seit dem Anfang seiner genozidalen demagogischen Regierung haben García Pérez und die bewaffneten Streitkräfte sie inszeniert; in „Entwickelt den Volkskrieg im Dienste der Weltrevolution!” lesen wir:

Der Lurigancho-Genozid vom Oktober 1986 folgte, nachdem die reaktionäre APRA-Regierung die Farce der ‚massiven Kapitulation von Senderistas’ inszenierte, bei Llochegua und Corazon-Pampa, Provinz von La Mar, Departement von Ayacucho. Es wurde sogar, wie von allen Medien berichtet wurde, ein Interview inszeniert: zwischen dem ‚obersten Führer’ (García Pére) und ‚kapitulierten Führern’, welche er beim Palast empfing; ‘ein Akt, der aus der Entrernung gefilmt wurde’, in dem niemand irgendetwas hörte oder das Gesicht von irgendjemandem sah — angeblich aus ‚verständlichen Sicherheitsgründen’. Doch der Erschaffer wurde schnell von den publizierten Aussagen eines Navy-Offiziers, der an fraglicher Operation teilnahm, entweidet: ,Der gleiche Offizier erklärte im Interview dieses Reporters, dass die hundert oder so Leute, die sich angeblich ergaben, unter ihnen Männer, Frauen und Kinder, den Basen von Corazon-Pampa oder Llochegua nie nahe kamen, sondern an den Berghängen von Militärinfanteristen zusammengetrieben wurden und später in beide Lokalitäten gebracht wurden. Als Leutnant Anibal gefragt wurde, ob die Bauern zum Zeitpunkt der Ergebung irgendwelche Waffen trugen, antwortete er nein […]’; laut La Republica vom 25. Oktober 1985. Das war die berühmte Lüge über die ‚Ergebung’.

Erneut erwecken sie heute die gleiche Lei zum Leben, den Volkskrieg zu untergraben versuchend, die Zellen zu verdecken, die sie der Bauernschaft antun, Mesnadas (paramilitärische Bauern) zu erschaffen, überholte Formen, die schon früher durch das Zusammenlaufen der versklavten Massen selbst mit Guerillaaktionen zerschlagen wurden. Es zeigt sich mit den zunehmenden Ergebungen der von den bewaffneten Streitkräften erschaffenen Mesnadas, was wir diese letzten paar Monate häufiger sahen, dass es ihr Ziel ist, das genozidale Blutbad der Jahre 1983 und 1984 zu reinszenieren.

Der reaktionäre Traum „Spaltung im Leuchtenden Pfad”

Diese eiternde Geschichte, die vonn der Reaktion ständig wiederholt wird, „basiert” sich auf die angebliche „Ergebung”, „Versumpfung” und das „strategische Versagen”, dass wir zuvor besprochen hatten, auf gefälschten Flyern, die von den bewaffneten Streitkräften verteilt wurden (als Teil ihrer psychologischen Kriegsführung) sowie angeblich darauf, dass wir „das viele kämpfen leid seien”, dass uns „die vielen Toten leid täten”, „schweres Leben und schwierige Bedingungen” etc., alles Lügen, die klar aufdeckten, welche Institutionen, Organisationen und federne Stifte die Quellen solcher Kreationen waren. Alle von ihnen sind Verteidiger oder „Bewahrer” des alten Staates und der überfälligen peruanischen Gesellschaft: Todfeinde des Volkskrieges, die die Verbrechen des peruanischen Staates und seiner bewaffneten Streit- und Polizeikräfte verdecken, die täglichen Genozide, die sie gegen das Volk verüben. Diese Schreiberlinge leugnen die Grundprinzipien des Krieges; die Quote, die es zur Vernichtung des Feindes braucht, die Aspekte des Aufbaus, die der Krieg verlangt. Sie sind im historischen Pessimismus der Reaktion und des Imperialismus versunken, welchem sie dienen, unfähig, zu verstehen, dass der Volkskrieg vom Optimismus der Klasse animiert und entwickelt ist, den der Marxismus-Leninismus-Maoismus, Gonzalo Denken gibt und auf der Basis dessen jeder Kämpfer der Volksarmee geschmiedet wird, vom Prinzip „Dem Volke mit ganzem Herzen dienen”. Der Unsinn, den sie predigen, passt den konterrevolutionären Plänen natürlich sehr gut und richtet sich gegen den Volkskrieg und die Partei, er versucht die grossartige revolutionäre Perspektive niederzubinden.

Zusätzlich, jene, die interne Probleme haben, die sich aus ihren eigenen Fehlern und Opportunismus ableiten, die besonders von ihrem beständigen Wahlgetue verzaubert sind, rufen freudig die angebliche Existenz zweier Positionen in der Partei aus: „eine militaristische und eine politische”. Eine solche Differenzierung ist theoretisch fehlerhaft; angenommen, wie sie spekulieren, die Existenz einer solchen Militärposition wäre eine Rechtsopportunistische Linie, dessen Komponente in Bezug auf die Militärlinie bourgeoise Linie sei, die gegen die Partei geht. Worauf basieren sie solche philisterhafte Spekulation? Auf die entweidete „Niederlage und Versumpfung von 1989” und dem „strategischen Versagen”! All dies zeigt nur ihre Verzweiflung und Impotenz vor dem Voranschreiten des Volkskrieges, welcher ihr schändliches Reiten auf den Massen bedroht und ihre gesegneten Kapellen des parlamentarischen Kretinismus erschüttert.

Jedoch ist dieses ganze Geschwätz nur totes Laub vor der starken Einheit der Partei, solide auf der Parteieinheitsbasis gestützt, die am 1. Kongress genehmigt wurde, und auf einer unersetzlichen Garantie der stetigen Entwicklung des Volkskrieges.

In Synthese, was sind die Grundursachen der verrückten Erfindung über „Spaltung und Ergebung”? Die allgemeinen Wahlen, welche für die Reaktion und ihre Lakaien einen unentbehrlichen Charakter erhalten, mehr noch nach der riesigen Schwächung des demo-bourgeoisen Systems, das sich von den Aprilwahlen ableitet, und die dunklen Perspektiven dessen, der aus der Stichwahl als Sieger hervorgeht, wer das auch immer sei. Die ermutigte Streikwelle, der atemberaubende Ausdruck des sich verschärfenden Klassenkampfes, der Tag für Tag die Parole „Kämpft und leistet Widerstand!” annimmt. Und die lebhafte und sich ausweitende Entwicklung des Volkskrieges, dessen grossartige Perspektive die „landesweite Machteroberung” ist! Dies sind die drei Grundursachen, die die bewaffneten Streit- und Polizeikräfte tragen, zweifelsohne mit der Zustimmung und Unterstützung ihres „obersten Führers”, dem genozidalen Demagogen. Niemand mit wenigstens einer halben Hirnzelle kann die krude und lächerliche erfundene Lüge über „Spaltung und Ergebung” ernst nehmen. Eine Kampagne, die auch als Teil ihrer psychologischen Kriegsführung lanciert wurde. Und jede Organisation, alle Parteien, Promis, Kandidaten und Lakaien, jeder „revolutionäre Führer” und alle Schreiberlinge der Gewerkschaften hat mit dieser bizarren Farce geschachert, je nach seinem/ihrem jeweiligen Grad dialektischer Verschwörung gegen Streit inmitten der Reaktion sowie Appetit und Bezahlung. Doch wer mit der Beharrlichkeit eines Glücksspielers am meisten mit dieser Erzeugung geschachert hat ist ihr Mitautor García Pérez, der berüchtigte „charismatische” genozidale Demagoge, der schändliche Kopf der Regierung, die in über 1000 Jahren peruanischer Geschichte am meisten Hunger hereingebracht hat, der besonders in den letzten paar Monaten aus voller Kehle „Sieg über Sendero” geschrien hat. Auf diese Weise, in seinem persönlichen Stil, der ungeniert die offensichtlichsten Wahrheiten ignoriert, die Realität nicht wahrnehmend, Preisträger des grellen leeren Geschwätzes; so sagte er etwa letzten April: „Der Terrorismus schlug eine soziale Revolution vor, einen im ganzen Land verallgemeinerten Aufstand. Und in alldem schlug er fehl, das versichere ich euch ohne Zweifel.” Was ist das Ziel von García Pérez? Sich als Sieger und seine Regierung als erfolgreich darstellen, um das Desaster, das die nächste Regierung sein wird, zu manipulieren und 1995 als Retter zurückzukehren. Das ist sein Traum, welchem manche selbsternannten „Revolutionäre” auch Hilfe leisten. Das ist also die gasige Lüge der sogenannten „Spaltung und Ergebung von Sendero”, die wie ihre Vorgänge vor dem Feuersturm des Volkskrieges verschwindet.

Und da es nicht anders sein könnte, predigten die Reaktionäre laut, dass die Stimmen und der parlamentarische Kretinismus der allgemeinen Wahlen wie auch der Kommunalwahlen 1989 laut den „ersten und grössten Verlierer” und die imaginäre Niederlage des Boykotts predigten. Bereits 1985 wurde das gleiche verschrien; dort verkündete Belaunde, mittlerweile ein unübersehbares Mitglied von FREDEMO, „der grösste Verlierer ist der Terrorismus”. Während Barrantes, der „natürliche Vereinigte Linke-Kandidat”, der heute nicht einmal 5% der abgegebenen Stimmen erhalten kann, rezitierte: „Sendero wird versagen […] die Wahlresultate des 14. April, mit der massiven Präsenz des ganzen Volkes, stellten die beste Ablehnung von Terrorismus dar.” Doch wer versagte wirklich? Wo ist jetzt der bankrotte Preisträger von Stimmen und Wahllokalen? Gleichzeitig verkündete der aktuelle Redakteur von „Express” hochtrabend: „Es gab zwei grosse Verlierer in den allgemeinen Wahlen vom Sonntag: den Senderismus.” Somit ist das Geschwätz nichts neues, der Text und die Melodie sind dieselben, ausser dass sie heute schmerzgeplagter und unglaubhafter sind. Nun García Pérez, der unregistrierte Kandidat, der seinen Präsidentschaftstraum für 1985 vorbereitet, der in den Kommunalwahlen zur Abgabe von leeren oder ungültigen Stimmen aufruf, weil er behauptete, die Frage sei, auf irgendeine Art zu wählen, um „die Demokratie gegen den Terrorismus zu verteidigen”. Am selben 8. April verkündete García Pérez arrogant und triumphierend: „Heute werdet ihr sehen, wie die grosse Mehrheit des Volkes (99% laut APRAs „Today”-Tageblatt) durch die Abgabe ihrer Stimmen an der Demokratie teilnehmen und den Terrorismus durch den Wahlakt vergaben werden.”

Währenddessen grüssten Vargas Llosa und Fujimori, die siegreichen Kandidaten der ersten Runde, mit der Betonung und Interpretation, die ihre Bestrebungen zufriedenstellt, in geschlossener Solidarität den „Sieg der Demokratie und die Niederlage des Terrorismus”, hierdurch das gleiche reaktionäre Geplapper ihrer Vorgänger wiederholend und ehrend. H. Pease, der neue Held der sogenannten Vereinigten „Linken”, verkündete von der Ebbe seiner 7% der eingereichten Stimmen: „Der erste und grösste Verlierer ist Sendero.” Natürlich wurden all ihre Aussagen von einem zustimmenden Chor der Medien und federnen Stifte begleitet. Hieraus folgt eine simple Schlussfolgerung: der gleiche Skript und die gleichen Charaktere, Verteidigung der bestehenden Ordnung und des Alten Staates, nur die Schauspieler ändern sich, die Öffentlichkeit nimmt zu und die Demagogie wächst. Die gleiche groteske Farce alle fünf Jahre!

In ihrer Öffentlichkeitsentwicklung haben Wahlen den folgenden Kurs: Erst, die Wichtigkeit von Wahlen in die Lüfte erheben und den angeblichen „finsteren terroristischen Plan, die Wahlen im ganzen Land durch Drohungen von Fingeramputation und Mord an denen, die wählen, zu verhindern”;

Zweitens, die „massive Teilnahme von Leuten in den Wahllokalen” mit Trommeln und Applaus zu feiern (in Peru ist wählen obligatorisch und Experten zufolge würden nicht ein mal die Hälfte der aktuellen Wähler erscheinen, wenn es nicht so wäre), sowie den „Sieg der Demokratie”, die „Versagen des Boykotts” und den „Sieg über Sendero”, während Resultate manipuliert und verfälscht werden, besonders in den Notfallzonen, und die wahre Zahl zum Fernbleiben versteckt wird; und

Drittens, so spät (und langsam) wie möglich, beginnen Daten über Resultate hineinzusickern, bis ändlich die sorgfältig gepflegten und geschneiderten Resultate vom Nationalen Wahlgremium verkündet werden. Behaltet diesen Prozess im Kopf, um nicht vom Hokuspokus der Wahlen reingelegt zu werden und die Wahrheit hinter all diesem schändlichen reaktionären Affentheater zu finden.

Nun denn, was sagen die offiziellen Wahlergebnisse selbst? Abgesehen vom Fakt, dass ca. 20% der Wahlberechtigten überhaupt nicht registriert sind, gingen 21.5% der Registrierten nicht wählen, eine Prozentzahl, die sich auf 27% erhebt, wenn wir leere und ungültige Stimmen inklusive denen, die leer oder ungültig wählten, berücksichtigen. Somit ist diese Menge (27%) nur 0.6% weniger als die von Vargas Llosa erhaltene (dem siegreichen Kandidaten des ersten Wahlgangs) und 2.4% mehr als die von Fujimori erhaltene, der Zweiter wurde. Folglich, wenn wir die letzten zwei allgemeinen Wahlen in der Fünfjahresperiode vergleichen, während das Fernbleiben 1985 nur 8.8% der registrierten Wähler erreichte, stieg es im April 1990 auf 21.2%. Mit anderen Worten, von 1985 bis 1990 vermehrte sich das Fernbleiben zweieinhalbfach (um 150%). Kann also irgendjemand mit einem Körnchen Verstand vom Versagen des Boykotts sprechen? Oder kann irgendjemand mit einem Hauch Objektivität behaupten „der erste und grösste Verlierer ist Sendero”? Die Sache ist sehr klar und atemberaubend, die Taktik des Boykotts, von der Partei als Teil des Volkskrieges angewandt, ist mit jedem Mal erfolgreicher und vollständiger, den Klassenkampf im ganzen Land mit einer zunehmenden Tendenz gegen die Wahlen verschärfend und so einen der grundlegenden Pfeiler der demo-bourgeoisen Ordnung, des peruanischen Staates, der Klassendiktatur mit der Grossbourgeoisie an der Spitze untergrabend. Eine Antiwahltendenz widerspiegelte sich auch in den Kommunalwahlen von 1989, wo die Niederlage des Boykotts auch laut gepredigt wurde, dort erreichte das Fernbleiben Projektionen zufolge 17%; was offensichtlich eine nachgewiesende Zunahme zeigt. Der Boykott ist somit eine unbestreitbare Realität und ein unleugbarer Erfolg. Er zeigt klar, wie die Politik der Aufhaltung der Wahlen, ihrer Untergrabung und Hemmung, wo nur möglich, sehr erfolgreich ist, und vor allem erzeugt er eine Antiwahltendenz, die der Formierung eines politischen Bewusstseins des Volkes hilft. Eine angewandte Boykotttaktik und Antiwahltendenz wird vom Volkskrieg geschmiedet und entwickelt sich als wesentlicher Teil von ihm. Sie ist ein gutes Beispiel für die Nutzung der Wahlen in der Entwicklung des Volkskrieges.

Bezüglich leerer und ungültiger Stimmen, sie erreichten 15.35% der abgegebenen Stimmen, das bedeutet, dass es 1990 verglichen mit 1985 eine Zunahme von 1.45% gab. Obwohl leere/ungültige Stimmen anstiegen, taten sie dies viel weniger als das Fernbleiben; was (begründetermassen) die Frage von Betrug mit dieser Art Stimmen erhebt, zum Nachteil derer, die sie abgeben.

Die folgende Vergleichstabelle ist die ausdrucksstärkste; von Wichtigkeit ist die Zunahme des Fernbleibens, besonders in Gebieten, in denen der Volkskrieg sich intensiver entwickelt:

VERGLEICH ZWISCHEN DEN ALLGEMEINEN WAHLEN VON 1985 UND 1990 (PROZENTZAHLEN)

DepartementLeere und Ungültige Stimmen (1)
Fernbleiben (2)
1985199019851990
Ayacucho15.841.317.148.0
Apurimac13.538.317.928.0
Huancavelica (3)36.240.4
Pasco16.4525.713.0537.1
Junin16.8919.99.849.5
Huanuco26.6229.914.550.1
San Martin11.4926.7714.531.4
Puno24.528.459.023.0
Cusco23.622.5312.924.4
Cajamarca22.227.0315.827.0
Ancash22.9523.978.627.1
Ucayali13.017.8514.0530.0
La Libertad11.915.026.4518.0
Lima6.878.617.813.0

(1) Prozentzahl der abgegebenen Stimmen.

(2) Prozentzahl der registrierten Wähler.

(3) JNE-Dokumente zeigen weder leere und ungültige Stimmen, noch gibt es eine Summe der Zahlen für die Präsidentschaftsformel oder für die Senatoren; Präsidentschaftsdaten hinzunehmend zeigt es 70’781 einer Gesamtanzahl von 140’865 Wählenden.

Der Boykott: Ein Unleugbarer Erfolg

Hier sehen wir den Boykott als unbestreitbaren Erfolg sehen, einen Boykott, der neben der Entwicklung einer Tendenz im Volk gegen die Wahlen dem Volkskrieg hilft; und die Resultate der Wahlen vom April 1990, ein Wahlprozess, der entgegen den Wünschen der Reaktion und des Imperialismus das System schwächte und seine angebliche Legitimität untergrub (eine wichtige Sache für den Aufstandsbekämpfungskrieg), eine Sache mit offensichtlichen ernstlichen Rückschlägen für die bestehende Ordnung. Zum Abschluss müssen wir uns bezüglich der Wahlen und des Boykotts nur an die folgenden Paragrafen des bereits zitierten „Entwickelt den Volkskrieg im Dienste der Weltrevolution” erinnern:

„Die grundlegende Sache mit diesen Tabellen ist, dass die Summe der Nichtregistrierten, der Nichtwähler und der ungültigen und leeren Wähler Millionen hinzukamen. Diese grosse Masse besteht hauptsächlich aus den Nichtregistrierten, also Leuten, die ausserhalb des bestehenden politischen Systems operieren oder offen gegen es sind. Sie besteht auch aus Nichtwählern, die gegen die Wahlen sind oder den ihnen kein Interesse schenken; und aus leeren und ungültigen Wählern, die sich formell der Wahlverpflichtung unterordnen und nichts aus den Wahlen oder ihren Resultaten erwarten oder mit keiner der teilnehmenden politischen Parteien einverstanden sind. Allgemein gesehen drückt diese Masse an Bürgern Ablehnung oder Gleichgültigkeit bezüglich der bestehenden politischen Ordnung aus, wie auch bezüglich seiner Wahlen, Unterdrücker zu wählen, seiner Parteien, welche Instrumente im Dienste der Erhaltung der errichteten Ordnung, seinem Fortbestehen und seiner Weiterentwicklung sind.

In Synthese bedeutet es die objektive Negierung und Hinterfragung der peruanischen Gesellschaft und seiner Institutionen, des historisch überfälligen Gesellschafssystems, welches hinweggefegt werden muss, wie wir bereits mit Waffen machen, da es keinen anderen Weg gibt, es zu machen, auf der Suche nach einer neuen Gesellschaft, die wahrhaft dem Volke dient.”

Und:

„In den letzten Wahlen, wie in anderen, rief die Kommunistische Partei Perus nur zum Boykott auf, dazu, sie aufzuhalten und zu hemmen, wo es nur möglich ist, aber nicht die Aufhaltung des ganzen Prozesses, während die Reaktion der Partei angeblich die Schuld gibt, um ihre falschen Siege aufgrund des Mangels an echten Siegen zu verkünden. Doch die historische Haupttendenz ist die Verschmelzung des Volkskrieges, von der Partei geführt, mit diesem grossen Strom, der von den Millionen an Nichtregistrierten, Nichtwählenden und jenen Abgebern leerer oder ungültiger Stimmen repräsentiert wird, dies ist der Strom, den die Partei als Teil des Meeres an Massen zu strukturieren hilft und welcher notwendigerweise die alte Ordnung von Ausbeutung und Unterdrückung hinwegfegen wird.”

Soweit die Entwicklung des Volkskrieges und der Boykott als Teil von ihm; aber die hauptsächliche und transzendentale Frage, die unsere Aufmerksamkeit fordert, als notwendige Konsequenz des Weges den wir gehen, ist die die landesweite Machteroberung. Dies ist die strahlende Aussicht des Volkskrieges — besonders in Anbetracht der turbulenten und entscheidenden Jahre, die wir für die peruanische Gesellschaft in den kommenden Jahren, in der nahen Zukunft voraussehen; besonders in Anbetracht des extrem komplexen Klassenkampfes, der sich in der heutigen Welt entwickelt. Lasst uns deshalb mehr denn je Mariáteguis Worte im Kopf behalten:

„Ich bin ein Revolutionär. Aber ich glaube, dass es unter Menschen mit klarem Denken und definierten Positionen einfach ist, sich gegenseitig zu verstehen und zu schätzen, selbst wenn wir gegeneinander kämpfen. Vor allem gegeneinander kämpfen. Mit dem politischen Bereich, in dem ich niemals ein Verständnis mit etwas erlangen werde: mit dem mittelmässigen Reformismus, mit gezähmtem Sozialismus, mit pharisäischer Demokratie. Weiter, wenn die Revolution Gewalt verlangt, Autorität, Disziplin, bin ich für Gewalt, für Autorität, für Disziplin. Ich akzeptiere sie, als ganzes, mit allen ihren Schrecken, ohne feige Bedenken.”

Und vor allem was Marx, der grosse Begründer des Marxismus, festgelegt hat:

Nur bei einer Ordnung der Dinge, wo es keine Klassen und keinen Klassengegensatz gibt, werden die gesellschaftlichen Evolutionen aufhören, politische Revolutionen zu sein. Bis dahin wird am Vorabend jeder allgemeinen Neugestaltung der Gesellschaft das letzte Wort der sozialen Wissenschaft stets lauten: ‚Kampf oder Tod; blutiger Krieg oder das Nichts. So ist die Frage unerbittlich gestellt.‘”

IV. WAHLEN NEIN! VOLKSKRIEG JA!

Um den Marxismus-Leninismus-Maoismus, hauptsächlich Maoismus, entschlossen hochzuhalten, ist es ausschlaggebend, landesweit die Macht zu erobern, die Volkskrieg Peru aufzubauen und der Proletarischen Weltrevolution zu dienen. Dies, indem wir fest die ungeschlagene und unbefleckte Ideologie des Proletariats und seinen drei Bestandteilen annehmen: die marxistische Philosophie, die proletarische politische Ökonomie und der wissenschaftliche Sozialismus, nicht nur um die Welt zu verstehen, sondern hauptsächlich um sie zu transformieren. Somit müssen wir unsere Politik immer auf der mächtigen Wahrheit des Marxismus-Leninismus-Maoismus basieren, heute mehr denn je. Denn der Marxismus erhebt sich gegen den finsteren zusammenlaufenden Angriff des Imperialismus und der konterrevolutionären revisionistischen Offensive, die von Gorbatschow und Teng angeführt wird. Das ist heute umso wahrer — die blutige Weltkonterrevolution träumt davon, das Proletariat und seine unersetzliche historische Rolle auszulöschen, auf das Herz der Klasse zielend: seine Ideologie, den Marxismus-Leninismus-Maoismus. Die Klasse, von welcher der Vorsitzende Mao sagte: „Das Proletariat ist die grösste Klasse in der Geschichte der Menschheit. Es ist die machtvollste revolutionäre Klasse, ideologisch, politisch und in der Stärke. Sie kann und muss die überwältigende Mehrheit der Menschen um sich vereinen um die handvoll der Feinde maximal zu isolieren und anzugreifen.” Deswegen basieren wir uns auf dem 1. Kongress der Partei, welcher im ersten Teil des Programms die Grundprinzipien hervorhebt:

PROGRAMM

Die Kommunistische Partei Perus basiert sich auf dem Marxismus-Leninismus-Maoismus, hauptsächlich Maoismus und ist von ihm geleitet; sowie spezifisch vom Gonzalo Denken, als kreative Anwendung der universellen Wahrheit auf die konkreten Bedingungen der peruanischen Revolution, wie vom Vorsitzenden Gonzalo, dem Führer unserer Partei, gemacht wurde.

Die Kommunistische Partei Perus, organisierte Vorhut des peruanischen Proletariats und ein wesentlicher Bestandteil des internationalen Proletariats, hält besonders die folgenden Grundprinzipien hoch:

Den Widerspruch als einziges Grundgesetz der unaufhörlichen Transformation der ewigen Materie;

Die Massen machen die Geschichte und „Die Rebellion ist gerechtfertigt”;

Klassenkampf, Diktatur des Proletariats und proletarischen Internationalismus;

Die Notwendigkeit einer marxistisch-leninistisch-maoistischen Kommunistischen Partei, die fest Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Selbstversorgung anwendet;

Den Imperialismus, den Revisionismus und die Reaktion unversöhnlich zu bekämpfen;

Die Macht mit dem Volkskrieg zu erobern und zu verteidigen;

Militarisierung der Partei und konzentrischen Aufbau der drei Instrumente der Revolution;

Zweilinienkampf als Triebkraft der Parteientwicklung;

Konstante ideologische Umwandlung und die Politik immer als Befehl zu setzen;

Dem Volke und der Proletarischen Weltrevolution zu dienen; und

Absolute Selbstlosigkeit und richtigen und korrekten Arbeitsstil.”

Von der Ideologie des Proletariats aus, dem Marxismus-Leninismus-Maoismus, und basiert auf den gleichen Schriften der Klassiker, müssen wir uns heute auf folgende Themen konzentrieren: Lasst uns damit anfangen, wie Marx den Kommunismus 1850 in „Die Klassenkämpfe in Frankreich” definierte:

„[…] Gruppiert sich das Proletariat immer mehr um den revolutionären Sozialismus, um den Kommunismus, [] Dieser Sozialismus ist die Permanenzerklärung der Revolution, die Klassendiktatur des Proletariats als notwendiger Durchgangspunkt zur Abschaffung der Klassenunterschiede überhaupt, zur Abschaffung sämtlicher Produktionsverhältnisse, worauf sie beruhen, zur Abschaffung sämtlicher gesellschaftlichen Beziehungen, die diesen Produktionsverhältnissen entsprechen, zur Umwälzung sämtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen.”

Über Revolutionäre Gewalt und Parlamentarischen Kretinismus

Revolutionäre Gewalt und parlamentarischer Kretinismus bilden einen antagonistischen Widerspruch und offensichtlich eine grundlegende Frage des Marxismus. Marx sprach von der Gewalt als Geburtshelfer der Geschichte und im Manifest schrieb er zusammen mit Engels: „Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, dass ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. PROLETARIER ALLER LÄNDER, VEREINIGT EUCH!” Lenin schrieb Ähnliches: den Bürgerkrieg, ohne den noch keine einzige grosse Revolution in der Geschichte ausgekommen ist, ohne den kein ernsthafter Marxist sich den Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus hat vorstellen können. Er wiederholte, dass zwischen dem Kapitalismus und dem Sozialismus eine lange Periode der ‚Geburtswehen‘ liegt, dass die Gewalt stets Geburtshelfer der alten Gesellschaft ist”; der bourgeoise Staat kann durch den proletarischen Staat (die Diktatur des Proletariats) nicht auf dem Wege des ‚Absterbens‘ abgelöst werden, sondern, als allgemeine Regel, nur durch eine gewaltsame Revolution.” Des weiteren bestand er auf der Notwendigkeit, die Massen systematisch in diesen, gerade in diesen Auffassungen über die gewaltsame Revolution zu erziehen, liegt auch der gesamten Lehre von Marx und Engels zugrunde.”

In der gleichen Ader geht der Vorsitzende Mao Tse-tung hiervon aus: Jeder Kommunist muss diese Wahrheit begreifen: ‚Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.‘”; er begründet [] dass in der Klassengesellschaft Revolutionen und revolutionäre Kriege unvermeidlich sind, dass es sonst unmöglich ist, in der Entwicklung der Gesellschaft einen Sprung zu vollziehen und die herrschende reaktionäre Klasse zu stürzen, damit das Volk die Macht ergreifen kann […] Die zentrale Aufgabe der Revolution und ihre höchste Form ist die Machtergreifung auf bewaffnetem Wege, das heisst die Lösung der Frage durch den Krieg. Dieses revolutionäre Prinzip des Marxismus-Leninismus ist allgemeingültig; es gilt nicht nur für China, sondern auch für die anderen Länder„ und „Die Erfahrungen des Klassenkampfes im Zeitalter des Imperialismus lehren uns: Die Arbeiterklasse und die übrigen werktätigen Massen können nur mit der Macht der Gewehre die bewaffneten Bourgeois und Grundherren besiegen; in diesem Sinne können wir sagen, dass die ganze Welt nur mit Hilfe der Gewehre umgestaltet werden kann.” In Bezug auf parlamentarischen Kretinismus, den Marx verurteilte, war Lenin vernichtend klar: Die Bernsteinianer waren und sind für den Marxismus mit Ausnahme seiner unmittelbar revolutionären Seite. Den parlamentarischen Kampf betrachten sie nicht als eines unter anderen Kampfmitteln, das besonders in bestimmten historischen Perioden tauglich ist, sondern als hauptsächliche und fast ausschliessliche Form des Kampfes, die ‚Gewalt‘, ‚Besitzergreifung‘ und ‚Diktatur‘ unnötig macht.” Und: Nur Schufte oder Einfaltspinsel können glauben, das Proletariat müsse zuerst durch Abstimmungen, die unter dem Druck der Bourgeoisie, unter dem Joch der Lohnsklaverei vor sich gehen, die Mehrheit erobern und könne erst dann die Macht ergreifen. Das ist der Gipfel der Borniertheit oder der Heuchelei, das hiesse den Klassenkampf und die Revolution durch Abstimmungen unter Beibehaltung der alten Gesellschaftsordnung, unter der alten Staatsmacht, ersetzen.” Und: Das ist schon waschechter, trivialster Opportunismus, das ist die Preisgabe der Revolution in der Tat bei einem Bekenntnis zu ihr in Worten.„ In Verbindung mit diesem Widerspruch sollten wir die vorher zitierte Position von Marx über Wahlen im Kopf behalten — über die periodische Erlaubnis der Unterdrückten, ihre Unterdrücker zu wählen — und vor allem die des Vorsitzenden Mao:

„Manche sagen, das Wahlen etwas sehr Gutes und sehr Demokratisches sind. Soweit es mich betrifft, sind Wahlen lediglich ein gut klingendes Wort, und ich glaube nicht, dass es irgendwelche wahren Wahlen gibt. Der Distrikt Peking hat mich als Repräsentant bei der Nationalen Volksversammlung gewählt, aber wie viele in Peking verstehen mich wirklich? Ich nehme an, dass Tschou En-Lai vom Zentralkomitee zum Premierminister ernannt wurde.”

Eng verbunden mit der Frage der revolutionären Gewalt und des parlamentarischen Kretinismus ist Lenins unanfechtbare und verheerende Position zum Revisionismus und der Gewerkschaftsfront, skizziert in „Der Zusammenbruch der II. Internationale”:

Die legalen Massenorganisationen der Arbeiterklasse stellen wohl das wichtigste spezifische Kennzeichen der sozialistischen Parteien in der Epoche der II. Internationale dar. … Es ist klar, dass der Übergang zu revolutionären Aktionen die Auflösung der legalen Organisationen durch die Polizei bedeutet hätte, und die alte Partei, von Legien bis Kautsky einschliesslich, brachte die revolutionären Ziele des Proletariats der Erhaltung der jetzigen legalen Organisationen zum Opfer. Soviel man das auch leugnen mag, die Tatsache steht fest. Für das Linsengericht der nach den heutigen Polizeigesetzen erlaubten Organisationen wurde das Recht des Proletariats auf Revolution verkauft.

[…] Ein aufschlussreiches Bild. Die Leute sind durch die bürgerliche Legalität dermassen korrumpiert und abgestumpft, dass sie den Gedanken an die Notwendigkeit anderer, illegaler Organisationen zur Leitung des revolutionären Kampfes nicht einmal begreifen können. Die Leute haben es so weit getrieben, sich einzubilden, die legalen, von Polizeignaden existierenden Verbände seien der Gipfelpunkt, höher gehe es nicht mehr – als ob in der Zeit der Krise die Erhaltung dieser Verbände als leitender Verbände überhaupt denkbar wäre! Da haben wir die lebendige Dialektik des Opportunismus: das einfache Anwachsen der legalen Verbände, die einfache Gewohnheit leicht verblödeter, obzwar gewissenhafter Philister, sich auf die Führung ihrer Kontorbücher zu beschränken, hat dahin geführt, dass diese gewissenhaften Spiessbürger sich im Augenblick der Krise als Abtrünnige und Verräter, als Würger der revolutionären Energie der Massen erwiesen. Und das ist kein Zufall. Zur revolutionären Organisation überzugehen ist notwendig, das erheischt die veränderte historische Situation, das erheischt die Epoche der revolutionären Aktionen des Proletariats – aber möglich ist dieser Übergang nur über die Köpfe der alten Führer hinweg, dieser Würger der revolutionären Energie, über den Kopf der alten Partei hinweg, auf dem Weg über ihre Zerstörung. Aber die konterrevolutionären Spiessbürger zetern natürlich: ‚Anarchismus!‘ –wie der Opportunist Eduard David über ‚Anarchismus‘ zeterte, als er gegen Karl Liebknecht vom Leder zog. Ehrliche Sozialisten sind in Deutschland offenbar nur jene Führer geblieben, die von den Opportunisten als Anarchisten beschimpft werden […]”.

Über den Klassenkampf

Der Klassenkampf und wie wir uns auf ihm basieren ist eine andere grundlegende Frage des Marxismus-Leninismus-Maoismus, besonders heute. Lasst uns anschauen, was von Marx in „Allgemeinen Statuten der Internationalen Arbeiterassoziation„ über die Emanzipation des Proletariats festgestellt wurde:

In Erwägung,

dass die Emanzipation der Arbeiterklasse durch die Arbeiterklasse selbst erobert werden muss; dass der Kampf für die Emanzipation der Arbeiterklasse kein Kampf für Klassenvorrechte und Monopole ist, sondern für gleiche Rechte und Pflichten und für die Vernichtung aller Klassenherrschaft;

dass die ökonomische Unterwerfung des Arbeiters unter den Aneigner der Arbeitsmittel, d.h. der Lebensquellen, der Knechtschaft in allen ihren Formen zugrunde liegt – dem gesellschaftlichen Elend, der geistigen Verkümmerung und der politischen Abhängigkeit;

dass die ökonomische Emanzipation der Arbeiterklasse daher der grosse Endzweck ist, dem jede politische Bewegung, als Mittel, unterzuordnen ist; […]

In seinem Kampf gegen die kollektive Macht der besitzenden Klassen kann das Proletariat nur dann als Klasse handeln, wenn es sich selbst als besondere politische Partei im Gegensatz zu allen alten, von den besitzenden Klassen gebildeten Parteien konstituiert.

Diese Konstituierung des Proletariats als politische Partei ist unerlässlich, um den Triumph der sozialen Revolution und ihres höchsten Zieles, der Aufhebung der Klassen, zu sichern.

Die durch den ökonomischen Kampf bereits erreichte Vereinigung der Kräfte der Arbeiterklasse muss in den Händen dieser Klasse auch als Hebel in ihrem Kampf gegen die politische Macht ihrer Ausbeuter dienen.

Da die Herren des Bodens und des Kapitals sich ihrer politischen Privilegien stets bedienen, um ihre ökonomischen Monopole zu verteidigen und zu verewigen und die Arbeit zu unterjochen, wird die Eroberung der politischen Macht zur grossen Pflicht des Proletariats.”

Oder über den Gewerkschaftskampf in „Lohn, Preis, Profit„:

„[…] dass die ganze Entwicklung der modernen Industrie die Waagschale immer mehr zugunsten des Kapitalisten und gegen den Arbeiter neigen muss und dass es folglich die allgemeine Tendenz der kapitalistischen Produktion ist, den durchschnittlichen Lohnstandard nicht zu heben, sondern zu senken oder den Wert der Arbeit mehr oder weniger bis zu seiner Minimalgrenzezu drücken. Da nun die Tendenz der Dinge in diesem System solcher Natur ist, besagt das etwa, dass die Arbeiterklasse auf ihren Widerstand gegen die Gewalttaten des Kapitals verzichten und ihre Versuche aufgeben soll, die gelegentlichen Chancen zur vorübergehenden Besserung ihrer Lage auf die bestmögliche Weise auszunutzen? Täte sie das, sie würde degradiert werden zu einer unterschiedslosen Masse ruinierter armer Teufel, denen keine Erlösung mehr hilft. Ich glaube nachgewiesen zu haben, dass ihre Kämpfe um den Lohnstandard von dem ganzen Lohnsystem unzertrennliche Begleiterscheinungen sind, dass in 99 Fällen von 100 ihre Anstrengungen, den Arbeitslohn zu heben, bloss Anstrengungen zur Behauptung des gegebnen Werts der Arbeit sind und dass die Notwendigkeit, mit dem Kapitalisten um ihren Preis zu markten, der Bedingung inhärent ist, sich selbst als Ware feilbieten zu müssen. Würden sie in ihren tagtäglichen Zusammenstössen mit dem Kapital feige nachgeben, sie würden sich selbst unweigerlich der Fähigkeit berauben, irgendeine umfassendere Bewegung ins Werk zu setzen.

Gleichzeitig, und ganz unabhängig von der allgemeinen Fron, die das Lohnsystem einschliesst, sollte die Arbeiterklasse die endgültige Wirksamkeit dieser tagtäglichen Kämpfe nicht überschätzen. Sie sollte nicht vergessen, dass sie gegen Wirkungen kämpft, nicht aber gegen die Ursachen dieser Wirkungen; dass sie zwar die Abwärtsbewegung verlangsamt, nicht aber ihre Richtung ändert; dass sie Palliativmittel anwendet, die das Übel nicht kurieren. Sie sollte daher nicht ausschliesslich in diesem unvermeidlichen Kleinkrieg aufgehen, der aus den nie enden wollenden Gewalttaten des Kapitals oder aus den Marktschwankungen unaufhörlich hervorgeht. Sie sollte begreifen, dass das gegenwärtige System bei all dem Elend, das es über sie verhängt, zugleich schwanger geht mit den materiellen Bedingungen und den gesellschaftlichen Formen, die für eine ökonomische Umgestaltung der Gesellschaft notwendig sind. Statt des konservativen Mottos: ‚Ein gerechter Tagelohn für ein gerechtes Tagewerk!‘, sollte sie auf ihr Banner die revolutionäre Losung schreiben: ‚Nieder mit dem Lohnsystem!‘

Gewerkschaften tun gute Dienste als Sammelpunkte des Widerstands gegen die Gewalttaten des Kapitals. Sie verfehlen ihren Zweck zum Teil, sobald sie von ihrer Macht einen unsachgemässen Gebrauch machen. Sie verfehlen ihren Zweck gänzlich, sobald sie sich darauf beschränken, einen Kleinkrieg gegen die Wirkungen des bestehenden Systems zu führen, statt gleichzeitig zu versuchen, es zu ändern, statt ihre organisierten Kräfte zu gebrauchen als einen Hebel zur schliesslichen Befreiung der Arbeiterklasse, d.h. zur endgültigen Abschaffung des Lohnsystems.”

Und bedenkt, was Engels über die Revolution sagte: „Es gibt in der Politik nur zwei entscheidende Mächte: die organisierte Staatsgewalt, die Armee, und die unorganisierte, elementare Gewalt der Volksmassen”;

„Nach dem ersten grossen Erfolg spaltete sich in der Regel die siegreiche Minorität; die eine Hälfte war mit dem Erlangten zufrieden, die andere wollte noch weiter gehn, stellte neue Forderungen, die wenigstens teilweise auch im wirklichen oder scheinbaren Interesse der grossen Volksmenge waren. Diese radikaleren Forderungen wurden auch in einzelnen Fällen durchgesetzt; häufig aber nur für den Augenblick, die gemässigtere Partei erlangte wieder die Oberhand, das zuletzt Gewonnene ging ganz oder teilweise wieder verloren; die Besiegten schrieen dann über Verrat oder schoben die Niederlage auf den Zufall. In Wirklichkeit aber lag die Sache meist so: Die Errungenschaften des ersten Sieges wurden erst sichergestellt durch den zweiten Sieg der radikaleren Partei; war dies und damit das augenblicklich Nötige erreicht, so verschwanden die Radikalen und ihre Erfolge wieder vom Schauplatz.

Alle Revolutionen der neueren Zeit, angefangen von der grossen englischen des siebzehnten Jahrhunderts, zeigten diese Züge, die untrennbar schienen von jedem revolutionären Kampf. Sie schienen anwendbar auch auf die Kämpfe des Proletariats um seine Emanzipation; anwendbar um so mehr, als gerade 1848 die Leute zu zählen waren, die auch nur einigermassen verstanden, in welcher Richtung diese Emanzipation zu suchen war.”

Marx selbst sagte in den folgenden Paragrafen:

Mit Ausnahme einiger weniger Kapitel trägt jeder bedeutendere Abschnitt der Revolutionsannalen vom 1848 bis 1849 die Überschrift: Niederlage der Revolution!

Was in diesen Niederlagen erlag, war nicht die Revolution. Es waren die vorrevolutionären traditionellen Anhängsel, Resultate gesellschaftlicher Verhältnisse, die sich noch nicht zu scharfen Klassengegensätzen zugespitzt hatten – Personen, Illusionen, Vorstellungen, Projekte, wovon die revolutionäre Partei vor der Februarrevolution nicht frei war, wovon nicht der Februarsieg, sondern nur eine Reihe von Niederlagen sie befreien konnte.

Mit einem Worte: Nicht in seinen unmittelbaren tragikomischen Errungenschaften brach sich der revolutionäre Fortschritt Bahn, sondern umgekehrt in der Erzeugung einer geschlossenen, mächtigen Konterrevolution, in der Erzeugung eines Gegners, durch dessen Bekämpfung erst die Umsturzpartei zu einer wirklich revolutionären Partei heranreifte.”

Und:

Bürgerliche Revolutionen, wie die des achtzehnten Jahrhunderts, stürmen rascher von Erfolg zu Erfolg, ihre dramatischen Effekte überbieten sich, Menschen und Dinge scheinen in Feuerbrillanten gefasst, die Ekstase ist der Geist jedes Tages; aber sie sind kurzlebig, bald haben sie ihren Höhepunkt erreicht, und ein langer Katzenjammer erfasst die Gesellschaft, ehe sie die Resultate ihrer Drang- und Sturmperiode nüchtern sich aneignen lernt. Proletarische Revolutionen dagegen, wie die des neunzehnten Jahrhunderts, kritisieren beständig sich selbst, unterbrechen sich fortwährend in ihrem eignen Lauf, kommen auf das scheinbar Vollbrachte zurück, um es wieder von neuem anzufangen, verhöhnen grausam-gründlich die Halbheiten, Schwächen und Erbärmlichkeiten ihrer ersten Versuche, scheinen ihren Gegner nur niederzuwerfen, damit er neue Kräfte aus der Erde sauge und sich riesenhafter ihnen gegenüber wieder aufrichte, schrecken stets von neuem zurück vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eignen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht, und die Verhältnisse selbst rufen: Hic Rhodus, hic salta!”

Und:

In jeder Revolution drängen sich, neben ihren wirklichen Vertretern, Leute andern Gepräges vor. Einige sind die Überlebenden früherer Revolutionen, mit denen sie verwachsen sind; ohne Einsicht in die gegenwärtige Bewegung, aber noch im Besitz grossen Einflusses auf das Volk durch ihren bekannten Mut und Charakter oder auch durch blosse Tradition. Andre sind blosse Schreier, die, jahrelang dieselben ständigen Deklamationen gegen die Regierung des Tages wiederholend, sich in den Ruf von Revolutionären des reinsten Wassers eingeschlichen haben. Auch nach dem 18. März kamen solche Leute zum Vorschein und spielten sogar in einigen Fällen eine hervorragende Rolle. Soweit ihre Macht ging, hemmten sie die wirkliche Aktion der Arbeiterklasse, wie sie die volle Entwicklung jeder frühern Revolution gehemmt haben. Sie sind ein unvermeidliches Übel; mit der Zeit schüttelt man sie ab; aber gerade diese Zeit wurde der Kommune nicht gelassen.”

Und lasst uns über die gleiche grundlegende Frage — den Klassenkampf — anschauen, was Lenin festlegte — bewaffnete Aufstände und Gewerkschaftskämpfe nicht gegenüberzustellen, da es theoretisch falsch ist, diese zwei Aufgaben gleich zu gewichten:

Theoretisch unrichtig ist es, die zwei Aufgaben nebeneinanderzustellen, als wären sie gleichwertig, als lägen sie auf der gleichen Ebene: ‚die Aufgabe, den bewaffneten Aufstand vorzubereiten‘ und ‚die Aufgabe, den gewerkschaftlichen Kampf anzuleiten‘. Die eine Aufgabe, so heisst es, steht im Vordergrund, die andere an zweiter Stelle. Wenn man das so ausdrückt, dann heisst das, Dinge verschiedener Ordnung zu vergleichen und nebeneinanderzustellen. Der bewaffnete Aufstand ist ein Mittel des politischen Kampfes im gegebenen Zeitpunkt. Der gewerkschaftliche Kampf ist eine der ständigen, im Kapitalismus stets notwendigen, zu allen Zeiten unerlässlichen Erscheinungsformen der gesamten Arbeiterbewegung. Engels unterscheidet an einer von mir in ‚Was tun?‘ zitierten Stelle drei Grundformen des proletarischen Kampfes: den ökonomischen, politischen und theoretischen – das heisst den gewerkschaftlichen, den politischen und den theoretischen (wissenschaftlichen, ideologischen, philosophischen) Kampf. Wie kann man denn eine dieser Grundformen des Kampfes (den gewerkschaftlichen Kampf) und die Methode einer anderen Grundform des Kampfes im gegebenen Zeitpunkt nebeneinanderstellen? Wie kann man denn den gesamten gewerkschaftlichen Kampf als ‚Aufgabe‘ und ein gegenwärtiges Mittel des politischen Kampfes, das bei weitem nicht das einzige ist, nebeneinanderstellen? Das ist geradezu widersinnig, so, als wollte man einen Zehntelbruch mit einem Hundertstelbruch addieren, ohne beide vorher auf einen gemeinsamen Nenner gebracht zu haben. Nach meiner Ansicht müssen diese beiden Punkte (der zweite und der dritte) der Motivierung gestrichen werden. Neben die ‚Aufgabe, den gewerkschaftlichen Kampf anzuleiten‘, kann man nur die Aufgabe stellen, den gesamten politischen Kampf schlechthin zu leiten, die Aufgabe, den gesamten ideologischen Kampf schlechthin, als Ganzes, zu leiten, keineswegs aber diese oder jene von der Situation diktierten Teil- und Gegenwartsaufgaben des politischen oder ideologischen Kampfes. […]

Taktisch formuliert die Resolution in ihrer gegenwärtigen Form die Aufgaben des bewaffneten Aufstands sehr ungeschickt. Der bewaffnete Aufstand ist die höchste Form des politischen Kampfes. Um seinen Erfolg vom Standpunkt des Proletariats, das heisst den Erfolg des proletarischen, von der Sozialdemokratie geführten Aufstands und keines anderen zu sichern, ist es notwendig, alle Seiten der Arbeiterbewegung in breitem Masse zu entwickeln. Der Gedanke, die Aufgabe des Aufstands und die Aufgabe der Leitung des gewerkschaftlichen Kampfes einander gegenüberzustellen, ist daher völlig falsch. Dadurch wird die Aufgabe des Aufstands herabgesetzt und simplifiziert. Statt die Aufgabe des Aufstands als Fazit und Krönung der gesamten Arbeiterbewegung als Ganzes zu betrachten, wird sie in gewisser Weise losgelöst betrachtet. […]

Der Schwerpunkt liegt nicht darin, dass die Gewerkschaften ‚begrenzt‘ sind, sondern darin, dass man diese eine Seite der Bewegung (und sie ist insofern begrenzt, als sie nur eine Seite der Bewegung ist) mit den anderen verbindet. Also sollte man dies entweder weglassen oder ausserdem sagen, dass es notwendig ist, die Verbindung dieser einen Seite mit allen anderen herzustellen und zu festigen, die Gewerkschaften mit sozialdemokratischem Inhalt, mit sozialdemokratischer Propaganda zu durchdringen, sie in die gesamte sozialdemokratische Arbeit einzubeziehen usw.

Die Gewerkschaften könnten die Basis erweitern, aus der wir die Kraft für den Aufstand schöpfen werden, so dass es, ich sage es noch einmal, unrichtig ist, das eine dem andern gegenüberzustellen.

Man darf nicht beiseite stehen, man darf vor allem nicht zu der Auffassung Anlass geben, dass man abseits stehen muss, man muss vielmehr bestrebt sein, sich zu beteiligen, Einfluss zu nehmen usw. Es gibt doch eine besondere Schicht von Arbeitern, die älteren, verheirateten, die jetzt im politischen Kampf schrecklich wenig, im gewerkschaftlichen Kampf aber sehr viel leisten werden. Man muss diese Schicht ausnutzen und nur ihre Schritte auf diesem Gebiet lenken. Für die russische Sozialdemokratie ist es wichtig, in der Gewerkschaftsfrage gleich von Anfang an den richtigen Ton zu finden und auf diesem Gebiet sofort eine Tradition sozialdemokratischer Initiative, sozialdemokratischer Beteiligung, sozialdemokratischer Führung zu schaffen. Es kann natürlich sein, dass die Kräfte in der Praxis nicht ausreichen, aber das ist bereits eine ganz andere Frage. Und ausserdem ist es doch so: Wenn man es versteht, all die verschiedenartigen Kräfte auszunutzen, so werden sich auch für die Gewerkschaften immer welche finden. Es haben sich doch Kräfte gefunden, eine Resolution über die Gewerkschaften zu schreiben, das heisst Kräfte, die ideologisch leiten können, und darauf kommt es doch an!”

Oder über „neue Methoden das Dogma zu lehren” und „die Wahrheiten des Marxismus” schreibend:

Eine revolutionäre Epoche ist für die Sozialdemokratie dasselbe, was die Kriegszeit für eine Armee ist. Die Kader unserer Armee müssen erweitert, sie müssen von der Friedens- auf Kriegsstärke gebracht werden, die Reservisten müssen eingezogen, die Urlauber zur Fahne zurückberufen werden, neue Hilfskorps, Truppenteile und rückwärtige Dienste müssen aufgestellt werden. Man darf nicht vergessen, dass es im Kriege unvermeidlich und notwendig ist, die Kontingente mit weniger gut ausgebildeten Rekruten aufzufüllen, die Offiziere auf Schritt und Tritt durch gemeine Soldaten zu ersetzen, die Beförderung von Soldaten zu Offizieren beschleunigt und vereinfacht vorzunehmen.

Ohne Gleichnisse gesprochen: Man muss den Bestand aller Parteiorganisationen und aller der Partei nahestehenden Organisationen stark erweitern, um mit dem hundertfach stärker gewordenen Strom der revolutionären Energie des Volkes auch nur einigermassen Schritt halten zu können. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass man die ständige Ausbildung und systematische Unterweisung in den Erkenntnissen des Marxismus zurücktreten lassen soll. Gewiss nicht; man darf aber nicht vergessen, dass jetzt von viel grösserer Bedeutung für die Ausbildung und Unterweisung die Kampfhandlungen selbst sind, die die Unausgebildeten eben in unserem, ganz in unserem Sinne unterrichten. Man darf nicht vergessen, dass unsere ‚doktrinäre‘ Treue zum Marxismus jetzt dadurch bekräftigt wird, dass der Gang der revolutionären Ereignisse überall der Masse Anschauungsunterricht erteilt und dass alle diese Unterrichtsstunden gerade unser Dogma bestätigen. Wir sprechen also nicht von einem Verzicht auf das Dogma, nicht von einem Nachlassen unseres misstrauischen und argwöhnischen Verhaltens zu den verschwommenen Intelligenzlern und den revolutionären Hohlköpfen; ganz im Gegenteil. Wir sprechen von neuen Methoden der Unterweisung im Dogma, die ein Sozialdemokrat unter keinen Umständen vergessen darf. Wir sprechen davon, wie wichtig es jetzt ist, die anschaulichen Lehren der grossen revolutionären Ereignisse auszunutzen, um nicht mehr Zirkeln, sondern den Massen unsere alten ‚dogmatischen‘ Lehren zu vermitteln, beispielsweise die Lehre, dass es notwendig ist, in der Praxis den Terror mit dem Aufstand der Masse zu verbinden, dass man verstehen muss, hinter dem Liberalismus der gebildeten russischen Gesellschaft die Klasseninteressen unserer Bourgeoisie zu sehen. […]

Es handelt sich also nicht darum, unsere hohen sozialdemokratischen Ansprüche herabzusetzen, in unserer orthodoxen Unversöhnlichkeit nachzulassen, sondern darum, das eine wie das andere auf neuen Wegen und durch neue Unterrichtsmethoden zu verstärken. In Kriegszeiten müssen die Rekruten unmittelbar in den Kampfhandlungen ausgebildet werden. Macht euch daher kühner an die neuen Unterrichtsmethoden, Genossen! Stellt kühner immer neue Kampfgruppen auf, schickt sie ins Gefecht, werbt mehr Arbeiterjugend, erweitert die gewohnten Rahmen aller Parteiorganisationen, von den Komitees bis zu den Betriebsgruppen, Berufsverbänden und Studentenzirkeln! Bedenkt, dass jede von uns verschuldete Verzögerung in dieser Sache den Feinden der Sozialdemokratie nützt, denn die neuen Bäche suchen ungeduldig nach einem Weg und werden sich, wenn sie kein sozialdemokratisches Flussbett finden, in ein nichtsozialdemokratisches ergiessen. Bedenkt, dass jeder praktische Schritt der revolutionären Bewegung die jungen Rekruten unvermeidlich und unausbleiblich gerade die sozialdemokratische Wissenschaft lehren wird, denn diese Wissenschaft beruht auf der objektiv richtigen Einschätzung der Kräfte und Tendenzen der verschiedenen Klassen, die Revolution aber ist nichts anderes als das Zerstören des alten Überbaus und das selbständige Auftreten verschiedener Klassen, die auf ihre Art einen neuen Überbau zu errichten trachten. Degradiert nur nicht unsere revolutionäre Wissenschaft zu einem blossen Buchstabendogma, banalisiert sie nicht durch jämmerliche Phrasen über Taktik als Prozess und Organisation als Prozess, Phrasen, mit denen man Zerfahrenheit, Unentschlossenheit und Mangel an Initiative rechtfertigt. Gebt den verschiedenartigsten Unternehmungen der verschiedensten Gruppen und Zirkel mehr Spielraum und seid gewiss, dass sie, ganz abgesehen von unseren Ratschlägen und unabhängig von diesen Ratschlägen, durch die unerbittlichen Anforderungen des Verlaufs der revolutionären Ereignisse mit Sicherheit auf den richtigen Weg gelenkt werden. Es ist eine alte Wahrheit, dass man in der Politik oft vom Feinde lernen muss. In revolutionären Zeiten aber zwingt uns der Feind immer besonders eindringlich und rasch die richtigen Schlussfolgerungen auf.”

Die Notwendigkeit von „schwierigen Vorbereitungsaktionen” skizzierend:

Heute wird dir ein Stimmzettel in die Hand gedrückt – nimm ihn, verstehe dich zu organisieren, um mit dem Stimmzettel deine Feinde zu schlagen, nicht aber, um Leuten, die sich aus Furcht vor dem Gefängnis an ihren Sessel klammern, im Parlament ein warmes Plätzchen zu verschaffen. Morgen wird dir der Stimmzettel weggenommen, man gibt dir ein Gewehr und ein ausgezeichnetes, nach dem letzten Wort der Maschinentechnik konstruiertes Schnellfeuergeschütz in die Hand – nimm diese Werkzeuge des Todes und der Zerstörung, höre nicht auf die sentimentalen Greiner, die sich vor dem Krieg fürchten; es gibt noch allzuviel auf der Welt, was um der Befreiung der Arbeiterklasse willen mit Feuer und Schwert ausgerottet werden muss, und wenn in den Massen Erbitterung und Verzweiflung wachsen, wenn eine revolutionäre Situation gegeben ist, dann mache dich bereit, neue Organisationen zu schaffen und die so nützlichen Werkzeuge des Todes und der Zerstörung gegen deine eigene Regierung und deine eigene Bourgeoisie zu wenden.

Gewiss, das ist nicht leicht. Das wird schwierige Vorbereitungsaktionen erfordern. Das wird schwere Opfer erfordern. Das ist eine neue Art der Organisation und des Kampfes, die gleichfalls erlernt werden muss, die Wissenschaft aber meistert man nicht ohne Fehler und Niederlagen. Diese Art des Klassenkampfes steht im selben Verhältnis zur Beteiligung an den Wahlen wie der Sturmangriff zu Manövern, Märschen oder zum Liegen in den Schützengräben. Diese Art des Kampfes steht in der Geschichte nicht allzuoft auf der Tagesordnung, dafür aber erstrecken sich ihre Bedeutung und ihre Folgen über Jahrzehnte. Die Tage an denen man solche Kampfmethoden auf die Tagesordnung setzen kann und muss, kommen Zwanzigjahrspannen anderer historischer Epochen gleich.”

Das Proletariat und das Volk sollten auch folgende wissenschaftliche Schlussfolgerung stets im Kopf behalten:

Eine unterdrückte Klasse, die nicht danach strebt, Waffenkenntnis zu gewinnen, in Waffen geübt zu werden, Waffen zu besitzen, eine solche unterdrückte Klasse ist nur wert, unterdrückt, misshandelt und als Sklave behandelt zu werden. Wir dürfen, ohne uns zu bürgerlichen Pazifisten und Opportunisten zu degradieren, nicht vergessen, dass wir in einer Klassengesellschaft leben und dass ausser dem Klassenkampfe keine Rettung daraus möglich und denkbar ist. In jeder Klassengesellschaft, sie möge auf der Sklaverei, Leibeigenschaft oder, wie heute, auf der Lohnsklaverei beruhen, ist die unterdrückende Klasse bewaffnet. Nicht nur das heutige stehende Heer, sondern auch die heutige Miliz, die schweizerische auch nicht ausgenommen, ist Bewaffnung der Bourgeoisie gegen das Proletariat. Ich glaube, diese elementare Wahrheit nicht beweisen zu brauchen; es genügt, Militäraufgebote während der Streiks in alten kapitalistischen Ländern zu erwähnen.

Die Bewaffnung der Bourgeoisie gegen das Proletariat ist eine der grössten, kardinalsten, wichtigsten Tatsachen der heutigen kapitalistischen Gesellschaft. Und angesichts dieser Tatsache will man den revolutionären Sozialdemokraten zumuten, sie sollen die ‚Forderung‘ der ‚Entwaffnung‘ aufstellen! Das wäre eine vollständige Preisgabe des Klassenkampf Standpunktes und jedes Gedankens an die Revolution. Wir sagen: Bewaffnung des Proletariats zum Zwecke, die Bourgeoisie zu besiegen, zu expropriieren und zu entwaffnen – das ist die einzig mögliche Taktik der revolutionären Klasse, eine Taktik, die durch die ganze objektive Entwicklung des kapitalistischen Militarismus vorbereitet, fundiert und gelehrt wird.”

Oder ihre grossen, eindeutig gültigen Thesen über den Imperialismus, den Prozess der Bourgeoisie, die gegenwärtige internationale Lage und Kriegsära:

Wir müssen mit einer möglichst genauen und vollständigen Definition des Imperialismus beginnen. Der Imperialismus ist ein besonderes historisches Stadium des Kapitalismus. Diese Besonderheit ist eine dreifache: der Imperialismus ist: 1. monopolistischer Kapitalismus; 2. parasitärer oder faulender Kapitalismus; 3. sterbender Kapitalismus.”

Und:

Der Imperialismus ist die Fortsetzung der Entwicklung des Kapitalismus, sein höchstes Stadium, in gewisser Hinsicht das Übergangsstadium zum Sozialismus.

Ich kann daher nichts ‚Mechanisches‘ darin sehen, wenn man die Analyse der grundlegenden Besonderheiten des Kapitalismus überhaupt durch die Analyse des Imperialismus ergänzt. Der Imperialismus gestaltet in Wirklichkeit den Kapitalismus nicht von Grund aus um, und er kann es auch nicht. Der Imperialismus kompliziert und verschärft die Widersprüche des Kapitalismus, er ‚verknotet‘ die Monopole mit der freien Konkurrenz, aber den Austausch, den Markt, die Konkurrenz, die Krisen usw. beseitigen kann der Imperialismus nicht.

Der Imperialismus ist der im Ableben begriffene, aber noch nicht abgelebte, der sterbende, aber noch nicht gestorbene Kapitalismus. Nicht reine Monopole, sondern Monopole neben dem Austausch, dem Markt, der Konkurrenz, den Krisen – das ist überhaupt die wesentlichste Eigenart des Imperialismus.”

Und:

Die übliche Einteilung der geschichtlichen Epochen, […] ist folgende: 1. 1789-1871; 2, 1871-1914; 3. 1914-? […] Die erste Epoche, von der grossen französischen Revolution bis zum deutsch-französischen Krieg, ist die Epoche des Aufstiegs und des vollen Sieges der Bourgeoisie. Es ist dies die aufsteigende Linie der Bourgeoisie, die Epoche der bürgerlich-demokratischen Bewegungen im allgemeinen und der bürgerlich-nationalen im besonderen, die Epoche, in der die überlebten feudal-absolutistischen Institutionen rasch zerbrochen werden. Die zweite Epoche ist die Epoche der vollen Herrschaft und des Niedergangs der Bourgeoisie, die Epoche des Übergangs von der fortschrittlichen Bourgeoisie zum reaktionären und erzreaktionären Finanzkapital. Es ist dies die Epoche der Vorbereitung und langsamen Kräftesammlung seitens der neuen Klasse, der modernen Demokratie. Die dritte, eben erst anbrechende Epoche bringt die Bourgeoisie in die gleiche ‚Lage‘, in der die Feudalherren während der ersten Epoche gewesen sind. Es ist dies die Epoche des Imperialismus und der imperialistischen wie auch der durch den Imperialismus ausgelösten Erschütterungen.

Die internationalen Konflikte sind auch in der dritten Epoche ihrer Form nach ebensolche internationale Konflikte geblieben wie in der ersten Epoche, aber ihr sozialer und klassenmässiger Inhalt hat sich von Grund aus geändert. Die objektive geschichtliche Lage ist eine völlig andere geworden.

An die Stelle des Kampfes, den das aufsteigende, sich national emanzipierende Kapital gegen den Feudalismus geführt hatte, ist der Kampf des erzreaktionären, überholten Finanzkapitals, das sich selbst überlebt hat und dem Niedergang, dem Verfall entgegengeht, gegen die neuen Kräfte getreten. Der bürgerlich-nationale Rahmen der Staaten, der in der ersten Epoche eine Stütze für die Entwicklung der Produktivkräfte der Menschheit war, die sich vom Feudalismus befreite, ist jetzt, in der dritten Epoche, zu einem Hindernis für die weitere Entwicklung der Produktivkräfte geworden. Die Bourgeoisie hat sich aus einer aufsteigenden, fortschrittlichen Klasse in eine absteigende, verfallende, innerlich abgestorbene, reaktionäre Klasse verwandelt. Eine ganz andere Klasse ist – im grossen geschichtlichen Massstab – zur aufsteigenden Klasse geworden.”

Und:

Der gesamten internationalen Lage, wie sie sich jetzt gestaltet hat, liegen die ökonomischen Verhältnisse des Imperialismus zugrunde. Im Laufe des ganzen 20. Jahrhunderts hat sich diese neue, höchste und letzte Stufe des Kapitalismus vollauf herausgebildet.”

[…]

Was ist der wichtigste, der grundlegende Gedanke unserer Thesen? Die Unterscheidung zwischen unterdrückten und unterdrückenden Völkern. Wir heben diesen Unterschied hervor – im Gegensatz zur II. Internationale und zur bürgerlichen Demokratie. In der Epoche des Imperialismus ist es für das Proletariat und die Kommunistische Internationale besonders wichtig, die konkreten wirtschaftlichen Tatsachen festzustellen und bei der Lösung aller kolonialen und nationalen Fragen nicht von abstrakten Leitsätzen, sondern von den Erscheinungen der konkreten Wirklichkeit auszugehen.

Das charakteristische Merkmal des Imperialismus besteht darin, dass sich, wie wir sehen, gegenwärtig die ganze Welt in eine grosse Zahl unterdrückter Völker und eine verschwindende Zahl unterdrückender Völker teilt, die über kolossale Reichtümer und gewaltige militärische Kräfte verfügen.”

[…]

Wir sehen auf einmal, wie viele Schwierigkeiten der Bürgerkrieg in Russland geschaffen hat und wie dieser Bürgerkrieg sich mit einer ganzen Reihe von Kriegen verknüpft. Die Marxisten haben niemals vergessen, dass die Gewaltanwendung unvermeidlich eine Begleiterscheinung des Zusammenbruchs des Kapitalismus auf der ganzen Linie und des Entstehens der sozialistischen Gesellschaft sein wird. Und diese Gewaltanwendung wird eine weltgeschichtliche Periode umfassen, eine ganze Ära verschiedenartigster Kriege – imperialistischer Kriege, Bürgerkriege im Innern des Landes, Verflechtung beider, nationaler Kriege, Befreiungskriege von Nationalitäten, zertreten von den Imperialisten, Kriege von verschiedenen Kombinationen imperialistischer Staaten, die unvermeidlich in der Epoche der gewaltigen staatskapitalistischen und militärischen Trusts und Syndikate diese oder jene Bündnisse eingehen. Diese Epoche ist eine Epoche gigantischer Zusammenbrüche, massenhafter militärischer gewaltsamer Entscheidungen und Krisen – sie hat begonnen, das sehen wir ganz deutlich –, es ist nur der Anfang.”

Und, schliesslich, diese Worte über Punkte wie:

Politische Indifferenz: „Politisch indifferent sein heisst politisch gesättigt sein. ‚Gleichgültig‘, ‚indifferent‘ verhält sich gegenüber dem Stück Brot nur der Satte; der Hungrige dagegen wird in Fragen des Stückes Brot stets ‚Partei‘ ergreifen. ‚Gleichgültigkeit und Indifferenz‘ gegenüber dem Stück Brot bedeutet nicht, dass der Betreffende kein Brot braucht, sondern dass er stets mit Brot versorgt ist, dass er nie Mangel an Brot leidet, dass er ein warmes Plätzchen in der ‚Partei‘ der Satten gefunden hat.” Widersprüche des Feindes und Losungen: „Die Arbeiterklasse muss jegliche Schwankungen der Regierung sowie auch jene Differenzen, die zwischen der Bourgeoisie und dem reaktionären Lager bestehen, ausnutzen, um ihren Ansturm sowohl auf dem Gebiet des ökonomischen als auch auf dem Gebiet des politischen Kampfes zu verstärken. Doch gerade um die Lage mit Erfolg auszunutzen, muss die Arbeiterklasse weiterhin auf dem Boden der uneingeschränkten revolutionären Losungen stehen.” Nur der Kampf erzieht: „Die wirkliche Erziehung der Massen kann niemals getrennt vom und ausserhalb vom selbständigen politischen und besonders revolutionären Kampfe der Masse selbst geschehen. Erst der Kampf erzieht die ausgebeutete Klasse, erst der Kampf gibt ihr das Mass ihrer Kräfte, erweitert ihren Horizont, steigert ihre Fähigkeit, klärt ihren Verstand auf, stählt ihren Willen.” Wirtschaftskampf und zurückgebliebenere Schichten: „Es ist also klar, dass nur der ökonomische Kampf, nur der Kampf um sofortige, unmittelbare Verbesserungen ihrer Lage die zurückgebliebensten Schichten der ausgebeuteten Masse aufzurütteln vermag, ihnen wirkliche Erziehung gibt und – in einer Revolutionsepoche – während weniger Monate aus ihnen eine Truppe politischer Kämpfer bildet.” Nur auf die Kraft der Klasse lässt sich vertrauen: Die Grundregel, das erste Gebot jeder Gewerkschaftsbewegung lautet: Verlass dich nicht auf den ‚Staat‘, verlass dich nur auf die Kraft deiner Klasse. Der Staat ist die Organisation der herrschenden Klasse. Verlass dich nicht auf Versprechungen, verlass dich nur auf die Kraft, die im Zusammenschluss und im Bewusstsein deiner Klasse liegt!” Niemand wird den Armen helfen, wenn sie sich nicht selber helfen: „Solange sich die Armen nicht zusammenschliessen, wird ihnen niemand helfen. Kein ‚Staat‘ wird dem Lohnarbeiter auf dem Lande, dem Knecht, dem Tagelöhner, dem armen Bauern, dem Halbproletarier helfen, wenn er sich nicht selbst hilft. Der erste Schritt dazu, das ist die selbständige Klassenorganisation des Landproletariats.” Das Leben selbst lehrt: „Das Leben lehrt. Der lebendige Kampf löst am besten jene Fragen, die noch vor kurzem so umstritten waren.”

Und um die grundlegende Frage des Klassenkampfes abzuschliessen — in den Texten der marxistischen Klassiker sehen wir, was der Vorsitzende Mao über den Imperialismus festlegte, ein Schlüsselthema, das von ihm entwickelt wurde. Beginnen wir mit der Natur des Imperialismus und der Reaktion als Papiertiger: „Alle Reaktionäre sind Papiertiger. Dem Aussehen nach sind sie furchterregend, aber in Wirklichkeit sind sie nicht gar so mächtig. Auf lange Sicht haben nicht die Reaktionäre, sondern hat das Volk eine wirklich grosse Macht” Und: „Die USA sind ein Papiertiger. Schenken Sie ihm keinen Glauben. Bei einem Stich kann er durchlocht werden. Auch die revisionistische Sowjetunion ist ein Papiertiger.” Und über den Doppelcharakter des Imperialismus und der Reaktion:

„Ebenso wie es nichts auf der Welt gibt, das nicht eine Doppelnatur hätte (das ist eben das Gesetz der Einheit der Gegensätze), so haben auch der Imperialismus und alle Reaktionäre eine Doppelnatur – sie sind wirkliche Tiger und zugleich Papiertiger. Im Laufe der Geschichte waren die Sklavenhalterklasse, die feudale Grundherrenklasse und die Bourgeoisie vor ihrem Machtantritt und eine Zeitlang nachher voller Lebenskraft, revolutionär und fortschrittlich; sie waren echte Tiger. In der Folgezeit kam es jedoch, da ihr jeweiliger Widerpart die Klasse der Sklaven, die Bauernschaft und das Proletariat – allmählich erstarkte und gegen sie einen immer heftigeren Kampf führte, nach und nach zu einem Umschlag ins Gegenteil: Sie verwandelten sich in Reaktionäre, in Rückständige, in Papiertiger und wurden beziehungsweise werden letzten Endes vom Volk gestürzt. Die reaktionären, rückständigen, verfaulenden Klassen behalten aber auch dann, wenn ihnen das Volk den Entscheidungskampf auf Leben und Tod liefert, ihre Doppelnatur bei. Einerseits sind sie echte Tiger, die Menschen fressen, Millionen und aber Millionen Menschen fressen. Der Kampf des Volkes ist eine Zeit hindurch voller Schwierigkeiten und Härten, sein Weg voller Windungen und Wendungen. Das chinesische Volk brauchte, um die Herrschaft des Imperialismus, des Feudalismus und des bürokratischen Kapitalismus in China zu liquidieren, mehr als hundert Jahre, und Dutzende Millionen Menschen mussten ihr Leben lassen, ehe im Jahre 1949 der Sieg errungen war. Seht, waren das nicht alles einmal lebendige Tiger, eisenharte Tiger, echte Tiger? Letzten Endes aber haben sie sich in Papiertiger, in tote Tiger, in butterweiche Tiger verwandelt. Das sind historische Tatsachen. Hat man denn das alles nicht gesehen und gehört? Wahrlich tausendmal und aber Tausende Male! In Tausenden und Zehntausenden von Fällen. Somit muss man von ihrem Wesen her, aus einer langen Perspektive, in strategischer Hinsicht den Imperialismus und alle Reaktionäre als das betrachten, was sie in Wirklichkeit sind – als Papiertiger. Darauf müssen wir unser strategisches Denken gründen. Anderseits sind sie aber wiederum lebendige, eisenharte, wirkliche Tiger, die Menschen fressen können. Darauf müssen wir unser taktisches Denken gründen.”

Über das Gesetzt des Imperialismus auf der einen und das Gesetz des Volkes auf der anderen Seite:

Unruhe stiften, scheitern, abermals Unruhe stiften, wieder scheitern und so weiter bis zu ihrem Untergang – das ist die Logik der Imperialisten und aller Reaktionäre in der Welt dem Anliegen des Volkes gegenüber, und sie werden niemals gegen diese Logik verstossen. Das ist ein Gesetz des Marxismus. Wenn wir sagen: ‚Der Imperialismus ist bestialisch‘, so meinen wir, dass sich sein Wesen nicht ändern kann, dass die Imperialisten bis zu ihrem Untergang ihr Schlächtermesser nie aus der Hand geben werden, sich nie in Buddhas verwandeln können.

Kämpfen, unterliegen, nochmals kämpfen, wieder unterliegen, erneut kämpfen und so weiter bis zum Sieg – das ist die Logik des Volkes, und auch das Volk wird niemals gegen diese Logik verstossen. Das ist ein anderes Gesetz des Marxismus. Die Revolution des russischen Volkes verlief nach diesem Gesetz, und so entwickelt sich auch die Revolution des chinesischen Volkes.”

Darüber, dass die Völker der Welt den Imperialismus nicht brauchen:

Alle unterjochten Nationen wollen Unabhängigkeit.

Alles ist der Veränderung unterworfen. Die niedergehenden grossen Kräfte werden neu auftretenden kleinen Kräften weichen. Die kleinen Kräfte werden zu grossen Kräften heranwachsen, weil die grosse Mehrheit der Menschen diese Veränderung fordert. Der USA-Imperialismus wird von einer grossen Kraft zu einer kleinen schrumpfen, weil auch das amerikanische Volk mit seiner Regierung unzufrieden ist.

Tschiang Kai-schek herrschte in China, anerkannt von den Regierungen aller Länder der Welt, 22 Jahre lang, und seine Kräfte waren sehr stark. Unsere Kräfte waren schwach, von den ehemals 50.000 Parteimitliedern waren infolge der Unterdrückung durch die Konterrevolutionäre nur einige Tausende übriggeblieben. Im ganzen Land wüteten die Feinde. Aber wieder setzte sich das Gesetz durch: Grosses und Starkes unterliegt, weil es vom Volk losgelöst ist; Kleines und Schwaches siegt, weil es mit dem Volk verbunden ist und für das Volk arbeitet. Und so ging die Sache dann auch aus.

Während des antijapanischen Widerstandskrieges war Japan sehr mächtig, die Kuomintang-Truppen wurden in entlegene Gegenden vertrieben, die von der Kommunistischen Partei geführten bewaffneten Kräfte konnten nur einen Partisanenkrieg in den ländlichen Gebieten führen, hinter den feindlichen Linien. Japan besetzte grosse chinesische Städte wie Peking, Tientsin, Schanghai, Nanking, Wuhan und Kanton. Und doch konnte der japanische Militarismus sowenig wie Deutschlands Hitler diesem Gesetz entrinnen, innerhalb weniger Jahre brachen sie zusammen.

Wir gingen durch viele Schwierigkeiten hindurch. Wir wurden von Süden nach Norden vertrieben, und unsere Kräfte schrumpften von mehreren hunderttausend Mann auf einige Zehntausende. Nach dem Langen Marsch von 25.000 Li blieben nur 25.000 Mann übrig.

Der USA-Imperialismus ist jetzt sehr mächtig, aber diese Macht ist keine wirkliche. Politisch ist er sehr schwach, weil er von den breiten Volksmassen losgelöst ist, keiner kann ihn leiden, auch das amerikanische Volk nicht. Er macht, von aussen betrachtet, einen mächtigen Eindruck, tatsächlich aber braucht man ihn nicht zu fürchten, er ist ein Papiertiger. Er sieht ganz aus wie ein Tiger, aber er ist aus Papier gemacht und hält keinen Wind und keinen Regen aus. Die USA sind nichts als ein Papiertiger, das ist meine Ansicht.

Die gesamte Geschichte, jahrtausendelange Geschichte der Klassengesellschaft der Menschheit, hat bewiesen: Das Starke muss dem Schwachen weichen. Und das ist auch auf dem amerikanischen Kontinent so.

Nur durch die Beseitigung des Imperialismus kann der Friede gesichert werden. Der Tag wird kommen, an dem die Papiertiger vernichtet sein werden. Aber sie werden nicht von selbst verschwinden, der Wind wird sie zerreissen, der Regen sie zerfressen müssen.

Wenn wir sagen, dass der USA-Imperialismus ein Papiertiger ist, so sprechen wir vom strategischen Gesichtspunkt aus. Wir müssen ihn im ganzen gesehen verachten. In jeder konkreten Situation aber müssen wir ihn ernst nehmen. Er hat Krallen und Reisszähne. Wenn wir ihn vernichten wollen, müssen wir ihn stückweise unschädlich machen. Angenommen, er hat zehn Reisszähne; wird ihm einer ausgeschlagen, hat er noch neun, wird ihm der zweite gezogen, hat er nur noch acht. Und wenn ihm alle Zähne ausgeschlagen worden sind, hat er immer noch die Krallen. Wir müssen mit grossem Ernst handeln und Schritt für Schritt vorgehen, dann werden wir ihn schliesslich besiegen.

Strategisch müssen wir den USA-Imperialismus, absolut geringschätzen. Taktisch aber müssen wir ihn ernst nehmen. Im Kampf gegen ihn muss jede Schlacht, jede Begegnung ernst genommen werden. Heute sind die USA mächtig, da sie aber unpopulär sind, da ihre Politik unbeliebt ist und sie die Volksmassen unterdrücken und ausbeuten, ist, aus einem weiteren Blickwinkel, vom ganzen her und auf lange Sicht betrachtet, der Tiger zum Tode verurteilt. Man braucht ihn also nicht zu fürchten, man kann ihn verachten. Heute sind die USA jedoch noch mächtig, produzieren jährlich mehr als 100 Millionen Tonnen Stahl und schlagen auf alle ein. Deshalb müssen wir weiter gegen sie kämpfen, weiterhin alle Kräfte zusammennehmen und ihnen eine Position nach der anderen entreissen. Und das braucht Zeit.

Den Staaten Amerikas, Asiens und Afrikas wird, so scheint es, nichts anderes übrig bleiben, als ihren Streit mit den USA fortzuführen, so lange, bis der Papiertiger von Wind und Regen zerstört worden ist.

Um den USA-Imperialismus zu bekämpfen, sollten sich die Menschen europäischer Herkunft in den Ländern Lateinamerikas mi den eingeborenen Indianern zusammenschliessen. Vielleicht kann man die weissen Einwanderer aus Europa in zwei Kategorien einteilen: in Herrschende und Beherrschte. Dies wird es den unterdrückten Weissen erleichtern, sich der einheimischen Bevölkerung anzunähern, weil ihre Stellung die gleiche ist.

Wir und unsere Freunde in Lateinamerika, Asien und Afrika befinden uns in der gleichen Lage und leisten die gleiche Arbeit: Wir tun etwas für das Volk, um seine Unterdrückung durch den Imperialismus zu verringern. Wenn wir gute Arbeit leisten, können wir die Unterdrückung durch den Imperialismus mit der Wurzel ausreissen. In diesem Punkt sind wir Genossen.

Was den Kampf gegen die imperialistische Unterdrückung betrifft, unterscheidet uns im Wesen nichts von euch, es unterscheiden uns nur die geographische Lage, die Nationalität und die Sprache. Jedoch unterscheiden wir uns in unserem Wesen vom Imperialismus, und schon sein Anblick macht uns krank.

Wozu ist er Imperialismus nütze? Das chinesische Volk braucht ihn nicht, und die anderen Völker der Welt brauchen ihn auch nicht. Der Imperialismus hat keine Daseinsberechtigung.”

Über den Krieg als „eine Fortsetzung der Politik und eine Lösung des Problems der Eroberung und Verteidigung der Macht”; fangen wir an mit der unausweichlichen Bedingung für Revolution und revolutionären Krieg in der Klassengesellschaft:

Kriege, die es seit dem Entstehen des Privateigentums und der Klassen gibt, sind die höchste Kampfform, die bei der Lösung der Widersprüche zwischen Klassen, Nationen, Staaten oder politischen Gruppen angewendet wird, sobald diese Widersprüche eine bestimmte Entwicklungsstufe erreicht haben.”

Und:

Das hilft uns verstehen, dass in der Klassengesellschaft Revolutionen und revolutionäre Kriege unvermeidlich sind, das es sonst unmöglich ist, in der Entwicklung der Gesellschaft einen Sprung zu vollziehen und die reaktionäre herrschende Klasse zu stürzen, damit das Volk die Macht ergreifen kann.”

Und:

Die im Laufe der Geschichte geführten Kriege teilen sich in zwei Arten: in gerechte und ungerechte Kriege. Alle Kriege, die dem Fortschritt dienen, sind gerecht, und alle Kriege, die den Fortschritt behindern, sind ungerecht. Wir Kommunisten sind gegen alle den Fortschritt behindernden, ungerechten Kriege, jedoch nicht gegen fortschrittliche, gerechte Kriege. Was letztere betrifft, sind wir Kommunisten nicht nur nicht gegen sie, sondern nehmen auch aktiv an ihnen teil.”

Und:

Der Krieg, dieser Moloch, der die Menschen sich gegenseitig abschlachten lässt, wird mit der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft letzten Endes aus der Welt geschafft werden, und zwar in nicht allzu ferner Zukunft. Es gibt aber nur ein Mittel zur Abschaffung des Krieges: Man muss den Krieg mit dem Krieg bekämpfen, dem konterrevolutionären Krieg den revolutionären Krieg, dem konterrevolutionären nationalen Krieg den revolutionären nationalen Krieg, dem konterrevolutionären Klassenkrieg den revolutionären Klassenkrieg entgegensetzen.”

In Bezug auf die positive Seite des Krieges: „Eine grosse Revolution kann nicht ohne Bürgerkrieg verlaufen, das ist ein Gesetz. Nur die Nachteile des Krieges zu sehen und nicht seine Vorteile, bedeutet einseitiges Verständnis der Problematik des Krieges. Sich einseitig über den Vernichtungscharakter des Krieges auszulassen, schadet der Volksrevolution.” Die reaktionäre Position der Fokussierung auf Waffen konfrontierend: Das ist die ‚Theorie von der Allmacht der Waffen‘, eine mechanistische Auffassung in der Frage des Krieges, eine Ansicht, die sich aus dem subjektivistischen und einseitigen Herangehen an Probleme ergibt. Wir vertreten eine direkt entgegengesetzte Ansicht und sehen nicht nur die Waffen, sondern auch die Menschen. Waffen sind im Krieg ein wichtiger Faktor, jedoch nicht der entscheidende; der entscheidende Faktor sind die Menschen, nicht die Dinge. Das Kräfteverhältnis ist nicht nur durch das Verhältnis der militärischen und wirtschaftlichen Kräfte gegeben, sondern auch durch das Verhältnis der Menschenreserven und der moralischen Kräfte der Menschen. Die militärischen und wirtschaftlichen Kräfte müssen von Menschen gehandhabt werden.” Gleichermassen: „Seit Beginn der Geschichte haben in revolutionären Kriegen immer diejenigen mit schlechteren Waffen die besser Bewaffneten besiegt. In der Zeit des Bürgerkrieges, des Anti-japanischen Krieges und des Befreiungskrieges hatten wir nicht die Macht im ganzen Land und besassen keine modernen Waffenfabriken; hätten wir unbedingt erst die neuesten Waffen haben wollen, bevor wir kämpften, wäre das doch einer Selbstentwaffnung gleichgekommen.”

In Hervorhebung bewusster Aktivität in Kriegsaktivitäten hat der Vorsitzende Mao festgelegt:

Die bewusste Aktivität ist ein spezifischer Zug des Menschen. Dieser Zug tritt im Krieg stark hervor. Gewiss wird der Sieg oder die Niederlage durch eine ganze Reihe von Bedingungen bestimmt, die beiden kriegführenden Seiten eigen sind – durch militärische, politische, ökonomische, geographische Bedingungen sowie durch den Charakter des Krieges und durch die internationale Hilfe. Aber der Ausgang des Krieges wird nicht ausschliesslich durch diese Bedingungen bestimmt. Diese Bedingungen bieten lediglich die Möglichkeit von Sieg oder Niederlage; sie allein entscheiden jedoch nicht darüber. Um aber eine Entscheidung über Sieg oder Niederlage herbeizuführen, bedarf es noch subjektiver Anstrengungen, nämlich der Leitung des Krieges und der Führung des Krieges – mit anderen Worten der bewussten Aktivität im Krieg.

Jene, die Kriegsoperationen leiten, dürfen nicht im Streben nach dem Sieg die durch die objektiven Bedingungen gezogenen Grenzen überschreiten; innerhalb dieser Grenzen können und müssen sie jedoch aktiv den Sieg anstreben. Die Aktionsbühne des Truppenführers in einem Krieg muss sich auf das gründen, was die objektiven Bedingungen zulassen; doch auf einer solchen Bühne kann er dann viele klangreiche und farbenprächtige, viele majestätische und kraftvolle Stücke inszenieren. Auf der gegebenen objektiven materiellen Basis müssen die Truppenführer im Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression alle ihre Fähigkeiten aufbieten und die ganze Armee mit sich führen, um die Feinde der Nation niederzuwerfen, unsere Gesellschaft und unser Land, die unter der Aggression und der Unterdrückung leiden, zu verändern und ein freies, gleichberechtigtes neues China zu schaffen. Hier ist der Platz, wo sich unsere subjektive Fähigkeit zur Führung entfalten kann und muss. Wir sind nicht dafür, dass irgendeiner unserer Kommandeure im Widerstandskrieg gegen Japan sich von den objektiven Bedingungen loslöst und zu einem um sich schlagenden Draufgänger wird; wir müssen vielmehr jeden Kommandeur dazu ermuntern, ein kühner Heerführer mit klarem Kopf zu werden. Ein solcher Heerführer muss nicht nur eine den Feind bezwingende Tapferkeit besitzen, sondern auch die Fähigkeit haben, bei allen Veränderungen und Neuentwicklungen während des ganzen Krieges Herr der Situation zu bleiben. Im Ozean des Krieges schwimmend, darf der Kommandeur nicht untergehen; er muss vielmehr mit abgemessenen Stössen sicher ans andere Ufer gelangen. Die Strategie und die Taktik als Gesetze der Kriegführung sind eben die Kunst, im Ozean des Krieges zu schwimmen.”

Bezüglich der Atombombe („Papiertiger”), der atomaren Erpressung und dem Weltkrieg:

Wir haben zwei Prinzipien: erstens, wir wollen keinen Krieg; zweitens, wir werden entschieden zurückschlagen, wenn uns jemand angreift. In diesem Geist erziehen wir die Mitglieder der Kommunistischen Partei und unser ganzes Volk. Die atomare Erpressung durch die USA kann das chinesische Volk nicht einschüchtern. Unser Land hat eine Bevölkerung von 600 Millionen und ein Territorium von 9,6 Millionen Quadratkilometern. Die Vereinigten Staaten können mit ihrem kleinen Stapel Atombomben die Chinesen nicht auslöschen. Doch selbst wenn die Atombomben der USA so mächtig wären, dass sie, über China abgeworfen, den Erdball durchschlagen oder ihn sogar in die Luft sprengen würden, so wäre dies zwar ein grösseres Ereignis im Sonnensystem, aber für das ganze Weltall kaum von Bedeutung.

Seit langem sagt man bei uns: Hirse plus Gewehre. Im Fall der USA sind das Flugzeuge plus Atombomben. Doch sollten die Vereinigten Staaten mit ihren Flugzeugen und Atombomben einen Aggressionskrieg gegen China entfesseln, dann wird China mit seiner Hirse und seinen Gewehren zweifellos als Sieger hervorgehen. Die Völker der ganzen Welt werden uns unterstützen. Als Ergebnis des ersten Weltkrieges wurden der Zar, die Grundherren und die Kapitalisten in Russland hinweggefegt. Als Ergebnis des zweiten Weltkrieges wurden in China Tschiang Kai-schek und die Grundherren gestürzt, befreiten sich die osteuropäischen Länder und einige Länder Asiens. Sollten also die USA einen dritten Weltkrieg vom Zaun brechen, und dieser dauert, sagen wir, acht oder zehn Jahre, so wird dabei die Beseitigung der herrschenden Klasse in den Vereinigten Staaten, in Grossbritannien und in den andern mitschuldigen Ländern herauskommen sowie die Verwandlung der Länder des grössten Teils der Welt in solche, die von kommunistischen Parteien geführt werden. Weltkriege gehen niemals vorteilhaft für die Kriegstreiber aus, sondern günstig für die kommunistischen Parteien und die revolutionären Völker der Welt. Da die Kriegstreiber den Krieg entfesseln wollen, sollen sie uns nicht anklagen, dass wir Revolution machen bzw. ‚Subversion‘ betreiben, wie sie immer sagen. Wenn sie aber den Krieg nicht provozieren, werden sie sich noch ein bisschen länger auf der Erde halten können. Je früher sie den Krieg entfesseln, desto früher werden sie von dieser Erde getilgt werden. Dann können Vereinte Nationen der Völker errichtet werden, vielleicht mit Sitz in Schanghai oder irgendwo in Europa, oder sogar in New York, vorausgesetzt, die amerikanischen Kriegstreiber sind beseitigt.”

Eine feste Position verbunden mit dem grossen Aufruf: „Völker aller Länder, vereinigt euch, kämpft gegen die Aggressionskriege, die der Imperialismus – ganz gleich welcher – oder der Sozialimperialismus entfesselt, besonders gegen einen Aggressionskrieg, in dem Atombomben als Waffe benutzt werden! Wenn ein solcher Krieg ausbricht, sollten die Völker der ganzen Welt den Aggressionskrieg durch einen revolutionären Krieg beseitigen; dazu sollten von jetzt an Vorbereitungen getroffen werden!” Und diese These von transzendentaler Wichtigkeit: „Was die Frage eines Weltkriegs betrifft, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Die eine ist, dass der Krieg die Revolution hervorruft, die andere ist, dass die Revolution den Krieg verhindert.”

Schliesslich diesbezüglich: Das Zentrum der militärischen Theorie und Praxis des Marxismus-Leninismus-Maoismus ist der Volkskrieg, in folgenden Worten skizziert. In „Über die Koalitionsregierung” ist sein Ausgangspunkt, dass die Armee neuen Typs — unter der Führung einer wahren Kommunistischen Partei — die einzige Armee ist, die ihn entwickeln kann:

Diese Armee ist dadurch stark, dass alle, die ihr beigetreten sind, bewusst Disziplin halten; sie haben sich vereinigt und kämpfen nicht um der Privatinteressen einer Minderzahl oder einer kleinen Gruppe willen, sondern für die Interessen der breiten Volksmassen und für die Interessen der gesamten Nation. Fest an der Seite des chinesischen Volkes zu stehen und ihm mit ganzem Herzen zu dienen ist das einzige ziel dieser Armee.

Geleitet von diesem Ziel, besitzt diese Armee einen unbeugsamen Geist; sie ist entschlossen, jeden Feind zu überwältigen, sich selbst aber nie einem Feind zu unterwerfen. Wie gross die Schwierigkeiten und die Härten auch sein mögen, sie wird bis zum letzten Mann im Kampf ausharren.

Geleitet von diesem Ziel, besitzt diese Armee eine feste Einheit nach innen und aussen. Nach innen: Einheit zwischen Offizieren und Soldaten, zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, zwischen der militärischen Tätigkeit, der politischen Tätigkeit und der Tätigkeit im Etappendienst; nach aussen: Einheit zwischen Armee und Volk, zwischen Armee und Regierung, zwischen unseren Truppen und den befreundeten Truppen. Alle Erscheinungen, die dieser Einheit abträglich sind, müssen überwunden werden.

Geleitet von diesem Ziel, verfolgt diese Armee eine richtige Politik zur Gewinnung feindlicher Offiziere und Soldaten sowie der Behandlung der Kriegsgefangenen. Alle feindlichen Armeeangehörigen, die sich ergeben, die zu uns überlaufen oder nach Niederlegung der Waffen bereit sind, sich am Kampf gegen den gemeinsamen Feind zu beteiligen, sind uns willkommen und sind einer entsprechenden Erziehung versichert. Kriegsgefangene zu töten, zu misshandeln oder zu beleidigen ist verboten.

Geleitet von diesem Ziel, hat diese Armee ein System der Strategie und Taktik entwickelt, das für den Volkskrieg erforderlich ist. Sie ist darin geübt, den sich ändernden konkreten Bedingungen entsprechend, den Partisanenkrieg beweglich und elastisch zu führen, auch besitzt sie Übung im Bewegungskrieg.

Geleitet von diesem Ziel, hat diese Armee ein System der politischen Arbeit entwickelt, das für den Volkskrieg erforderlich ist und den Kampf für die Einheit unserer Armee, für den Zusammenschluss mit den befreundeten Armeen, für die Einheit mit dem Volk, für die Zersetzung der gegnerischen Armee und für die Gewährleistung des Sieges im Krieg zur Aufgabe hat.

Geleitet von diesem Ziel, ist die ganze Armee imstande, unter den Bedingungen des Partisanenkriegs die Kampf- und Ausbildungspausen auszunutzen, und hat sie bereits tatsächlich ausgenutzt, um sich mit der Produktion von Lebensmitteln und Massenbedarfsartikeln zu beschäftigen, mit denen die Armee völlig, zur Hälfte oder teilweise versorgt werden kann. Dadurch werden die wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwunden, verbessern sich die Lebensbedingungen der Armee und wird die Belastung der Bevölkerung erleichtert. Ausserdem hat sie in all ihren militärischen Stützpunktgebieten alle Möglichkeiten zur Schaffung einer Reihe kleiner Betriebe der Rüstungsindustrie ausgenutzt.

Diese Armee ist auch dadurch stark, dass bewaffnete breite Massenorganisationen wie die Selbstschutzabteilungen des Volkes und die Miliz in Koordination mit ihr kämpfen. In den befreiten Gebieten Chinas sind alle Männer und Frauen, von der Jugend angefangen bis zu den mittleren Jahrgängen, auf freiwilliger und demokratischer Grundlage, ohne ihre Produktionstätigkeit aufzugeben, in den antijapanischen Selbstschutzabteilungen des Volkes organisiert. Die Elite der Selbstschutzabteilungen wird in die Volksmiliz eingereiht, ausser denjenigen, die sich der Armee oder den Partisaneneinheiten anschliessen. Ohne die Kampfunterstützung seitens dieser bewaffneten Kräfte der Volksmassen wäre es unmöglich, den Feind zu besiegen.

Diese Armee ist schliesslich auch dadurch stark, dass sie in zwei Teile gegliedert ist: in Verbände der Hauptkräfte und regionale Verbände. Die ersteren können zu beliebiger Zeit eingesetzt werden, um überregionale operative Aufgaben durchzuführen; die Aufgaben der letzteren konzentrieren sich darauf, gemeinsam mit der Volksmiliz und den Selbstschutzabteilungen die jeweilige Gegend zu schützen und dort dem Gegner Schläge zu versetzen. Eine solche Gliederung findet die volle Unterstützung der Bevölkerung. Hätte es keine solche richtige Abgrenzung gegeben, würde man beispielsweise die ganze Aufmerksamkeit nur der Rolle der Hauptkräfte widmen und die Rolle der regionalen Verbände ignorieren, dann wäre es unter den in den befreiten Gebieten Chinas gegebenen Bedingungen ebenfalls unmöglich, den Feind zu besiegen. Unter den regionalen Verbänden sind zahlreiche bewaffnete Arbeitsgruppen aufgestellt worden, die gut ausgebildet und für die militärische und politische Arbeit sowie für die Massenarbeit besser qualifiziert sind. Diese Gruppen dringen tief in die Hinterlandsgebiete des Feindes auf dem Kriegsschauplatz hinter der feindlichen Linie ein, überfallen den Feind, rütteln die Volksmassen zum Kampf gegen die japanischen Aggressoren auf und unterstützen so die frontalen militärischen Operationen in den verschiedenen befreiten Gebieten; dabei haben sie bereits sehr beträchtliche Ergebnisse erzielt.

Unter Führung der demokratischen Machtorgane wird in den befreiten Gebieten Chinas die gesamte antijapanische Bevölkerung dazu aufgerufen, sich den Arbeiter-, Bauern-, Jugend-, Frauen- und Kulturorganisationen sowie den verschiedenen Organisationen für andere Berufs- und Arbeitsbereiche anzuschliessen und mit vollem Einsatz die mannigfaltige Arbeit zur Unterstützung der Armee zu leisten. Dazu gehört nicht nur die Mobilisierung der Bevölkerung zum Eintritt in die Armee, zum Transport von Lebensmitteln für die Armee, zur Vorzugsbehandlung der Familienangehörigen der Widerstandskämpfer und Unterstützung der Armee bei der Überwindung materieller Schwierigkeiten, sondern auch die Aktivierung der Partisanenabteilungen, der Volksmiliz und der Selbstschutzabteilungen zu Überraschungsangriffen und Sprengaktionen, zum Späherdienst, zur Ausrottung feindlicher Agenten, zum Transport und Schutz der Verwundeten – also alles zur unmittelbaren Hilfeleistung für die Kampfoperationen der Truppen. Gleichzeitig leistet die gesamte Bevölkerung der befreiten Gebiete begeistert allerlei Aufbauarbeit auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet sowie im Gesundheitswesen. Am wichtigsten ist hierbei, die gesamte Bevölkerung für die Produktion von Lebensmitteln und Massenbedarfsgütern zu mobilisieren und dafür Sorge zu tragen, dass alle Institutionen und Lehranstalten, mit Ausnahme von Sonderfällen, sich in den von Arbeit oder Studium freien Stunden an der Produktion für ihren Eigenbedarf beteiligen, um so die Bewegung der Bevölkerung und der Truppen für die Entwicklung der Produktion zur Selbstversorgung zu unterstützen und dadurch zur Schaffung eines gewaltigen Aufschwungs der Produktion beizutragen, durch den der langdauernde Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression unterhalten werden kann. Der Feind hat in den befreiten Gebieten Chinas äusserst schwere Zerstörungen angerichtet, auch werden diese Gebiete häufig von Überschwemmungen, Dürre und Pflanzenschädlingen heimgesucht. Doch unter Führung der demokratischen Machtorgane überwand und überwindet die gesamte Bevölkerung der befreiten Gebiete organisiert alle Schwierigkeiten; die gewaltigen Massenbewegungen zur Ausrottung von Heuschrecken, zur Wasserregulierung und zur Unterstützung der Katastrophengeschädigten haben in der Geschichte Chinas nie dagewesene Erfolge gezeitigt, wodurch der Widerstandskrieg auf lange Zeit fortgeführt werden kann. Kurz, alles für die Front, alles für die Niederschlagung der japanischen Aggressoren und für die Befreiung des chinesischen Volkes – das ist die allgemeine Losung, das ist die allgemeine Richtlinie der gesamten Armee und der gesamten Bevölkerung der befreiten Gebiete Chinas.

Dies ist ein wahrer Volkskrieg. Nur wenn wir einen solchen Volkskrieg führen, können wir den Feind der Nation besiegen. Die Kuomintang hat gerade deshalb Niederlagen erlitten, weil sie sich so verzweifelt gegen den Volkskrieg stemmt.

Wenn erst einmal die Truppen der befreiten Gebiete Chinas mit modernen Waffen ausgerüstet sind, dann werden sie noch stärker werden und imstande sein, die japanischen Aggressoren endgültig niederzuschlagen.”

Lasst uns innerhalb der gleichen grundlegenden Frage des Klassenkampfes ein weiteres Grundthema des Vorsitzenden Mao betrachten: Massen und Revolution. Nehmen wir als Ausgangspunkt folgende prinzipientreue Positionen des Maoismus: „Die Wahrheit des Marxismus mag tausende von Prinzipien enthalten, aber letzten Endes können sie in einem Satz zusammengefasst werden: „Rebellion ist gerechtfertigt„. Jahrtausendelang war behauptet worden, dass Unterdrückung berechtigt sei, dass Ausbeutung berechtigt sei und dass es unberechtigt sei zu rebellieren. Dieses alte Urteil wurde erst mit dem Aufkommen des Marxismus umgekehrt. Das ist ein grossartiges Verdienst. Durch Kampf lernte das Proletariat diese Wahrheit kennen, und Marx zog die Schlussfolgerung daraus. Entsprechend dieser Wahrheit leistet man Widerstand, kämpft man, ringt man um den Sozialismus.” ‚Die Internationale’ und Lenins Artikel drücken einen ganz und gar marxistischen Standpunkt und eine solche Weltanschauung aus. Was sie besagen ist, dass die Sklaven sich erheben und für die Wahrheit kämpfen müssen. Es gab weder jemals einen höheren Erlöser, noch können wir uns auf Götter oder Kaiser verlassen. Unsere Erlösung liegt darin, uns vollständig auf uns selbst zu verlassen. Wer hat die Welt der Menschen erschaffen? Wir, die arbeitenden Massen […]” „Das Volk und nur das Volk ist die Triebkraft, die die Weltgeschichte macht.” „Unter der Führung der Kommunistischen Partei kann – solange es Menschen gibt – jedes Wunder auf Erden vollbracht werden.” „Gegen die Strömung anzukämpfen ist ein Prinzip des Marxismus-Leninismus.” „Im Klassenkampf siegen gewisse Klassen, während andere vernichtet werden. Das ist der Lauf der Geschichte, das ist die Geschichte der Zivilisation seit Tausenden von Jahren. Erklärt man die Geschichte von diesem Standpunkt aus, so heisst das historischer Materialismus; nimmt man den entgegengesetzten Standpunkt ein, so ist das historischer Idealismus.” Und: „Die Kommunisten verzichten keineswegs auf ihre sozialistischen und kommunistischen Ideale.”

Über das Proletariat, die letzte Klasse der Geschichte: „Das Proletariat ist die grösste Klasse in der Geschichte der Menschheit”; „Marx sagte, das Proletariat müsse nicht nur sich selbst befreien, sondern die ganze Menschheit. Ohne die Befreiung der ganzen Menschheit kann das Proletariat seine eigene endgültige Befreiung nicht erlangen”; die Arbeiterklasse muss in allem die Führung innehaben.” „Die Arbeiterklasse soll auch im Verlaufe des Kampfes ihr politisches Bewusstsein ständig erhöhen.” Und: „Im Verlauf des Klassenkampfes und des Kampfes gegen die Natur verändert die Arbeiterklasse die gesamte Gesellschaft und erzieht gleichzeitig auch sich selbst um. Die Arbeiterklasse muss im Arbeitsprozess ständig lernen, muss ihre Mängel allmählich überwinden und darf niemals stehenbleiben.”

Sowie über die Bauernschaft, hauptsächlich die arme, und ihren Kampf:

„Das ist es eben, was manche Leute ‚Überspitzungen‘ nennen, oder wovon sie sagen: ‚Beim Korrigieren eines Fehlers das Mass überschritten‘ oder ‚Das ist wirklich unerhört‘. Solche Urteile mögen plausibel erscheinen, doch sind sie in Wirklichkeit ebenfalls falsch. Erstens haben die Tuhao und Liaschen sowie die gewalttätigen Grundherren selbst die Bauern zu diesen Dingen getrieben. Seit jeher haben sie ihre Macht missbraucht, um die Bauern zu tyrannisieren und auf ihnen herumzutrampeln, und eben dadurch kam es zu derartig heftigen Widerstandsaktionen der Bauern. Die stärksten Revolten und ernsthaftesten Unruhen ereigneten sich stets gerade dort, wo die Tuhao und Liaschen sowie die gewalttätigen Grundherren die schlimmsten Grausamkeiten begangen hatten. Die Bauern haben einen scharfen Blick. Wer schlecht ist und wer nicht, wer am schlimmsten gewütet hat und wer etwas milder war, wem eine strenge Strafe gebührt und wer mit einer leichteren davonkommen darf – über all das führten die Bauern ganz genaue Rechnung, und selten kommt es vor, dass das Mass der Sühne das der Schuld übersteigt. Zweitens ist eine Revolution kein Gastmahl, kein Aufsatzschreiben, kein Bildermalen oder Deckchensticken; sie kann nicht so fein, so gemächlich und zartfühlend, so massvoll, gesittet, höflich, zurückhaltend und grossherzig durchgeführt werden. Die Revolution ist ein Aufstand, ein Gewaltakt, durch den eine Klasse eine andere Klasse stürzt. Die Revolution im Dorfe ist eine Revolution, in der die Bauernschaft die Macht der feudalen Grundherrenklasse stürzt. Ohne die maximale Kraftanstrengung ist es der Bauernschaft unmöglich, die seit Jahrtausenden tiefeingewurzelte Macht der Grundherrenklasse zu brechen. Auf dem Lande muss es zu einer gewaltigen revolutionären Aufwallung kommen; erst dann kann man die Millionenmassen in Bewegung setzen, damit sie zu einer gigantischen Kraft werden. Alle obenerwähnten und als ‚Überspitzungen‘ bezeichneten Handlungen entsprangen der Kraftentfaltung der Bauern, die durch den mächtigen revolutionären Aufruhr auf dem Lande hervorgerufen wurde. Diese Handlungen sind in der zweiten Periode der Bauernbewegung (der Periode revolutionärer Aktionen) höchst notwendig. In dieser zweiten Periode muss man die uneingeschränkte Macht der Bauern errichten. Da darf man eine boshafte Kritik an den Bauernvereinigungen nicht dulden. Da muss man die Macht der Schenschi vollends stürzen, die Schenschi zu Boden werfen und ihnen sogar den Fuss auf den Nacken setzen. In der zweiten Periode sind alle jene Handlungen, die man ‚Überspitzungen‘ nennt, von revolutionärer Bedeutung. Geradeheraus gesagt, in jedem Dorf ist eine kurze Periode des Terrors notwendig, andernfalls ist es völlig unmöglich, die Tätigkeiten der Konterrevolutionäre auf dem Lande zu unterdrücken und die Macht der Schenschi zu brechen. Um einen Fehler zu korrigieren, mus man das Mass überschreiten, andernfalls kann der Fehler nicht korrigiert werden. Jene, die von ‚Überspitzungen‘ der Bauern reden, scheinen sich auf den ersten Blick von den früher erwähnten Leuten zu unterscheiden, die ‚Es ist sehr schlimm!‘ schreien; doch dem Wesen nach gehen die ersteren wie die letzteren von ein und demselben Standpunkt aus, vertreten die gleiche Theorie der Grundherren, die die Interessen der privilegierten Klassen verteidigt. Da diese Theorie den Aufschwung der Bauernbewegung hemmt und somit die Revolution untergräbt, müssen wir sie entschieden bekämpfen.

Mit einem Wort, jene, die von den Schenschi verachtet und in den Schmutz getreten wurden, für die es keinen Platz in der Gesellschaft gab, die den Mund nicht aufmachen durften, haben jetzt – siehe da! – das Haupt erhoben. Und sie haben nicht nur das Haupt erhoben, sondern auch die Macht in ihre Hände genommen. Sie leiten jetzt die Gemeinde Bauernvereinigungen (die unterste Gliederung der Vereinigungen), und diese Organisationen sind in ihren Händen zu einer höchst ungemütlichen Angelegenheit geworden. Sie haben ihre rauhen und rissigen Arbeitshände erhoben und den Schenschi auf die Schultern gelegt. […] Die früher die Niedrigsten waren, sind jetzt die Höchsten, und das nennt man eben ‚das Unterste zuoberst kehren‘.

Wir haben bereits oben gesagt, das die Bauern ein revolutionäres Werk vollendet haben, das lange Jahre auf sich hatte warten lassen, das sie eine bedeutsame Leistung für die nationale Revolution vollbracht haben. War aber diese grosse Revolution, diese bedeutsame revolutionäre Leistung das Werk der Bauernschaft in ihrer Gesamtheit? Nein. Es gibt dreierlei Bauern: die Gross-, die Mittel- und die armen Bauern.

In dem erbitterten und hartnäckigen Kampf, der im Dorf vor sich geht, sind stets die armen Bauern die Hauptkraft. Sowohl in der illegalen Periode wie in der Periode des offenen Auftretens waren und sind die armen Bauern aktive Kampfer. Sie sind es, die sich am willigsten von der Kommunistischen Partei führen lassen. Sie sind Todfeinde der Tuhao und Liaschen, stürmen deren Lager ohne zu zaudern. ‚Wir sind längst bei der Bauernvereinigung, warum zögert ihr noch?‘ rufen sie den Grossbauern zu. Und diese antworten ihnen hämisch: ‚Ihr habt nicht einen Dachziegel über dem Kopf und nicht eine Handbreit Boden unter den Füssen, da solltet ihr nicht dabei sein?‘ […] Diese Riesenmasse armer Bauern mit insgesamt 70 Prozent der Landbevölkerung ist das Rückgrat der Bauernvereinigungen, sie bildet die Vorhut beim Sturz der feudalen Kräfte; es sind dies jene verdienstvollen Pioniere, die das grosse revolutionäre Werk vollbracht haben, das so viele Jahre ungetan geblieben war. Ohne die arme Bauernschaft (den ‚Pöbel‘, wie sie von den Schenschi genannt wird) wäre es ganz und gar unmöglich gewesen, die derzeitige revolutionäre Situation auf dem Lande zu schaffen, die Tuhao und Liäschen zu stürzen und die demokratische Revolution zu vollenden. Da die armen Bauern am revolutionärsten sind, haben sie die Führung der Bauernvereinigungen in ihre Hände genommen. […] Die Führung durch die armen Bauern ist eine absolute Notwendigkeit. Ohne die armen Bauern gäbe es keine Revolution. Wer ihre Rolle negiert, der negiert die Revolution. Wer über die armen Bauern herfällt, der fällt über die Revolution her. Was die allgemeine Richtung der Revolution betrifft, haben sie nie Fehler begangen.”

Der Vorsitzende Mao Tsetung hat skizziert, dass der Klassenkampf in ein „grosses Zeitalter der radikalen Veränderung” eingetreten ist. Diese These von höchster Wichtigkeit muss unseren Kampf leiten. Folglich müssen wir dem Maoismus alles entnehmen, was diesem Ziel dient. Daher sollte unser Ausgangspunkt sein, was er 1962 festgestellt hat: „Von jetzt an gerechnet sind die nächsten rund 50 bis 100 Jahre ein grosses Zeitalter der radikalen Veränderung des Gesellschaftssystems in der Welt, ein weltumstürzendes Zeitalter, ein Zeitalter, mit dem sich keine der vergangenen Geschichtsperioden vergleichen kann. Da wir uns in einem solchen Zeitalter befinden, müssen wir uns darauf vorbereiten, grosse Kämpfe zu führen, die sich durch viele Merkmale in der Form von den Kämpfen in den vergangenen Epochen unterscheiden.” Innerhalb dieser Ära beschrieb er die Perspektiven für den Imperialismus und die Aufgaben der Völker der Welt wie folgt:

„Das Leben des Imperialismus wird nicht von langer Dauer sein; denn er begeht alle nur möglichen Übeltaten. Er ist besonders darauf aus, die volksfeindlichen Reaktionäre in den verschiedenen Ländern hochzupäppeln, hält gewaltsam eine grosse Zahl von Kolonien, Halbkolonien und Militärstützpunkten besetzt, bedroht den Frieden mit einem Atomkrieg. Eben dadurch zwingt er mehr als neunzig Prozent der Weltbevölkerung, sich jetzt schon oder in Zukunft gemeinsam zum Kampf gegen ihn zu erheben. Doch sind die Imperialisten derzeit noch am Leben und verüben immer noch ihre Willkür- und Gewalttaten gegen Asien, Afrika und Lateinamerika. Auch in der westlichen Welt unterdrücken sie nach wie vor die Volksmassen ihrer eigenen Länder. Diese Situation muss geändert werden. Der Aggression und Unterdrückung seitens des Imperialismus, hauptsächlich des amerikanischen, ein Ende zu setzen, ist die Aufgabe der Völker der Welt.”

Auf gleiche Weise definiert er eine neue historische Periode: „Der Sowjetrevisionismus und der USA-Imperialismus, die unter einer Decke stecken, haben so viel üble und berüchtigte Taten begangen, dass die revolutionären Völker der ganzen Welt sie nicht unbestraft entkommen lassen werden. Die Völker aller Länder erheben sich. Eine neue Geschichtsperiode des Kampfes gegen den USA-Imperialismus und gegen den Sowjetrevisionismus hat bereits begonnen.” Diese Ära und ihre konkreten Bedingungen verlangen von uns, angemessene Aufmerksamkeit auf die Widersprüche zwischen den imperialistischen Ländern zu legen:

„Wir sollten den gegenseitigen Kampf zwischen den imperialistischen Ländern als eine grosse Sache betrachten. Lenin tat das und auch Stalin. Die von ihnen beschriebenen indirekten Reservearmeen der Revolution meinten dies. China hat bei der Organisierung der revolutionären Stützpunkte auch ‚aus dieser Schale gegessen‘. Früher existierten bei uns die Widersprüche zwischen einzelnen Cliquen der Gutsherren- und Kompradorenklasse. Hinter diesen Widersprüchen stehen die Widersprüche zwischen den einzelnen imperialistischen Ländern. Weil sie im Innern solche Widersprüche haben, wird zu gegebener Zeit, wenn wir uns darauf verstehen, diese Widersprüche auszunutzen, nur ein Teil der Feinde in direktem Kampf mit uns stehen und nicht die Gesamtheit der Feinde; überdies gewinnen wir oft Zeit zu Rückzug und Umgruppierung.

Nach dem Sieg der Oktober-Revolution waren ein wichtiger Grund für ihre Festigung die vielen inneren Widersprüche des Imperialismus. Damals schickten vierzehn imperialistische Länder Truppen zur Intervention. Aber die von jedem Land entsandten Truppen waren nicht zahlreich, überdies waren sie sich nicht einig und bekämpften sich gegenseitig. Im Koreakrieg waren Amerika und seine Verbündeten sich auch nicht einig. Der Krieg konnte nicht beendet werden. Nicht nur Amerika konnte sich nicht völlig engagieren, sondern auch England und Frankreich wollten nicht. Die internationale Bourgeoisie fühlt sich jetzt sehr unsicher. Wenn irgendein Wind, weht und sich das Gras bewegt, hat sie Angst. Ihre Wachsamkeit ist sehr gross, aber ihre innere Verfassung ist sehr einandergeraten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Wirtschaftskrisen in der kapitalistischen Gesellschaft nicht mehr die gleichen wie die zur Zeit von Marx, sie haben sich gewandelt. Früher gab es im grossen und ganzen alle sieben, acht oder zehn Jahre einmal eine Krise. In den vierzehn Jahren vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1959 gab es bereits dreimal eine Krise.

Die heutige internationale Lage ist viel gespannter als die nach dem Ersten Weltkrieg. Damals befand sich der Kapitalismus noch in einer Periode relativer Stabilität. Ausser in der Sowjetunion scheiterte in allen anderen Ländern die Revolution. England und Frankreich waren voller Lebensgeist. Die Bourgeoisie der einzelnen Länder hatte vor der Sowjetunion auch keine so grosse Angst. Abgesehen davon, dass Deutschland die Kolonien genommen wurden, war das ganze imperialistische Kolonialsystem noch nicht zerfallen. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachen drei besiegte imperialistische Länder zusammen. England und Frankreich waren auch geschwächt und heruntergekommen. Die sozialistische Revolution siegte in mehr als zehn Ländern; das Kolonialsystem zerbrach. Die kapitalistische Welt wird nicht wieder die relative Stabilität der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erreichen können.”

Innerhalb dieses Rahmens und seiner Eigenschaften schlug der Vorsitzende Mao seine These „drei Welten gestalten sich” vor — 1974 folgendermassen zu Papier gebracht: „Meiner Meinung nach bilden die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion die Erste Welt. Japan, Europa und Kanada, die Kräfte der Mitte, gehören zur Zweiten Welt. Wir sind die Dritte Welt.” „Die Dritte Welt hat eine grosse Bevölkerung. Mit Ausnahme Japans gehört Asien zur Dritten Welt. Ganz Afrika gehört zur Dritten Welt, und Lateinamerika ebenfalls.” Diese These steht im kompletten Gegensatz zur revisionistischen „Drei-Welten-Theorie” von Teng und seiner Bande. Die These der „drei Welten die sich ausformen” ist mit Positionen verbunden, die der Vorsitzenden Mao im Jahre 1946 im „Gespräch mit der amerikanischen Korrespondentin Anna Louise Strong” hochgehalten hat: „Die USA und die Sowjetunion sind voneinander durch eine sehr ausgedehnte Zone getrennt, die viele kapitalistische sowie koloniale und halbkoloniale Länder Europas, Asiens und Afrikas umfasst. Bevor die USA-Reaktionäre diese Länder nicht unterworfen haben, kann von einem Angriff auf die Sowjetunion nicht die Rede sein.”

Und, im Jahre 1957, in der „Rede auf einer Konferenz der Sekretäre”:

[…] die internationale Lage. Im Mittleren Osten hat es den Suezkanal-Vorfall gegeben. Ein Mann, der Nasser heisst, verstaatlichte den Kanal, ein anderer, er heisst Eden, schickte Truppen zu einem Überfall hin, und ihm auf den Fersen folgte ein dritter, Eisenhower mit Namen, der die Engländer verdrängen und das ganze Gebiet an sich reissen wollte. Die britische Bourgeoisie, Altmeisterin im Intrigieren und Manövrieren, ist eine Klasse, die genau weiss, wann der Zeitpunkt gekommen ist, Kompromisse zu schliessen. Aber diesmal hat sie versagt und den Mittleren Osten den Amerikanern in die Hände fallen lassen. Welch kolossaler Fehler! Fehler dieser Art finden sich nicht viele in ihrer Geschichte. Wie kam es also dazu, dass sie diesmal den Kopf verlor und solch einen grossen Fehler beging? Der Druck der Vereinigten Staaten war zu gross, so geriet sie vor lauter Begierde, den Mittleren Osten zurückzuerobern und die Vereinigten Staaten in ihrem Vormarsch zu stoppen, ausser sich. Richtete sich der Angriff Englands hauptsächlich gegen Ägypten? Nein. Die Aktionen Englands richteten sich gegen die Vereinigten Staaten, genauso wie die der Vereinigten Staaten sich gegen England richteten.

Diese Ereignisse geben den Blick auf den Brennpunkt des gegenwärtigen Kampfes in der Welt frei. Selbstverständlich sind die Widersprüche zwischen den imperialistischen und den sozialistischen Ländern sehr scharf, aber jetzt ringen die imperialistischen Staaten miteinander um verschiedene Gebiete, und der Kampf gegen den Kommunismus dient ihnen nur als Vorwand. Um welche Gebiete ringen sie? Um die Territorien Asiens und Afrikas mit ihrer Milliarde Bewohner. Zur Zeit konzentriert sich ihr Ringen auf den Mittleren Osten, ein strategisch äusserst wichtiges Gebiet, und insbesondere auf die Suezkanal-Zone in Ägypten. Dort sind zwei Arten von Widersprüchen und drei Arten von Kräften in Konflikt geraten. Die zwei Arten von Widersprüchen sind: erstens die Widersprüche zwischen den verschiedenen imperialistischen Mächten, das heisst zwischen den USA und England sowie zwischen den USA und Frankreich; zweitens die Widersprüche zwischen den imperialistischen Mächten und den unterdrückten Nationen. Die drei Arten von Kräften sind: erstens die USA, die grösste imperialistische Macht; zweitens England und Frankreich, die imperialistischen Mächte zweiten Ranges; und drittens die unterdrückten Nationen. Asien und Afrika sind heute die Hauptgebiete, um die die Imperialisten ringen. In diesen Gebieten sind nationale Unabhängigkeitsbewegungen entstanden. Die USA wenden bald gewaltsame, bald friedliche Methoden an, das ist das Spiel, das sie im Mittleren Osten spielen.”

Schliesslich, über die grundlegende Frage des Klassenkampfes, besonders in dieser „grossen Ära; lasst uns sehen, wie wir dem Maoismus folgen, um den Kampf für die Revolution im Dienste des Sozialismus und des Kommunismus — dem grossen unabänderlichen Ziel der Menschheit — zu skizzieren:

Kommunismus bedeutet das geschlossene System der Ideologie des Proletariats und zugleich auch ein neues Gesellschaftssystem. Diese Ideologie und diese Gesellschaftsordnung unterscheiden sich von jeder anderen Ideologie und Gesellschaftsordnung, sie sind das vollkommenste, fortschrittlichste, revolutionärste und vernünftigste ideologische beziehungsweise soziale System in der ganzen Menschheitsgeschichte.”

Und:

„Das sozialistische System wird letzten Endes an die Stelle des kapitalistischen Systems treten; das ist ein vom Willen der Menschen unabhängiges objektives Gesetz. Welche Versuche auch immer die Reaktionäre unternehmen mögen, das Rad der Geschichte aufzuhalten, es wird dennoch früher oder später die Revolution ausbrechen, die dann unvermeidlich den Sieg davontragen wird.”

Dies ist der notwendige Ausgangspunkt, zu dem man die Notwendigkeit der Kommunistischen Partei hinzufügen sollte:

Will man die Revolution, dann muss man eine revolutionäre Partei haben. Ohne eine revolutionäre Partei, die gemäss der revolutionären Theorie und dem revolutionären Stil des Marxismus-Leninismus aufgebaut ist, ist es unmöglich, die Arbeiterklasse und die breiten Volksmassen zum Sieg über den Imperialismus und seine Lakaien zu führen. In den mehr als hundert Jahren seit der Geburt des Marxismus haben sich erst durch das Vorbild der russischen Bolschewiki bei der Leitung der Oktoberrevolution und des sozialistischen Aufbaus sowie bei der Niederschlagung der faschistischen Aggression revolutionäre Parteien neuen Typus im Weltmassstab gebildet und entwickelt. Mit dem Vorhandensein solcher revolutionären Parteien hat sich das Antlitz der Weltrevolution geändert. Diese Wandlung war so gewaltig, dass es zu grandiosen Umwälzungen kam, wie sie sich die Menschen der älteren Generation gar nicht vorstellen konnten. Die Kommunistische Partei Chinas ist eine Partei, die sich nach dem Vorbild der Kommunistischen Partei der Sowjetunion aufgebaut und entwickelt hat. Mit der Geburt der Kommunistischen Partei Chinas hat die chinesische Revolution ein völlig neues Antlitz bekommen. Ist diese Tatsache nicht klar genug?”

Heute muss so eine Partei nicht nur marxistisch-leninistisch, sondern marxistisch-leninistisch-maoistisch sein — eine Partei, die sich leiten muss von: „Die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der ideologischen und politischen Linie entscheidet alles. Wenn die Linie der Partei richtig ist, haben wir alles: Wenn wir keine Menschen haben, werden wir sie haben; wenn wir keine Gewehre haben, können wir sie bekommen; wenn wir die Staatsmacht nicht haben, werden wir imstande sein, sie zu erobern. Doch ist die Linie falsch, werden wir das verlieren, was wir schon haben.” Eine Partei, die sich immer daran erinnern muss: „Um eine politische Macht zu stürzen, ist es notwendig, vor allem die öffentliche Meinung zu schaffen und in der ideologischen Sphäre zu arbeiten. Das trifft zu für die revolutionären wie für die konterrevolutionären Klassen.” Somit, im Führen der Revolution: „In einem lebensgefährlichen Augenblick verlegen sich die Ausbeuterklassen mit Sicherheit auf Gewalt. Sobald sie nur erkennen, dass die Revolution ihr Haupt erhebt, werden sie bewaffnete Gewalt anwenden, um die Revolution zu ersticken […] Nicht nur, nachdem das Volk bereits die revolutionäre Macht organisiert hat, wollen die Ausbeuterklassen mit Gewalt gegen die revolutionäre Macht angehen. Bereits wenn das Volk sich erhebt, um ihnen die Macht zu entreissen, benutzen sie Gewalt, um das revolutionäre Volk zu unterdrücken.” Und: „Alle Reaktionäre versuchen, die Revolution durch Gemetzel zu unterdrücken. Sie nehmen an, je mehr Menschen sie morden, um so schwächer wird die Revolution. Aber die Tatsachen stehen zu diesem subjektiven Wunschdenken der Reaktionäre im Gegensatz. Je mehr Menschen sie morden, desto grösser wird die revolutionäre Kraft, desto schneller nähern sie sich ihrem Untergang. Das ist eine unentrinnbare Gesetzmässigkeit.” Und hauptsächlich: „Alle revolutionären Kämpfe der Welt haben die Ergreifung der politischen Macht und ihre Konsolidierung zum Ziel.” Und: „Alle reaktionären Kräfte, die dem Untergang nahe sind, wehren sich jedoch stets verzweifelt bis zum äussersten.” „Die unterdrückten Völker und Nationen dürfen keineswegs ihre Hoffnung auf Befreiung an die ‚Vernunft‘ der Imperialisten und deren Lakaien knüpfen; sie können nur dann den Sieg erringen, wenn sie ihre Einheit stärken und im Kampf ausharren.” „Völker der ganzen Welt, seid mutig, habt Mut zu kämpfen, fürchtet keine Schwierigkeiten, stürmt Welle auf Welle vorwärts und die ganze Welt wird den Völkern gehören. Alle finsteren Mächte werden restlos vernichtet werden.”

Eine Partei, die anwendet:

„Die Politik ist der Ausgangspunkt aller praktischen Handlungen einer revolutionären Partei, und sie kommt auch im Verlauf dieser Handlungen und in deren Endergebnis zum Ausdruck. Jegliche Aktivität einer revolutionären Partei ist die Durchführung ihrer Politik. Führt sie keine richtige Politik durch, dann betreibt sie eben eine falsche; führt sie eine bestimmte Politik nicht bewusst durch, dann tut sie das blindlings. Was man Erfahrungen nennt, das sind der Verlauf der Durchführung einer Politik und ihr Endergebnis. Nur durch die Praxis des Volkes, d. h. durch die Erfahrungen kann sich erweisen, ob eine Politik richtig oder falsch ist, nur dadurch kann man feststellen, inwieweit sie richtig beziehungsweise falsch war. Es gibt aber keine Praxis der Menschen, insbesondere keine Praxis einer revolutionären Partei und der revolutionären Volksmassen, die nicht mit dieser oder jener Politik verbunden wäre. Daher müssen wir vor jeder Aktion den Parteimitgliedern und den Massen unsere den Umständen gemäss festgelegte Politik klarmachen. Andernfalls werden die Parteimitglieder und die Massen aufhören, sich von unserer Politik leiten zu lassen, sie werden blindlings handeln und eine falsche Politik durchführen.”

Im Aufbau ordnen wir uns dem unter, was der Vorsitzende Mao festgelegt hat: „Revolutionäre Formen der Organisation müssen den Notwendigkeiten des revolutionären Kampfes entsprechen. Wenn es sich herausstellt, dass eine organisatorische Form nicht mehr den Notwendigkeiten des Kampfes entspricht, muss sie abgeschafft werden”; und „die organisatorischen Aufgaben müssen den politischen untergeordnet werden.” Und die grosse Orientierung: „Folglich sind die Einheitsfront, der bewaffnete Kampf und der Aufbau der Partei die drei grundlegenden Fragen unserer Partei in der chinesischen Revolution. Diese drei Fragen sowie ihre gegenseitigen Beziehungen richtig begriffen zu haben, das bedeutet gleichzeitig, eine richtige Führung der gesamten chinesischen Revolution zu gewährleisten.” Und die Partei als einen Widerspruch begreifend, muss sie inmitten des Zweilinienkampfes in seinem Herzen entwickelt werden und sich folgendem unterordnen: „Entweder der Ostwind übertrifft den Westwind, oder der Westwind übertrifft den Ostwind; es gibt keinen Platz für einen Kompromiss zwischen den beiden Linien.”; sowie Berichtigungskampagnen”, zur Konsolidierung der Partei — ideoogisch, politisch und organisatorisch.

Andererseits, wenn man die nationale Frage angeht, sollte man von folgendem ausgehen: „Beim nationalen Kampf handelt es sich, wenn man der Sache auf den Grund geht, um einen Klassenkampf.” und im Kopf behalten: „Die grossen Länder und die reichen Länder verachten die kleinen Länder und die armen Länder. Und das nicht ohne Grund, denn wir sind rückständig […] Die Verachtung, die andere für uns haben, ist nichtsdestotrotz von Vorteil. Sie zwingt uns, zu arbeiten und voranzuschreiten.” Ausserdem sollte man das Problem der nationalen Minderheiten ernsthaft erwägen:

„Die nationalen Minderheiten in unserem Lande zählen über 30 Millionen Menschen. Obwohl sie nur sechs Prozent der Gesamtbevölkerung Chinas ausmachen, bewohnen sie riesige Gebiete, etwa 50 bis 60 Prozent der Gesamtfläche des Landes. Deshalb sollten zwischen der Han-Bevölkerung und den nationalen Minderheiten unbedingt gute Beziehungen gepflegt werden. Der Schlüssel für die Lösung dieser Frage liegt in der Überwindung des Gross-Han-Chauvinismus. Gleichzeitig muss auch der Lokalnationalismus dort, wo es ihn unter den nationalen Minderheiten gibt, überwunden werden. Wie der Gross-Han-Chauvinismus, so ist auch der Lokalnationalismus der Einheit aller Nationalitäten abträglich. Das ist einer der Widersprüche im Volk, der zu überwinden ist.”

Was Strategie und Taktik angeht:

Für den Kampf gegen die Feinde haben wir uns im Verlauf einer langen Zeit folgende Auffassung erarbeitet: Strategisch müssen wir alle Feinde geringschätzen, taktisch aber müssen wir sie ernstnehmen. Das heisst, im ganzen genommen müssen wir sie geringschätzen, in jeder konkreten Frage aber müssen wir sie ernstnehmen. Wenn wir die Feinde nicht im ganzen genommen geringschätzen, so werden wir in opportunistische Fehler verfallen. Marx und Engels waren nur zwei Einzelmenschen, aber sie sagten schon zu ihrer Zeit, dass der Kapitalismus in der ganzen Welt gestürzt werden wird. Wenn wir aber die Feinde in konkreten Fragen, in jeden einzelnen Gegner betreffenden Fragen nicht ernstnehmen, verfallen wir in die Fehler des Abenteuertums. Im Krieg kann nur eine Schlacht nach der andern ausgefochten und die Feinde können nur einer nach dem andern vernichtet werden. Fabriken können nur eine nach der andern errichtet werden, und der Bauer kann sein Feld nur Furche für Furche umpflügen. Mit dem Essen verhält es sich ebenso. Strategisch gesehen, ist die Einnahme einer Mahlzeit kein Problem: Wir können sie ohne weiteres bewältigen. Aber konkret gesehen, schlucken wir einen Happen nach dem andern. Man kann nicht ein ganzes Festessen auf einmal verschlingen. Das heisst eben: eins nach dem anderen erledigen. In der militärwissenschaftlichen Literatur nennt man das: den Feind einzeln schlagen.”

Dies sollte man mit dem ergänzen, was der Vorsitzende Mao in „Über unsere Politik” festgelegt hat: „In Bezug auf die wechselseitigen Beziehungen zu den verschiedenen Klassen innerhalb des Landes besteht unsere grundlegende Politik darin, die fortschrittlichen Kräfte zu entfalten, die Kräfte der Mitte zu gewinnen und die antikommunistischen ultrakonservativen Kräfte zu isolieren.„; und: „Im Kampf gegen die antikommunistischen Ultrakonservativen müssen wir die Widersprüche ausnutzen, die Mehrheit gewinnen, der Minderheit entgegentreten, die Feinde einzeln schlagen; dabei müssen wir im Recht sein, Vorteil haben und masshalten.„

Innerhalb dieser Perspektive müssen sich die Intelektuellen, die Frauen und die Jugend von folgendem leiten lassen: „Ohne eine revolutionäre Intelligenz kann die Revolution nicht siegen. „Ohne Zusammenschluss mit den Arbeiter- und Bauernmassen wird die Intelligenz jedoch nichts zustande bringen können. Letzten Endes befindet sich die Trennungslinie zwischen einem revolutionären Intellektuellen und einem nicht-revolutionären oder konterrevolutionären Intellektuellen dort, wo es sich zeigt, ob einer willens ist, sich mit den Massen der Arbeiter und Bauern zu verbinden, und ob er das auch tatsächlich tut.” Über Frauen: „Die Frauen machen die Hälfte der Bevölkerung aus. Die wirtschaftliche Stellung der werktätigen Frauen und die Tatsache, dass sie besonders unterdrückt werden, beweisen nicht nur, wie dringend die Frauen die Revolution benötigen, sondern auch, dass sie eine für den Sieg oder die Niederlage der Revolution entscheidende Kraft sind.” Und dem maoistischen Prinzip folgend, dass die Emanzipation der Frau Teil der Emanzipation des Proletariats ist, muss man fest hochhalten: „Die Zeit, da sich die Frauen des ganzen Landes erheben, wird der Tag des Sieges der chinesischen Revolution sein.” „Die echte Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau kann nur im Verlauf der sozialistischen Umgestaltung der ganzen Gesellschaft verwirklicht werden”; und: „Schliesst euch zusammen, nehmt teil an der Produktion und an der politischen Tätigkeit, damit die wirtschaftliche und politische Stellung der Frauen verbessert wird” Über die Jugend: „Die Welt ist euer, wie sie auch unser ist, doch letzten Endes ist sie eure Welt. … Die Welt gehört euch.” „Die Jugend ist die aktivste und lebendigste Kraft der Gesellschaft. Sie ist am meisten begierig zu lernen, am wenigsten konservativ im Denken.” Und: „Was denn soll das Kriterium dafür sein, ob ein junger Mensch revolutionär ist? Wie kann man das feststellen? Es gibt nur ein Kriterium: Will er sich mit den breiten Massen der Arbeiter und Bauern verbinden und tut er das auch tatsächlich oder nicht. Wenn er sich mit den Arbeitern und Bauern verbinden will und das tatsächlich tut, ist er revolutionär; andernfalls ist er nicht revolutionär oder konterrevolutionär. Wenn er sich heute mit den Massen der Arbeiter und Bauern verbindet, ist er heute ein Revolutionär. Wenn er aber morgen nicht mit ihnen verbunden ist oder umgekehrt das einfache Volk unterdrückt, wird er ein Nichtrevolutionär oder ein Konterrevolutionär sein.”

Ihrerseits ordnen sich Kommunisten — die Mitglieder der Kommunistischen Partei — immer diesen weisen Worten unter: „Wir chinesischen Kommunisten, deren Ausgangspunkt die höchsten Interessen der breitesten Volksmassen Chinas sind, glauben an die absolute Gerechtigkeit unserer Sache, scheuen vor keinem persönlichen Opfer zurück und sind jederzeit bereit, unser Leben für die Sache hinzugeben.” Und ferner: „Dabei muss man jedoch äusserst wachsam gegenüber Karrieristen und Verschwörern wie Chruschtschow sein und verhüten, dass Halunken dieser Art auf verschiedenen Ebenen die Führung in Partei und Staat an sich reissen.”

Aber nicht nur die Kommunisten, sondern alle Revolutionäre und das ganze Volk müssen immer im Kopf behalten, dass:

„Überall, ausser in der Wüste, gibt es Menschenmassen, gibt es Menschenmassen, die sich unausbleiblich in Linke, in der Mitte Stehende und Rechte teilen. Das wird auch in zehntausend Jahren noch der Fall sein.”

[…]

In ihrer Unfähigkeit, dem Taifun standzuhalten, beginnen die schwankenden Elemente, sich hierhin und dahin zu neigen. Das ist eine Gesetzmässigkeit. Ich rate euch allen, darauf zu achten. Manche, die sich einigemal hin und her bewegt haben, bekommen Erfahrung und hören mit dem Schwanken auf. Aber es gibt eine Sorte Menschen, die niemals aufhören wird, von einer Seite zur anderen zu wechseln. Sie sind wie Reis und andere Gewächse dieser Art, die schon bei einem Windhauch in Bewegung geraten, weil ihre Halme sehr dünn sind. Kaoliang und Mais mit ihren stärkeren Halmen sind schon besser. Aber nur grosse Bäume stehen unbeugsam und fest. Taifune gibt es jedes Jahr. Ideologische und politische Taifune gibt es auch jedes Jahr, bei uns China wie im Ausland. Das ist eine Naturerscheinung in der Gesellschaft. Eine politische Partei ist eine Art Gesellschaft, eine Art politische Gesellschaft. Die politischen Parteien bilden die erste Kategorie der politischen Gesellschaft. Sie sind Klassenorganisationen”.

[…]

„Die Repräsentanten aller Ausbeuterklassen pflegen, wenn die Dinge ungünstig für sie stehen, zur Taktik des Angriffs als Mittel der Verteidigung zu greifen, um heute zu überleben und sich für morgen Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern. Gerüchte werde aus der Luft gegriffen und in aller Öffentlichkeit Lügen verbreitet; einige Erscheinungen an der Oberfläche werden herausgegriffen, um das Wesen der Dinge anzugreifen; einige Leute werden mit Lob überschüttet, andere werden verdammt; Dinge werden verzerrt und übertrieben, um ‚Durchbrüche zu erzielen‘ und um uns in eine schwierige Lage zu bringen. Kurzum, sie sind ständig auf der Suche nach einer Taktik für den Kampf gegen uns und ‚erkunden das Gelände‘ für die Verwirklichung ihrer dunklen Pläne. Manchmal ‚stellen‘ sie ‚sich tot‘ und lauern auf die Chance, ‚zum Gegenangriff überzugehen‘. Sie haben langjährige Erfahrungen im Klassenkampf und sind in verschiedenen Kampfformen bewandert, legalen und illegalen. Wir Revolutionäre müssen ihre Tricks kennen und ihre Taktik studieren, um sie zu besiegen. Wir dürfen auf keinen Fall in die Naivität von Buchgelehrten verfallen und den komplizierten Klassenkampf für etwas ganz Einfaches halten.”

Und:

„Ich bin der Meinung, dass es für uns, sei es für den einzelnen, für eine Partei, eine Armee oder eine Schule – schlecht ist, wenn der Feind nicht gegen uns Front macht, denn in diesem Fall würde es doch bedeuten, dass wir mit dem Feind unter einer Decke steckten. Wenn wir vom Feind bekämpft werden; dann ist das gut; denn es ist ein Beweis, dass wir zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich gezogen haben. Wenn uns der Feind energisch entgegentritt, uns in den schwärzesten Farben malt und gar nichts bei uns gelten lässt, dann ist das noch besser; denn es zeugt davon, dass wir nicht nur zwischen uns und dem Feind eine klare Trennungslinie gezogen haben, sondern dass unsere Arbeit auch glänzende Erfolge gezeitigt hat.”

Und zuversichtlich in folgendem: „Durch grosse Unordnung kommt es zur Ordnung auf der Erde.” „ir müssen uns immer von diesen leuchtenden Worten des Vositzenden Mao Tse-tung leiten lassen: „Die Welt schreitet vorwärts, die Zukunft ist glänzend, und niemand kann diese allgemeine Tendenz der Geschichte ändern. … Kurz gesagt, die Zukunftsperspektiven sind glänzend, der Weg ist aber voller Windungen und Wendungen.”

Das Volk eines kleinen Landes kann, wenn es Mut hat, sich zum Kampf zu erheben und zu den Waffen zu greifen, und die Geschicke seines Landes in die Hand nimmt, bestimmt die Aggression einer Grossmacht vereiteln. Das ist ein Gesetz der Geschichte.”

Die gegenwärtige grosse proletarische Kulturrevolution ist absolut notwendig und wird genau zur rechten Zeit durchgeführt, um die Diktatur des Proletariats zu festigen, die Restauration des Kapitalismus zu verhüten und den Sozialismus aufzubauen.”

Die Gefahr eines neuen Weltkriegs bleibt immer noch bestehen, und die Völker aller Länder müssen dagegen Vorbereitungen treffen. Aber die Haupttendenz in der heutigen Welt ist Revolution.” „‚Das Neue löst das Alte ab.‘ Das ist ein allgemeines und ewig unumstössliches Gesetz des Weltalls.”

Nichts ist schwierig in dieser Welt, ist da der Wille die Höhen zu erklimmen.”

ÜBER DEN SOZIALISMUS UND DIE DIKTATUR DES PROLETARIATS.

Sozialismus und Diktatur des Proletariats ist eine andere grundlegende Frage des Marxismus-Leninismus-Maoismus; heute sogar noch mehr, wenn die neue revisionistische konterrevolutionäre Offensive von Gorbatschow und Deng und der neue imperialistische Ansturm den Sozialismus und seine grossen Eroberungen mit Lenin, Stalin und dem Vorsitzenden Mao, sowie zentral und hauptsächlich mit der Diktatur des Proletariats, den Sozialismus, konvergierend negieren. Deshalb, heute mehr als je zuvor, müssen das Proletariat, das Volk und die Kommunisten, hauptsächlich, müssen wir die marxistische Theorie über den Sozialismus und die Diktatur des Proletariats noch mehr hochhalten, die grossartigen Siege in diesen Feldern des internationalen Proletariats verteidigen und unumgänglich den selben Weg fortführen; denn, es ist der einzige Weg, um die Emanzipation der Menschheit, um das wahre Reich der Freiheit zu erreichen, den Kommunismus. Der grosse Gründer, Marx, lehrte uns im Manifest:

Der Sozialismus und die Diktatur des Proletariats ist ein grundlegendes Thema des Marxismus-Leninismus-Maoismus. Dies ist heute im Angesicht des Zusammenlaufs der konterrevolutionären Offensive von Gorbatschow und Teng und dem neuen imperialistischen Sturmangriff umso mehr der Fall. Beide leugnen den Sozialismus und seine grossen Eroberungen mit Lenin, Stalin und dem Vorsitzenden Mao und hauptsächlich die Diktatur des Proletariats. Deswegen müssen heute mehr denn je das Proletariat, das Volk und vor allem die Kommunisten die Theorie des Marxismus über den Sozialismus hochhalten. Sie müssen die grossen Siege des internationalen Proletariats in diesen Bereichen verteidigen und unausweichlich dem gleichen Pfad folgen. Denn dieser ist der einzige Pfad für die Emanzipierung der Menschheit, um das wahre Königreich der Freiheit zu erreichen – den Kommunismus. Der grosse Gründer Marx lehrte uns im „Manifest”: „Die kommunistische Revolution ist das radikalste Brechen mit den überlieferten Eigentumsverhältnissen; kein Wunder, dass in ihrem Entwicklungsgange am radikalsten mit den überlieferten Ideen gebrochen wird.”

Und in seinem Brief von 1852 an Weydemeyer:

„Was mich nun betrifft, so gebührt mir nicht das Verdienst, weder die Existenz der Klassen in der modernen Gesellschaft noch ihren Kampf unter sich entdeckt zu haben. Bürgerliche Geschichtschreiber hatten längst vor mir die historische Entwicklung dieses Kampfes der Klassen, und bürgerliche Ökonomen die ökonomische Anatomie derselben dargestellt. Was ich neu tat, war 1. Nachzuweisen, dass die Existenz der Klassen bloss an bestimmte historische Entwicklungsphasen der Produktion gebunden ist; 2. dass der Klassenkampf notwendig zur Diktatur des Proletariats führt; 3. Dass diese Diktatur selbst nur den Übergang zur Aufhebung aller Klassen und zu einer klassenlosen Gesellschaft bildet.”

Und über den Sozialismus, seine Einschränkung und das Bestehen des bürgerlichen Rechts:

„Womit wir es hier zu tun haben, ist eine kommunistische Gesellschaft, nicht wie sie sich auf ihrer eignen Grundlage entwickelt hat, sondern umgekehrt, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft hervorgeht, also in jeder Beziehung, ökonomisch, sittlich, geistig, noch behaftet ist mit den Muttermalen der alten Gesellschaft, aus deren Schoss sie herkommt. Demgemäss erhält der einzelne Produzent – nach den Abzügen – exakt zurück, was er ihr gibt. Was er ihr gegeben hat, ist sein individuelles Arbeitsquantum. Z.B. der gesellschaftliche Arbeitstag besteht aus der Summe der individuellen Arbeitsstunden. Die individuelle Arbeitszeit des einzelnen Produzenten ist der von ihm gelieferte Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, sein Anteil daran. Er erhält von der Gesellschaft einen Schein, dass er soundso viel Arbeit geliefert (nach Abzug seiner Arbeit für die gemeinschaftlichen Fonds), und zieht mit diesem Schein aus dem gesellschaftlichen Vorrat von Konsumtionsmitteln soviel heraus, als gleich viel Arbeit kostet. Dasselbe Quantum Arbeit, das er der Gesellschaft in einer Form gegeben hat, erhält er in der andern zurück.

Es herrscht hier offenbar dasselbe Prinzip, das den Warenaustausch regelt, soweit er Austausch Gleichwertiger ist. Inhalt und Form sind verändert, weil unter den veränderten Umständen niemand etwas geben kann ausser seiner Arbeit und weil andrerseits nichts in das Eigentum der einzelnen übergehn kann ausser individuellen Konsumtionsmitteln. Was aber die Verteilung der letzteren unter die einzelnen Produzenten betrifft, herrscht dasselbe Prinzip wie beim Austausch von Warenäquivalenten, es wird gleich viel Arbeit in einer Form gegen gleich viel Arbeit in einer andern ausgetauscht.

Das gleiche Recht ist hier daher immer noch – dem Prinzip nach – das bürgerliche Recht, obgleich Prinzip und Praxis sich nicht mehr in den Haaren liegen, während der Austausch von Äquivalenten beim Warenaustausch nur im Durchschnitt, nicht für den einzelnen Fall existiert.

Trotz dieses Fortschritts ist dieses gleiche Recht stets noch mit einer bürgerlichen Schranke behaftet. Das Recht der Produzenten ist ihren Arbeitslieferungen proportionell; die Gleichheit besteht darin, dass an gleichem Massstab, der Arbeit, gemessen wird. Der eine ist aber physisch oder geistig dem andern überlegen, liefert also in derselben Zeit mehr Arbeit oder kann während mehr Zeit arbeiten; und die Arbeit, um als Mass zu dienen, muss der Ausdehnung oder der Intensität nach bestimmt werden, sonst hörte sie auf, Massstab zu sein. Dies gleiche Recht ist ungleiches Recht für ungleiche Arbeit. Es erkennt keine Klassenunterschiede an, weil jeder nur Arbeiter ist wie der andre; aber es erkennt stillschweigend die ungleiche individuelle Begabung und daher Leistungsfähigkeit der Arbeiter als natürliche Privilegien an. Es ist daher ein Recht der Ungleichheit, seinem Inhalt nach, wie alles Recht. Das Recht kann seiner Natur nach nur in Anwendung von gleichem Massstab bestehn; aber die ungleichen Individuen (und sie wären nicht verschiedne Individuen, wenn sie nicht ungleiche wären) sind nur an gleichem Massstab messbar, soweit man sie unter einen gleichen Gesichtspunkt bringt, sie nur von einer bestimmten Seite fasst, z.B. im gegebnen Fall sie nur als Arbeiter betrachtet und weiter nichts in ihnen sieht, von allem andern absieht. Ferner: Ein Arbeiter ist verheiratet, der andre nicht; einer hat mehr Kinder als der andre etc. etc. Bei gleicher Arbeitsleistung und daher gleichem Anteil an dem gesellschaftlichen Konsumtionsfonds erhält also der eine faktisch mehr als der andre, ist der eine reicher als der andre etc. Um alle diese Missstände zu vermeiden, müsste das Recht, statt gleich, vielmehr ungleich sein.

Aber diese Missstände sind unvermeidbar in der ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft nach langen Geburtswehen hervorgegangen ist. Das Recht kann nie höher sein als die ökonomische Gestaltung und dadurch bedingte Kulturentwicklung der Gesellschaft.”

Sowie über den Kommunismus:

In einer höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre Produktivkräfte gewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fliessen – erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!”

Im Bezug auf die Diktatur des Proletariats wird die unauslöschliche Schlussfolgerung in derselben „Kritik des Gothaer Programms” erreicht:

Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andre. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann als die revolutionäre Diktatur des Proletariats.”

Und:

Wenn die bestehenden Verhältnisse der Unterdrückung durch die Übergabe der Produktionsmittel an die produzierenden Arbeiter beseitigt würden, wodurch jeder arbeitsfähige Mensch gezwungen wäre, für seinen Lebensunterhalt zu arbeiten, werde auch die einzige Basis der Klassenherrschaft und der Unterdrückung beseitigt. Aber bevor eine solche Veränderung vollzogen werden könne, sei eine Diktatur des Proletariats notwendig, und ihre erste Voraussetzung sei eine Armee des Proletariats.”

Lenin hat meisterhaft die grundlegende Frage des Sozialismus und die Diktatur des Proletariats analysiert und den Marxismus im Verlauf dessen weiterentwickelt. Er hat die Idee des Sozialismus hauptsächlich als „Übergangsperiode” und Ausübung der Diktatur des Proletariats vertieft. In seinen grossen Werk „Staat und Revolution” schrieb er über den Sozialismus als erste Stufe des Kommunismus:

Eben diese kommunistische Gesellschaft, die gerade aus dem Schosse des Kapitalismus ans Tageslicht tritt, die in jeder Beziehung mit den Muttermalen der alten Gesellschaft behaftet ist, bezeichnet Marx als die ‚erste‘ oder niedere Phase der kommunistischen Gesellschaft. Die Produktionsmittel sind schon nicht mehr Privateigentum einzelner Personen. Die Produktionsmittel gehören der ganzen Gesellschaft. Jedes Mitglied der Gesellschaft leistet einen gewissen Teil gesellschaftlich notwendiger Arbeit und erhält von der Gesellschaft einen Schein darüber, dass es ein gewisses Quantum an Arbeit geliefert hat. Auf diesen Schein erhält es ein gewisses Quantum Produkte aus den gesellschaftlichen Vorräten an Konsumtionsmitteln. Nach Abzug des Arbeitsquantums, das für die gemeinschaftlichen Fonds bestimmt ist, erhält jeder Arbeiter also von der Gesellschaft so viel zurück, wie er ihr gegeben hat. Es herrscht gewissermassen ‚Gleichheit‘.

Wenn aber Lassalle von dieser Gesellschaftsordnung (die gewöhnlich als Sozialismus bezeichnet wird, während Marx sie als erste Phase des Kommunismus bezeichnet) meint, das wäre eine ‚gerechte Verteilung‘, das wäre ‚gleiches Recht eines jeden auf den gleichen Arbeitsertrag‘, so irrt er, und Marx deckt seinen Irrtum auf.

Gleiches Recht‘, sagt Marx, haben wir hier allerdings, es ist aber noch das ‚bürgerliche Recht‘, das, wie alles Recht, Ungleichheit voraussetzt. Jedes Recht besteht in Anwendung von gleichem Massstab auf ungleiche Individuen, die in Wirklichkeit verschieden, untereinander ungleich sind; das ‚gleiche Recht‘ ist daher eine Verletzung der Gleichheit und eine Ungerechtigkeit. In der Tat erhält jeder, der den gleichen Teil gesellschaftlicher Arbeit geleistet hat wie die anderen, den gleichen Teil am gesellschaftlichen Produkt (nach den erwähnten Abzügen).

Indes sind die einzelnen Menschen nicht gleich: Der eine ist stärker, der andere schwächer; der eine ist verheiratet, der andere nicht; der eine hat mehr Kinder als der andere usw. Bei gleicher Arbeitsleistung‘, folgert Marx, ‚und daher gleichem Anteil an dem gesellschaftlichen Konsumtionsfonds erhält also der eine faktisch mehr als der andre, ist der eine reicher als der andre etc. Um alle diese Missstände zu vermeiden, müsste das Recht, statt gleich, ungleich sein.‘

Gerechtigkeit und Gleichheit kann also die erste Phase des Kommunismus noch nicht bringen: Unterschiede im Reichtum, und zwar ungerechte Unterschiede bleiben bestehen, unmöglich aber wird die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sein, denn es wird nicht mehr möglich sein, die Produktionsmittel, die Fabriken, Maschinen, den Grund und Boden usw., als Privateigentum an sich zu reissen. Marx zerschlägt die kleinbürgerliche, unklare Phrase Lassalles von ‚Gleichheit‘ und ‚Gerechtigkeit‘ schlechthin und zeigt dabei den Entwicklungsgang der kommunistischen Gesellschaft, die gezwungen ist, zunächst nur die ‚Ungerechtigkeit‘ zu beseitigen, dass die Produktionsmittel von einzelnen Personen angeeignet sind, und vorerst nicht imstande ist, mit einem Schlag auch die weitere Ungerechtigkeit zu beseitigen, die in der Verteilung der Konsumtionsmittel ‚nach der Arbeitsleistung‘ (und nicht nach den Bedürfnissen) besteht.

Die Vulgärökonomen, darunter bürgerliche Professoren mitsamt ‚unserem‘ Tugan, machen den Sozialisten ständig zum Vorwurf, dass sie die Ungleichheit der Menschen vergessen und von einer Beseitigung dieser Ungleichheit ‚träumen‘. Ein solcher Vorwurf beweist, wie wir sehen, nur grenzenlose Ignoranz der Herren bürgerlichen Ideologen. Marx zieht nicht nur auf das genaueste die unvermeidliche Ungleichheit der Menschen in Betracht, er berücksichtigt auch, dass der blosse Übergang der Produktionsmittel in das Gemeineigentum der gesamten Gesellschaft (‚Sozialismus‘ im landläufigen Gebrauch des Wortes) die Mängel der Verteilung und die Ungleichheit des ‚bürgerlichen Rechts‘ nicht beseitigt, das weiter herrscht, solange die Produkte ‚nach der Arbeitsleistung‘ verteilt werden.

Aber diese Missstände‘, fährt Marx fort, ‚sind unvermeidbar in der ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft nach langen Geburtswehen hervorgegangen ist. Das Recht kann nie höher sein als die ökonomische Gestaltung und dadurch bedingte Kulturentwicklung der Gesellschaft.‘

Somit wird in der ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft (die gewöhnlich Sozialismus genannt wird) das ‚bürgerliche Recht‘ nicht vollständig abgeschafft, sondern nur zum Teil, nur entsprechend der bereits erreichten ökonomischen Umwälzung, d.h. lediglich in bezug auf die Produktionsmittel. Das ‚bürgerliche Recht‘ sieht in ihnen das Privateigentum einzelner Individuen. Der Sozialismus macht sie zum Gemeineigentum. Insofern – und nur insofern – fällt das ‚bürgerliche Recht‘ fort.

Es bleibt jedoch in seinem anderen Teil bestehen, es bleibt als Regulator (Ordner) bei der Verteilung der Produkte und der Arbeit unter die Mitglieder der Gesellschaft. ‚Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen‘, dieses sozialistische Prinzip ist schon verwirklicht; ‚für das gleiche Quantum Arbeit das gleiche Quantum Produkte‘ – auch dieses sozialistische Prinzip ist schon verwirklicht. Das ist jedoch noch nicht Kommunismus, und das beseitigt noch nicht das ‚bürgerliche Recht‘, das ungleichen Individuen für ungleiche (faktisch ungleiche) Arbeitsmengen die gleiche Menge Produkte zuweist.

Das ist ein ‚Missstand‘, sagt Marx, aber er ist in der ersten Phase des Kommunismus unvermeidbar, denn will man nicht in Utopien verfallen, so darf man nicht annehmen, dass die Menschen sofort nach dem Sturz des Kapitalismus lernen werden, ohne alle Rechtsnormen für die Allgemeinheit zu arbeiten, sind doch die ökonomischen Voraussetzungen für eine solche Änderung durch die Abschaffung des Kapitalismus nicht sofort gegeben.”

Im gleichen Werk, über die soziale und staatliche Kontrolle:

Bis die ‚höhere‘ Phase des Kommunismus eingetreten sein wird, fordern die Sozialisten die strengste Kontrolle seitens der Gesellschaft und seitens des Staates über das Mass der Arbeit und das Mass der Konsumtion, aber diese Kontrolle muss mit der Expropriation der Kapitalisten beginnen, mit der Kontrolle der Arbeiter über die Kapitalisten, und darf nicht von einem Beamtenstaat durchgeführt werden, sondern von dem Staat der bewaffneten Arbeiter.

Die eigennützige Verteidigung des Kapitalismus durch die bürgerlichen Ideologen (und ihre Schleppenträger vom Schlage der Herren Zereteli, Tschernow und Co.) besteht gerade darin, dass sie die dringende, aktuelle Frage der heutigen Politik in Diskussionen und Gerede über die ferne Zukunft umfälschen, und zwar die Frage der Expropriation der Kapitalisten, der Umwandlung aller Bürger in Arbeiter und Angestellte eines grossen ‚Syndikats‘, nämlich des ganzen Staates, und der völligen Unterordnung der gesamten Arbeit dieses ganzen Syndikats unter den wahrhaft demokratischen Staat, den Staat der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten.”

Daher seine grosse Schlussfolgerung über den „bürgerlichen Staat, ohne Bourgeoise”:

In seiner ersten Phase, auf seiner ersten Stufe kann der Kommunismus ökonomisch noch nicht völlig reif, völlig frei von Traditionen, von den Spuren des Kapitalismus sein. Daraus erklärt sich eine so interessante Erscheinung wie das Fortbestehen des ‚engen bürgerlichen Rechtshorizonts‘ während der ersten Phase des Kommunismus. Das bürgerliche Recht setzt natürlich in bezug auf die Verteilung der Konsumtionsmittel unvermeidlich auch den bürgerlichen Staat voraus, denn Recht ist nichts ohne einen Apparat, der imstande wäre, die Einhaltung der Rechtsnormen zu erzwingen.

So ergibt sich, dass im Kommunismus nicht nur das bürgerliche Recht eine gewisse Zeit fortbesteht, sondern auch der bürgerliche Staat – ohne Bourgeoisie!

Das mag paradox oder einfach als dialektisches Gedankenspiel erscheinen, wie das vielfach dem Marxismus von Leuten zum Vorwurf gemacht wird, die sich nicht im geringsten die Mühe genommen haben, seinen überaus tiefen Gehalt zu ergründen.

In Wirklichkeit zeigt uns doch das Leben auf Schritt und Tritt, sowohl in der Natur als auch in der Gesellschaft, Überreste des Alten im Neuen. Und Marx hat nicht willkürlich ein Stückchen ‚bürgerlichen‘ Rechts in den Kommunismus hineingebracht, sondern hat das genommen, was wirtschaftlich und politisch in einer aus dem Schoss des Kapitalismus hervorgehenden Gesellschaft unvermeidlich ist.”

Lenin behandelt im ersten Teil von „Ökonomik und Politik in der Epoche des Diktatur des Proletariats” die „Übergangsperiode” und ihre Negierung durch Revisionisten und Opportunisten:

Theoretisch unterliegt es keinem Zweifel, dass zwischen dem Kapitalismus und dem Kommunismus eine gewisse Übergangsperiode liegt, die unbedingt Merkmale oder Eigenschaften dieser beiden sozialökonomischen Formationen in sich vereinen muss. Diese Übergangsperiode kann nur eine Periode des Kampfes zwischen dem sterbenden Kapitalismus und dem entstehenden Kommunismus oder, mit anderen Worten, zwischen dem besiegten, aber nicht vernichteten Kapitalismus und dem geborenen, aber noch ganz schwachen Kommunismus sein.

Nicht nur dem Marxisten, sondern jedem gebildeten Menschen, der einigermassen mit der Entwicklungstheorie bekannt ist, sollte die Notwendigkeit einer ganzen historischen Epoche, die diese Merkmale der Übergangsperiode aufweist, ohne weiteres klar sein. Und doch zeichnen sich alle Betrachtungen über den Übergang zum Sozialismus, die wir von den gegenwärtigen Vertretern der kleinbürgerlichen Demokratie zu hören bekommen (und das sind trotz ihres angeblich sozialistischen Aushängeschilds alle Vertreter der II. Internationale, einschliesslich solcher Leute wie MacDonald und Jean Longuet, Kautsky und Friedrich Adler), durch völliges Ignorieren dieser augenfälligen Wahrheit aus. Es gehört zu den Eigenschaften der kleinbürgerlichen Demokraten, dass sie den Klassenkampf verabscheuen, dass sie davon träumen, ohne ihn auszukommen, dass sie bestrebt sind, auszugleichen und zu versöhnen, die scharfen Kanten abzuschleifen. Darum wollen solche Demokraten entweder überhaupt nichts von der Anerkennung einer ganzen historischen Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus wissen, oder sie halten es für ihre Aufgabe, Pläne zur Versöhnung der beiden kämpfenden Kräfte auszuhecken, anstatt den Kampf der einen dieser Kräfte zu leiten.”

Wie er auch im vierten Teil den transzendentalen Punkt über die Unterdrückung von Klassen behandelt:

Sozialismus ist Abschaffung der Klassen.

Um die Klassen abzuschaffen, muss man erstens die Gutsbesitzer und die Kapitalisten stürzen. Diesen Teil der Aufgabe haben wir erfüllt, aber das ist nur ein Teil und nicht einmal der schwierigste. Um die Klassen abzuschaffen, muss man zweitens den Unterschied zwischen Arbeitern und Bauern aufheben, muss man alle zu Arbeitenden machen. Das kann nicht auf einmal geschehen.

Um den zweiten, den schwierigeren Teil der Aufgabe zu lösen, muss das Proletariat, nachdem es die Bourgeoisie besiegt hat, in seiner Politik gegenüber der Bauernschaft unbeirrt folgende Hauptlinie durchführen: Das Proletariat muss zwischen dem werktätigen Bauern und dem bäuerlichen Eigentümer, zwischen dem arbeitenden Bauern und dem bäuerlichen Händler, zwischen dem Bauern, der von seiner Hände Arbeit lebt, und dem bäuerlichen Spekulanten einen Unterschied machen, eine Grenze ziehen.

In dieser Abgrenzung liegt das ganze Wesen des Sozialismus.”

Hieraus behandelt er im fünften Teil meisterhaft den Sozialismus, die Klassen und die Diktatur des Proletariats:

Sozialismus ist Abschaffung der Klassen. Die Diktatur des Proletariats hat für diese Abschaffung alles getan, was sie tun konnte. Aber auf einen Schlag kann man die Klassen nicht abschaffen.

Und die Klassen sind geblieben und werden für die Dauer der Epoche der Diktatur des Proletariats bestehenbleiben. Die Diktatur wird nicht mehr gebraucht werden, wenn die Klassen verschwunden sind. Sie werden nicht verschwinden ohne die Diktatur des Proletariats.

Die Klassen sind geblieben, aber jede Klasse hat sich in der Epoche der Diktatur des Proletariats verändert; auch ihr Verhältnis zueinander hat sich verändert. Der Klassenkampf verschwindet nicht unter der Diktatur des Proletariats, sondern nimmt nur andere Formen an.

Das Proletariat war unter dem Kapitalismus eine unterdrückte Klasse, eine Klasse, die über keinerlei Eigentum an Produktionsmitteln verfügte, war die einzige Klasse, die unmittelbar und in ihrer Gesamtheit der Bourgeoisie entgegengestellt und darum als einzige fähig war, bis zur letzten Konsequenz revolutionär zu sein. Das Proletariat ist, nachdem es die Bourgeoisie gestürzt und die politische Macht erobert hat, zur herrschenden Klasse geworden: Es hält die Staatsmacht in Händen, es verfügt über die schon vergesellschafteten Produktionsmittel, es führt die schwankenden, eine Zwischenstellung einnehmenden Elemente und Klassen, es unterdrückt den verstärkten Widerstand der Ausbeuter. Das alles sind besondere Aufgaben des Klassenkampfes, Aufgaben, die das Proletariat früher nicht stellte und nicht stellen konnte.

Die Klasse der Ausbeuter, der Gutsbesitzer und Kapitalisten, ist unter der Diktatur des Proletariats nicht verschwunden und kann nicht auf einmal verschwinden. Die Ausbeuter sind geschlagen, aber nicht vernichtet. Ihnen ist die internationale Basis geblieben, das internationale Kapital, dessen Filiale sie sind. Ihnen sind zum Teil gewisse Produktionsmittel geblieben, ist Geld geblieben, sind weitverzweigte gesellschaftliche Verbindungen geblieben. Ihr Widerstand ist gerade infolge ihrer Niederlage hundertmal, tausendmal stärker geworden. Die ‚Kunst‘ der Staats-, Militär- und Wirtschaftsverwaltung verleiht ihnen eine riesige Überlegenheit, so dass ihre Bedeutung unvergleichlich grösser ist als ihr Anteil an der Gesamtzahl der Bevölkerung. Der Klassenkampf der gestürzten Ausbeuter gegen die siegreiche Avantgarde der Ausgebeuteten, d. h. gegen das Proletariat, ist ungleich erbitterter geworden. Und das kann nicht anders sein, wenn man von der Revolution spricht, wenn man nicht an Stelle dieses Begriffs reformistische Illusionen unterschieben will (wie das alle Helden der II. Internationale tun).

Schliesslich nimmt die Bauernschaft, wie das ganze Kleinbürgertum überhaupt, auch unter der Diktatur des Proletariats eine mittlere, eine Zwischenstellung ein: einerseits ist das eine ziemlich bedeutende (und im rückständigen Russland ungeheuer grosse) Masse von Werktätigen, die durch das gemeinsame Interesse der Werktätigen, sich vom Gutsbesitzer und vom Kapitalisten zu befreien, vereinigt wird; anderseits sind es isolierte Kleinunternehmer, Eigentümer und Händler. Diese ökonomische Stellung lässt sie unvermeidlich zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie hin und her schwanken. Und angesichts des verschärften Kampfes zwischen diesen beiden, angesichts der unerhört schroffen Umwälzung aller gesellschaftlichen Verhältnisse, angesichts des zähen Festhaltens gerade der Bauern und der Kleinbürger überhaupt am Alten, Schablonenhaften, Althergebrachten, ist es natürlich, dass es bei ihnen unvermeidlich Fälle des Hinüberwechselns von einer Seite zur anderen, Schwankungen, Wendungen, Unsicherheit usw. geben wird.

Gegenüber dieser Klasse – oder diesen gesellschaftlichen Elementen – besteht die Aufgabe des Proletariats darin, sie zu führen, Einfluss auf sie zu gewinnen. Die Schwankenden, Unbeständigen führen – das ist es, was das Proletariat tun muss.

Vergleichen wir alle Hauptkräfte oder -klassen und ihr durch die Diktatur des Proletariats verändertes Verhältnis zueinander, so sehen wir, wie grenzenlos unsinnig in theoretischer Hinsicht, wie borniert die landläufige, kleinbürgerliche Vorstellung vom Übergang zum Sozialismus ‚über die Demokratie‘ schlechthin ist, die wir bei allen Vertretern der II. Internationale finden. Das von der Bourgeoisie ererbte Vorurteil vom absoluten, nicht klassenmässig bestimmten Inhalt der ‚Demokratie‘ – das ist die Quelle dieses Fehlers. In Wirklichkeit geht aber auch die Demokratie unter der Diktatur des Proletariats in eine völlig neue Phase über, und der Klassenkampf erhebt sich auf eine höhere Stufe, wobei er sich alle Formen unterordnet.

Allgemeine Phrasen über Freiheit, Gleichheit und Demokratie sind in Wirklichkeit gleichbedeutend mit der gedankenlosen Wiederholung von Begriffen, die eine Ableitung aus den Verhältnissen der Warenproduktion sind. Mit Hilfe dieser allgemeinen Phrasen die konkreten Aufgaben der Diktatur des Proletariats lösen wollen heisst auf der ganzen Linie auf die theoretische, prinzipielle Position der Bourgeoisie übergehen. Vom Standpunkt des Proletariats steht die Frage nur so: Freiheit von der Unterdrückung durch welche Klasse? Gleichheit welcher Klasse mit welcher? Demokratie auf dem Boden des Privateigentums oder auf der Basis des Kampfes für die Abschaffung des Privateigentums? usw.

Engels hat schon längst im ‚Anti-Dühring‘ klargestellt, dass sich der Begriff der Gleichheit als Ableitung aus den Verhältnissen der Warenproduktion in ein Vorurteil verwandelt, wenn man die Gleichheit nicht im Sinne der Abschaffung der Klassen versteht. Diese Binsenwahrheit über den Unterschied zwischen dem bürgerlich-demokratischen und dem sozialistischen Begriff der Gleichheit wird immer wieder ausser acht gelassen. Zieht man sie aber in Betracht, so wird offenbar, dass das Proletariat, das die Bourgeoisie stürzt, damit den entscheidenden Schritt zur Abschaffung der Klassen tut und, um das zu vollenden, seinen Klassenkampf fortsetzen muss, indem es den Apparat der Staatsmacht ausnutzt und gegenüber der gestürzten Bourgeoisie und dem schwankenden Kleinbürgertum verschiedene Methoden des Kampfes, der Beeinflussung und der Einwirkung anwendet.”

Über den zentralen Punkt, die Diktatur des Proletariats, müssen wir stets ernsthaft und tief erwägen, was Lenin festgestellt hat:

„Wer nur den Klassenkampf anerkennt, ist noch kein Marxist, er kann noch in den Grenzen bürgerlichen Denkens und bürgerlicher Politik geblieben sein. Den Marxismus auf die Lehre vom Klassenkampf beschränken heisst den Marxismus stutzen, ihn entstellen, ihn auf das reduzieren, was für die Bourgeoisie annehmbar ist. Ein Marxist ist nur, wer die Anerkennung des Klassenkampfes auf die Anerkennung der Diktatur des Proletariats erstreckt. Hierin besteht der tiefste Unterschied des Marxisten vom durchschnittlichen Klein- (und auch Gross-) Bourgeois. Das muss der Prüfstein für das wirkliche Verstehen und Anerkennen des Marxismus sein.”

Und:

Anderseits ist es nicht schwer, sich zu überzeugen, dass bei jedem Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus die Diktatur aus zwei Hauptgründen oder in zwei Hauptrichtungen notwendig ist. Erstens kann man den Kapitalismus nicht besiegen und ausrotten ohne schonungslose Unterdrückung des Widerstands der Ausbeuter, denen nicht mit einem Schlag ihre Reichtümer, die Vorzüge ihrer Organisiertheit und ihres Wissens genommen werden können, die folglich im Laufe einer ziemlich langen Periode unweigerlich versuchen werden, die verhasste Macht der Armen zu stürzen. Zweitens ist jede grosse Revolution, und ganz besonders eine sozialistische, auch wenn es keinen äusseren Krieg gegeben hätte, undenkbar ohne einen Krieg im Innern, d. h. einen Bürgerkrieg, der eine noch grössere Zerrüttung als ein äusserer Krieg bedeutet, der Tausende und Millionen Fälle des Schwankens und Überlaufens von der einen Seite auf die andere bedeutet, der einen Zustand grösster Unbestimmtheit und Unausgeglichenheit, einen Zustand des Chaos bedeutet. Und selbstverständlich müssen bei einer so tiefgreifenden Umwälzung alle Elemente der Zersetzung der alten Gesellschaft, die unvermeidlich recht zahlreich sind, die vorwiegend mit dem Kleinbürgertum zusammenhängen (weil jeder Krieg und jede Krise vor allem das Kleinbürgertum ruiniert und zugrunde richtet), zwangsläufig ‚zur Geltung kommen‘. Die Elemente der Zersetzung aber können nicht anders ‚zur Geltung kommen‘ als durch Vermehrung der Verbrechen, des Rowdytums, der Bestechung, des Schiebertums und aller möglichen Scheusslichkeiten. Um damit fertig zu werden, braucht man Zeit und braucht man eine eiserne Hand.

Es hat keine einzige grosse Revolution in der Geschichte gegeben, wo das Volk das nicht instinktiv empfunden und nicht eine heilsame Festigkeit gezeigt hätte, indem es Diebe am Tatort erschoss. Das Unglück der früheren Revolutionen bestand darin, dass der revolutionäre Enthusiasmus der Massen, der ihren gespannten Zustand aufrechterhält und ihnen die Kraft verleiht, die Elemente der Zersetzung schonungslos zu unterdrücken, nicht lange anhielt. Die soziale, d. h. die Klassenursache dafür, dass der revolutionäre Enthusiasmus der Massen nicht von Dauer war, lag in der Schwäche des Proletariats, das einzig und allein imstande ist (wenn es zahlenmässig genügend stark, klassenbewusst und diszipliniert ist), die Mehrheit der Werktätigen und Ausgebeuteten (die Mehrheit der Armen, um einfacher und populärer zu sprechen) für sich zu gewinnen und die Macht eine genügend lange Zeit zu behaupten, um sowohl alle Ausbeuter als auch alle Elemente der Zersetzung völlig zu unterdrücken.

Diese historische Erfahrung aller Revolutionen, diese welthistorische – ökonomische und politische – Lehre hat eben Marx zusammengefasst, als er die kurze, scharfe, exakte, markante Formel prägte: Diktatur des Proletariats.”

„Die Diktatur des Proletariats ist der aufopferungsvollste und schonungsloseste Krieg der neuen Klasse gegen einen mächtigeren Feind, gegen die Bourgeoisie, deren Widerstand sich durch ihren Sturz (sei es auch nur in einem Lande) verzehnfacht und deren Macht nicht nur in der Stärke des internationalen Kapitals, in der Stärke und Festigkeit der internationalen Verbindungen der Bourgeoisie besteht, sondern auch in der Macht der Gewohnheit, in der Stärke der Kleinproduktion. Denn Kleinproduktion gibt es auf der Welt leider noch sehr, sehr viel; die Kleinproduktion aber erzeugt unausgesetzt, täglich, stündlich, elementar und im Massenumfang Kapitalismus und Bourgeoisie. Aus allen diesen Gründen ist die Diktatur des Proletariats notwendig, und der Sieg über die Bourgeoisie ist unmöglich ohne einen langen, hartnäckigen, erbitterten Krieg auf Leben und Tod, einen Krieg, der Ausdauer, Disziplin, Festigkeit, Unbeugsamkeit und einheitlichen Willen erfordert.”

[…]

Wir in Russland erleben (im dritten Jahr nach dem Sturz der Bourgeoisie) die ersten Schritte des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus oder zur niederen Phase des Kommunismus. Die Klassen sind bestehengeblieben und werden überall nach der Eroberung der Macht durch das Proletariat jahrelang bestehenbleiben. Höchstens in England, wo es keine Bauern (immerhin aber Kleinbesitzer!) gibt, wird diese Frist kürzer sein. Die Klassen aufheben heisst nicht nur die Gutsbesitzer und Kapitalisten davonjagen – das haben wir verhältnismässig leicht getan –, das heisst auch die kleinen Warenproduzenten beseitigen, diese aber kann man nicht davonjagen, man kann sie nicht unterdrücken, man muss mit ihnen zurechtkommen, man kann (und muss) sie nur durch eine sehr langwierige, langsame, vorsichtige organisatorische Arbeit ummodeln und umerziehen. Sie umgeben das Proletariat von allen Seiten mit einer kleinbürgerlichen Atmosphäre, durchtränken es damit, demoralisieren es damit, rufen beständig innerhalb des Proletariats Rückfälle in kleinbürgerliche Charakterlosigkeit, Zersplitterung, Individualismus, abwechselnd Begeisterung und Mutlosigkeit hervor. Innerhalb der politischen Partei des Proletariats sind strengste Zentralisation und Disziplin notwendig, um dem zu widerstehen, um die organisatorische Rolle des Proletariats (das aber ist seine Hauptrolle) richtig, erfolgreich und siegreich durchzuführen. Die Diktatur des Proletariats ist ein zäher Kampf, ein blutiger und unblutiger, gewaltsamer und friedlicher, militärischer und wirtschaftlicher, pädagogischer und administrativer Kampf gegen die Mächte und Traditionen der alten Gesellschaft. Die Macht der Gewohnheit von Millionen und aber Millionen ist die fürchterlichste Macht. Ohne eine eiserne und kampfgestählte Partei, ohne eine Partei, die das Vertrauen alles dessen geniesst, was in der gegebenen Klasse ehrlich ist, ohne eine Partei, die es versteht, die Stimmung der Massen zu verfolgen und zu beeinflussen, ist es unmöglich, einen solchen Kampf erfolgreich zu führen. Es ist tausendmal leichter, die zentralisierte Grossbourgeoisie zu besiegen, als die Millionen und aber Millionen der Kleinbesitzer ‚zu besiegen‘; diese aber führen durch ihre tagtägliche, alltägliche, unmerkliche, unfassbare, zersetzende Tätigkeit eben jene Resultate herbei, welche die Bourgeoisie braucht, durch welche die Macht der Bourgeoisie restauriert wird. Wer die eiserne Disziplin der Partei des Proletariats (besonders während seiner Diktatur) auch nur im geringsten schwächt, der hilft faktisch der Bourgeoisie gegen das Proletariat.”

[…]

Unter den Sowjetingenieuren, unter den Sowjetlehrern, unter den privilegierten, d.h. am meisten qualifizierten und am besten gestellten Arbeitern in den Sowjetfabriken sehen wir ein ständiges Wiederaufleben durchweg aller der negativen Züge, die dem bürgerlichen Parlamentarismus eigen sind, und nur durch wiederholten, unermüdlichen, langwierigen, hartnäckigen Kampf, durch proletarische Organisiertheit und Disziplin werden wir – allmählich – dieses Übels Herr.”

Und:

Die Umwälzung, die wir begonnen haben, die wir nun schon seit zwei Jahren vollziehen und die zu Ende zu führen wir fest entschlossen sind (Beifall), diese Umwälzung ist nur dann möglich und durchführbar, wenn wir erreichen, dass die Macht an die neue Klasse übergeht, dass an Stelle der Bourgeoisie, der kapitalistischen Sklavenhalter, der bürgerlichen Intellektuellen, der Repräsentanten aller Besitzenden, aller Eigentümer – dass an ihre Stelle auf allen Gebieten der Verwaltung, beim ganzen Staatsaufbau, in der ganzen Leitung des neuen Lebens, von unten bis oben, die neue Klasse tritt.”

Der Vorsitzende Mao in seiner Erhöhung des Marxismus zu einer neuen, dritten und höheren Stufe, hat den wissenschaftlichen Sozialismus als Theorie und Praxis der Revolution, hauptsächlich mit seiner unvergänglichen Entwicklung der Grossen Proletarischen Kulturrevolution meisterhaft entwickelt. So hat der Vorsitzende Mao mit der Grossen Proletarischen Kulturrevolution, als Fortsetzung der Revolution unter der Diktatur des Proletariats die grundlegende Frage des Sozialismus und der Diktatur des Proletariats grossartig vertieft und entwickelt; er hat die Art wie die Revolution, unter den Bedingungen der sozialistischen Gesellschaft und unter dem Staat der Diktatur des Proletariats zu entwickeln ist, um den unerbittlichen Marsch zum Kommunismus fortzusetzen, festgelegt.

Der Vorsitzende Mao Tse-tung hat in seiner Hebung des Marxismus auf eine neue, dritte und höhere Stufe den wissenschaftlichen Sozialismus hervorragend als Theorie und Praxis der Revolution entwickelt – hauptsächlich mit seiner leuchtenden Entwicklung der Grossen Proletarischen Kulturrevolution. Folglich vertiefte der Vorsitzende Mao die grundlegende Frage des Sozialismus und der Diktatur des Proletariats und entwickelte sie viel weiter – und zwar mit der proletarischen Kulturrevolution als Weiterentwicklung der Revolution unter der proletarischen Diktatur. Er errichtete die Form, wie man die Revolution in den Bedingungen einer sozialistischen Gesellschaft und unter einem Staat proletarischer Diktatur entwickelt, um den unaufhaltsamen Marsch zum Kommunismus fortzusetzen.

Lasst uns einige Punkte und Situationen betrachten, die zu dieser transzendentalen Schlussfolgerung geführt haben. Über die Revolution schreibt der Vorsitzenden Mao in „Über die konterrevolutionäre Clique von Hu Feng”: „Ausgenommen die Revolution, durch welche die Urgemeinschaft von der Sklaverei, d. h. ein System der Nicht-Ausbeutung von einem System der Ausbeutung abgelöst wurde, endeten alle bisherigen Revolutionen mit der Ersetzung eines Ausbeutungssystems durch ein anderes; es war für diese Revolutionen weder notwendig noch möglich, zur gründlichen Unterdrückung der Konterrevolutionäre weiterzuschreiten. Erst unsere Revolution, eine Revolution der Volksmassen unter der Führung des Proletariats und der kommunistischen Partei, zielt auf die endgültige Beseitigung aller Ausbeutungssysteme und aller Klassen hin.” Und über die „allgemeingültige Regel” zuerst die Macht zu erobern, um die Gesellschaft zu verwandeln:

Aus Sicht der Weltgeschichte erfolgte die bürgerliche Revolution und die Gründung eigener Staaten durch die Bourgeoisie auch nicht nach der industriellen Revolution, sondern vorher. Auch da veränderte man zuerst den Überbau; nachdem man den Staatsapparat hatte, machte man Propaganda, gewann die Macht und forcierte dann erst die Umwandlung der Produktionsverhältnisse. Die Organisation der Produktionsverhältnisse und ihr Funktionieren eröffneten auch den Weg für die Entwicklung der Produktivkräfte. Natürlich wird die Revolutionierung der Produktionsverhältnisse von einer bestimmten Entwicklung der Produktivkräfte verursacht, aber eine bedeutende Entwicklung der Produktivkräfte erfolgt immer erst nach der Umwandlung der Produktionsverhältnisse. Von der Entwicklungsgeschichte des Kapitalismus her gesehen, gab es zunächst eine einfache Zusammenarbeit, und daraus entwickelten sich später Manufakturen. Zu dieser Zeit hatten sich bereits kapitalistische Produktionsverhältnisse herausgebildet, aber die Manufakturen produzierten noch nicht mit Maschinen. Diese kapitalistischen Produktionsverhältnisse machten den Fortschritt der Technik notwendig und schufen die Bedingungen für die Verwendung von Maschinen. In England fand die industrielle Revolution (vom Ende des 18. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts) erst nach der bürgerlichen Revolution (nach dem 17. Jahrhundert) statt. Deutschland, Frankreich, Amerika und Japan durchliefen alle ebenfalls unterschiedliche Formen der Umwandlung des Überbaus und der Produktionsverhältnisse, erst dann begann sich ihre kapitalistische Industrie bedeutend zu entwickeln.

Zunächst die öffentliche Meinung schaffen und die Macht ergreifen, danach erst die Frage der Eigentumsverhältnisse lösen und dann die Produktivkräfte in grossem Umfang entwickeln, das ist auch ein allgemeines Gesetz. Die proletarische Revolution und die bürgerliche Revolution unterscheiden sich zwar in einem Punkt (vor der proletarischen Revolution existieren keine sozialistischen Produktionsverhältnisse, während die kapitalistischen Produktionsverhältnisse sich schon in der Feudalgesellschaft zu entwickeln begannen), stimmen aber im Prinzip überein.”

Sowie über die Notwendigkeit den alten Überbau zu zerstören, um die alten Produktionsverhältnisse abzuschaffen:

Die Geschichte aller Revolutionen beweist, dass nicht notwendig die umfassende Entwicklung neuer Produktivkräfte am Anfang zu stehen hat, bevor man die Rückständigen alten Produktionsverhältnisse umgestalten kann. Unsere Revolution begann damit, den Marxismus zu propagieren, um so in der Gesellschaft eine neue öffentliche Meinung zu schaffen, um die Revolution voran zu treiben. Erst nachdem im Verlauf der Revolution der rückständige alte Überbau umgewälzt worden ist, wird es möglich, die rückständigen alten Produktionsverhältnisse zu beseitigen. Die alten Produktionsverhältnisse werden beseitigt und neue aufgebaut, wodurch der Entwicklung neuer gesellschaftlicher Produktivkräfte ein Weg gebahnt wird. In der Folge kann man dann in grossem Ausmass die technische Revolution voran treiben und in ganz grossem Masse die gesellschaftlichen Produktivkräfte entwickeln. Gleichzeitig aber mit der Entwicklung der Produktivkräfte muss man mit der Umgestaltung der Produktionsverhältnisse fortfahren und in der ideologischen Umerziehung voran schreiten.

Dieses Lehrbuch spricht allein von den materiellen Voraussetzungen und berührt nur selten den Überbau, wie zum Beispiel den Klassenstaat, die Klassenphilosophie und Klassenwissenschaften. Forschungsgegenstand der Ökonomie sind hauptsächlich die Produktionsverhältnisse. Aber die Politische Ökonomie und die materialistische Geschichtsauffassung sind schwerlich voneinander zu trennen, wenn man nicht die Fragen des Überbaus, die Probleme der Grundlagen der Wirtschaft und der Produktionsverhältnisse mit einbezieht, ist es nicht leicht, sich klar auszudrücken.”

In Bezug darauf, wie das neue China entstanden ist:

Unsere Volksrepublik wurde nicht über Nacht geschaffen, sie entwickelte sich allmählich aus den revolutionären Stützpunktgebieten. Manche demokratische Persönlichkeiten sind ebenfalls mehr oder minder im Kampf gestählt worden und haben Leid und Not mit uns geteilt. Manche Intellektuelle sind in den Kämpfen gegen Imperialismus und reaktionäre Kräfte gestählt worden. Viele von ihnen haben seit der Befreiung eine ideologische Umerziehung durchgemacht, die zum Ziel hatte, ihnen die Demarkationslinie zwischen dem Feind und uns klar erkennbar zu machen. Ausserdem ist die Festigung unseres Staates auch darauf zurückzuführen, dass unsere ökonomischen Massnahmen von Grund auf richtig sind, dass der Lebensunterhalt des Volkes gesichert ist und sich ständig verbessert, dass unsere Politik gegenüber der nationalen Bourgeoisie und anderen Klassen ebenfalls richtig ist usw.”

In Bezug auf die Diktatur und ihre Funktionen:

Unser Staat ist ein Staat der demokratischen Diktatur des Volkes, der von der Arbeiterklasse geführt wird und auf dem Bündnis der Arbeiter und Bauern beruht. Welche Funktionen übt diese Diktatur aus? Ihre erste Funktion besteht darin, die reaktionären Klassen, die Reaktionäre und jene Ausbeuter im Lande, die sich der sozialistischen Revolution widersetzen, und diejenigen, die den Aufbau des Sozialismus sabotieren, niederzuhalten, also die Widersprüche zwischen uns und dem Feind innerhalb des Landes zu lösen. Beispielsweise gewisse Konterrevolutionäre festzunehmen und abzuurteilen, den Feudalherren und den Angehörigen der bürokratischen Bourgeoisie für eine bestimmte Zeit das Wahlrecht und die Redefreiheit zu entziehen – das alles fällt in den Rahmen der Diktatur. Um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und die Interessen der breiten Volksmassen zu schützen, muss sich die Diktatur auch gegen Diebe, Gauner, Mörder, Brandstifter, Rowdybanden und andere üble Elemente richten, die die öffentliche Ordnung ernsthaft stören. Die zweite Funktion der Diktatur besteht darin, den Staat vor einer Wühltätigkeit und einer eventuellen Aggression der äusseren Feinde zu schützen. Entsteht eine derartige Lage, ist es Aufgabe der Diktatur, nach aussen die Widersprüche zwischen uns und dem Feind zu lösen. Ziel dieser Diktatur ist es, unser ganzes Volk bei seiner friedlichen Arbeit zu schützen, damit es unser Land zu einem sozialistischen Land mit moderner Industrie, moderner Landwirtschaft, moderner Wissenschaft und Kultur aufbauen kann. Wer übt die Diktatur aus? Natürlich die Arbeiterklasse und das von ihr geführte Volk. Das System der Diktatur gilt nicht innerhalb des Volkes. Das Volk kann nicht eine Diktatur über sich selbst ausüben; ebensowenig kann ein Teil des Volkes einen anderen unterdrücken. Rechtsbrecher aus dem Volk müssen entsprechend dem Gesetz Zwangsmassnahmen unterworfen werden; aber das ist etwas grundsätzlich anderes als die Diktatur zur Unterdrückung der Feinde des Volkes. Innerhalb des Volkes herrscht der demokratische Zentralismus.”

In Bezug auf Freiheit und Demokratie:

„Tatsächlich gibt es in der Welt nur konkrete Freiheit und konkrete Demokratie, abstrakte Freiheit und abstrakte Demokratie gibt es nicht. Wenn es in einer Gesellschaft des Klassenkampfes die Freiheit der Ausbeuterklassen gibt, die Werktätigen auszubeuten, so haben die Werktätigen keine Freiheit, sich der Ausbeutung zu entziehen. Wenn es Demokratie für die Bourgeoisie gibt, gibt es keine Demokratie für das Proletariat und die anderen Werktätigen. Einige kapitalistische Länder dulden das legale Bestehen kommunistischer Parteien, aber nur insoweit, als die Grundinteressen der Bourgeoisie nicht gefährdet sind; wird diese Grenze überschritten, dann wird es nicht mehr geduldet. Wer abstrakte Freiheit, abstrakte Demokratie fordert, sieht in der Demokratie den Zweck und nicht das Mittel. Manchmal scheint die Demokratie Zweck zu sein, tatsächlich aber ist sie nur ein Mittel. Der Marxismus lehrt uns, dass die Demokratie zum Überbau, zur Kategorie der Politik gehört. Das heisst, die Demokratie dient letzten Endes der ökonomischen Basis. Dasselbe gilt für die Freiheit. Demokratie und Freiheit sind relativ, nicht absolut, sie entstehen und entwickeln sich im Lauf der Geschichte. Innerhalb des Volkes sind Demokratie und Zentralismus, Freiheit und Disziplin aufeinander bezogen. Es sind dies jeweils zwei widersprüchliche Seiten eines einheitlichen Ganzen sie widersprechen einander, bilden aber auch eine Einheit, und wir sollen nicht einseitig das eine hervorheben und das andere negieren. Innerhalb des Volkes kann man ohne Freiheit ebensowenig auskommen wie ohne Disziplin, ohne Demokratie ebensowenig wie ohne Zentralismus. Eine derartige Einheit von Demokratie und Zentralismus, von Freiheit und Disziplin ist unser demokratischer Zentralismus. Unter diesem System erfreut sich das Volk weitgehender Demokratie und Freiheit, zugleich aber muss es sich auch in den Grenzen der sozialistischen Disziplin halten. Diese Wahrheit verstehen die breiten Volksmassen.”

Später sagte der Vorsitzende Mao im März 1949: „Den Sieg im ganzen Land erringen das ist bloss der erste Schritt auf einem langen Marsch von zehntausend Meilen. Wenn wir auch auf diesen Schritt schon stolz sein können, so ist er doch verhältnismässig unbedeutend; was uns zu noch grösserem Stolz berechtigen wird, steht erst bevor. Nach einigen Jahrzehnten wird rückblickend der Sieg der chinesischen volksdemokratischen Revolution wie ein kurzer Prolog zu einem langen Drama erscheinen. Ein Drama beginnt zwar mit einem Prolog, aber der Prolog ist noch nicht der Höhepunkt. Die chinesische Revolution ist grandios, aber nach der Revolution wird die Wegstrecke noch länger, die Arbeit noch gewaltiger und härter sein.” Auf ähnliche Art legte er in „Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volke”, seinem grossen Werk vom Februar 1957, fest: „Aber die sozialistische Ordnung in unserem Land ist eben erst errichtet worden. Sie ist noch nicht voll aufgebaut und auch noch nicht ganz gefestigt.” Und: „Alles, was neu ins Leben tritt, wächst unter Schwierigkeiten heran, hat einen Weg voller Windungen und Wendungen zurückzulegen. Es wäre eine reine Illusion, zu glauben, dass die Sache des Sozialismus ohne Schwierigkeiten und Zickzackwege, ohne gewaltige Anstrengungen vorankäme, dass man immer günstigen Wind und leicht Erfolge haben würde.” Im selben Text wiederbestätigt er den Klassenkampf im Sozialismus und skizziert hauptsächlich, dass die Frage, wer wen besiegen wird, nicht definitiv geklärt ist, sprich, ob der Sozialismus oder der Kapitalismus politisch siegen wird. Er spricht vom Klassenkampf, der sich gegenwärtig entwickelt, denn historisch wird der Sozialismus sich notwendigerweise durchsetzen und unvermeidlich siegen:

„In unserem Lande ist, was das Eigentum betrifft, die sozialistische Umgestaltung im wesentlichen vollzogen und sind die für die Periode der Revolution charakteristischen umfassenden und stürmischen Klassenkämpfe der Massen im wesentlichen beendet; Überreste der gestürzten Klassen der Grundherren und Kompradoren sind aber noch vorhanden, die Bourgeoisie besteht noch, und das Kleinbürgertum hat gerade erst begonnen, sich umzuerziehen. Der Klassenkampf ist noch nicht zu Ende. Der Klassenkampf zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie, der Klassenkampf zwischen den verschiedenen politischen Kräften und der Klassenkampf zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie auf ideologischem Gebiet wird noch lange andauern und verwickelt sein und zuweilen sogar sehr scharf werden. Das Proletariat trachtet danach, die Welt nach seiner eigenen Weltanschauung umzugestalten, und die Bourgeoisie tut das gleiche. In dieser Hinsicht ist die Frage ‚wer wen?‘ im Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus immer noch nicht endgültig entschieden.”

In der „Rede auf der Landeskonferenz der Kommunistischen Partei Chinas über Propagandaarbeit„ vom Februar 1957 behandelt der Vorsitzende Mao die grossen Veränderungen, die der Sozialismus erzeugt, seine allmähliche Festigung, seine Notwendigkeit einer langen historischen Periode hierfür und die Sicherheit des Aufbaus eines sozialistischen Staates:

Wir erleben jetzt eine Periode grosser gesellschaftlicher Wandlungen. Die chinesische Gesellschaft macht seit langem grosse Veränderungen durch. Die Periode des Widerstandskrieges gegen die japanische Aggression brachte eine grosse Veränderung, ebenso wie die des Befreiungskrieges. Aber ihrem Wesen nach geht die gegenwärtige Veränderung tiefer als die früheren. Heute bauen wir den Sozialismus auf. Hunderte Millionen Menschen werden in die Bewegung für die sozialistische Umgestaltung einbezogen. Im ganzen Land verändern sich die Wechselbeziehungen zwischen den Klassen. Sowohl beim Kleinbürgertum in der Landwirtschaft und im Handwerk als auch bei der industriellen und Handelsbourgeoisie sind Umwandlungen vor sich gegangen. Das sozialökonomische System hat eine Veränderung erfahren: Die Einzelwirtschaft hat sich in eine kollektive Wirtschaft verwandelt und das kapitalistische Privateigentum verwandelt sich in sozialistisches Gemeineigentum. Solche grosse Veränderungen spiegeln sich natürlich auch im Denken des Menschen wider. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Auf diese grossen Veränderungen im Gesellschaftssystem reagieren die Angehörigen der verschiedenen Klassen, Schichten und sozialen Gruppen unterschiedlich. Die breiten Volksmassen begrüssen sie mit starkem Beifall, denn das praktische Leben bestätigt, dass der Sozialismus für China der einzige Ausweg ist. Die alte Gesellschaftsordnung zu stürzen und die neue, die sozialistische Gesellschaftsordnung zu errichten, das ist ein grosser Kampf und bedeutet eine gewaltige Veränderung sowohl im sozialen System wie in den Wechselbeziehungen zwischen den Menschen. Man muss sagen, dass die Lage im wesentlichen gesund ist. Doch ist die neue Gesellschaftsordnung eben erst geschaffen worden, und es bedarf noch einer gewissen Zeit, um sie zu konsolidieren. Man darf nicht glauben, dass eine neue Gesellschaftsordnung, sobald sie nur errichtet ist, auch schon vollends gefestigt sei, denn das ist unmöglich. Die neue Ordnung muss schrittweise konsolidiert werden. Ihre endgültige Festigung erfordert, dass man ausser der sozialistischen Industrialisierung des Landes und der beharrlichen Weiterführung der sozialistischen Revolution an der wirtschaftlichen Front auch an der politischen und ideologischen Front unermüdlich den mühevollen Kampf für die sozialistische Revolution ausficht und die sozialistische Erziehung durchführt. Dazu ist ferner das Vorhandensein bestimmter internationaler Bedingungen notwendig. Der Kampf für die Festigung des sozialistischen Systems, der Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus um die Entscheidung, wer wen endgültig besiegt, wird sich bei uns noch über eine sehr lange Geschichtsperiode erstrecken. Aber wir alle müssen einsehen, dass dieses neue sozialistische System zweifelsohne gefestigt werden wird. Wir werden ein sozialistisches Land mit moderner Industrie, moderner Landwirtschaft und moderner Wissenschaft und Kultur aufbauen.”

Ein anderes wesentliches Problem im analysiert werdenen Grundthema, des Sozialismus und der Diktatur des Proletariats, ist der Aufbau und die Entwicklung des Sozialismus. Hierzu ist der Ausgangspunkt des Maoismus: „Was aber wird mit unserem Land geschehen, wenn es uns nicht gelingt, eine sozialistische Wirtschaft aufzubauen? Es wird sich in ein revisionistisches, tatsächlich in ein kapitalistisches Land verwandeln, und an die Stelle der Diktatur des Proletariats wird die Diktatur der Bourgeoisie, ja, eine reaktionäre faschistische Diktatur treten. Das ist ein Problem, das unsere ganze Wachsamkeit verdient. Ich hoffe, dass ihr, Genossen, gut darüber nachdenkt.„ „Was den Aufbau einer starken sozialistischen Wirtschaft Chinas anbelangt, dafür reichen fünfzig Jahre nicht aus, das wird hundert Jahre oder noch mehr in Anspruch nehmen. In Ihrem Land (England) hat die Entwicklung des Kapitalismus Jahrhunderte gebraucht. Das 16. Jahrhundert zählen wir nicht, denn das war noch Mittelalter. Vom 17. Jahrhundert bis heute, das sind bereits über 360 Jahre. In unserem Land wird der Aufbau einer starken sozialistischen Wirtschaft meiner Schätzung nach über hundert Jahre in Anspruch nehmen.„ „es dauerte mehr als 300 Jahre, bis die Produktivkräfte des Kapitalismus den heutigen Stand erreichten. Der Sozialismus ist dem Kapitalismus in vieler Hinsicht überlegen, und unsere Wirtschaft wird sich viel schneller entwickeln als die der kapitalistischen Länder. Aber China hat eine grosse Bevölkerung, eine schwache Ausgangsbasis und eine rückständige Wirtschaft.” „Der Aufbau einer starken kapitalistischen Wirtschaft hat über 300 Jahre gedauert, wenn wir in etwa fünfzig bis hundert Jahren in unserem Land eine starke sozialistische Wirtschaft aufbauen, ist das nicht eine gute Sache?” Er weist uns an, folgendes zu bedenken: „In Bezug auf den sozialistischen Aufbau ist unsere Blindheit noch gross. Die sozialistische Wirtschaft ist für uns in vieler Hinsicht ein noch unerkanntes Reich der Notwendigkeit.” Andererseits legt er fest:

Sozialismus und Kommunismus. Was bedeutet vollendeter Aufbau des Sozialismus? Wir schlagen zwei Punkte vor:

1. Das zentrale Merkmal für die Vollendung des Sozialismus ist die Verwirklichung des allseitigen sozialistischen Volkseigentums.

2. Das Kollektiveigentum der Kommunen wird zum Volkseigentum.

Einige Genossen sind nicht dafür, zwischen beiden Eigentumsformen eine Linie zu ziehen. Die Kommune ist scheinbar Volkseigentum, aber in Wirklichkeit gibt es zwei Eigentumsformen. Eine ist das Volkseigentum im Stil der Eisen- und Stahlwerke von Anshan, die andere ist das grosse Kollektiveigentum der Kommunen. Was nutzt der Aufbau des Sozialismus, wenn man über diese Dinge nicht redet? Stalin zog eine Linie und sprach von drei Bedingungen. Diese drei Bedingungen sind nicht schlecht. 1. Zunahme der gesellschaftlichen Produkte; 2. Anhebung des Kollektiveigentums auf die Stufe es Volkseigentums, von Warenzirkulation zum Produktenaustausch, vom Tauschwert zum Gebrauchswert. In Bezug auf diese beiden Punkte erweitern und vermehren wir in China erstens mit Nachdruck die Produkte ‚fördern koordiniert Industrie und Landwirtschaft‘ bei Priorität für die Entwicklung der Schwerindustrie. Zweitens heben wir das kleine Kollektiveigentum auf die Stufe des Volkseigentums, des allseitigen Volkseigentums. Leute, die diese zwei Linien nicht ziehen wollen, scheinen zu meinen, dass wir bereits das Volkseigentum erreicht haben, doch das ist falsch. Der dritte von Stalin vorgebrachte Punkt betrifft die Kultur, Entwicklung von Sport und Kultur durch das ganze Volk. Dafür legte Stalin vier Bedingungen vor: a. Der Sechs-Stunden-Tag; b. polytechnischer Unterricht; c. Verbesserung der Wohnungsverhältnisse; d. Erhöhung der Löhne – Erhöhung der Löhne und Senkung der Preise. Besonders auf diesen vier Bedingungen zu bestehen ist gut, aber es fehlen die ideologischen und politischen Bedingungen.

Die obigen Punkte dienen im wesentlichen der Produktionssteigerung. Wenn es ein sehr grosses und reichhaltiges [Angebot an] Produkten gibt, ist [das Problem der] Anhebung des Kollektiveigentums auf die Stufe des Volkseigentums gut zu lösen. Um die Produktion zu steigern muss man ‚Mehr, Schneller, Besser und Wirtschaftlicher‘ [Resultate erzielen]. Will man das, so muss die ‚Politik das Kommando übernehmen‘ und die ‚Vierfache koordinierte Förderung‘ durchgeführt werden. Neben der Bewegung zur Berichtigung des Arbeitsstils und der Zerstörung des bürgerlichen Rechtsdenkens hat China noch die Form der Volkskommunen. Das macht es noch leichter, ‚Mehr, Schneller, Besser und Wirtschaftlicher‘ [Resultate erzielen].

Was bedeutet das sogenannte Volkseigentum? Zwei Punkte: 1. Die Produktionsmittel der Gesellschaft sind Eigentum des ganzen Volkes; 2. die gesellschaftlichen Produkte sind Eigentum des ganzen Volkes.

Der Charakter der Volkskommunen. Die Kommunen sind die Basiseinheiten der chinesischen Gesellschaftsstruktur, die Arbeiterschaft, Bauernschaft, Militär, Handel und Unterrichtswesen in sich vereinen. Gegenwärtig sind sie die Verwaltungsorganisationen der Basis. Die Miliz dient [dem Kampf] nach aussen, besonders gegen den Imperialismus. Die Volkskommunen sind die beste Organisationsform für die Verwirklichung der zwei Übergänge, des einen Überhangs vom heutigen Sozialismus zum allseitigen Volkseigentum und des anderen vom allseitigen Volkseigentum zum Kommunismus. Wenn die Übergänge in der Zukunft abgeschlossen sind, werden die Kommunen die Basisorgane der kommunistischen Gesellschaft sein.”

Über Ware, Wert und Planung: „Wenn wir die Warenproduktion sinnvoll entwickeln, so tun wir dies nicht zum Zwecke des Profits, sondern für die Bauernschaft, das Arbeiter-Bauern-Bündnis und die Entwicklung der Produktion.” „Nach der Ausrichtungsbewegung und der Kampagne gegen die Rechten ist die Arbeitskraft keine Ware mehr, sie dient nicht dem Dollar, sondern dem Volk, so wurde erst entschieden, dass die Arbeitskraft keine Ware mehr sei.” „Das Wertgesetz hat keine regulierende Funktion; erst durch die Planung und den Grundsatz ‚Politik übernimmt das Kommando‘ entsteht eine regulierende Wirkung.” Und: „Wenn man bei der Planung überhaupt keine Berechnungen anstellt und alles sich selbst überlassen wird oder in jeder Hinsicht als sicher und gefestigt gilt, wenn man fordert, dass es nicht die kleinste Lücke gibt – diese beiden Arbeitsmethoden sind beide nicht korrekt –, wird das Ergebnis die Zerstörung der Proportionalität sein. Ein Plan ist eine Bewusstseinsform; das Bewusstsein ist eine Widerspiegelung der Wirklichkeit und hat überdies gegenüber der Wirklichkeit eine entgegengesetzte Wirkung. [] Genau das macht klar, dass Angelegenheiten der Bewusstseinsform wie Planung auf die Entwicklung oder Nicht-Entwicklung der Wirtschaft und auf die Geschwindigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung eine grosse Wirkung zeitigen.”

Im Kampf gegen die revisionistische Position der „materiellen Anreize”: „Einige Leute sagen, der Sozialismus schenkt materiellen Anreizen mehr Beachtung als der Kapitalismus. Diese Auffassung ist einfach absurd!” „Die Verteilung der Konsumtionsmittel als entscheidenden Antrieb zu betrachten, ist eine Revision des obenerwähnten korrekten Standpunktes von Marx […]”. Sowie: „Im Anschluss daran wird noch hervorgehoben: ‚Vor allem muss der Faktor des materiellen Anreizes genutzt werden.‘ Als ob die schöpferische Tätigkeit der Massen von der materiellen Interessiertheit angetrieben würde. Sobald dieses Buch nur Gelegenheit dazu hat, spricht es von der materiellen Interessiertheit, als ob es nur von dem einen Gedanken beseelt sei, mit diesem Zeug die Menschen zu verlocken. Darin spiegelt sich die geistige Haltung von ziemlich vielen Wirtschaftsfunktionären und Führungskadern, ferner die Missachtung politisch-ideologischer Arbeit. In einer solchen Situation hat man keine andere Möglichkeit mehr, als sich auf materielle Anreize zu stützen. Die vordere Hälfte des Satzes ‚Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung‘ besagt, man soll sich mit allen Kräften der Produktion widmen. Warum muss man diese beiden Ausdrücke trennen und dauernd einseitig von den materiellen Anreizen reden? Wenn man die materielle Interessiertheit derartig propagiert, wird der Kapitalismus völlig unbesiegbar.” Des weiteren: „Selbst wenn man anerkennt, dass materielle Anreize ein wichtiges Prinzip sind, so sind sie doch nie das einzige Prinzip; es ist immer noch ein anderes Prinzip notwendig, nämlich das des geistigen Ansporns auf dem Gebiet des politischen Denkens. Zugleich darf man die materiellen Anreize nicht allein als individuelles Interesse erklären, sondern auch als Kollektiv-Interesse; man sollte erklären, dass individuelle Interessen den kollektiven untergeordnet sind, kurzfristige den langfristigen und partielle Interessen den Interessen des Ganzen.”

In Anbetracht der grossen Wichtigkeit der Entwicklung des Sozialismus für die Bauernschaft erinnern wir uns daran, was der Vorsitzende Mao bereits in der Periode des antijapanischen Widerstands gesagt hat: „Die Bauernmassen führen seit Jahrtausenden eine individuelle Wirtschaft; jede Familie, jeder Hof stellt eine Produktionseinheit dar. Diese zersplitterte individuelle Produktion ist die ökonomische Grundlage des Feudalregimes, sie verurteilt die Bauern zu ewiger Armut. Es gibt nur ein einziges Mittel, diesen zustand zu beseitigen, nämlich die allmähliche Kollektivierung” Und 1953, als die sozialistische Transformation der Landwirtschaft als Teil der allgemeinen Linie etabliert wurde: „Für die Landwirtschaft zum Beispiel ist in unserem Land nur ein Weg gangbar: der sozialistische.” Auf ähnliche Weise skizziert er in seiner Kritik an der Landszuweisung, die vom Sowjet-„Lehrbuch” gepredigt wird, die Methode der Zusammenarbeit mit der Bauernschaft:

Die Regierung führt die Enteignung durch und übergibt danach das Land an die Bauern zur Verteilung. Das ist ein ‚Standpunkt huldvoller Verleihung‘. Man führt keinen Klassenkampf durch und betreibt keine Massenbewegungen. Ein solcher Standpunk ist seinem Wesen nach eine Rechtstendenz. In unseren Methoden stützen wir uns auf die Armen Bauern, schliessen wir die Mehrzahl der Mittelbauern (Unteren Mittelbauern) zusammen, um der Gutsherrenklasse das Land zu entreissen. Die Partei übernimmt eine Leitungsfunktion, wendet sich dagegen, alles alein zu machen. Dazu gibt es eine Reihe konkreter Methoden, nämlich ‚die Armen Bauern aufsuchen und sie nach ihrer Bitternis befragen‘, ‚die Aktivisten heraussondern‘, ‚Wurzeln schlagen und sich miteinander verbinden‘, ‚zu einem Kern zusammenschliessen‘, die ‚Anklage wegen der Bitternis durchführen‘, ‚Klassentrupps organisieren‘ und den ‚Klassenkampf ausweiten‘.”

Über das Arbeiter-Bauern-Bündnis, die Basis der Diktatur des Proletariats, und seine Entwicklung in Verbindung mit den sozialistischen Landwirtschaftstransformationen:

Das Bündnis der Arbeiter und Bauern hat bei uns bereits zwei Stufen durchlaufen: Die erste gründete sich auf die Basis der Bodenreform, die zweite auf die Basis des genossenschaftlichen Zusammenschlusses. Ohne die Durchführung des genossenschaftlichen Zusammenschlusses wäre unter der Bauernschaft bestimmt eine Polarisierung eingetreten, hätte das Bündnis der Arbeiter und Bauern sich nicht festigen und am staatlichen An- und Verkauf nicht festgehalten werden können. Nur auf der Basis des genossenschaftlichen Zusammenschlusses konnte die Politik des staatlichen An- und Verkaufs gestärkt und vollständig durchgeführt werden. Jetzt wird unser Bündnis der Arbeiter und Bauern dadurch einen Schritt vorankommen, dass es auf der Grundlage der Mechanisierung aufbaut. Bei Einführung von Genossenschaften und Kommunen allein – ohne Mechanisierung – kann sich das Bündnis der Arbeiter und Bauern nicht festigen. Was den genossenschaftlichen Zusammenschluss anbetrifft, so kann sich, wenn es nur ein Zusammenschluss auf kleinster Stufe ist, das Bündnis der Arbeiter und Bauern ebensowenig festigen. Die Entwicklung muss vielmehr noch vom genossenschaftlichen Zusammenschluss zur Volkskommune, vom Eigentum der Basismannschaft einer Volkskommune zum Eigentum der Basiskommune und dann vom Kommuneeigentum zum Staatseigentum fortschreiten. Auf der Grundlage der Verbindung von Nationalisierung und Mechanisierung können wir das Bündnis der Arbeiter und Bauern wirklich festigen; dann werden die Unterschiede zwischen Arbeitern und Bauern allmählich verschwinden.”

Und über die Transformation der Intellektuellen:

Nicht nur die bürgerlichen Intellektuellen müssen umerzogen werden, auch die Intellektuellen aus Arbeiter- und Bauernfamilien haben eine solche Umerziehung zu durchlaufen, weil sie in jeder Hinsicht dem Einfluss der Bourgeoisie ausgeliefert sind. Dass der in Literatur- und Kunstkreise gehörende Liu Shao-t’ang, nachdem er Schriftsteller geworden war, sich gross gegen den Sozialismus wendete, ist ein Beweis dafür. Bei den Intellektuellen zeigen sich Probleme aus dem Bereich der Weltanschauung oft in ihren Ansichten über das Wissen. Ist das Wissen nun eigentlich öffentliches oder privates Eigentum? Einige Leute betrachten ihr Wissen als eigensten Besitz, ‚sie warten auf einen guten Preis, bevor sie einen Handel abschliessen‘; wenn sie keinen hohen Erlös dafür erzielen, verkaufen sie es nicht. Sie sind ‚nur Spezialisten, haben aber keine rote Gesinnung‘. Die Partei bezeichnen sie als ‚Laien‘, sie ‚könne nicht über den Fachmann bestimmen‘. Die Filmemacher sagen, die Partei könne nicht über das Filmemachen bestimmen, Sänger und Tänzer meinen, die Partei könne nicht über Gesang und Tanz bestimmen, die Atomwissenschaftler sagen, die Partei könne nicht über Angelegenheiten der Atomwissenschaften bestimmen. Generell heisst es, die Partei könne nicht über alles bestimmen.

Im gesamten Prozess der sozialistischen Revolution und des sozialistischen Aufbaus ist die Umerziehung der Intellektuellen ein äusserst grosses Problem. Diese Frage nicht ernstzunehmen und dem Zeug der Bourgeoisie gegenüber eine nachgiebige Haltung einzunehmen, ist natürlich verkehrt.

Was den Prozess der Menschheit angeht, das grosse dialektische Verständnis der Auffassung des Schritts vom Sozialismus zum Kommunismus und Entwicklung dessen durch die Revolution:

Fraglos ist der Übergang zum Kommunismus nicht der Umsturz einer Klasse durch eine andere, aber das heisst keineswegs, dass es sich nicht um eine soziale Revolution handelt. Weil eine Art von Produktionsverhältnissen eine andere ablöst, ist dies ein qualitativer Sprung, handelt es sich um eine Revolution. Die Umwandlung der Einzelwirtschaft unseres Landes in Kollektivwirtschaft und weiter die Umwandlung der Kollektivwirtschaft in eine Wirtschaft des gesamten Volkes sind alles Revolutionen im Bereich der Produktionsverhältnisse, und auch die Umwandlung des sozialistischen [Prinzips] ‚Jedem nach seiner Leistung‘ zu dem kommunistischen ‚Jedem nach seinen Bedürfnissen‘ kann nur als Revolution im Bereich der Produktionsverhältnisse bezeichnet werden. Selbstverständlich wird das [Prinzip] ‚Jedem nach seinen Bedürfnissen‘ [nur] Schritt für Schritt verwirklicht; es ist möglich, dass bei ausreichendem Angebot der wichtigsten Bedarfsgüter zunächst diese Güter nach [dem Prinzip] ‚Jedem nach seinen Bedürfnissen‘ gestellt werden und man später [erst] gemäss der Entwicklung der Produktivkräfte zu anderen Produkten übergeht.

Bezüglich der Entwicklung der Volkskommunen unseres Landes lohnt es sich, der Frage nachzugehen, ob es bei der Umwandlung des Eigentumssystems der Basismannschaft in Eigentum der Basiskommune unter einem Teil der Bevölkerung zu Konfrontationen kommt. Eine entscheidende Bedingung für die Verwirklichung einer solchen Umwandlung ist, dass das Einkommen der Wirtschaft des Kommunesektors über die Hälfte des Bruttoeinkommens der Kommune beträgt. Die Realisierung des Eigentumsystems der Basiskommune bringt allen normalen Kommunemitgliedern Vorteile. Es lässt sich abschätzen, dass es auf diese Weise bei der überwältigenden Mehrheit der Menschen zu keiner Konfrontation kommen wird. Wird es aber angesichts dieser Umgestaltung nicht bei den Kadern der ursprünglichen Mannschaften zu Konfrontationen kommen, weil sie ab diesem Zeitpunkt nicht mehr wie früher schalten und walten können und sich ihre Verwaltungsbefugnisse notwendigerweise entsprechend verringern?

Obwohl eine sozialistische Gesellschaft die Klassen beseitigt hat, kann im Prozess ihrer Entwicklung das Problem von ‚an ihren Interessen festhaltenden Gruppen‘ auftreten, die mit dem bereits bestehendem System zufrieden sind und [deshalb] dieses System nicht verändern wollen. Beispielsweise hat die Anwendung [des Prinzips] ‚Jedem nach seiner Leistung‘, ‚Für mehr Arbeit mehr Lohn‘ für sie grosse Vorteile, sobald man aber zum [Prinzip] ‚Jedem nach seinen Bedürfnissen‘ übergeht, wird ihnen wahrscheinlich unbehaglich. Beim Aufbau eines jeden neuen Systems müssen immer Teile des alten zerschlagen werden. Nur aufzubauen ohne zu zerschlagen, das geht nicht an. Will man aber zerschlagen, so führt das bei einem Teil der Bevölkerung zur Konfrontation. Der Mensch ist schon ein seltsames Wesen; kaum bieten sich ihm einmal hervorragende Bedingungen, nimmt er ein prahlerisches Gehabe an … es wäre sehr gefährlich, dies ausser acht zu lassen.”

Und:

Obgleich es im Sozialismus keinen Krieg mehr gibt, existiert doch weiterhin Kampf; es gibt den Kampf der einzelnen Gruppierungen im Volk. Obwohl im Sozialismus keine Revolution mehr stattfindet, in der eine Klasse die andere stürzt, gibt es immer noch Revolution. Der Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus ist eine Revolution, ebenso der Übergang von einem zum anderen Stadium des Kommunismus; ausserdem gibt es noch die technische Revolution und die Kulturrevolution. Der Kommunismus wird auf jeden Fall sehr viele Stadien durchlaufen, und ebenso gewiss wird es noch sehr viele Revolutionen geben.”

Unter diesen Bedingungen und auf dieser Basis hat der Vorsitzende Mao Tse-tung die Grosse Proletarische Kulturrevolution vorbereitet und geführt. In dessen Gründungsdokument stellte er fest:

Die sozialistische Gesellschaft umfasst eine ziemlich lange geschichtliche Periode. Die ganze Geschichtsperiode des Sozialismus hindurch existieren Klassen, Klassenwidersprüche und Klassenkämpfe, existiert der Kampf zwischen den beiden Wegen, dem des Sozialismus und dem des Kapitalismus, existiert die Gefahr einer Restauration des Kapitalismus. Man muss die Langwierigkeit und Kompliziertheit dieses Kampfes erkennen. Man muss die Wachsamkeit erhöhen. Man muss die sozialistische Erziehung durchführen. Man muss die Probleme der Klassenwidersprüche und Klassenkämpfe richtig begreifen und behandeln, die Widersprüche zwischen uns und dem Feind und die im Volk richtig voneinander unterscheiden und behandeln. Andernfalls wird sich ein sozialistischer Staat wie unserer in sein Gegenteil verwandeln, er wird entarten, und es wird zu einer Restauration kommen. Von nun an müssen wir jährlich, monatlich, ja täglich darüber sprechen, damit wir für dieses Problem ein verhältnismässig nüchternes Verständnis haben und eine marxistisch-leninistische Linie besitzen können.”

Und im Mai 1963 aufrufend „niemals die Klassen und den Klassenkampf vergessen”:

Der Klassenkampf, der Produktionskampf und wissenschaftliches Experimentieren – das sind die drei grossen revolutionären Bewegungen für den Aufbau eines mächtigen sozialistischen Landes; sie sind eine sichere Garantie, dass die Kommunisten imstande sind, frei von Bürokratismus zu bleiben, den Revisionismus und den Dogmatismus zu vermeiden und für immer unbesiegbar zu sein; sie geben die zuverlässige Gewähr, dass das Proletariat im Bündnis mit den breiten Massen der Werktätigen die demokratische Diktatur ausüben kann. Andernfalls, wenn man Grundherren, Grossbauern, Konterrevolutionäre, üble Elemente und anderes Gezücht überall hervorkriechen lässt, wenn unsere Kader durch die Finger schauen, viele von ihnen sogar keine Trennungslinie zwischen uns und dem Feind ziehen, sich mit dem Feind zusammentun, von ihm korrumpiert, zersetzt und demoralisiert werden, und wenn dann unsere Funktionäre ins feindliche Lager hineingezogen sind und sich die Feinde in unsere Reihen eingeschlichen haben, ja sogar viele Arbeiter, Bauern und Intellektuelle der bald weichen, bald harten Taktik des Feindes erliegen, dann wird unvermeidlich in nicht langer Zeit – in einigen Jahren oder in einem Dutzend Jahren, höchstens in einigen Jahrzehnten – die konterrevolutionäre Restauration das ganze Land erfassen, die marxistisch-leninistische Partei wird sich in eine revisionistische, in eine faschistische Partei verwandeln, und ganz China wird die Farbe wechseln.”

Ähnlich in Punkt 17 des „Vorschlags für die Generallinie des Internationalen Kommunistischen Bewegung” im Juni 1963, einem Dokument, das unter der persönlichen Leitung des Vorsitzenden Mao entworfen wurde:

Auch nach der Machtergreifung durch das Proletariat ist Fortsetzung des Klassenkampfs eine lange historische Zeitspanne hindurch immer noch eine objektive, vom menschlichen Willen unabhängige Gesetzmässigkeit. Nur die Form des Klassenkampfes ist von der vor der Machtergreifung durch das Proletariat verschieden.

Nach der Oktoberrevolution hat Lenin wiederholt darauf hingewiesen:

a) dass gestürzte Ausbeuter mit allen Mitteln versuchen, das ihnen geraubte Paradies wieder an sich zu reissen;

b) dass die spontanen kleinbürgerlichen Kräfte ständig neue kapitalistische Elemente hervorbringen;

c) dass in den Reihen der Arbeiterklasse und unter den Funktionären des Staatsapparates infolge des Einflusses der Bourgeoisie sowie infolge der Einkreisung durch die spontanen kleinbürgerlichen Kräfte und deren korrumpierende Wirkung entartete Elemente und neue bürgerliche Elemente auftreten;

d) dass die Einkreisung durch den Weltkapitalismus, die Drohung bewaffneter Interventionen von seiten der Imperialisten und ihre Komplotte zur friedlichen Zersetzung die äusseren Bedingungen für den Fortgang des Klassenkampfes im sozialistischen Staat bilden.

Das Leben hat diese Thesen Lenins als wahr erwiesen.

Jahrzehntelang oder sogar eine noch längere Zeitspanne nach der sozialistischen Industrialisierung und landwirtschaftlichen Kollektivierung wird es, gleich in welchem sozialistischen Staat, unmöglich sein zu sagen, dass die von Lenin wiederholt denunzierten Trabanten der Bourgeoisie, Schmarotzer, Spekulanten, Hochstapler, Faulenzer, Banditen und Staatskassenplünderer völlig verschwunden sind. Ebensowenig kann man sagen, dass der sozialistische Staat die von Lenin gestellte Aufgabe, ‚diese vom Kapitalismus dem Sozialismus hinterlassene Ansteckung, diese Pest, dieses Geschwür‘ zu beseitigen, bereits bewältigt oder zu bewältigen nicht länger nötig hätte. In einem sozialistischen Staat kann die Frage, wer – der Sozialismus oder der Kapitalismus – Sieger bleibt, erst über einen langen Zeitabschnitt hinaus allmählich gelöst werden. Der Kampf zwischen dem sozialistischen und dem kapitalistischen Weg zieht sich durch diese ganze geschichtliche Periode hindurch. Dieser Kampf schwillt an und ebbt ab wie die Gezeiten, manchmal wird er sogar sehr erbittert. Dieser Kampf nimmt viele Formen an.

In der Deklaration von 1957 wird treffend festgestellt, dass ‚die Machtergreifung für die Arbeiterklasse erst der Beginn der Revolution und nicht deren Vollendung ist.‘ Den Klassenkampf in der Periode der proletarischen Diktatur und die Notwendigkeit der gründlichen Durchführung der sozialistischen Revolution auf wirtschaftlichem, politischem und ideologischem Gebiet zu verneinen, ist falsch, steht mit den objektiven Tatsachen in Widerspruch und verstösst gegen den Marxismus-Leninismus.”

So sehr, dass er 1964 wiederholte: Es wird noch eine sehr lange Zeit brauchen, ehe auf politischem und ideologischem Gebiet der Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus entschieden ist. Einige Jahrzehnte genügen nicht; bis zum Sieg wird es ein oder einige Jahrhunderte dauern. Hinsichtlich der Zeitdauer ist es besser, sich auf einen längeren Zeitraum als auf einen kürzeren vorzubereiten. Hinsichtlich der noch zu leistenden Arbeit ist es besser, sie als schwierig statt als leicht anzusehen. Es wird noch günstiger und weniger nachteilig sein, wenn man auf diese Weise überlegt und handelt.” Und 1965: Das Hauptangriffsziel der gegenwärtigen Bewegung bilden diejenigen Machthaber in der Partei, die den kapitalistischen Weg gehen.” „Von denen, die Machtpositionen innehaben und den kapitalistischen Weg gehen, treten einige auf der Bühne auf, während die anderen hinter den Kulissen tätig sind.” Diese werden „von gewissen Leuten auf höherer Ebene – auf der Ebene der Kommunen, der Bezirke, der Kreise, der Präfekturen und sogar der Provinzen und Zentralabteilungen –, die sich dem Aufbau des Sozialismus widersetzen, unterstützt.”

Die mächtige Entwicklung der Grossen Proletarischen Kulturrevolution begann 1966. In ihrem ersten Meilenstein, dem „Rundschreiben des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas” im Mai 1966 hat der Vorsitzende Mao bedeutende Absätze geschrieben. In Bezug auf die Vertreter der Bourgeoisie:

Eine gewisse Anzahl von solchen Vertretern der Bourgeoisie gibt es im Zentralkomitee, in allen Institutionen auf zentraler Ebene sowie auf der Ebene der Provinzen, Städte und autonomen Gebiete.”

Und:

„Ist denn eine Gleichheit statthaft in solch grundlegenden Fragen wie: der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie, die Diktatur des Proletariats über die Bourgeoisie, die Diktatur des Proletariats im Bereich des Überbaus, einschliesslich der verschiedenen Gebiete der Kultur, die fortwährende Säuberung der Kommunistischen Partei von Vertretern der Bourgeoisie, die sich in sie eingeschlichen haben und ‚rote Fahnen‘ gegen die rote Fahne schwingen, durch das Proletariat usw. usf.? Jahrzehntelang haben die alten sozialdemokratischen Parteien und seit mehr als einem Jahrzehnt die modernen Revisionisten dem Proletariat niemals irgendwelche Gleichheit mit der Bourgeoisie erlaubt. Sie leugnen völlig, dass die Jahrtausende alte Geschichte der Menschheit eine Geschichte von Klassenkämpfen ist, sie negieren völlig den Klassenkampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie, die Revolution des Proletariats gegen die Bourgeoisie und die Diktatur des Proletariats über sie. Sie sind im Gegenteil treue Lakaien der Bourgeoisie und des Imperialismus und klammern sich gemeinsam mit diesen an das ideologische System der Unterdrückung und Ausbeutung des Proletariats durch die Bourgeoisie und an das kapitalistische Gesellschaftssystem, während sie das ideologische System des Marxismus-Leninismus und das sozialistische Gesellschaftssystem bekämpfen. Sie sind ein Haufen antikommunistischer volksfeindlicher Konterrevolutionäre. Ihr Kampf gegen uns geht auf Leben und Tod, es kann in ihm von keinerlei Gleichheit die Rede sein. Daher ist unser Kampf gegen sie ebenfalls unvermeidlich ein Kampf auf Leben und Tod, und unsere Beziehung zu ihnen kann absolut nicht die einer Gleichheit sein, sondern nur die der Unterdrückung einer Klasse durch eine andere, d. h. eine Beziehung, bei welcher das Proletariat die Alleinherrschaft oder die Diktatur über die Bourgeoisie ausübt, nicht aber irgendeine andere Beziehung, wie z. B. die einer angeblichen Gleichberechtigung, einer friedlichen Koexistenz zwischen ausgebeuteten und ausbeutenden Klassen, oder ein Verhältnis von Humanität und Hochherzigkeit, usw. usf.”

[…]

Ohne Zerstörung kann es keinen Aufbau geben. Zerstörung bedeutet Kritik und Revolution. Um das Alte zu zerstören, muss man Argumente vorbringen, und argumentieren heisst Neues aufbauen. Stellt man die Zerstörung voran, steckt der Aufbau schon drin.”

[…]

„In Wirklichkeit sind jene Leute in der Partei, die Machtpositionen innehaben und den kapitalistischen Weg gehen und die bürgerlichen akademischen Despoten unterstützen, jene Vertreter der Bourgeoisie, die sich in die Partei eingeschlichen haben und die bürgerlichen akademischen Despoten beschützen, wahrhaftige Parteidespoten grossen Kalibers, die den Namen der Partei usurpiert haben, keine Bücher und Zeitungen lesen, keinen Kontakt mit den Massen haben, über keinerlei Wissen verfügen und ihre einzige Zuflucht darin sehen, ‚eigenmächtig zu handeln und die anderen durch ihre Stellung und Macht zu unterdrücken.‘”

[…]

„Sie lassen jedoch allen finsteren Mächten freien Lauf, und seit vielen Jahren machen diese sich in unseren Zeitungen, unseren Radiosendungen, Zeitschriften, Büchern und Lehrbüchern, auf unseren Rednertribünen, in Literatur- und Kunstwerken, Filmen, Theaterstücken, in ‚Tjüyi‘ und in unserer bildenden Kunst, in Musik, Tanzkunst usw. breit; dabei befürworten die Verfasser des Zusammengefassten Berichtes niemals die proletarische Führung und wollen nicht einmal eine Genehmigungspflicht.”

[…]

„[…] das grosse Banner der proletarischen Kulturrevolution hochhalten, den bürgerlichen reaktionären Standpunkt jener parteifeindlichen, antisozialistischen sogenannten ‚akademischen Autoritäten‘ schonungslos aufzeigen, an den bürgerlichen reaktionären Ideen in akademischen Kreisen, Erziehungswesen, Journalistik, Literatur und Kunst sowie Verlagswesen gründliche Kritik üben, sie verurteilen und die Führung auf diesen Sektoren der Kultur erobern. Dazu ist es notwendig, gleichzeitig jene Vertreter der Bourgeoisie, die sich in die Partei, in die Regierung, in die Armee und in die verschiedenen Bereiche der Kultur eingeschlichen haben, zu kritisieren und zu verurteilen, sie hinauszuschaffen oder zum Teil auf andere Posten zu versetzen. Vor allem darf man diese Leute nicht mit der Führung der Kulturrevolution betrauen; tatsächlich gab und gibt es dennoch viele von ihnen, die diese Arbeit verrichten; das ist äusserst gefährlich.”

[…]

„Die Vertreter der Bourgeoisie, die sich in die Partei, in die Regierung, in die Armee und in die verschiedenen Bereiche der Kultur eingeschlichen haben, sind ein Häuflein von konterrevolutionären Revisionisten; sie werden, sobald die Bedingungen dafür reif sind, die politische Macht an sich reissen und die Diktatur des Proletariats in eine Diktatur der Bourgeoisie umwandeln. Wir haben bereits einige dieser Leute durchschaut, aber manche noch nicht; manche geniessen jetzt noch unser Vertrauen und werden zu unseren Nachfolgern ausgebildet, wie zum Beispiel Leute vom Schlage Chruschtschows, die noch neben uns nisten. Die Parteikomitees aller Ebenen müssen dieser Frage grösste Aufmerksamkeit schenken.”

Vom Rundschreiben des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas im Mai 1966.

Woanders hat der Vorsitzende Mao festgelegt:

„Die derzeitige grosse Kulturrevolution ist nur die erste; es werden in der Zukunft unausbleiblich noch mehrere erfolgen. In den letzten paar Jahren sagte Genosse Mao Tse-tung wiederholt: Die Frage, wer wen in der Revolution besiegt, wird erst in einem sehr langen historischen Zeitraum entschieden werden können. Behandelt man diese Angelegenheit nicht richtig, ist es jederzeit möglich, dass der Kapitalismus restauriert wird. Alle Parteimitglieder und das gesamte Volk in unserem Lande dürfen nicht annehmen, dass nach ein oder zwei grossen Kulturrevolutionen, oder auch drei oder vier, alles in schönster Ordnung sein werde. Wir müssen uns aufs äusserste in acht nehmen, und unsere Wachsamkeit darf nie nachlassen.”

Und die Ziele und politische Essenz dieser grossartigen Revolution definierend, diesen bedeutenden Meilenstein der proletarischen Weltrevolution:

Diese Grosse Proletarische Kulturrevolution ist absolut notwendig und wird genau zur rechten Zeit durchgeführt, um die Diktatur des Proletariats zu festigen, die Restauration des Kapitalismus zu verhüten und den Sozialismus aufzubauen.”

Die Grosse Proletarische Kulturrevolution ist eine grosse politische Revolution, die das Proletariat gegen die Bourgeoisie und alle anderen Ausbeuterklassen durchführt; sie ist eine Fortsetzung des langwierigen Kampfes der Kommunistischen Partei Chinas und der von ihr geführten breiten revolutionären Volksmassen gegen die Kuomintang-Reaktionäre, eine Fortsetzung des Klassenkampfes zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie.”

Und ihre ökonomische Rolle hervorhebend: Die grosse proletarische Kulturrevolution ist für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte unseres Landes eine gewaltige treibende Kraft.” Und im ideologischen Bereich ist das Grundproblem, sich hauptsächlich von folgendem leiten zu lassen: „den Egoismus bekämpfen und den Revisionismus kritisieren und verurteilen”; denn, Die Grosse Proletarische Kulturrevolution ist eine grosse Revolution, die die Menschen im Innersten bewegt und darauf ausgerichtet ist, das Problem ihrer Weltanschauung zu lösen.” Bestehend auf diesen Punkt sagte der Vorsitzende im Jahre 1967 vor der Militärdelegation Albaniens:

„Jetzt möchte ich euch eine Frage stellen: Was würdet ihr sagen ist das Ziel der Grossen Kulturrevolution? (Jemand antwortet auf der Stelle: Sie ist dazu da, gegen die Machthaber in der Partei zu kämpfen, die den kapitalistischen Weg gehen.) Gegen die Machthaber innerhalb der Partei zu kämpfen, die den kapitalistischen Weg gehen, ist die Hauptaufgabe, aber in keinster Weise das Ziel. Das Ziel ist es, das Problem der Weltanschauung zu lösen: es ist die Frage, die Wurzeln des Revisionismus auszumerzen.

Das Zentralkomitee hat immer wieder hervorgehoben, dass die Massen sich selbst bilden müssen und sich selbst befreien müssen. Das ist so, weil die Weltanschauung ihnen nicht aufgezwungen werden kann. Um die Ideologie umzuwandeln, ist es für die äusseren Bedingungen notwendig, durch die inneren Bedingungen zu wirken, wobei die letzteren die hauptsächlichen sind. Wenn die Weltanschauung nicht transformiert wird, wie kann die Grosse Proletarische Kulturrevolution ein Sieg genannt werden? Wenn die Weltanschauung nicht transformiert wird, sind es jetzt noch 2’000 Machthaber, die in dieser Grossen Kulturrevolution den kapitalistischen Weg gehen — nächstes Mal könnten es schon 4’000 sein.”

„[…] trotzdem die Frage des Kampfes zwischen den zwei Klassen und den zwei Wegen nicht mit einer, zwei, drei oder vier Grossen Kulturrevolutionen gelöst werden kann, so kann diese Grosse Kulturrevolution die Dinge doch für mindestens eine Dekade konsolidieren.”

Die Grosse Proletarische Kulturrevolution, in der gilt:Die Rebellion gegen Reaktionäre ist gerechtfertigt”; die Arbeiterklasse muss in allem die Führung innehaben” und Das Proletariat muss im Bereich des Überbaus einschliesslich aller kulturellen Gebiete die allseitige Diktatur über die Bourgeoisie ausüben.” Eine Revolution, dessen Komplexität und schwierige Bedingungen meisterhaft folgendermassen ausgedrückt wurden: „In der Vergangenheit kämpften wir in Nord und Süd, solche Kriege liessen sich leichter führen, denn der Feind war klar zu erkennen. Es ist viel schwieriger, die gegenwärtige grosse proletarische Kulturrevolution zu führen als jene Art von Kriegen.” „Das Problem liegt eben darin, dass Menschen, die Fehler ideologischer Natur begangen haben, und Menschen, bei deren Widerspruch zu uns es sich um einen Widerspruch zwischen uns und dem Feind handelt, miteinander vermengt sind, und dass es für eine Zeitlang schwierig ist, sie voneinander zu unterscheiden.”

Eine grosse Revolution, in welcher der revolutionäre Schanghaisturm im Januar 1967 den Aufruf des Vorsitzenden Mao entfesselt hat: „Proletarische Revolutionäre, schliesst euch zusammen und vereinigt euch mit den breiten Massen, entfaltet unter Führung unseres grossen Oberkommandierenden Vorsitzenden Mao den allseitigen Klassenkampf im Land!”; und seine wichtige Anweisung: „Die Volksbefreiungsarmee sollte die breiten Massen der Linken unterstützen.” Die Revolutionskomitees wurden formiert, um die vereinte Führung der Revolution auszuüben, eine Form der Macht konkretisiert von: Nach den Haupterfahrungen bestehen die Revolutionskomitees alle aus Vertretern folgender drei Gruppen: aus Vertretern der revolutionären Funktionäre, aus Vertretern der Armee und aus Vertretern der revolutionären Massen. Diese haben eine revolutionäre ‚Dreierverbindung‘ hergestellt. Das Revolutionskomitee soll eine vereinheitlichte Führung verwirklichen, die Vielgleisigkeit des Verwaltungsapparates zerbrechen, das Prinzip ‚weniger Truppen, aber bessere, und eine einfachere Verwaltung‘ befolgen und eine revolutionäre Führungsgruppe, die mit den Massen verbunden ist, organisieren.”

Eine grosse Revolution, die sich anhand des Hauptsächlichen von „Die Revolution anpacken, die Produktion, die Arbeit und die Vorbereitung auf einen Kriegsfall fördern” entwickelt hat, innerhalb des strategischen Konzepts von „Vorbereitung auf einen Kriegsfall, Vorbereitung auf Naturkatastrophen, alles für das Volk”.

Die Grosse Proletarische Kulturrevolution, als Fortsetzung der Revolution unter der Diktatur des Proletariats, markiert so den Kurs der proletarischen Weltrevolution in ihrem heldenhaften und unhaltbaren Marsch zum Kommunismus. Im riesigsten revolutionären Epos der Menschheit eroberte sie unvergängliche Siege für das internationale Proletariat. Dennoch lehrte uns der Vorsitzende Mao 1968 mit einem tiefen Verständnis der Geschichte und des proletarischen Internationalismus:

Wir haben bereits grosse Siege errungen, aber die geschlagene Klasse wird immer noch verzweifelt kämpfen. Diese Leute leben noch, diese Klasse existiert noch. Daher können wir nicht von einem Endsieg reden. Auch in einigen Jahrzehnten kann davon nicht die Rede sein. Wir dürfen unsere Wachsamkeit nicht verlieren. Vom leninistischen Gesichtspunkt aus betrachtet, erfordert der Endsieg in einem sozialistischen Staat nicht nur die Anstrengungen des Proletariats und der breiten Volksmassen des betreffenden Landes, sondern er hängt überdies davon ab, dass die Weltrevolution den Sieg erringt und das System der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen auf dem ganzen Erdball beseitigt wird, was zur Befreiung der gesamten Menschheit führt. Darum ist es falsch, läuft es dem Leninismus zuwider und entspricht auch nicht den Tatsachen, wenn man leichtfertig vom Endsieg der Revolution in unserem Land redet.”

Im April 1969 sagte der Vorsitzende Mao:

Offensichtlich ging es nicht mehr ohne die Durchführung der Grossen Proletarischen Kulturrevolution, denn unsere Basis war nicht solide. Nach meiner Beobachtung gab es wahrscheinlich eine beträchtliche Mehrheit von Betrieben – ich spreche nicht von der Gesamtheit, auch nicht von einer überwältigenden Mehrheit –, in denen die Führung nicht in der Hand der wahren Marxisten und der Arbeitermassen lag. Es war ja nicht so, dass sich in der Führung der Betriebe keine guten Leute befanden. Es gab sie. Unter den Sekretären, stellvertretenden Sekretären und Mitgliedern der Parteikomitees gab es gute Menschen, auch unter den Sekretären der Parteizellen. Aber sie folgten dieser Linie Liu Schao-tschis, nichts anderes als materielle Anreize zu praktizieren, den Profit an die erste Stelle zu setzen, und, anstatt die proletarische Politik zu propagieren, Prämien auszugeben, usw.”

[…]

„Aber es gibt in der Tat üble Leute in den Betrieben.”

[…] „Das zeigt, dass die Revolution noch nicht zu Ende geführt ist.”

Und gegen das bürgerliche Recht zielend:

„Lenin sprach vom Aufbau eines bürgerlichen Staates ohne Kapitalisten zum Schutz des bürgerlichen Rechts. Wir selbst haben eben einen solchen Staat aufgebaut, er unterscheidet sich nicht sehr von der alten Gesellschaft: Es gibt Hierarchie, acht Lohnstufen, eine Verteilung jedem nach seiner Leistung und Austausch gleicher Werte.”

Im Kampf gegen den Revisionismus des anti-kulturrevolutionären Windes Tengs und seiner Henker schlug der Vorsitzende Mao vor:

Nach der demokratischen Revolution sind die Arbeiter, armen Bauern und unteren Mittelbauern nicht stehengeblieben, sie wollen die Revolution. Aber ein Teil der Parteimitglieder will nicht weiter vorwärts. Manche sind zurückgewichen und gegen die Revolution aufgetreten. Warum? Weil sie hohe Beamte geworden sind und die Interessen der hohen Beamten schützen wollen.”

Die sozialistische Revolution richtet sich nun gegen sie selbst. Während der Vergenossenschaftlichung gab es in der Partei Leute, die dagegen waren, und sie haben Widerwillen gegen die Kritik am bürgerlichen Recht. Man macht die sozialistische Revolution und weiss nicht, wo die Bourgeoisie sitzt; sie sitzt mitten in der Kommunistischen Partei – es sind die Parteimachthaber, die den kapitalistischen Weg gehen. Die Machthaber auf dem kapitalistischen Weg gehen diesen Weg noch.”

Eine Revision richtiger Urteile läuft dem Willen des Volkes zuwider.”

Ohne Kampf gibt es keinen Fortschritt.”

„Können 800 Millionen Menschen ohne Kampf auskommen?!”

Was soll das, ‚die drei Weisungen als das Hauptkettenglied betrachten‘! Stabilität und Einheit heisst nicht, den Klassenkampf aufgeben; der Klassenkampf ist das Hauptkettenglied, alles andere hängt von ihm ab.”

Dieser Mensch packt nicht den Klassenkampf an, über dieses Hauptkettenglied spricht er nie. Also immer noch ,weisse Katze, schwarze Katze‘, zwischen Imperialismus und Marxismus macht er keinen Unterschied.”

Und den Klassenkampf in China und in der KPCh synthetisierend:

Seit 50 Jahren singen wir ‚Die Internationale‘, und in unserer Partei hat es zehnmal Leute gegeben, die auf eine Spaltung hinarbeiteten. Meiner Meinung nach kann es noch zehn-, zwanzig-, dreissigmal zu so etwas kommen. Glaubt ihr das oder nicht? Auch wenn ihr es nicht glaubt, ich glaube es jedenfalls. Nach der Verwirklichung des Kommunismus wird es keine Kämpfe mehr geben? Ich glaube das nicht. Selbst dann wird es Kämpfe geben, nur werden es Kämpfe zwischen dem Neuen und dem Alten sein, zwischen richtig und falsch. Auch nach einigen zehntausend Jahren wird, was falsch ist, nicht durchkommen, wird es unhaltbar sein.”

Seit dem Sturz des Kaisers im Jahre 1911 konnten in China die Reaktionäre niemals lange an der Macht bleiben. Die längste Herrschaft (die von Tschiang Kai-schek) dauerte lediglich zwanzig Jahre. Als sich das Volk zur Rebellion erhob, wurde er auch gestürzt. Tschiang Kai-schek nutzte Dr. Sun Yat-sens Vertrauen zu ihm aus, ausserdem leitete er die Huangpu-Militärakademie und sammelte eine grosse Zahl von Reaktionären um sich, so gelangte er an die Macht. So gut wie die gesamte Grundherrenklasse und Bourgeoisie unterstützte ihn, als er sich gegen die Kommunistische Partei wandte. Zu jener Zeit war die Kommunistische Partei noch unerfahren. Deshalb konnte er sich freuen, vorübergehend die Oberhand gewonnen zu haben. In diesen zwei Jahrzehnten erreichte er jedoch niemals die Vereinigung des Landes. Es ereigneten sich der Krieg zwischen der Kuomintang und der Kommunistischen Partei, die Kriege zwischen der Kuomintang und den verschiedenen Cliquen der Militärmachthaber, der Krieg zwischen China und Japan und schliesslich der vier Jahre dauernde grosse Bürgerkrieg, durch den er auf ein paar Inseln verjagt wurde. Sollten in China die Rechten einen antikommunistischen Staatsstreich inszenieren, so bin ich fest davon überzeugt, dass sie keine Ruhe finden werden und ihre Herrschaft sehr wahrscheinlich kurzlebig sein wird, denn die Revolutionäre, die die Interessen von mehr als neunzig Prozent der Bevölkerung vertreten, werden das nicht zulassen.”

„Die Schlussfolgerung sind immer noch die zwei oft wiederholten Sätze: Die Zukunft ist hell; der Weg ist reich an Windungen.”

1975 haben „Volkstageblatt” und „Rote Fahne” folgende Notiz zur Veröffentlichung von „Marx, Engels und Lenin über die Diktatur des Proletariats„ veröffentlicht:

Unser grosser Führer, der Vorsitzende Mao, hat vor kurzem wichtige Weisungen zur Frage der Theorie gegeben.

Der Vorsitzende Mao sagte: Warum sprach Lenin von der Ausübung der Diktatur über die Bourgeoisie? Über diese Frage muss man sich Klarheit verschaffen. Mangelnde Klarheit in dieser Frage führt zu Revisionismus. Dies muss im ganzen Land bewusst gemacht werden.

[…] Auf das sozialistische System eingehend, sagte der Vorsitzende Mao: Mit einem Wort, China ist ein sozialistisches Land. Es war vor der Befreiung so gut wie kapitalistisch. Jetzt noch wird ein Lohnsystem von acht Stufen praktiziert, eine Verteilung jedem nach seiner Leistung und Austausch mittels Geldes, bei alldem gibt es nicht viel Unterschied zur alten Gesellschaft. Der Unterschied ist, dass die Eigentumsverhältnisse verändert worden sind. Der Vorsitzende Mao erklärte: Unser Land praktiziert gegenwärtig unter anderem ein Warensystem, auch das Lohnsystem ist ungleich, wie das achtstufige Lohnsystem. Diese können nur unter der Diktatur des Proletariats eingeschränkt werden. Deshalb ist es für Leute wie Lin Biao, wenn sie an die Macht kommen, sehr leicht, das kapitalistische System durchzusetzen. Darum sollten wir mehr marxistisch-leninistische Werke lesen.

Ausserdem unterstrich der Vorsitzende Mao: Lenin sagte: ‚Die Kleinproduktion … erzeugt unausgesetzt, täglich, stündlich, elementar und im Massenumfang Kapitalismus und Bourgeoisie.‘ Diese entstehen auch bei einem Teil der Arbeiterklasse und einem Teil der Parteimitglieder. Sowohl innerhalb der Reihen des Proletariats als auch unter den Mitarbeitern der Staats- und anderen Organe gibt es Leute, die einen bürgerlichen Lebensstil annehmen.

Diese Weisungen des Vorsitzenden Mao erläutern profund die marxistische Theorie über die Diktatur des Proletariats und weisen auf die die äusserste Wichtigkeit hin, jetzt die Theorie über die Diktatur des Proletariats zu studieren. Darauf müssen die Genossen der ganzen Partei und das Volk des Landes die grösste Aufmerksamkeit richten.”

Über den Kampf gegen den Revisionismus

Schliesslich ist eine andere grundlegende Frage des Marxismus-Leninismus-Maoismus der Kampf gegen den Revisionismus. Dies ist ein notwendiger, konstanter und unversetzbarer Kampf zur Verteidigung der Ideologie des Proletariats und unabdingbar für die Entwicklung der Revolution, die Eroberung der Macht und dafür, durch die Diktatur des Proletariats und die Führung von kommunistischen Parteien weiter auf dem Weg zur Emanzipierung der Menschheit zu bleiben. In ihrer Epoche demaskierten Marx und Engels im September 1879 die reformistische und bürgerliche Essenz des Programms, das in „Rückblicke auf die sozialistische Bewegung” hochgehalten wurde, einem Artikel geschrieben unter anderen von E. Bernstein, dem späteren Prediger des alten Revisionismus:

Der spezielle Vorwurf, der Schweitzer hier gemacht wird, besteht darin, dass Schweitzer den Lassalleanismus, der hier als eine bürgerlich demokratisch-philanthropische Bewegung aufgefasst wird, zu einem einseitigen Interessenkampf der Industriearbeiter verflacht habe, indem er ihren Charakter als Klassenkampf der Industriearbeiter gegen die Bourgeoisie vertiefte. Ferner wird ihm vorgeworfen seine ‚Zurückweisung der bürgerlichen Demokratie‘. Was denn hat die bürgerliche Demokratie in der sozialdemokratischen Partei zu schaffen? Wenn sie aus ‚ehrlichen Männern‘ besteht, kann sie gar nicht eintreten wollen, und wenn sie dennoch eintreten will, dann doch nur, um zu stänkern.

Die sozialdemokratische Partei soll also nach Ansicht dieser Herren keine einseitige Arbeiterpartei sein, sondern eine allseitige Partei ‚aller von wahrer Menschenliebe erfüllten Männer‘. Vor allem soll sie dies beweisen, indem sie die rohen Proletarierleidenschaften ablegt und sich ‚zur Bildung eines guten Geschmacks‘ und ‚zur Erlernung des guten Tons‘ (S. 85) unter die Leitung von gebildeten philanthropischen Bourgeois stellt. Dann wird auch das ‚verlumpte Auftreten‘ mancher Führer einem wohlehrbaren ‚bürgerlichen Auftreten‘ weichen. (Als ob das äusserlich verlumpte Auftreten der hier Gemeinten nicht noch das Geringste wäre, das man ihnen vorwerfen kann!) Dann auch werden sich zahlreiche Anhänger aus den Kreisen der gebildeten und besitzenden Klassen einfinden. Diese aber müssen erst gewonnen werden, wenn die … betriebne Agitation greifbare Erfolge erreichen soll‘. Der deutsche Sozialismus hat ‚zuviel Wert auf die Gewinnung der Massen gelegt und dabei versäumt, in den sog. oberen Schichten der Gesellschaft energische (!) Propaganda zu machen‘. Denn ‚noch fehlt es der Partei an Männern, welche dieselbe im Reichstag zu vertreten geeignet sind‘. Es ist aber ‚wünschenswert und notwendig, die Mandate Männern anzuvertrauen, die Gelegenheit und Zeit genug gehabt haben, sich mit den einschlagenden Materien gründlich vertraut zu machen. Der einfache Arbeiter und Kleinmeister … hat dazu nur in seltenen Ausnahmsfällen die nötige Musse.‘

Wählt also Bourgeois! Kurz, die Arbeiterklasse aus sich selbst ist unfähig, sich zu befreien. Dazu muss sie unter die Leitung ‚gebildeter und besitzender‘ Bourgeois treten, die allein ‚Gelegenheit und Zeit haben‘, sich mit dem vertraut zu machen, was den Arbeitern frommt. Und zweitens ist die Bourgeoisie beileibe nicht zu bekämpfen, sondern durch energische Propaganda – zu gewinnen.

Wenn man aber die oberen Schichten der Gesellschaft oder nur ihre wohlmeinenden Elemente gewinnen will, so darf man sie beileibe nicht erschrecken. Und da glauben die drei Züricher, eine beruhigende Entdeckung gemacht zu haben:

Die Partei zeigt grade jetzt unter dem Druck des Sozialistengesetzes, dass sie nicht gewillt ist, den Weg der gewaltsamen, blutigen Revolution zu gehn, sondern entschlossen ist, [] den Weg der Gesetzlichkeit, d.h. der Reform zu beschreiten.‘

Also, wenn die 500.000-600.000 sozialdemokratischen Wähler, 1/10 bis 1/8 der gesamten Wählerschaft, dazu zerstreut über das ganze weite Land, so vernünftig sind, nicht mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen, und einer gegen zehn eine ‚blutige Revolution‘ zu versuchen, so beweist das, dass sie sich auch für alle Zukunft verbieten, ein gewaltiges auswärtiges Ereignis, eine dadurch hervorgerufene plötzliche revolutionäre Aufwallung, ja einen in daraus entstandner Kollission erfochtnen Sieg des Volks zu benutzen! Wenn Berlin wieder einmal so ungebildet sein sollte, einen 18. März zu machen, so müssen die Sozialdemokraten, statt als ‚barrikadensüchtige Lumpe‘ (S.88) am Kampf teilzunehmen, vielmehr den ‚Weg der Gesetzlichkeit beschreiten‘, abwiegeln, die Barrikaden wegräumen und nötigenfalls mit dem herrlichen Kriegsheer gegen die einseitigen, rohen, ungebildeten Massen marschieren. Oder wenn die Herren behaupten, das hätten sie nicht so gemeint, was haben sie dann gemeint?

Es kommt noch besser. Je ruhiger, sachlicher, überlegter sie‘ (die Partei) ‚also in ihrer Kritik der bestehenden Zustände und in ihren Vorschlägen zur Abänderung derselben auftritt, um so weniger kann der jetzt‘ (bei Einführung des Sozialistengesetzes) ‚gelungene Schachzug wiederholt werden, mit dem die bewusste Reaktion das Bürgertum durch die Furcht vor dem roten Gespenst ins Bockshorn gejagt hat.‘ (S.88.)

Um der Bourgeoisie die letzte Spur von Angst zu benehmen, soll ihr klar und bündig bewiesen werden, dass das rote Gespenst wirklich nur ein Gespenst ist, nicht existiert. Was aber ist das Geheimnis des roten Gespensts, wenn nicht die Angst der Bourgeoisie vor dem unausbleiblichen Kampf auf Tod und Leben zwischen ihr und dem Proletariat? Die Angst vor der unabwendbaren Entscheidung des modernen Klassenkampfs? Man schaffe den Klassenkampf ab, und die Bourgeoisie und ‚alle unabhängigen Menschen‘ werden ‚sich nicht scheuen, mit den Proletariern Hand in Hand zu gehn‘! Und wer dann geprellt, wären eben die Proletarier.

Möge also die Partei durch de- und wehmütiges Auftreten beweisen, dass sie die „Ungehörigkeiten und Ausschreitungen” ein für allemal abgelegt hat, die den Anlass zum Sozialistengesetz gaben. Wenn sie freiwillig verspricht, sich nur innerhalb der Schranken des Sozialistengesetzes bewegen zu wollen, werden Bismarck und die Bourgeois dies dann überflüssige Gesetz aufzuheben doch wohl die Güte haben!

Man verstehe uns wohl‘, wir wollen nicht ‚ein Aufgeben unsrer Partei und unsres Programms, wir meinen aber, dass wir auf Jahre hinaus genug zu tun haben, wenn wir unsre ganze Kraft, unsre ganze Energie auf Erreichung gewisser naheliegender Ziele richten, welche unter allen Umständen errungen sein müssen, bevor an eine Realisierung der weitergehenden Bestrebungen gedacht werden kann.‘

Dann werden auch Bourgeois, Kleinbürger und Arbeiter sich massenweise an uns anschliessen, die ‚jetzt durch die weitgehenden Forderungen … abgeschreckt werden‘. Das Programm soll nicht aufgegeben, sondern nur aufgeschoben werden – bis auf unbestimmte Zeit. Man nimmt es an, aber eigentlich nicht für sich selbst und für seine Lebzeiten, sondern posthum, als Erbstück für Kinder und Kindeskinder. Inzwischen wendet man seine ‚ganze Kraft und Energie‘ auf allerhand Kleinkram und Herumflickerei an der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, damit es doch aussieht, als geschehe etwas und gleichzeitig die Bourgeoisie nicht erschreckt werde.

Da haben Sie das Programm der drei Zensoren von Zürich. Es lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Am allerwenigsten für uns, da wir diese sämtlichen Redensarten von 1848 her noch sehr gut kennen. Es sind die Repräsentanten des Kleinbürgertums, die sich anmelden, voll Angst, das Proletariat, durch seine revolutionäre Lage gedrängt, möge ‚zu weit gehn‘. Statt entschiedner politischer Opposition – allgemeine Vermittlung; statt des Kampfs gegen Regierung und Bourgeoisie – der Versuch, sie zu gewinnen und zu überreden; statt trotzigen Widerstands gegen Misshandlungen von oben – demütige Unterwerfung und das Zugeständnis, man habe die Strafe verdient. Alle historisch notwendigen Konflikte werden umgedeutet in Missverständnisse und alle Diskussion beendigt mit der Beteuerung: in der Hauptsache sind wir ja alle einig. Die Leute, die 1848 als bürgerliche Demokraten auftraten, können sich jetzt ebensogut Sozialdemokraten nennen. Wie jenen die demokratische Republik, so liegt diesen der Sturz der kapitalistischen Ordnung in unerreichbarer Ferne, hat also absolut keine Bedeutung für die politische Praxis der Gegenwart; man kann vermitteln, kompromisseln, philanthropisieren nach Herzenslust. Ebenso geht’s mit dem Klassenkampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie. Auf dem Papier erkennt man ihn an, weil man ihn doch nicht mehr wegleugnen kann, in der Praxis aber wird er vertuscht, verwaschen, abgeschwächt. Die sozialdemokratische Partei soll keine Arbeiterpartei sein, sie soll nicht den Hass der Bourgeoisie oder überhaupt irgend jemandes auf sich laden; sie soll vor allem unter der Bourgeoisie energische Propaganda machen; statt auf weitgehende, die Bourgeois abschreckende und doch in unsrer Generation unerreichbare Ziele Gewicht zu legen, soll sie lieber ihre ganze Kraft und Energie auf diejenigen kleinbürgerlichen Flickreformen verwenden, die der alten Gesellschaftsordnung neue Stützen verleihen und dadurch die endliche Katastrophe vielleicht in einen allmählichen, stückweisen und möglichst friedfertigen Auflösungsprozess verwandeln könnten. Es sind dieselben Leute, die unter dem Schein rastloser Geschäftigkeit nicht nur selbst nichts tun, sondern auch zu hindern suchen, dass überhaupt etwas geschieht als – schwatzen; dieselben Leute, deren Furcht vor jeder Tat 1848 und 1849 die Bewegung bei jedem Schritt hemmte und endlich zu Fall brachte; dieselben Leute, die nie Reaktion sehn und dann ganz erstaunt sind, sich endlich in einer Sackgasse zu finden, wo weder Widerstand noch Flucht möglich ist; dieselben Leute, die die Geschichte in ihren engen Spiessbürgerhorizont bannen wollen und über die die Geschichte jedesmal zur Tagesordnung übergeht.

Was ihren sozialistischen Gehalt angeht, so ist dieser bereits hinreichend kritisiert im ‚Manifest‘, Kapitel: ‚Der deutsche oder ‚wahre‘ Sozialismus‘. Wo der Klassenkampf als unliebsame ‚rohe‘ Erscheinung auf die Seite geschoben wird, da bleibt als Basis des Sozialismus nichts als ‚wahre Menschenliebe‘ und leere Redensarten von ‚Gerechtigkeit‘.

Was uns betrifft, so steht uns nach unsrer ganzen Vergangenheit nur ein Weg offen. Wir haben seit fast 40 Jahren den Klassenkampf als nächste treibende Macht der Geschichte und speziell den Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat als den grossen Hebel der modernen sozialen Umwälzung hervorgehoben; wir können also unmöglich mit Leuten zusammengehn, die diesen Klassenkampf aus der Bewegung streichen wollen. Wir haben bei Gründung der Internationalen ausdrücklich den Schlachtruf formuliert: Die Befreiung der Arbeiterklasse muss das Werk der Arbeiterklasse selbst sein. Wir können also nicht zusammengehn mit Leuten, die es offen aussprechen, dass die Arbeiter zu ungebildet sind, sich selbst zu befreien, und erst von oben herab befreit werden müssen, durch philanthropische Gross- und Kleinbürger.”

Lenin entfaltete einen hervorragenden Kampf gegen den alten Revisionismus, dessen Bankrott den 1. Weltkrieg erzeugte. Er sagt dazu: „Der Revisionismus oder die ‚Überprüfung‘ des Marxismus ist gegenwärtig eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Erscheinungsform des bürgerlichen Einflusses auf das Proletariat und der bürgerlichen Demoralisierung der Proletarier.” 1899 und 1902 jeweils zeigend:

Die internationale Sozialdemokratie macht gegenwärtig ideologische Schwankungen durch. Bisher galten die Lehren von Marx und Engels als die feste Grundlage der revolutionären Theorie – nunmehr werden überall Stimmen laut, diese Lehren seien unzulänglich und veraltet. Wer sich einen Sozialdemokraten nennt und mit einem sozialdemokratischen Organ an die Öffentlichkeit treten will, muss seine Haltung zu dieser Frage, die bei weitem nicht nur die deutschen Sozialdemokraten allein bewegt, genau bestimmen.

Wir stehen völlig auf dem Boden der Marxschen Theorie: erst sie hat den Sozialismus aus einer Utopie zur Wissenschaft gemacht, hat diese Wissenschaft auf feste Grundlagen gestellt und den Weg vorgezeichnet, der beschritten werden muss, um diese Wissenschaft weiterzuentwickeln und in allen Einzelheiten auszuarbeiten. Sie hat das Wesen der modernen kapitalistischen Wirtschaft aufgedeckt, indem sie klarstellte, auf welche Weise die Versklavung von Millionen Besitzloser durch eine Handvoll Kapitalisten, die den Grund und Boden, die Fabriken, die Bergwerke usw. besitzen, durch die Lohnarbeit, den Kauf der Arbeitskraft, verhüllt wird. Sie hat gezeigt, dass die ganze Entwicklung des modernen Kapitalismus dahin geht, den Kleinbetrieb durch den Grossbetrieb zu verdrängen, und Bedingungen schafft, die eine sozialistische Gesellschaftsordnung möglich und notwendig machen. Sie hat gelehrt, unter der Hülle eingewurzelter Sitten, politischer Intrigen, verzwickter Gesetze, schlau erdachter Lehren den Klassenkampf zu sehen, den Kampf zwischen den besitzenden Klassen aller Art und der Masse der Besitzlosen, dem Proletariat, das an der Spitze aller Besitzlosen steht. Sie hat die wirkliche Aufgabe der revolutionären sozialistischen Partei klargelegt: nicht Pläne zur Umgestaltung der Gesellschaft zu erfinden, nicht den Kapitalisten und ihren Lakaien Predigten zu halten über eine Verbesserung der Lage der Arbeiter, nicht Verschwörungen anzuzetteln, sondern den Klassenkampf des Proletariats zu organisieren und diesen Kampf zu leiten, dessen Endziel die Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat und die Organisierung der sozialistischen Gesellschaft ist.”

Und:

Die Sozialdemokratie soll aus einer Partei der sozialen Revolution zu einer demokratischen Partei der sozialen Reformen werden. Diese politische Forderung hat Bernstein mit einer ganzen Batterie ziemlich gut aufeinander abgestimmter ‚neuer‘ Argumente und Betrachtungen umgeben. Geleugnet wurde die Möglichkeit, den Sozialismus wissenschaftlich zu begründen und vom Standpunkt der materialistischen Geschichtsauffassung seine Notwendigkeit und Unvermeidlichkeit zu beweisen; geleugnet wurde die zunehmende Verelendung, die Proletarisierung und die Zuspitzung der kapitalistischen Widersprüche, – der Begriff ‚Endziel‘ selbst wurde für unhaltbar erklärt und die Idee der Diktatur des Proletariats völlig verworfen; geleugnet wurde der prinzipielle Gegensatz von Liberalismus und Sozialismus; geleugnet wurde die Theorie des Klassenkampfes, die auf eine streng demokratische, nach dem Willen der Mehrheit regierte Gesellschaft angeblich unanwendbar sei, usw.”

Und seine kriechenden Merkmale hervorhebend:

„Wenn man vom Kampf gegen den Opportunismus spricht, so darf man nie den charakteristischen Zug des ganzen heutigen Opportunismus auf ausnahmslos allen Gebieten vergessen: seine Unbestimmtheit, Verschwommenheit und Ungreifbarkeit. Seiner ganzen Natur nach geht der Opportunist stets einer eindeutigen und unwiderruflichen Fragestellung aus dem Wege; er sucht eine Resultante, schlängelt sich zwischen Standpunkten hindurch, die einander ausschliessen, bemüht sich, mit dem einen wie mit dem andern ‚einverstanden zu sein‘, beschränkt seine Meinungsverschiedenheiten auf kleine Abänderungsvorschläge, auf Zweifel, auf fromme und unschuldige Wünsche usw. usf.”

Ähnlich im Kampf gegen die Negierung des Klassenkampfes – und die Klassenzusammenarbeit des Revisionismus demaskierend:

„Auf dem Gebiet der Politik hat der Revisionismus versucht, nun wirklich die Grundlage des Marxismus, nämlich die Lehre vom Klassenkampf, zu revidieren. Politische Freiheit, Demokratie, allgemeines Wahlrecht entzögen dem Klassenkampf den Boden, sagte man uns, und dadurch werde der alte Satz des ‚Kommunistischen Manifests‘: die Arbeiter haben kein Vaterland – unrichtig. In der Demokratie dürfe man, da ja der ‚Wille der Mehrheit‘ herrsche, weder den Staat als Organ der Klassenherrschaft betrachten noch auf Bündnisse mit der fortschrittlichen, sozialreformerischen Bourgeoisie gegen die Reaktionäre verzichten.

Unbestreitbar liefen diese Einwände der Revisionisten auf ein ziemlich geschlossenes System von Anschauungen hinaus – nämlich auf die längst bekannten bürgerlich-liberalen Anschauungen. Die Liberalen haben stets gesagt, Klassen und Klassenteilung würden durch den bürgerlichen Parlamentarismus aufgehoben, da unterschiedslos alle Bürger das Stimmrecht, das Recht der Mitwirkung an den Staatsgeschäften besässen. Die ganze Geschichte Europas in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die ganze Geschichte der russischen Revolution zu Anfang des 20. Jahrhunderts zeigt mit aller Deutlichkeit, wie widersinnig solche Ansichten sind. Unter der Freiheit des ‚demokratischen‘ Kapitalismus werden die ökonomischen Unterschiede nicht geringer, sondern grösser und tiefer. Der Parlamentarismus beseitigt nicht das Wesen der allerdemokratischsten bürgerlichen Republiken als Organe der Klassenunterdrückung, sondern er enthüllt es. Dadurch, dass der Parlamentarismus dazu beiträgt, unvergleichlich grössere Bevölkerungsmassen, als früher je an den politischen Ereignissen aktiv beteiligt waren, aufzuklären und zu organisieren, bereitet er nicht etwa die Beseitigung der Krisen und der politischen Revolutionen vor, sondern die äusserste Verschärfung des Bürgerkriegs während dieser Revolutionen. Die Pariser Ereignisse im Frühjahr 1871 und die russischen im Winter 1905 zeigten so klar wie noch niemals, wie unausbleiblich eine solche Verschärfung eintritt. Um die proletarische Bewegung niederzuwerfen, ging die französische Bourgeoisie, ohne auch nur einen Augenblick zu schwanken, ein Abkommen mit dem Feind der gesamten Nation ein, mit den fremdländischen Truppen, die ihr Vaterland verheert hatten. Wer die zwangsläufige innere Dialektik des Parlamentarismus und des bürgerlichen Demokratismus nicht begreift, die eine noch heftigere Austragung des Streites durch Massengewalt mit sich bringt als in früheren Zeiten, der wird niemals imstande sein, auf dem Boden dieses Parlamentarismus eine prinzipienfeste Propaganda und Agitation zu betreiben, die die Arbeitermassen tatsächlich auf eine siegreiche Beteiligung an solchem ‚Streit‘ vorbereitet. Die Erfahrungen der Bündnisse, Abkommen und Blocks mit dem sozialreformerischen Liberalismus im Westen und mit dem liberalen Reformismus (Kadetten) in der russischen Revolution haben überzeugend erwiesen, dass diese Abkommen das Bewusstsein der Massen nur abstumpfen und die wirkliche Bedeutung ihres Kampfes nicht verstärken, sondern abschwächen, weil sie die Kämpfenden an die am wenigsten kampffähigen, an die wankelmütigsten und am meisten verräterisch gesinnten Elemente binden.”

Und ihren Verrat am Sozialismus und ihree Verteidigung der bürgerlichen Demokratie aufdeckend:

Die Geschichte lehrt, dass noch nie eine unterdrückte Klasse zur Herrschaft gelangt ist und auch nicht gelangen konnte, ohne eine Periode der Diktatur durchzumachen, d. h. der Eroberung der politischen Macht und der gewaltsamen Unterdrückung des verzweifeltsten, wildesten, vor keinem Verbrechen zurückschreckenden Widerstands, der immer von den Ausbeutern geleistet wurde. Die Bourgeoisie, deren Herrschaft jetzt von Sozialisten verteidigt wird, die sich gegen die ‚Diktatur überhaupt‘ aussprechen und mit Leib und Seele für die ‚Demokratie überhaupt‘ eintreten, hat ihre Macht in den fortgeschrittenen Ländern durch eine Reihe von Aufständen, Bürgerkriegen, durch gewaltsame Unterdrückung der Könige, der Feudalherren, der Sklavenhalter und ihrer Restaurierungsversuche erobert. Tausend- und millionenmal haben die Sozialisten aller Länder in ihren Büchern, Broschüren, in den Resolutionen ihrer Kongresse, in ihren Agitationsreden dem Volke den Klassencharakter dieser bürgerlichen Revolutionen, dieser bürgerlichen Diktatur auseinandergesetzt. Daher ist die jetzige Verteidigung der bürgerlichen Demokratie, die sich hinter den Reden von ‚Demokratie überhaupt‘ verbirgt, und das jetzige Gezeter gegen die Diktatur des Proletariats, das im Geschrei über die ‚Diktatur überhaupt‘ zum Ausdruck kommt, direkter Verrat am Sozialismus und bedeutet faktisch den Übergang ins Lager der Bourgeoisie, die Leugnung des Rechts des Proletariats auf seine, auf die proletarische Revolution, bedeutet die Verteidigung des bürgerlichen Reformismus gerade in dem historischen Augenblick, in dem der bürgerliche Reformismus in der ganzen Welt zusammengebrochen ist und der Krieg eine revolutionäre Situation geschaffen hat.”

Andererseits analysierte er am 2. Kongress der Kommunistischen Internationale die Arbeiteraristokratie als die soziale Basis des Revisionismus:

Eine der Hauptursachen, welche die revolutionäre Arbeiterbewegung in den entwickelten kapitalistischen Ländern erschweren, besteht darin, dass es dem Kapital hier dank dem Kolonialbesitz und den Extraprofiten des Finanzkapitals usw. gelungen ist, eine relativ breite und feste Schicht der Arbeiteraristokratie herauszubilden, die eine kleine Minderheit ist. Sie erfreut sich besserer Lohnbedingungen und ist am meisten vom Geist zünftlerischer Beschränktheit, von kleinbürgerlichen und imperialistischen Vorurteilen durchdrungen. Das ist die wahre soziale ‚Stütze‘ der II. Internationale, der Reformisten und ‚Zentristen‘, und im gegenwärtigen Augenblick dürfte das wohl die soziale Hauptstütze der Bourgeoisie sein.”

[…]

Hier müssen wir die Frage stellen, wodurch sich die Zähigkeit dieser Richtungen in Europa erklärt und warum dieser Opportunismus in Westeuropa stärker ist als bei uns. Nun, weil die fortgeschrittenen Länder die Möglichkeit hatten und haben, ihre Kultur auf Kosten einer Milliarde unterdrückter Menschen zu schaffen. Weil die Kapitalisten dieser Länder viel mehr an Profit einstecken, als sie durch die Auspowerung der Arbeiter ihres eigenen Landes erzielen können.

Vor dem Kriege schätzte man, dass die drei reichsten Länder – England, Frankreich und Deutschland – allein aus ihrem Kapitalexport, abgesehen von anderen Einkünften, 8-10 Milliarden Francs Einnahmen im Jahre haben.

Es ist klar, dass man von dieser hübschen Summe unschwer eine halbe Milliarde für milde Gaben an die Arbeiterführer, die Arbeiteraristokratie, abzweigen kann, um sie in irgendeiner Form zu bestechen. Das Ganze läuft ja tatsächlich auf Bestechung hinaus. Es geschieht auf tausenderlei verschiedenen Wegen: durch Hebung der Kultur in den grössten Zentren, durch Gründung von Bildungsanstalten, durch Schaffung von Tausenden warmer Pöstchen für die Führer der Genossenschaften, der Gewerkschaften und der Parlamentsfraktionen. Aber es geschieht überall, wo moderne zivilisierte kapitalistische Verhältnisse bestehen. Und diese Milliarden an Extraprofit bilden die ökonomische Grundlage des Opportunismus in der Arbeiterbewegung.”

Und über den Revisionismus in Bezug auf das Produkt der bürgerlichen Konzeption und den Einfluss auf das Proletariat:

Worin besteht seine Unvermeidlichkeit in der kapitalistischen Gesellschaft? Warum ist er tiefer als die Unterschiede in den nationalen Besonderheiten und in den verschiedenen Entwicklungsstufen des Kapitalismus? Weil es in jedem kapitalistischen Land neben dem Proletariat immer auch grosse Schichten des Kleinbürgertums, der Kleineigentümer gibt. Der Kapitalismus entstand und entsteht immer wieder aus der Kleinproduktion. Eine ganze Anzahl Von ‚Mittelschichten‘ wird vom Kapitalismus unausbleiblich immer wieder neu geschaffen (Anhängsel der Fabrik, Heimarbeit, kleine Werkstätten, die infolge der Bedürfnisse der Grossindustrie, zum Beispiel der Fahrrad- und Automobilindustrie, über das ganze Land verstreut sind, usw.). Diese neuen Kleinproduzenten werden ebenso unausbleiblich wieder in die Reihen des Proletariats geschleudert. Es ist ganz natürlich, dass die kleinbürgerliche Weltanschauung in den grossen Arbeiterparteien immer wieder zum Durchbruch kommt.”

Und:

Somit wurde die Forderung nach einer entschiedenen Schwenkung von der revolutionären Sozialdemokratie zum bürgerlichen Sozialreformismus von einer nicht minder entschiedenen Schwenkung zur bürgerlichen Kritik an allen Grundideen des Marxismus begleitet. Da aber diese Kritik am Marxismus schon seit langem sowohl von der politischen Tribüne wie vom Katheder der Universität, sowohl in einer Unmenge von Broschüren wie in einer Reihe gelehrter Abhandlungen betrieben wurde, da die ganze heranwachsende Jugend der gebildeten Klassen jahrzehntelang systematisch im Geiste dieser Kritik erzogen wurde, ist es nicht verwunderlich, dass die ‚neue kritische‘ Richtung in der Sozialdemokratie mit einem Schlag als etwas völlig Fertiges hervortrat, so wie Minerva dem Haupte Jupiters entstieg. Ihrem Inhalt nach brauchte sich diese Richtung nicht zu entwickeln und herauszubilden: sie wurde direkt aus der bürgerlichen Literatur in die sozialistische übertragen.”

Lenin beschreibt die Revisionisten als „bessere Verteidiger der Bourgeoisie als die Bourgeoisie selbst”. Auf dem vorher erwähnten 2. Kongress sagte er:

„Ich will nicht darauf eingehen, wie wir das konkret durchführen müssen. Davon ist in meinen Thesen die Rede, die bereits veröffentlicht worden sind. Ich habe hier nur auf die tiefen ökonomischen Wurzeln dieser Erscheinung hinzuweisen. Diese Krankheit zieht sich hin, ihre Heilung dauert länger, als die Optimisten hoffen zu dürfen glaubten. Der Opportunismus ist unser Hauptfeind. Der Opportunismus in den Spitzen der Arbeiterbewegung ist kein proletarischer, sondern ein bürgerlicher Sozialismus. Die Praxis hat bewiesen, dass die Politiker innerhalb der Arbeiterbewegung, die der opportunistischen Richtung angehören, bessere Verteidiger der Bourgeoisie sind als die Bourgeois selbst. Hätten sie nicht die Führung der Arbeiter in ihrer Hand, so könnte sich die Bourgeoisie nicht behaupten. Das beweist nicht nur die Geschichte des Kerenskiregimes in Russland, das beweist auch die demokratische Republik in Deutschland mit ihrer sozialdemokratischen Regierung an der Spitze; das beweist die Stellung von Albert Thomas zu seiner bürgerlichen Regierung. Das beweisen die analogen Erfahrungen in England und in den Vereinigten Staaten. Hier steht unser Hauptfeind, und diesen Feind müssen wir besiegen. Wir müssen den Kongress mit dem festen Entschluss verlassen, diesen Kampf in allen Parteien zu Ende zu führen. Das ist die Hauptaufgabe.”

Und über „die einzig marxistische Linie”:

„Von der ‚bürgerlichen Arbeiterpartei‘ der alten Trade-Unions, von der privilegierten Minderheit, unterscheidet Engels die ‚unterste Masse‘, die tatsächliche Mehrheit, und an sie, die von der ‚bürgerlichen Ehrbarkeit‘ nicht angesteckt ist, appelliert er. Das ist das Wesen der marxistischen Taktik!

Wir können nicht – und niemand kann – genau ausrechnen, welcher Teil des Proletariats den Sozialchauvinisten und Opportunisten folgt und folgen wird. Das wird erst der Kampf zeigen, das wird endgültig nur die sozialistische Revolution entscheiden. Aber wir wissen mit Bestimmtheit, dass die ‚Vaterlandsverteidiger‘ im imperialistischen Krieg nur eine Minderheit darstellen. Und es ist daher unsere Pflicht, wenn wir Sozialisten bleiben wollen, tiefer, zu den untersten, zu den wirklichen Massen zu gehen: darin liegt die ganze Bedeutung des Kampfes gegen den Opportunismus und der ganze Inhalt dieses Kampfes. Indem wir enthüllen, dass die Opportunisten und Sozialchauvinisten in Wirklichkeit die Interessen der Massen verraten und verkaufen, dass sie die zeitweiligen Privilegien einer Minderheit der Arbeiter verteidigen, dass sie Mittler bürgerlicher Ideen und Einflüsse, dass sie in Wirklichkeit Verbündete und Agenten der Bourgeoisie sind, lehren wir die Massen, ihre wirklichen politischen Interessen zu erkennen und durch all die langen und qualvollen Wechselfälle der imperialistischen Kriege und der imperialistischen Waffenstillstände hindurch für den Sozialismus und die Revolution zu kämpfen.

Den Massen die Unvermeidlichkeit und Notwendigkeit des Bruchs mit dem Opportunismus klarmachen, sie durch schonungslosen Kampf gegen den Opportunismus zur Revolution erziehen, die Erfahrungen des Krieges ausnutzen, um alle Niederträchtigkeiten der nationalliberalen Arbeiterpolitik aufzudecken und nicht zu bemänteln – das ist die einzig marxistische Linie in der Arbeiterbewegung der ganzen Welt.”

Gleichermassen rief er zur Verteidigung des Marxismus und seiner Entwicklung trotz den Schreien der Revisionisten auf:

Und nun fragen wir: Was haben denn jene grossmäuligen ‚Erneuerer‘ der Theorie, die sich um den deutschen Sozialisten Bernstein gruppieren und gegenwärtig einen solchen Lärm schlagen, Neues zu dieser Theorie beigetragen? Rein gar nichts: sie haben die Wissenschaft, deren Weiterentwicklung uns das Vermächtnis von Marx und Engels zur Pflicht macht, nicht um einen Schritt vorwärtsgebracht; sie haben das Proletariat keine neuen Kampfmethoden gelehrt; sie sind lediglich zurückgegangen, haben Bruchstücke rückständiger Theorien übernommen und predigen dem Proletariat keine Theorie des Kampfes, sondern eine Theorie der Nachgiebigkeit, der Nachgiebigkeit gegenüber den ärgsten Feinden des Proletariats, den Regierungen und den bürgerlichen Parteien, die nicht müde werden, neue Mittel zur Hetze gegen die Sozialisten ausfindig zu machen. Plechanow, einer der Begründer und Führer der russischen Sozialdemokratie, hatte durchaus recht, als er schonungslose Kritik an der neuesten ‚Kritik‘ Bernsteins übte, dessen Ansichten jetzt auch von den Vertretern der deutschen Arbeiter (auf dem Parteitag in Hannover) abgelehnt wurden.

Wir wissen, dass dieser Worte wegen eine Menge Anschuldigungen auf uns niederprasseln werden; man wird schreien, wir wollten die sozialistische Partei in einen Orden ‚Rechtgläubige‘ verwandeln, der die ‚Ketzer‘ wegen Abweichung vom ‚Dogma‘, wegen jeder selbständigen Meinung verfolge usw. Wir kennen alle diese effektvollen modischen Phrasen. Nur enthalten sie nicht ein Gran Wahrheit und nicht ein Gran Vernunft. Es kann keine starke sozialistische Partei geben, wenn es keine revolutionäre Theorie gibt, die alle Sozialisten vereinigt, aus der sie all ihre Überzeugungen schöpfen und die sie auf die Methoden ihres Kampfes und ihrer Tätigkeit anwenden; wenn man eine solche Theorie, die man nach bestem Wissen für richtig hält, vor unbegründeten Angriffen und Versuchen, sie zu verschlechtern, schützt, so heisst das noch keineswegs, ein Feind jeder Kritik zu sein. Wir betrachten die Theorie von Marx keineswegs als etwas Abgeschlossenes und Unantastbares; wir sind im Gegenteil davon überzeugt, dass sie nur das Fundament der Wissenschaft gelegt hat, die die Sozialisten nach allen Richtungen weiterentwickeln müssen, wenn sie nicht hinter dem Leben zurückbleiben wollen. Wir sind der Meinung, dass es für die russischen Sozialisten besonders notwendig ist, die Theorie von Marx selbständig weiterzuentwickeln, denn diese Theorie liefert lediglich die allgemeinen Leitsätze, die im einzelnen auf England anders angewandt werden als auf Frankreich, auf Frankreich anders als auf Deutschland, auf Deutschland anders als auf Russland.”

Und den Untergang des alten Revisionismus analysierend, lehrte uns Lenin in seinem sehr wichtigen Werk „Der Zusammenbruch der II. Internationale” von 1915:

Für die klassenbewussten Arbeiter ist der Sozialismus eine ernste Überzeugung, nicht aber ein bequemer Deckmantel für spiessbürgerlich-versöhnlerische und nationalistisch-oppositionelle Bestrebungen. Unter dem Zusammenbruch der Internationale verstehen sie den himmelschreienden Verrat der Mehrheit der offiziellen sozialdemokratischen Parteien an ihren Überzeugungen, an den feierlichen Erklärungen in den Reden auf den internationalen Kongressen zu Stuttgart und Basel, in den Resolutionen dieser Kongresse usw. Vor diesem Verrat die Augen schließen kann nur der, der ihn nicht sehen will, für den das nicht zum Vorteil gereicht. Wenn wir die Sache wissenschaftlich, d. h. vom Standpunkte der Beziehungen zwischen den Klassen der modernen Gesellschaft formulieren, so müssen wir sagen, dass die sozialdemokratischen Parteien und an ihrer Spitze in erster Linie die größte und einflussreichste Partei der II. Internationale, die deutsche Sozialdemokratie, sich in ihrer Mehrheit gegen das Proletariat auf die Seite ihres Generalstabs, ihrer Regierung und ihrer Bourgeoisie geschlagen haben. Das ist ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung, und man hat auf die möglichst allseitige Analyse dieses Ereignisses allen Nachdruck zu legen. Es ist längst anerkannt, dass Kriege bei allen Schrecken und Nöten, die sie nach sich ziehen, mehr oder minder grossen Nutzen dadurch bringen, dass sie viel Morsches, überlebtes und Abgestorbenes in den menschlichen Institutionen unbarmherzig aufdecken, enthüllen und zerstören.”

[…]

Opportunismus bedeutet, dass die grundlegenden Interessen der Masse den vorübergehenden Interessen einer verschwindenden Minderheit von Arbeitern zum Opfer gebracht werden oder, anders ausgedrückt, dass ein Teil der Arbeiter mit der Bourgeoisie ein Bündnis gegen die Masse des Proletariats eingeht. Der Krieg macht dieses Bündnis besonders anschaulich und zwingend. Der Opportunismus wurde im Laufe von Jahrzehnten durch die Besonderheiten jener Entwicklungsepoche des Kapitalismus hervorgebracht, in der die verhältnismässig friedliche und zivilisierte Existenz einer Schicht privilegierter Arbeiter diese ‚verbürgerte‘, ihnen Brocken von den Profiten des eigenen nationalen Kapitals zukommen liess und sie von dem Elend, den Leiden und den revolutionären Stimmungen der verelendeten und bettelarmen Masse losriss.”

[…]

Der Sozialchauvinismus ist Opportunismus, der so ausgereift ist, in der langen Periode eines verhältnismässig ‚friedlichen‘ Kapitalismus so stark und unverschämt geworden ist, sich ideologisch und politisch so herausgebildet, sich so eng an die Bourgeoisie und die Regierungen angeschlossen hat, dass man sich mit dem Vorhandensein einer solchen Strömung innerhalb der sozialdemokratischen Arbeiterparteien nicht abfinden darf.”

[…]

Der Opportunismus stand – im gesamteuropäischen Rahmen gesehen – vor dem Kriege sozusagen im jugendlichen Alter. Mit dem Krieg ist er endgültig zum Manne geworden, und man kann ihn nicht wieder ‚unschuldig‘ und jung machen. Es ist eine ganze soziale Schicht von Parlamentariern, Journalisten, Beamten der Arbeiterbewegung, privilegierten Angestellten und gewissen Kategorien des Proletariats herangewachsen, die mit ihrer nationalen Bourgeoisie verwachsen ist, und die Bourgeoisie hat es verstanden, diese Schicht durchaus richtig einzuschätzen und sich ‚gefügig‘ zu machen. Man kann das Rad der Geschichte weder zurückdrehen noch aufhalten – man kann und muss furchtlos vorwärtsschreiten, von den vorbereitenden, legalen, in die Bande des Opportunismus geschlagenen Organisationen der Arbeiterklasse zu revolutionären Organisationen, die es verstehen, sich nicht auf die Legalität zu beschränken, und die fähig sind, sich vor opportunistischem Verrat zu sichern, zu Organisationen eines Proletariats, das den ‚Kampf um die Macht‘, den Kampf für den Sturz der Bourgeoisie aufnimmt.”

Und in „Der Opportunismus und der Zusammenbruch der II. Internationale” von 1916:

Der verhältnismässig ‚friedliche‘ Charakter der Epoche 1871 bis 1914 nährte den Opportunismus anfangs als Stimmung, dann als Richtung, schliesslich als Gruppe oder Schicht der Arbeiterbürokratie und der kleinbürgerlichen Mitläufer. Diese Elemente konnten die Arbeiterbewegung nur beherrschen, indem sie in Worten die revolutionären Ziele und die revolutionäre Taktik anerkannten. Sie konnten das Vertrauen der Massen erringen, weil sie schworen, dass die ganze ‚friedliche‘ Arbeit nur eine Vorbereitung der proletarischen Revolution sei. Dieser Widerspruch war eine Geschwulst, die einmal bersten musste; und sie ist geborsten. Die ganze Frage besteht darin, ob man – wie Kautsky & Co. – den Eiter zurück in den Organismus hineinzupressen sucht – wegen ‚Einigkeit‘ (mit dem Eiter) – oder ob man den Eiter recht schnell und sauber beseitigen soll, trotz des momentanen akuten Schmerzes, den dies verursacht, um dem Organismus der Arbeiterbewegung zur völligen Gesundheit zu verhelfen.”

Der Vorsitzende Mao Tse-tung entfaltete einen grandiosen Kampf gegen den zeitgenössischen Revisionismus von Chruschtschow und seinen Henkern auf Weltebene. Er zielte gegen die finstere Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion und demaskierte den Revisionismus total und vollständig, wie etwa in der „Polemik über die Generallinie der Internationalen Kommunistischen Bewegung”, einem Dokument, dass unter seiner persönlichen Führung geschrieben wurde. Dennoch wurde sein transzendentalster Kampf gegen den Revisionismus in China selbst durch die Grosse Proletarische Kulturrevolution entfesselt. 1956 sagte er in seiner „Rede auf der zweiten Plenartagung des achten Zentralkomitees”:

Ich möchte einige Worte über den XX. Parteitag der KPdSU sagen. Ich meine, da sind zwei ,Schwerter‘: Das eine ist Lenin, das andere Stalin. Das Schwert Stalin haben die Russen jetzt aus der Hand gelegt. Gomulka und einige Leute in Ungarn haben es aufgehoben, um einen Streich gegen die Sowjetunion zu führen und gegen den sogenannten Stalinismus Front zu machen. Die kommunistischen Parteien vieler europäischer Länder kritisieren die Sowjetunion ebenfalls, Togliatti ist ihr Anführer. Und auch die Imperialisten benützen es, um Leute zu erschlagen, Dulles zum Beispiel hat es eine Zeit lang geschwungen. Dieses Schwert wurde nicht verliehen, es wurde aus dem Fenster geworfen. Wir in China haben es nicht weggeworfen. Erstens nehmen wir Stalin in Schutz, zweitens kritisieren wir zugleich seine Fehler; deshalb haben wir den Artikel „Über die historischen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats” geschrieben. Im Unterschied zu einigen Leuten, die Stalin verunglimpfen und in Grund und Boden verdammen, handeln wir in Übereinstimmung mit den objektiven Tatsachen.

Und das Schwert Lenin, ist es nicht ebenfalls von einigen sowjetischen Führern gewissermassen beiseite gelegt worden? Ich meine, das ist in einem beträchtlichem Masse geschehen. Hat die Oktoberrevolution noch Gültigkeit? Kann sie weiterhin als Vorbild für alle Länder dienen? Im Bericht von Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU heisst es, dass es möglich sei, die politische Macht auf dem parlamentarischen Weg zu ergreifen. Das würde bedeuten, es sei nicht länger notwendig, dass alle Länder von der Oktoberrevolution lernen. Ist dieses Tor einmal geöffnet, dann hat man den Leninismus im Grunde schon über Bord geworfen.

Die Lehren des Leninismus haben den Marxismus weiterentwickelt. In Welcher Hinsicht? Erstens im Bereich der Weltanschauung, das heisst im Hinblick auf den Materialismus und die Dialektik; zweitens auf dem Feld der Theorie und Taktik der Revolution, insbesondere hinsichtlich der Fragen des Klassenkampfes, der Diktatur des Proletariats und politischen Partei des Proletariats. Und dann sind da noch Lenins Lehren zum sozialistischen Aufbau. Von der Oktoberrevolution im Jahre 1917 an wurde, während man noch mitten in der Revolution stand, auch schon aufgebaut, und so sammelte Lenin sieben Jahre lang praktische Erfahrungen im Aufbau, Erfahrungen, die Marx fehlten. Was wir uns aneignen, das sind gerade diese grundlegenden Prinzipien des Marxismus-Leninismus.”

Und auf dasselbe beharrend, sowie über jene, die im Angesicht von Stürmen schwanken, das Verlassen des Marxismus und den Angriff gegen fortgeschrittene Dinge, in seiner „Rede auf einer Konferenz der Sekretäre” 1957:

Während des letzten Jahres tobten in der Welt einige grosse Stürme. Auf dem XX. Parteitag der KPdSU ist man über Stalin wüst hergefallen. Darauf entfesselten die Imperialisten zwei grosse Stürme gegen den Kommunismus, und in der internationalen kommunistischen Bewegung gab es zwei stürmische Debatten. Manch kommunistische Parteien Europas und Amerikas wurden von diesen Stürmen stark mitgenommen und erlitten ziemlich schweren Schaden, bei den kommunistischen Parteien des Ostens dagegen blieben Auswirkungen und Schäden relativ gering. Mit dem XX. Parteitag der KPdSU wurden manche Leute, die bis dahin leidenschaftliche Stalin-Anhänger waren, nicht weniger leidenschaftliche Stalin-Gegner. Wie ich sehe, halten sich diese Leute nicht an den Marxismus-Leninismus, analysieren die Probleme nicht und zeigen zugleich einen Mangel an revolutionärer Moral. Zum Marxismus-Leninismus gehört auch die revolutionäre Moral des Proletariats. Da du früher ein derart glühender Stalin-Anhänger warst, so müsstest du für deine scharfe Kehrtwendung jetzt schon ein paar Gründe vorbringen! Doch plötzlich vollführst du, ohne irgendeinen Grund dafür anzugeben, eine Wende um 180 Grad und tust nun so, als ob du in deinem ganzen Leben Stalin niemals unterstützt hättest. Dabei bist du ihm früher blindlings gefolgt. Die Stalin-Frage geht die gesamte kommunistische Weltbewegung und die kommunistischen Parteien aller Länder an.

Die überwiegende Mehrheit der Kader unserer Partei ist mit dem XX. Parteitag der KPdSU unzufrieden und meint, dass man mit den Angriffen auf Stalin zu weit gegangen sei. Das ist ein normales Gefühl und eine normale Reaktion. Einige wenige jedoch sind ins Schwanken geraten. Immer wenn sich ein Taifun ankündigt, kriechen die Ameisen, bevor der Regen einsetzt, aus ihren Löchern hervor, sie haben feine ‚Nasen‘ und verstehen etwas von Meteorologie. Kaum hatte sich der Taifun des XX. Parteitags der KPdSU erhoben, krochen schon in China einige solche Ameisen aus ihren Löchern. Das sind die schwankenden Elemente in der Partei, die bei jeder Gelegenheit die Seiten wechseln. Als sie von der völligen Verdammung Stalins hörten, fühlten sie sich sehr wohl und bewegten sich flugs auf die andere Seite hinüber, ergingen sich in Hochrufen und sagten, Chruschtschow habe in allem recht, sie selbst seien schon immer der gleichen Meinung gewesen. Später, als einige Hiebe der Imperialisten und einige weitere aus der Mitte der internationalen kommunistischen Bewegung dazu führten, dass selbst Chruschtschow einen etwas anderen Ton anschlagen musste, kamen sie wieder herüber. Angesichts der unaufhaltsamen Strömung konnten sie nicht anders. Ein Grasbüschel auf der Mauer wiegt sich im Winde mal nach links, mal nach rechts. Was die schwankenden Elemente wirklich wollten, war nicht, sich zu unserer Seite zu neigen, sondern zur anderen. Es ist eine gute Sache, dass manche Leute innerhalb und ausserhalb der Partei die Ereignisse in Polen und Ungarn so gepriesen haben! Sie konnten den Mund nicht aufmachen, ohne von Poznań und Ungarn zu reden. So verrieten sie sich. Die Ameisen krochen aus ihren Löchern hervor, und Schildkröten aller Art verliessen ihre Verstecke. Diese Leute drehten sich im Takt zu Gomulkas Stab. Wenn Gomulka von der grossen Demokratie sprach, spielten sie das Echo. Jetzt, da sich die Situation verändert hat, halten sie den Mund. Doch nicht, weil sie das wirklich wollen; sie möchten von Herzen gern den Mund aufmachen.”

[…]

Unsere Delegation, die diesmal in der Sowjetunion weilte, hat ihnen eine Reihe Fragen auf den Tisch gelegt. Ich sagte Genosse Tschou En-lai über Telefon: Diese Leute sind durch Erfolge geblendet. Die beste Art, mit ihnen umzugehen ist, ihnen einmal gehörig die Leviten zu lesen. Was sind ihre Erfolge? Nichts als 50 Millionen Tonnen Stahl, 400 Millionen Tonnen Kohle und 80 Millionen Tonnen Erdöl. Was ist das schon? Gar nichts. Und angesichts dieser Zahlen ist ihnen nun der Kamm geschwollen. Was sind das für Kommunisten! Was für Marxisten! Ich sage multipliziert das mit 10 oder mit 100, und es ist immer noch nicht viel. Alles, was ihr getan habt, ist, etwas aus der Erde zu wühlen, es dann zu Stahl zu verarbeiten und einige Autos, Flugzeuge und sonst noch was draus zu machen. Was ist denn daran schon so Grossartiges? Und doch lastet es auf eurem Rücken als eine so schwere Bürde, dass ihr sogar revolutionäre Prinzipien fallenlasst. Heisst das nicht, vom Erfolg geblendet zu sein?”

[…]

Nach dem zweiten Weltkrieg kümmerte sich die Kommunistische Partei der Sowjetunion und gewisse osteuropäische Parteien nicht mehr um die Grundprinzipien des Marxismus. Sie kümmerten sich nicht mehr um den Klassenkampf, die Diktatur des Proletariats, die Führung der Partei, den demokratischen Zentralismus, nicht mehr um die Verbindung der Partei mit den Massen, und die politische Atmosphäre bei ihnen war sehr flau geworden. Die Folge davon waren die Ungarn-Ereignisse. Wir müssen an den Grundtheorien des Marxismus festhalten.”

[…]

Die Kommunistische Partei wurde schon mit wer weiss wieviel Schimpfworten überschüttet. Die Kuomintang schimpfte uns ‚kommunistische Banditen‘, und Leute, die nur den leisesten Kontakt zu uns hatten, wurden zu ‚Kollaborateuren der Banditen‘ erklärt. Am Ende stellten sich die ‚Banditen‘ als besser heraus als die ‚Nicht-Banditen‘. Seit Menschengedenken hat es nichts Fortschrittliches gegeben, das gleich nach seinem Erscheinen freudig begrüsst worden wäre; Fortschrittliches wurde stets geschmäht. Der Marxismus und die kommunistische Partei wurden von allem Anfang an mit Dreck beworfen. Und auch in zehntausend Jahren noch wird das Fortschrittliche zuerst einmal Schmähungen ausgesetzt sein.”

In seinem grossen Werk „Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volke” vom Februar 1957 sagte uns der Vorsitzende Mao:

Der Marxismus kann sich nur im Kampf entwickeln. Das trifft nicht nur auf die Vergangenheit und auf die Gegenwart zu, es wird auch in der Zukunft unbedingt Gültigkeit behalten. Das Richtige entwickelt sich immer im Kampf gegen das Falsche. Das Wahre, Gute und Schöne steht immer im gegenseitigen Verhältnis zum Falschen, Bösen und Hässlichen und wächst im Kampf mit diesem. Wenn bereits die Menschheit im allgemeinen etwas Fehlerhaftes abgelehnt und eine Wahrheit angenommen hat, kämpft schon eine neue Wahrheit gegen neue falsche Vorstellungen. Solche Kämpfe werden niemals enden. Das ist das Entwicklungsgesetz der Wahrheit, und es ist natürlich auch das Entwicklungsgesetz des Marxismus.”

Darüber, die Kritik nicht zu fürchten, sondern sich in ihr zu entwickeln:

Man könnte fragen: Kann der Marxismus, der in unserem Land von der Mehrheit des Volkes als die führende Ideologie anerkannt ist, noch kritisiert werden? Aber sicher. Der Marxismus ist eine wissenschaftliche Wahrheit, er fürchtet keine Kritik. Täte er es und wäre er durch Kritik zu besiegen, dann taugte er eben nichts. Kritisieren nicht tatsächlich die Idealisten den Marxismus täglich und auf jede Weise? Kritisieren nicht auch Leute, die bürgerliche und kleinbürgerliche Ideen hegen und sich nicht ändern wollen, den Marxismus auf jede mögliche Weise? Die Marxisten sollten keine Kritik, woher sie auch komme, fürchten. Ganz im Gegenteil, sie müssen sich im Feuer der Kritik und im Sturm des Kampfes stählen und entwickeln und ihre Stellungen erweitern. Der Kampf gegen falsche Ideen wirkt wie eine Pockenimpfung, der Mensch entwickelt grössere Immunität gegen eine Krankheit, nachdem der Impfstoff gewirkt hat. Pflanzen, die in Treibhäusern wachsen, können keine grosse Lebenskraft besitzen.”

Sowie in Bezug auf Dogmatismus und Revisionismus:

Während wir den Dogmatismus kritisieren, müssen wir gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit auf die Kritik am Revisionismus lenken. Der Revisionismus oder Rechtsopportunismus ist eine bürgerliche ideologische Strömung, er ist von noch grösserer Gefährlichkeit als der Dogmatismus. Die Revisionisten oder Rechts-Opportunisten geben ein Lippenbekenntnis zum Marxismus ab und greifen dabei auch den ‚Dogmatismus‘ an. Aber das, was sie angreifen, ist gerade das Fundamentalste am Marxismus. Sie bekämpfen oder entstellen den Materialismus und die Dialektik, sie sind gegen die demokratische Diktatur des Volkes und die führende Rolle der Kommunistischen Partei oder suchen sie zu schwächen. Sie bekämpfen die sozialistische Umgestaltung und den Aufbau des Sozialismus oder versuchen beides zu schwächen. Selbst nachdem die sozialistische Revolution in unserem Land im wesentlichen gesiegt hat, gibt es in unserer Gesellschaft noch eine Anzahl von Leuten, die von der Wiederherstellung des kapitalistischen Systems träumen. Sie bekämpfen die Arbeiterklasse an allen Fronten, einschliesslich der ideologischen Front. Und in diesem Kampf sind die Revisionisten ihre besten Helfer.”

Und den höchst schädlichen Charakter des Revisionismus hervorhebend:

Seit langem wird der Dogmatismus stark kritisiert. Das ist auch erforderlich. Aber man hat oft die Kritik am Revisionismus vernachlässigt. Dogmatismus und Revisionismus sind beide antimarxistisch. Der Marxismus muss sich unbedingt vorwärtsentwickeln, er muss sich mit dem Fortschreiten der Praxis weiterentwickeln, er darf nicht stillstehen. Wenn seine Entwicklung aufhört, wenn er zur alten Garnitur wird, dann hat er keine Lebenskraft mehr. Aber man darf nicht den Grundprinzipien des Marxismus zuwiderhandeln, anderenfalls begeht man Fehler. Den Marxismus von einem metaphysischen Standpunkt aus behandeln, ihn als etwas Starres und Lebloses betrachten – das heisst Dogmatismus. Die Grundprinzipien und allgemeinen Wahrheiten des Marxismus verleugnen – das heisst Revisionismus. Der Revisionismus ist eine Art der bürgerlichen Ideologie. Die Revisionisten verwischen den Unterschied zwischen dem Sozialismus und dem Kapitalismus, den Unterschied zwischen der proletarischen und der bürgerlichen Diktatur. Das, wofür sie eintreten, ist in Wirklichkeit nicht die sozialistische Linie, sondern eine kapitalistische. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist der Revisionismus noch schädlicher als der Dogmatismus. Eine unserer vordringlichen Aufgaben an der ideologischen Front ist daher die Entfaltung der Kritik am Revisionismus.”

In den schon genannten „Notizen nach der Lektüre des ‚Lehrbuchs der Politischen Ökonomie‘ der Sowjetunion” macht er eine wichtige Aufklärung über den Zusammenhang der Entwicklung sozialistischer Produktionsverhältnisse und der Notwendigkeit, den Revisionismus zu bekämpfen:

Das Proletariat muss ‚alle Werktätigen um sich scharen mit dem Ziel, den Kapitalismus zu liquidieren’ (S. 327); diese Formulierung ist richtig, aber man sollte an dieser Stelle noch vom Ergreifen der politischen Macht reden. ‚Die proletarische Revolution findet keinerlei fertige Formen der sozialistischen Wirtschaft vor‘, ‚die sozialistische Formation … kann nicht im Schosse der auf dem Privateigentum beruhenden bürgerlichen Gesellschaft heranwachsen‘ (S. 328). In Wirklichkeit können sie nicht nur ‚nicht heranwachsen‘, sie können nicht einmal entstehen. In der kapitalistischen Wirtschaft können genossenschaftliche Wirtschaft und volkseigene Wirtschaft, die zur sozialistischen Formation gehören, nicht entstehen, geschweige denn heranwachsen. Das ist eine wichtige Meinungsverschiedenheit zwischen uns und den Revisionisten. Die Revisionisten sagen, Dinge wie die öffentlichen Dienste in den Städten seien sozialistische Faktoren in der kapitalistischen Gesellschaft, sie sagen, der Kapitalismus könne auf friedlichem Wege in den Sozialismus hinüberwachsen, das ist eine schwerwiegende Verdrehung des Marxismus.”

Und:

Die Spaltung in Bolschewiken und Menschewiken in Russland hat von der Ideologie, der Politik und dem Organisatorischen her den Sieg der Oktober-Revolution vorbereitet. Wenn es nicht den Kampf zwischen Bolschewiken und Menschewiken gegeben hätte, den Kampf mit dem Revisionismus der Zweiten Internationale, dann wäre unmöglich gewesen, dass die Oktober-Revolution den Sieg errang. Der Leninismus entstand und entwickelte sich im Kampf gegen jeglichen Revisionismus und Opportunismus, ohne Leninismus hätte es auch keinen Sieg der russischen Revolution gegeben.”

Der Vorsitzende Mao Tse-tung hat in der 70er Jahren diese wesentlichen und transzendentalen Schlussfolgerungen gemacht: „Im Kampf zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus ist es noch unbestimmt, wer wen besiegen wird, es ist sehr gut möglich, dass der Revisionismus siegen wird und wir besiegt werden. Wir nutzten die Möglichkeit der Niederlage, um das Volk zu alarmieren, wir finden es sehr nützlich, um unsere Wachsamkeit gegenüber dem Revisionismus zu erhöhen und um dem Revisionismus vorzubeugen und uns ihm entgegen zustellen.” Und über seine Quellen: „Der Einfluss der Bourgeoisie ist die innere Quelle des Revisionismus, Kapitulation gegenüber dem Druck des Imperialismus ist seine äussere Quelle.” Daher ist der Schlüssel die „Frage, ob die Führung der Partei und des Staates in der Hand von Marxisten oder von Revisionisten liegen wird.” Die Notwendigkeit „das Problem des Auftretens des Revisionismus zu verhindern” zentral zu betonen, was verlangt: „Sie müssen wahre Marxisten-Leninisten sein, nicht aber Revisionisten wie Chruschtschow, die den Marxismus-Leninismus nur als Aushängeschild benützen.” Des weiteren ermahnt er uns: „Hütet euch vor dem Aufkommen des Revisionismus, besonders vor seinem Aufkommen im Zentralkomitee unserer Partei!” Und auf die Wurzel des Problems zielend, gibt er uns die zwei grossen strategischen Orientierungen: „den Egoismus bekämpfen und den Revisionismus kritisieren” und „die Eigensucht bekämpfen und den Revisionismus verurteilen.”

Ebenfalls, folgende Schlussfolgerungen verdienen hervorgehoben zu werden, insbesondere für ihre unermessliche Auswirkung auf den internationalen Klassenkampf: „Der Machtantritt des Revisionismus bedeutet den Machtantritt der Bourgeoisie.” „Die Sowjetunion von heute steht unter der Diktatur der Bourgeoisie, der Diktatur der Grossbourgeoisie, der Diktatur von der Art des deutschen Faschismus, der Diktatur von der Art Hitlers.” „Die Sowjetunion, Jugoslawien, und die Länder, wo modern-revisionistische Cliquen am Ruder sind, haben ihre Farbe gewechselt oder sind gerade dabei, sie zu wechseln. Sie haben den Kapitalismus restauriert und die Diktatur des Proletariats in die Diktatur der Bourgeoisie verwandelt. Und: „Wenn die Revisionisten es schaffen die Führung in China zu usurpieren, müssen die Marxisten-Leninisten aller Länder sie denunzieren und sie mit Festigkeit bekämpfen, der chinesischen Arbeiterklasse und den Volksmassen helfen sich dem Revisionismus zu widersetzen.”

Des weiteren vergleicht er Kommunisten und Revisionisten: „Im Vergleich zu euch sind die revisionistische Führungsclique der Sowjetunion, die jugoslawische Tito-Clique und alle anderen Renegaten- und Streikbrechercliquen aller Schattierungen blosse Staubkörner. Ihr dagegen seid bis in den Himmel emporragende Berge. Sie sind Sklaven und Komplizen des Imperialismus, sie knien vor ihm hin; ihr dagegen seid furchtlose proletarische Revolutionäre, die den Mut haben, gegen den Imperialismus und seine Lakaien, gegen alle tyrannischen Feinde auf der Welt zu kämpfen.”

Und hervorhebend, dass das Volk die Revolution will, hält er den Marxismus hoch undl lehnt den Revisionismus ab: „Die Volksmassen aller Länder, die Masse der Bevölkerung, die mehr als 90 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, wollen unbedingt die Revolution und werden schliesslich den Marxismus-Leninismus unterstützen. Sie werden den Revisionismus nicht unterstützen. Obwohl manche Leute den Revisionismus eine Zeitlang unterstützen, werden sie ihn letzten Endes aufgeben. Notwendigerweise werden sie immer mehr und mehr erwachen. Notwendigerweise werden sie den Imperialismus und die Reaktionäre in allen Ländern bekämpfen, und notwendigerweise werden sie den Revisionismus bekämpfen.” Der Vorsitzende Mao legte die unveränderbare Perspektive fest:„Sei es in China, sei es in den anderen Ländern der Welt, mit einem Wort, mehr als 90% der Menschen werden schliesslich den Marxismus-Leninismus unterstützen. In der Welt gibt es heute noch viele Menschen, die, betrogen von der Sozialdemokratie, von dem Revisionismus, von dem Imperialismus und von den Reaktionären aller Länder, noch nicht erwacht sind. Doch sie werden schliesslich mehr und mehr aufwachen, werden schliesslich den Marxismus-Leninismus unterstützen. Die Wahrheit des Marxismus-Leninismus ist unwiderstehlich. Die Volksmassen wollen notwendigerweise die Revolution. Die Weltrevolution wird letzten Endes siegen.” Es wird so sein! Der Marxismus-Leninismus-Maoismus wird unvermeidlich siegen!

Wir haben die vier grundlegenden Fragen des Marxismus-Leninismus-Maoismus breit und gründlich erwägt:

1) die revolutionäre Gewalt,

2) den Klassenkampf,

3) den Sozialismus und die Diktatur des Proletariats und

4) den Kampf gegen den Revisionismus.

Dies sind vier grundlegende Fragen, um unsere Aufgabe der landesweiten Machteroberung zu erfüllen und der Weltrevolution in fester Hingabe zum proletarischen Internationalismus zu dienen. Grundlegende Fragen, die vor der neuen revisionistischen konterrevolutionären Offensive, angeführt von Gorbatschow und Teng, und dem konvergierenden imperialistischen Sturm jeden Tag grössere Wichtigkeit und Bedeutung erlangen. Vier grundlegende Fragen, abgesehen von aktuellen brennenden Fragen das Herz des Marxismus-Leninismus-Maoismus sind. Des weiteren, in Bezug auf den Sozialismus und die Diktatur des Proletariats: Sie behandelnd nicht nur die wichtige Frage des Aufbaus der ersten Phase des Kommunismus, sondern auch den Klassencharakter des Staates während der ganzen Periode des Sozialismus und die historische Achse, die zum Kommunismus führt. Diese vier grundlegenden Fragen heute hochzuhalten ist somit ein unvermeidbarer Teil der Hochhaltung, Verteidigung und Anwendung des Marxismus-Leninismus-Maoismus, hauptsächlich Maoismus der unbesiegbaren und allmächtigen Ideologie des Proletariats. Den grossen Auf diese Weise wird der grosse Aufruf des Vorsitzenden Mao Tse-tung mehr und mehr unserer: „Marxisten-Leninisten der ganzen Welt, schliesst euch zusammen, revolutionäre Völker der ganzen Welt, schliesst euch zusammen, um den Imperialismus, den modernen Revisionismus und die Reaktionäre aller Länder zu zerschlagen! Eine neue Welt ohne Imperialismus, ohne Kapitalismus und ohne Ausbeutungssystem wird aufgebaut werden.”

Somit wiederbestätigen wir uns einmal mehr im unausweichlichen Sieg des Marxismus-Leninismus-Maoismus und des Kommunismus auf der ganzen Welt und führen mit grosser Festigkeit und Entschiedenheit die Anweisungen der letzen neulichen Sitzung des Zentralkomitees aus, hauptsächlich das, was im dritten Teil von „Den Volkskrieg Entwickeln und die Machteroberung Aufbauen!” festgelegt wurde:

1. Einen grossen Sprung in der Inkorporierung der Massen in den Volkskrieg machen. Die alte peruanische Gesellschaft und seine Entwicklung gibt und wird auch weiterhin dem Volk mehr Hunger, Ausbeutung, Unterdrückung und Genozid geben, während der Jugend eine Zukunft verwehrt wird. Die Landfrage; die neue Akkumulierung und die grössere Dominierung durch den Imperialismus. Die angebliche Überwindung der Inflation und der Krise wird das Volk noch härter als je zuvor treffen. Das Volk hat nur einen Pfad: den Volkskrieg entwickeln und die Macht im ganzen Land erobern. Kämpft und leistet Widerstand für den Volkskrieg!

2. Bewegungskrieg entwickeln: eine notwendige Perspektive. Bewegungskrieg und Guerillakrieg sind die Theorie und die Militärlinie der Partei. Bewegungskrieg ist ein notwendiger Schritt im Volkskrieg. Bewegungskrieg im Maoismus studieren und ihn mehr und mehr auf unsere kreativen Bedingungen anwenden.

3. Baut die Machteroberung auf! Baut sie auf! Und baut die Machteroberung im ganzen Land auf!, drei Fragen, die unzertrennlich miteinander verbunden sind. Entwickelt den Aufbau des Neuen Staates, eine grundlegende und zentrale Frage des Aufbaus. Errichtet eine Regierung und entwickelt den Staatsapparat. Baut die Partei und die VGA auf. „Drei Basen und drei Leitlinien”: „Stärkt die Konsolidierung und schmiedet Kader; „Stärkt die VGA und treibt besonders die Hauptstreitkräfte vorwärts”; „Entwickelt die Neue Macht und errichtet Offene Volkskomitees. Die Kampagne zur „Unterstützung der Neuen Macht.” Die Berichtigungskampagne, Zweilinienkampf und den Reviionismus als Hauptgefahr.

4. Dient der Proletarischen Weltrevolution. Proletarischer Internationalismus. Die internationale proletarische Bewegung und die nationale Befreiungsbewegung. Revolutionäre Internationalistische Bewegung. Internationale Kommunistische Bewegung. “Proletarier unterdrückte Völker der Welt, vereinigt euch!”, “Proletarier aller Länder, vereinigt euch!”.

5. KAMPAGNE: Zielt gegen die allgemeinen Wahlen durch die Anwendung des Boykotts; beginnt weiter mit Offenen Volkskomitees, den Volkskrieg entwickelnd und Bewegungskrieg vorantreibend. All dies, um die politischen Aufgaben zu erfüllen, die von der Partei festgelegt wurden.

6. Die Partei, vom Marxismus-Leninismus-Maoismus, Gonzalo Denken geleitet, garantiert den Pfad der Revolution!

Es ist innerhalb dieses Kontextes und dieser Perspektiven, dass wir die zweite Runde der allgemeinen Wahlen betrachten, die im Juni 1990 vollendet werden sollen. Mit der Erfahrung des letzten Jahrzehnts im Kopf und vor allem den grossartigen Resultaten, die die Politik des Boykotts neulich erzielt hat und die sich in der Schmiedung und dem Wachstum des Volkskrieges materialisiert, setzt die politische Notwendigkeit der festeren und entschiedeneren Fortsetzung des Boykotts heute durch. Es steht klar und entschlossen auf der Tagesordnung: Wahlen, Nein! Volkskrieg, Ja!

ES LEBE DER 10. JAHRESTAG DES VOLKSKRIEGES!

NIEDER MIT DER IMPERIALISTISCHEN INTERVENTION, HAUPTSÄCHLICH YANKEE! EROBERT DIE MACHT IM GANZEN LAND!

ES LEBE DIE KOMMUNISTISCHE PARTEI PERUS!

ES LEBE DER VORSITZENDE GONZALO!

RUHM UND EHRE DEM MARXISMUS-LENINISMUS-MAOISMUS!

Peru, Mai 1990

Zentralkomitee
Kommunistische Partei Perus